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Thema: Erbschuld

  1. #1
    Schreibkraft Avatar von Krümel
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    Standard Erbschuld

    Hallo alle zusammen!

    Nachdem ich nach längerem Zögern im "Schuld"-Thread doch meinen Senf dazugegeben hatte, sind mal wieder meine Gedanken mit mir durchgegangen und ich hab mich gefragt, wie das denn jetzt eigentlich mir der Erbschuld funktionieren soll. Ich glaub ja nicht dran, da ich davon überzeugt bin, dass wir selbst die Verantwortung für alle Konsequenzen unseres eigenen Handelns tragen, würde es mir aber trotzdem gern erklären lassen .

    Der Aufhänger meiner Verwirrung ist folgendes Szenario:

    Gehen wir mal davon aus, dass es eine Erbschuld gibt. Jetzt kommt aber nicht jeder Mensch nur von einer Person, sondern es gehören bekanntlich zwei dazu (die Eltern). Diese Eltern können einem Schuld mitgeben. Und sie wiederum haben Eltern, die auch Schuld weitergeben können, etc.

    Ganz konkret: Ich und meine Urgroßeltern als Beispiel. Wenn wir also von einer Erbschuld ausgehen, dann hab ich sie mitbekommen, da mein Urgroßvater väterlicherseits (und da dann auf Großvaters Seite) ein überzeugter Nazi war und auch schon sehr früh mitgemacht hat. Aber andererseits hab ich auch die "Opferseite" abbekommen, weil mein Urgroßvater väterlicherseits (von Seiten meiner Oma) als Sozialist im KZ gelandet ist und meine Urgroßmutter gezwungen wurde sich von ihm scheiden zu lassen (sonst hätten sie meiner Oma was angetan).

    Hebt sich jetzt also die Erbschuld auf und bin ich "neutral"? Oder hab ich die "Schuld" immernoch? Kann nur "Schuld" weitergegeben werden, nicht aber "unschuld"? Bin ich durch Vererbung Opfer und Täter gleichzeitig?

    Und dann ist da noch die Sache mit Eva... Ich bin eine Frau, also hab ich die Erbschuld (und angeblich deswegen ja auch jeden Monat die Bauchschmerzen), weil die Menschheit aus dem Paradies gekickt wurde. Auch hier: Als Studentin der prähistorischen Archäologie kann ich der ganzen Story nichts abgewinnen, dafür musste ich schon zu viele Stufen der menschlichen Evolution lernen. Aber gehen wir mal davon aus, dass es tatsächlich so war (ich bin ja immer sehr neugierig ):
    Sollte nicht eigentlich Adam die Erbschuld bekommen, weil er den Apfel nur angeknabbert hat, weil Eva es ihm gesagt hat? Immerhin hat Eva das Ding gegessen, weil sie Wissen wollte. Und ist das wiederum nicht die Qualität (das beständige Streben), die z.B. Goethes Faust am Ende vor dem Teufel rettet, obwohl er ja sogar einen Packt mit diesem eingegangen war? Warum wird Eva daraus ein Strick gedreht? Und sollte Gott nicht eigentlich einen Arschtritt bekommen, weil er den Menschen das Wissen vorenthalten wollte?

    Ich will mich hier nicht missionieren lassen (Versuche in diese Richtung wären eh fruchtlos, haben schon zu viele zuvor versucht und sind eindeutig gescheitert ), aber ich würde mich freuen auf eure Erklärungen/Deutungen bezüglich meiner Fragen und auch über eure Meinungen!

    Viele Grüße
    Krümel
    Geändert von Krümel (03.10.2010 um 17:14 Uhr)
    Und will ich die Sterne dann finde ich selbst dorthin
    Ich wachse und lerne und bleibe doch wie ich bin
    Ich wehr mich bevor ich mich verlier
    Denn ich gehör nur mir!

    Elisabeth, "Ich gehör nur mir"

  2. #2
    Gast1006
    Gast

    Standard

    Hallo,

    und wenn man sich den Schuh nicht anzieht .... dann ist das Thema Erbschuld als Erbe ausgeschlagen bzw. nicht angetreten worden !

    Aus die Maus !

  3. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei Gast1006 für den sinnvollen Beitrag:

    Anna55 (03.10.2010),RonJah (03.10.2010)

  4. #3
    Gast784
    Gast

    Standard

    ja, ganz nüchtern betrachtet ist das mit der Erbschuld doch so: Wo Schuldige sind, müssen auch unschuldige sein. Also hebt sich das ganze auf. Warum fängt man damit dann überhaupt an?

    Oder ist nur Gott unschuldig und alle unter ihm schuldig? Für was soll denn so was gut sein?

    Ich hab meine Meinung über das Thema Erbsünde ja schon im Schuldfred abgegeben. Ich sehe es heute systemisch. Aus religiöser Sicht konnte es mir noch nie jemand plausibel erklären. Das bleibt für mich, nebem dem Erlöserdingens ein Mythos. Aber macht nüscht, ich kann damit gut leben.

  5. #4
    Wunderlampe
    Gast

    Standard

    Hallo

    Die kommende Generation wird die Umweltsünden, die wir und die Generation vor uns begangen haben mittragen und ausbaden müssen. Da kann man sich ja schlecht aus dem Erbe heraushalten.

  6. #5
    Gast1006
    Gast

    Standard

    Hallo,

    Die kommende Generation wird die Umweltsünden, die wir und die Generation vor uns begangen haben mittragen und ausbaden müssen. Da kann man sich ja schlecht aus dem Erbe heraushalten.
    Sehe ich ganz anders .... im Sinne des Menschen ist es, Extrem zu sein (das ist unser ? Erfolgs-Rezept) ... und das hat in jeder Epoche, in jeder Generation ihre Stilblüten gehabt ....

    * Umwelt
    * Kriege
    * Versklavung
    * Verdummung
    * Kreuzzüge
    * etc, etc, etc

    In diesem Sinne ist es halt so ! Außer man ist natürlich bei der Firma mit dem Ablasshandel & Kinderschändung involviert .... dort wird dieser Umstand gewinnbringend ausgeschlachtet.

  7. #6
    Schreibkraft Avatar von Aptrgangr
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    Zitat Zitat von Der Kümmerer Beitrag anzeigen
    Hallo,

    und wenn man sich den Schuh nicht anzieht .... dann ist das Thema Erbschuld als Erbe ausgeschlagen bzw. nicht angetreten worden !

    Aus die Maus !
    Da hat er recht

    Ich kann nunmal nichts für Dinge die vor mir passiert sind. Ich sehe es so, daß ich allein für mein Handeln im Hier und Jetzt verantwortlich bin. Und nur weil eine Erbschuld besteht (soll heißen, von einigen Leuten propagiert wird), muß ich mich noch lange nicht schuldig fühlen.

    Und Wunderlampe, sicher kann die kommende Generation das Erbe schlecht ablehnen. Aber Schuld daran hat sie mit Sicherheit nicht!
    "Ich wollte ja nichts als das zu leben versuchen, was von selber aus mir heraus wollte. Warum war das so schwer?"

    Hermann Hesse

  8. #7
    Verleger Avatar von Darkstar
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    Erbsünde/Erbschuld vs. geerbte Sünde/Schuld (= Folgen/Lasten der Sünden/Schuld Dritter) ...

    Ist doch ein Unterschied, oder sehe ich auch das schon wieder falsch?


    @Krümel:
    Da das Dein Thread/Thema ist: Um welchen der beiden Begriffe geht es hier eigentlich?



    lg
    Geändert von Darkstar (03.10.2010 um 19:43 Uhr) Grund: noch griffiger ...

  9. #8
    Wunderlampe
    Gast

    Standard

    Hallo

    Aber Schuld daran hat sie mit Sicherheit nicht!
    nee sicher nicht, nur hilft ihr das nichts. Stichwort: Klimawandel, Atommüll...

    Aber wir können uns ja auch über die Errungenschaften der vorherigen Generation freuen. Wir haben nix getan und ziehen trotzdem einen Nutzen draus.

    @Kümmerer
    zu deinem immer noch unverarbeitetem Thema:
    Ich kann nunmal nichts für Dinge die vor mir passiert sind.
    Ich kann nicht mal für die Dinge, die passieren, während meines Lebens, wenn sie von einem Dritten begangen worden sind. Auch wenn du jedem, der in dieser Firma involviert ist eine Mitschuld ( eine vorgezogene Erbschuld sozusagen ) unterschieben willst.
    und wenn man sich den Schuh nicht anzieht .... dann ist das Thema Erbschuld als Erbe ausgeschlagen bzw. nicht angetreten worden !
    so ist es. Also nimm den Schuh und zieh ihn selber an.

    aus die Maus

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