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Thema: Erfahrungen mit Mirtazapin

  1. #1
    Neuling
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    Standard Erfahrungen mit Mirtazapin

    Hallo,

    Ich hoffe ich bin hier richtig mit meiner Frage zu dem Medikament.

    Meine Psychiaterin hat mir letzte Woche gegen Depressionen und Ängste Mirtazapin 15mg verschrieben. Seit Montag habe ich mich nun dazu überwunden diese auch zu nehmen. Seitdem kann ich zwar nachts besser durchschlafen (bzw. nach dem Aufwachen wieder einschlafen), bin tagsüber aber trotzdem total platt. Habe mich eben ein wenig im Internet über das Medikament informiert, dabei wurde mir so übel, dass ich mich übergeben musste(keine Ahnung ob wegen dem was ich gelesen habe, oder Krankheit, da ich mich auch ein wenig erkältet fühle). Es wurde auch geschrieben, dass die Personen fast direkt nach der Einnahme kurz vorm Einschlafen waren. Das ist bei mir überhaupt nicht der Fall. Wenn ich mich dann irgendwann (etwa 1-2 Std. nach der Einnahme) hinlege, kann ich zwar recht gut einschlafen, von einer größeren Müdigkeit soüre ich allerdings nichts. Alle Erfahrungen die ich las waren leider aus dem Jahr 2009 oder älter. Gibt es vielleicht jemand der das aktuell schon eine Weile nimmt? Insbesondere geht es um Komplikationen mit Alkhohol, die Plätte tagsüber und Gewichtszunahme. Ich habe ein bisschen Angst das Medikament weiter zu nehmen, habe aber auch große Angst davor damit zu meiner Psychiaterin zu gehen.. Eine Einweisung in die Psychiatrie habe ich auch bekommen, habe es aber noch nicht geschafft da vorzusprechen..

  2. #2
    Neuling Avatar von Legion
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    Standard

    Hallo Menslo,

    Mirtazapin ist ein Antidepressivum, welches seit vielen Jahren große Anwendung findet. Die Tatsache, dass du dich derzeit ein wenig platt fühlst sollte dich noch nicht besorgen. Bedenke, dass dieses Medikament Rezeptoren im Gehirn blockiert. Für deinen Körper ist das eine ganz neue Erfahrung, weswegen er sich erst daran gewöhnen muss. Anfängliche Ermüdungserscheinungen sind deswegen kein Grund zur Besorgnis.

    Die Wirkung von Alkohol wird durch Mirtazapin verstärkt. Ich würde dir empfehlen während der Behandlung keinen Alkohol zu trinken oder den Konsum auf ein Minimum zu reduzieren. Die Gewichtszunahme ist ebenfalls eine sehr häufig auftretende Nebenwirkung. Mirtazapin wirkt appetitsteigernd. Dieses Problem tritt hauptsächlich zu Beginn der Therapie auf, kann sich aber auch über die ganze Zeit der Einnahme hinauszögern.

    Dein Informationsdurst in allen Ehren, ich würde dir aber empfehlen das Internet nicht als Bezugsquelle für ein Medikament zu nutzen. Meist werden solche Dinge dort ein wenig überdramatisiert. Priorität sollte es haben die Medikamententherapie so durchzuführen, wie es dein Psychiater empfohlen hat. Sollte es zu Nebenwirkungen oder Fragen kommen, dann wird dein Psychiater die beste Bezugsperson sein. Ich kann verstehen, dass du derzeit ein wenig Angst hast und dir das alles ein wenig über dem Kopf wächst. Bedenke aber, dass dieses Medikamente dafür da ist, um deine Ängste zu lindern.

    Sehe die Einweisung in die Psychiatrie als eine Gelegenheit deine Ängste zu lindern. Dort wirst du rund um die Uhr von fachkundigen Personal betreut, welches bei Problemen mit den Medikamenten jederzeit einspringen kann. Sicher kostet es Überwindung dort vorzusprechen. Habe keine Angst davor, denn die wird dir dort genommen.

  3. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Legion für den sinnvollen Beitrag:

    shadowsoldierwarrior (13.02.2013)

  4. #3
    silbo
    Gast

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    Ich nehme es aktuell seit 2 Monaten. Irgendwie schlafe ich viel zu viel und die anfängliche Antriebssteigerung ist momentan auch wieder ganz weg. Helfen tut es mir also nur bedingt. Mit Alkohol habe ich in der Zeit eigentlich keine größeren Probleme gehabt, aber halt wie bei allen Medikamenten vorsichtig sein, nicht zuviel und einen sicheren Heimweg einplanen.

  5. #4
    Roman Verfasser
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    Hi Menslo,
    ich nehme Mirtazapin 45mg seit einigen Monaten. Ich habe anfangs ähnliche Erfahrungen wie du gemacht. Der hangover am Morgen sollte nach ein paar Wochen nicht mehr so schwer wenn nicht abgeklungen sein. Bei mir ist er immer da, aber nicht mehr so stark. Richtig zufrieden bin ich nicht. Aber wie bei dir hilft es mir zu schlafen, das ist es mir momentan definitiv wert.
    Ansonsten stimme ich Legion in allen Punkten zu. Ich trinke sehr wenig Alkohol, seitdem ich das Medikament nehme. Bei mir ist die Wirkung von Alkohol durch Mirtazapin stark verstärkt. Außerdem ist will ich meine Leber nicht überlasten, wenn ich schon regelmäßig Medikamente nehme (ja, ich weiß schon, manche Leute meinen, regelmäßiger Bierkonsum sei nichts Dramatisches. Ich sehe das vollkommen anders. Der deutsche Suchtbericht jedes Jahr ebenfalls.)
    Was die Psychiatrie angeht: Ich würde mich vor allem erkundigen, welche Psychiatrien bei dir in der Nähe sind und versuchen, herauszubekommen, wie dort verfahren wird. Ich selbst habe positive Erfahrungen in einer psychosomatischen Station einer Klinik gemacht. Ich weiß aber von einigen Bekannten, die ziemlich übliche Erfahrungen gemacht haben in Psychiatrien gemacht haben, in denen man quasi einfach nur weggesperrt und mit Medikamenten vollgepumpt wird. Es ist zwar ein Klischee, dass es heutzutage meistens so zugeht wie in "Einer flog übers Kuckucksnest". Es ist aber wahr, dass es große Qualitäts- und Behandlungsunterschiede gibt. Wenn du eine psychiatrische Klinik mit klarer Aufteilung der Behandlung für verschiedene Krankheiten und richtigem 'Behandlungsprogramm' (Ich hatte z.B. Einzel-, Gruppen-, Sport-, Kunsttherapie) findest, solltest du meiner Meinung nach hingehen. Mich hat es sehr stabilisiert. Wenn es einem richtig schlecht geht, ist das ohnehin eine gute Möglichkeit, sich aus den überbordenden Anforderungen des täglichen Lebens für eine Zeit komplett zu befreien und sich nur auf die Stabilisierung der eigenen Psyche zu konzentrieren.

  6. #5
    Agapa
    Gast

    Standard

    Hallo Menslo,

    meine Erfahrung mit Mirtazapim ist nur positiv. Ich hatte viele Jahre Schlafstörungen aber seit ich es nehme schlafe ich wirklich gut.
    Ich schlucke seit mehreren Jahren 45mg Mirtazapim, mittlerweile schlucke ich noch 50-100mg Sertralin, das macht morgens wach und hilft gegen meine Rückenschmerzen. Gewicht habe ich zwar etwas zugenommen, kann aber auch an den Wechseljahren liegen. Habe es ganz gut im Griff seitdem ich mich LowCarb ernähre, dadurch keine Heißhungerattacken mehr. Allerdings soll Sertralin appetitmindernd wirken, kann das Mirtazapim also wieder ausgleichen.
    Ich denke, AD wirken bei jedem anders. Da hilft nur, einen guten Neurologen aufzusuchen und es auszuprobieren.
    Ich kann deine Ängste aber verstehen, hatte auch viele Jahre (nach einer schlechten Erfahrung) regelrecht Panik vor Tabletteneinnahme.
    Jetzt bereue ich es, denn eine frühzeitige Anwendung hätte mir viele Schmerzen und schlaflose Nächte erspart.
    Für mich sind AD ein Stück Lebensqualität (geworden).
    Alkohol trinke ich fast keinen, vertrage höchstens mal noch ein halbes Glas trockenen Weißwein.

  7. #6
    Roman Verfasser
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    Standard

    Hatte jemand von euch eigentlich mal das Gefühl, das Mirtazapin die Symptome verstärkt, statt sie abzumildern? Das ist ja ohnehin nicht selten mal so bei ADs. Ich hatte letzte Woche ziemlich heftige Panik, wogegen Mirtazapin doch eher wirken sollte. Ich habe auch selten Panik oder stärkere Ängste. Und bisher waren meine Erfahrungen mit Mirtazapin ja durchaus recht positiv, wie gesagt. Deswegen verunsichert mich das umso mehr. Nunja, ich habe morgen endlich meinen Termin beim Arzt, ich werde das nochmal besprechen.

    PS: Zum Thema "Appetitsteigerung": Das scheint vielen so zu gehen, mir überhaupt nicht. Was schade ist, die Depressionen zügeln meinen Appetit und ich bin ohnehin eine echte Verbrennungsmaschine. Ich brauche eigentlich mal wieder ein paar Pfund mehr auf die Rippen.
    Geändert von Legion (18.02.2013 um 20:32 Uhr) Grund: 2 Beiträge zusammengeführt

  8. #7
    Roman Verfasser
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    Standard

    Agapa


    Zitat Zitat von Agapa Beitrag anzeigen

    Ich schlucke seit mehreren Jahren 45mg Mirtazapim, mittlerweile schlucke ich noch 50-100mg Sertralin, das macht morgens wach und hilft gegen meine Rückenschmerzen.

    Ich habe jetzt zusätzlich für morgens Elontril (Buproprion) 150mg verschrieben bekommen. Kennst du das?

  9. #8
    Schreiberling
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    Standard

    shadowsoldierwarrior,

    Hatte jemand von euch eigentlich mal das Gefühl, das Mirtazapin die Symptome verstärkt, statt sie abzumildern?
    ,

    ich nahm bis vor 2 Jahren Mirtazapin 30 mg gegen innere Unruhe und Schlaflosigkeit (verursacht durch Citalopram zur Aufhellung). Ich bekam desnachts öfter Panikattacken aus Träumen heraus, die ich vorher nie hatte. Ich habe es langsam ausgeschlichen, wie den Rest auch. Das hörte dann schlagartig auf. Zum Schlafen haben mir dann abendliche Waldläufe geholfen und Endorphine beschert. Mirtaz. wurde überflüssig.
    Ein Positiv- Effekt von Mirtaz.: Ich spürte während der Einnahme eine Konzentrationssteigerung, als ob das Zeug dopaminergen ist, aber immmmer auch Müdigkeit.

    VG Kartoffel
    Geändert von Kartoffel (21.02.2013 um 22:58 Uhr)

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