Ich möchte hier ein Thema eröffnen, wo man über seine Erfahrungen bei der Psychoanalyse berichten kann, für die, die es betrifft.
Ich werde hier demnächst etwas hineinschreiben, aber jetzt nicht, gehe gleich ins Bett.
LG



Ich möchte hier ein Thema eröffnen, wo man über seine Erfahrungen bei der Psychoanalyse berichten kann, für die, die es betrifft.
Ich werde hier demnächst etwas hineinschreiben, aber jetzt nicht, gehe gleich ins Bett.
LG
jo habe traumanalyse gemacht
und verhalten
und paar andere kleine dinge



jekktjekkt:
Beschreib das doch mal etwas genauer. Ich denke, ich und Andere können davon etwas lernen.
@all:
Also, ich war ja auch erst bei einem Psychotherapeuten, welcher mir vorgeschlagen hat, zu einem Psychoanalytiker zu gehen. Seine Therapie reiche nicht aus. Dann bin ich nicht sofort zu einem Analytiker gegangen, weil ich zwischendurch noch eine Freundin hatte, und ich irgendwie doch nochmal "drumherum gekommen" bin, weil ich glaubte, das Problem löse sich so von alleine. Klar, ein Teil von mir wusste, dass das Quatsch ist, dass ich vor meinem Problem weglaufe. Naja, dann war ich bei einer Verhaltenstherapeutin, die hatte denselben Vorschlag: Psychoanalyse! Ich bin dann recht schnell zu einem Analytiker gekommen, was mich glücklich gestimmt hat.
[Anmerkung: Ich hatte bei der Verhaltenstherapeutin schon gehofft, sie würde mich weiterverweisen. Das war dann auch so. Ich halte nicht sehr viel von Verhaltenstherapie allgemein, da ich nicht glaube, dass, wenn man nur sein Verhalten ändert, man die Wurzeln des Problemes behandelt. Die Probleme treten dann irgendwo anders wieder auf. Aber vielleicht habt ihr ja andere Erfahrungen gemacht.]
Nunja, ich erzählte also meinem Analytiker mein Problem, mein Kommunikationsproblem mit Menschen, was ich fühle, was ich denke - dabei sind einige Gedankeninhalte, die mich so verdammt peinigen! Ich weiß nicht, ob ich wirklich vorankomme in der Analyse. Ich habe zwar erst angefangen, aber ich fühle mich immer noch so, als ob ich mich im Kreis drehe. Ich schotte mich aber auch teilweise im Alltag ab. Ich versuche, alles zu erklären, alles mit meinem Verstand verständlich zu machen, misse dabei, etwas zu erleben. Aber es ist so eine Illusionswelt in mir, die mir Schutz bietet vor der harten Realität, dass ich einsam bin und unfähig zu menschlicher Kommunikation - das Gefühl, was ich bei menschlichem Kontakt habe, ist immer so ein Verstopftsein, schweres Atmen, usw.
Falls ihr in Psychotherapie seid, macht nicht den Fehler zu versuchen, alles rational zu erklären und komplizierte Modelle von eurer Psychodynamik aufzustellen. Konzentriert euch auf das Wesentliche und auf euer Problem. Mit Sicherheit werdet ihr das trotzdem machen, das ist nunmal eine Phase, aber da habt ihr wenigstens schonmal davon gehört.![]()



Hm gut, hatte mir mit diesem Thema ein paar mehr Antworten erhofft, gerade weil das hier ja ein Psychologieforum ist.
Da kann man doch mal offen drüber reden.

Hallo jimjones!
Ich bin selber noch nicht lange hier und las eben erst deinen Beitrag.
Zur Psychoanalyse kann ich dir ein Buch empfehlen.
Es ist von Claude Steiner, mit dem Titel: Wie man Lebenspläne verändert.
Ich persönlich finde es sehr interessant.
LG psy411
hallo Jimjones,
ich glaube nicht, dass die mangelnde Resonanz was mit nicht-offen-drüber-reden-können zu tun hat. Es machen vermutlich weit mehr Menschen Verhaltenstherapie als Psychoanalyse, drum kann hier kaum einer mitreden. Denn Du willst Dich ja mit Leuten austauschen, die auf dem Gebiet Erfahrung haben.
Falls Du das jetzt aber allgemein zur Diskussion stellst, hab ich doch noch ne Anmerkung, angeregt von Deinem Post in nem anderen Fred bezüglich sich-selbst analysieren.
Ich kann mich deswegen nicht mit der Psychonalayse anfreunden, bei allem, was ich bisher davon mitgekriegt hab. Ich habe mich nämlich in meinen jungen Jahren lange selbst gequält mit Selbstanalyse, da ich auch in meinem Elternhaus über meinen Kopf hinweg, aber in meinem Beisein "analysiert" wurde. Aus heutiger Sicht empfinde ich das schon als liebloses und selbstverletzendes Verhalten, wie ich mit mir umgehen ließ und dadurch auch mit mir selbst umgegangen bin.
Durch den Tanz und meine anschließende tanztherapeutische Ausbildung habe ich eine für mich völlig neue Umgehensweise mit mir selbst und meiner Biografie kennengelernt. Die oft sehr schonungslose Wahrnehmung, die aber ermöglicht, das was sich da auftut, selbstversöhnlich in sich zu integrieren. Das geht deshalb, weil mit den kreativen Kräften gearbeitet sind, die sehr ressourcenorientiert sind. Man schaut also nicht nur auf die Probleme, sondern die gesunden Kräfte helfen, den Selbstheilungsprozess in Gang zu setzen. Der Feind "Problem" wird wieder Teil von einem Selbst, er wird wahr genommen und das ist Voraussetzung für eine Veränderung, die nicht nur drübergestülpt sein soll.
Analysieren ist also nicht der einzige gangbare Weg und jeder muss selber wissen, was er braucht. Ich weiß nur, dass es für mich völlig kontraproduktiv gewesen wäre, wenn ich mich auf diese Weise mit meinen Problemen und Schwächen auseinandergesetzt hätte. Bei mir hätte das zu keiner Integration ungeliebter oder "schwächelnder" Persönlichkeitsanteile geführt, behaupte ich jetzt mal ganz frech, ohne es ausprobiert zu haben...
Aber ich habe das große Vertrauen, dass jeder schon seinen Weg findet...
lg Gaby
Geändert von Gast784 (02.11.2008 um 18:39 Uhr)



Hm okay, das ist natürlich blöd.
Naja Gabi, es kommt immer auf die Art des Problemes an. Wenn du selbst nicht einmal mehr weißt, was genau das ist, was dir Probleme macht, aber du es dennoch sehr weit zurückverfolgen kannst, dann braucht man schon eine Analyse. Analyse ist ja größtenteils Gesprächstherapie. Jedenfalls anfangs. Und wie ein Problem aufarbeiten, wenn nicht im Dialog mit einer anderen Person? Durch den Kontakt zur anderen Person wird ja erstmal der Bezug hergestellt zwischen sich und seinem Problem und der Umwelt. Wenn dein "Schatten", also der unbewusste Inhalt, so extrem groß ist, dass du absolut keine Kontrolle drüber hast, dass also nicht du dein Leben bestimmst, sondern dein unbewusster Persönlichkeitsinhalt, dann kann man nur eine Analyse machen.
Ich persönlich stehe ja einer Verhaltenstherapie skeptisch gegenüber. Wenn ich mein Verhalten ändere, ja, dann ist das Problem doch gar nicht gelöst?! Dann kann man das auch alleine lösen. An sich bedeutet ja die Analyse, dass jemand Anderes versucht, deine Persönlichkeit zu verstehen und man von außen aus einer anderen Perspektive beobachtet wird. Man wird nicht beurteilt. Durch diese andere Perspektive entstehen neue Gedanken, neue Verbindungen. Allein kann man sich so nicht analysieren, das ist klar, ich meinte das auch so nicht mit der Selbstanalyse. Selbstanalyse bringt nicht sehr viel, wenn du niemanden hast, dem du deine Ergebnisse erzählst. Solange nämlich befinden sich deine Ergebnisse nur in deinem Kopf, in deiner Vorstellung. Mit dem gesprochenen Wort aber zu einer Bezugsperson wird dies alles realisiert, und man bekommt auch mit, was relevant ist, und was nicht, und was nur illusorische Nebenprodukte sind.
Ich denke, Tanztherapie ist für diejenigen, die sich einfach vor sich selbst und somit Anderen scheuen. Oder?
Na, beschreib doch mal, wie Tanztherapie bei dir gewirkt hat bzw. bei Anderen wirkt. Vllt. sollte ich das Thema ausweiten auf "Erfahrungen verschiedener Therapiearten".
Im Gegenteil. Ich habe einige erlebt, die sehr früh abgesprungen sind, weil ihnen diese Methode einfach viel zu unmittelbar und direkt war. Bei Gesprächstherapien kann man lange um den heißen Brei herum reden, sich selbst was vormachen und sich hinter Masken verschanzen. Wir lesen davon hier ja auch immer wieder. Aber der Körper lügt nicht. Tanztherapie oder Körpertherapie - das alles klingt so harmlos. Tatsächlich steht aber hinter körperlichen Spannungen, Ausdrucksweisen und Bewegungsmustern immer auch seelisches Material, das freigesetzt werden kann. Und dann heisst es: hallo hier bin ich
Und es gibt auch kaum eine Therapieart, in der man so viel durch Beziehung und Kontakt erfährt. Kontakt unter den Gruppenmitliedern, Bezug zur Umwelt usw. Gerade dieses Kontaktelement ist ja etwas, was viele Menschen scheuen. Denn Kontakt ist immer auch ein Spiegel. Gerade das wird viel genutzt in der Tanztherapie. Wir sind im ständigen wechselseitigen Bezug mit der Welt, nicht nur mit Menschen.
Es ist einfach ein Unterschied, ob man ÜBER Gefühle redet, oder ob man FÜHLT. Um es mal auf einen ganz vereinfachten Nenner zu bringen.
Aber so wie Du die Vorstellung hast, dass man sich hinter einer Körpertherapie verschanzen kann, so vermute ich, dass viele Menschen sich aus Unsicherheit an psychologische Konzepte hängen, weil sie lieber die Welt erklärt kriegen wollen, anstatt sie selber zu er-LEBEN. Denn das birgt natürlich schmerzhafte Risiken in sich.
Und drum isses gut, dass wir drüber reden![]()
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