Hallo,
ich würde euch gerne mal mein Problem schildern, in der Hoffnung, es gibt hier jemanden, der mir vielleicht einen Rat geben kann.
Ich hatte schon als Kind Angst vor der Arbeit u. wäre am Liebsten für immer zur Schule gegangen. Ich bin 3x sitzen geblieben, aber irgendwann mußten sie mich halt doch raus schmeißen. Ich hatte keine Ahnung was ich werden sollte, also hat mein Vater zusammen mit meinem Berufsberater beschlossen, dass ich Bürokaufmann werde. Es war eine schulische Ausbildung, was für ein Glück für mich![]()
Natürlich gab es auch Praktika, die ich bei Firmen machen musste, das war der totale Horror, aber Körper und Geist halten ja immer zusammen, also wurde ich immer in diesen Zeiten krank (richtig krank, wie z.B. Drüsenfieber, Salmonellenvergiftung etc.)
Leider hatte ich irgendwann die Prüfung bestanden. Jetzt hieß es also Job suchen. Schon der Gedanke daran löste in mir Panik aus und von alleine hätte ich nie eine Stelle gefunden, aber durch Zufall bekam ich über einen Bekannten einen Job vermittelt.
Eigentlich eine gute Stelle, mit nettem Chef und netten Kollegen, aber wie das so bei ner Panik ist, man steigert sich da rein, eigentlich völlig ohne Grund.
Aber ich hab mich dahin gezwungen. Die ersten Monate hab ich nur geheult. In meiner Pause auf dem Klo und abends so lange bis ich eingeschlafen bin. Nah einiger Zeit ging es dann. Die Angst ist geblieben, aber ich wurde ruhiger und habe auch nicht mehr geweint. Ich bin aber sehr labil geworden. Das merke ich immer, wenn irgendwelche Veränderungen auf mich zu kommen (egal ob neue Kollegen, neue Aufgaben, neuer Schreibtisch). Die kleinste Änderung läßt mich total panisch werden. Aber ich hab so gut es ging durchgehalten. Seit nun genau 10 Jahren.
Natürlich hat das Spuren hinterlassen: neben immer wieder kehrenden Panikattacken (Herzrasen, hyperventiliert etc.) hatte ich auch einen Hörsturz u. leide seit 1 Jahr unter Tinnitus.
Auch hatte ich zwischendurch immer mal wieder einen Psychiater aufgesucht, aber es gab nie einen Therapieplatz und irgendwann verschwanden auch wieder die Symptome.
Seit ca. einem halben Jahr hat sich die Situation aber deutlich gebessert. Ab und zu spürte ich auch sowas wie Freude zur Arbeit zu gehen. Was zur Folge hatte, dass ich auch im Privatleben entspannter wurde.
Nun bin ich aber an einem Punkt angelangt, wo ich sagen will: Ich kann nicht mehr.
Den Auslöser dafür kann ich hier leider nicht ausführlich schildern nur soviel:
Meinem Chef wird ein schweres Verbrechen vorgeworfen. Er meint, er ist unschuldig u. die Firma läuft ganz normal weiter. Ich soll aussagen, dass ich nichts weiß, ansonsten würde gegen meinen Chef ermittelt und dann können event. keine Gehälter mehr überwiesen werden (gleichzeitig habe ich erfahren, dass eine Kollegin, die Lebensgefährtin vom Chef, 3 Gehälter im voraus bekommen hat).
Ich will da nur noch kündigen, aber die Angst vor einem neuen Job ist glaube ich größer. Und dann gibt es ja noch die Existenzangst. Wenn ich kündige, bekomme ich kein Arbeitslosengeld. Und selbst wenn ich Arbeitslosengeld bekomme, ist das zu wenig, um davon zu leben (ich verdiene nämlich nicht wirklich viel. Das ist wohl auch ein Grund, warum mein Chef mich so schätzt. Ich arbeite viel und koste wenig).
Eigentlich könnte ich mir selbst doch sagen, ach geh ich halt einfach weiter dahin, entweder kommt er in den Knast und dann kann ich mir erst Sorgen machen oder alles bleibt beim Alten. Aber das klappt nicht. Ich bin wieder richtig in meiner Panik drin. Ich will nur noch flüchten.
Also falls sich jemand hier die Mühe gemacht hat, meinen ganzen Text zu lesen, wäre ich über einen Ratschlag sehr dankbar.


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) vermeidest.




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