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Thema: Erste Hilfe bei Panikattacken?

  1. #1
    Gast9549
    Gast

    Standard Erste Hilfe bei Panikattacken?

    Huhu,


    ich wollte mal nachfragen, ob ihr ein paar Tipps auf Lager habt wie man sich selber "schnell" helfen kann, wenn einen so eine Situation überrascht.

    Ich weiß zwar wie ich mir relativ schnell helfen kann, durch laute Musik, aber kennt ihr noch andere Dinge?

    Gibt es Hausmittel die helfen? Z.b ne scharfe Chillieschote futtern oder was sehr salziges oder süßes essen?
    Oder Daumen ins Ohr und pusten?

    Ich bin für alles offen.

    liebe grüße

  2. #2
    Neuling
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    Standard

    Ärzte geben gern eine Kalzium-Brausetablette, die im Mund prikelt. Hat bei mir nicht geholfen.
    Geholfen hat's mir bei der Arbeit, aufs Klo zu gehen und auf die Handgelenke eiskaltes Wasser fliessen zu lassen. In der U-Bahn/Zug hin und her gehen, nicht stehen bleiben. Bei einer Panikattacke baute sich bei mir innerlich immer ein unglaublicher Druck auf, deswegen bin ich auch im Haus hin und her gewandert.

    Meine größte Hilfe war aber dann eine Tablette, die ich vom Psychologen gekriegt habe und die ich nur im Notfall nehmen sollte. Da ich sie im Geldbeutel immer bei mir hatte, reichte mir die Gewissheit, dass ich eine Notfalltablette parat hätte. UNGLAUBLICH hatte mir diese Gewissheit geholfen! In einerm Zeitraum von etwa 3 Jahren habe ich die Tablette nur 2x genommen. Davor hatte ich aber auch Respekt, weil es ein Traquillizer war. Von außen hätte mir mir das niemand gesehen, aber dennoch wollte ich dieses heftige Zeug nicht nehmen.
    Geändert von Selma (25.07.2011 um 19:55 Uhr)

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  4. #3
    Gast9549
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    Dann lag ich ja gar nicht so falsch mit der Chilli-Schote, die "prickelt" ja auch auf der Zunge

    Bei einer Panikattacke baute sich bei mir innerlich immer ein unglaublicher Druck auf, deswegen bin ich auch im Haus hin und her gewandert.
    Den Druck bekomme ich auch, auch wird alles um mich herum ganz "dumpf" und irgendwie weit weg. Wenn es extrem ist, z.b in einer Menschenmenge, schnürt sich mir meist die Luft zu, auch wenn ich weiß, es ist "nur" die Panik und vermutlich nicht physikalisch, muss ich nach Luft japsen, weil ich glaube ich ersticke. Mir wird heiß, ich schwitze und alles dreht sich.

    Davor hatte ich aber auch Respekt, weil es ein Traquillizer war.
    Das ist in der Tat heftiges Zeug. Ich hab Herz-Rythmusstörungen und sollte damals Beta-Blocker nehmen, das hab ich 1x gemacht und das war mir schon recht heftig. Danach nie wieder und mit dem Arzt geredet, ob das auch ohne dieses Mistzeug geht. Ich hab das ganze dann mit Sport in den Griff bekommen.

    UNGLAUBLICH hatte mir diese Gewissheit geholfen!
    Den Placeboeffekt, darf man nicht unterschätzen. Diese Gewissheit, dass nix schief gehen kann, bzw. ich vorbereitet bin, brauch ich eigentlich in jeder Lebenslage^^ und wenn es einkaufen oder rausgehen ist.

    Danke für deinen Beitrag.

  5. #4
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    Hallo Tesla,
    mir hilft es auch, Pfefferminzbonbons (z.B. Vivil) zu lutschen oder Solitaire zu spielen. Ingwer wirkt auch gut. Kennst Du auch nützliche Entspannungsmethoden wie Progressive Muskelentspannung oder Autogenes Training?
    Ansonsten hilft es, den Angstkreislauf zu kennen: man stellt aufgrund von erhöhter Körperwahrnehmung fest, dass sich etwas verändert hat (z.B Schwindel), gerät dadurch in Panik, sodass sich der Schwindel verstärkt usw.
    Vielleicht kannst Du auch an ein schönes Erlebnis denken, um Dich abzulenken?

    Habe übrigens neulich einen Bericht von einer Frau gelesen, die starke Emetophobie hatte und dank einer kleinen grünen Tüte, die sie immer bei sich trägt, jetzt ein sichereres Gefühl hat.
    Hoffe, ich konnte helfen

    Viel Glück Regenwurm

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  7. #5
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    Ja, möglicherweise hilft dir eine Chillischote, aber wie bereits beschrieben hat bei mir die Brausetablette nicht geholfen. Dafür war ich viel zu tief in meiner Angst und in der Wahrnehmung von meinem Körper, der gleich zu kippen drohte (ich falle oft in Ohnmacht).
    Udn dann gilt das was Regenwurm sagte:
    Ansonsten hilft es, den Angstkreislauf zu kennen: man stellt aufgrund von erhöhter Körperwahrnehmung fest, dass sich etwas verändert hat (z.B Schwindel), gerät dadurch in Panik, sodass sich der Schwindel verstärkt usw.
    Ja, das könnte ich glatt unterschreiben!

    Vielleicht kannst Du auch an ein schönes Erlebnis denken, um Dich abzulenken?
    Bei mir ging das nicht. Weil ich unbewusst viel zu tief in der Angst sass. Ich versuchte mich krampfthaft auf was anderes zu konzentrieren, aber unbewusst lief ein anderer Prozess ab, den ich ganz genau merkte, weil er an mir nagte.

    Das Placeboeffekt kann gut helfen, wie ich ebenfalls meine. Das hatte mir der Arzt mit der Brausetablette - denke ich - auch versucht zu suggerieren. Man muss aber wirklich dran glauben und an der Kalziumtablette glaubte ich eben nicht. Dafür an meine sichere Tablette in der Tasche. Übrigens, was ganz witziges von meinem Hirn: obwohl ich die Tablette früher nie ausprobiert hatte, vertraute ich auf ihre Wirkung; und das nur weil ich wusste, dass sie stark ist. Mir wurde aber auch versichert, dass sie sofort angstlösend hilft.

    Übrigens: Ich sagte auch "wie ein Tranquillizer" (oder ich hoffe dies so ausgedrückt zu haben), denn eigentlich war es ein Mittel gegen "Spannungs-, Erregungs- und Angstzustände". Es ist ein Sedativum. Aber gut, da ich's bereits schon mal erwähnt habe, so kann ich's hier auch nochmal sagen: es war Tavor, aber in 0,5 oder 1,0 mg-Konzentration, weiss gar nicht mehr. Also nicht megastark.

    Beta-Blocker: das ist was anderes. Da man die Wirkung bewusst mitbekommt, wirkt sie eher angsteinflössend, was man genau merkt, dass sich im Körper was ändert. Dies ist beispielsweise bei einem Tranquillizer nicht der Fall. Ich fühlte selber keine Änderung, nur dass ich lockerer drauf war, innerlich nicht so verkrampft. Und mir wurde von meiner Freunde&Familie auch versichert, dass die Außenwelt nichts bei mir bemerkt.

    Ich war nicht abgespaced oder so, dafür war meine innere Angst bis vor orale Einnahme so gross, dass sie mich gerade mal normal machte. Meine Freundin sagte mir bspw., dass sie genau merkt, wenn die Angst mich wieder fertig machte, auch wenn sich diese erst nur angekünftig hat und npch gar nicht mal richti8g ausgebrochen: meine Pupillen würden sich erweitern, mein Gesicht wurde irgendwie erstarren. Und nach der Einnahme des angstlösenden Medis war ich anscheinend wieder normal. Dennoch wollte ich's nicht oft nehmen, weil's abhängig macht. Dazu müsste man aber das konkrete Medikament öfters in der Woche nehmen. Bin trotzdem stolz auf mich, dass ich davon nur ganz ganz selten Gebrauch machte.

    Versuche ALLES was du meist, dass es dir helfen könnte, bis du zu den Tabletten greifst. Versuche die Schotte, das eiskalte Wasser auf die Handwunzel, fernschauen wenn es geht, ablenken wenn es geht, alles! Vielleicht hilft bei dir was ganz harmloses; schließlich haben wir's hier mit einer Spinnerei des Hirns zu tun, den man möglicherweise mit irgendwas veräppelt kann. Sehe die Sache mal so, dass du dich selber irgendwie veräppeln musst, denn dann geht es dir auch mit den Ängsten besser. Wenn es nichts Organisches ist, dann gibt es irgendein Veräppelungsweg! Danach solltest du individuell suchen.

    Viel Glück bei der Suche und vor allem: viel Erfolg!

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  9. #6
    Gast9549
    Gast

    Standard

    Vielen Dank für die vielen Tipps.
    Ich werde einfach mal irgendwas ausprobieren, vielleicht klappt es ja!

    Kennst Du auch nützliche Entspannungsmethoden wie Progressive Muskelentspannung oder Autogenes Training?
    Ne sowas kenne ich leider nicht. Aber der Tipp mit den Bonbons ist vielleicht gut, besser als Schoten^^

    liebe Grüße

  10. #7
    Neuling
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    Hat sich seitdem was getan? Ich weiss, man kriegt die Attacke nicht immer, aber vielleicht war da zwischenzeitlich doch wieder was. z.B. an so Tagen wie heute, wo's so heiss war und der Kreislauf noch nicht stabil ist.

    Nochmal was: wenn du was gefunden haben solltest und es gut klappt, dann lass dich nicht entmutigen, wenn es auch mal Rückschläge gibt. Das Gehirn muss sich erst an die Ablenkung unbewusst gewöhnen, das wird eine Weile dauern.

  11. #8
    Gast9549
    Gast

    Standard

    Huhu,


    in den letzten Tagen hatte ich ein paar Angstattacken. Einige mehr, andere weniger schlimm.
    Für daheim habe ich vielleicht etwas gefunden, ich weiß nicht genau wie ich es
    erklären kann, aber ich versuch es mal.
    Es ist eigentlich ganz einfach: ich atme.
    Ich setze mich hin, und atme langsam ein und aus und höre dabei nach "innen".
    Ich versuche die Luft zu hören, wie einströmt und wieder hinaus bläst.
    Ich höre mein Herz schlagen und langsam wird alles um mich herum still und irgendwie weit weg. Es ist wie eine Meditation, würde ich es beschreiben. Und ich merke wie ich mich beruhige, die Zeit verfliegt dabei allerdings ziemlich schnell, da ich das Zeitgefühl total vergesse.
    Wahrscheinlich klingt das total bescheuert und doof, aber irgendwie hilft es mir, zumin. wenn die Attacke nicht all zu überraschend und heftig kommt.

    Auf der Arbeit klappt das ganze allerdings nicht. Ich schätze da fehlt die Ruhe. Auch wenn ich durch das Atmen, die Kontrolle länger darüber halten kann. muss ich doch meist raus, weg, ins WC oder raus, Ohrstöpsel rein und Musik ganz laut.

    Aber ich übe einfach weiter, vielleicht schaff ich es, das ganze komplett mit dem Atmen hinzubekommen.

    liebe Grüße

  12. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Gast9549 für den sinnvollen Beitrag:

    glasheuler (02.08.2011)

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