Seit zwei Jahre studiere ich eine Naturwissenschaft und es läuft auch so weit alles gut (Noten können sich sehen lassen, Stoff macht mir Spaß). Allerdings habe ich das Gefühl einfach nicht erwachsen werden zu wollen - ich bin 23 Jahre alt und wohne noch bei meinen Eltern. Besonders in der Winterzeit bleibe ich einfach im Bett liegen anstatt die Vorlesungen zu besuchen - als wäre ich immer noch ein Schüler, bei dem der verpasste Stoff leicht aufzuarbeiten ist. Vor dem Schlafen gehen nehme ich mir fest vor, morgens auch wirklich aufzustehen. Wenn der Wecker um 6:30 Uhr klingelt, wird dieser meist gesnoozet bis er ruhe gibt oder ausgeschalten - ich schlafe wieder ein und *blam* ist es 11:00 Uhr.
Was mich noch stutzig macht ist meine Arbeitshaltung. Vor kurzem habe ich harte Kritik von Kommilitonen einstecken müssen, da ich meine Teile von Protokollen immer auf den letzten Drücker erledige. Es wurde zwar nichts anderes kommuniziert, aber ich habe von selbst keinen Antrieb, mich frühzeitig an die Aufgaben zu setzen. So lerne ich übrigens auch für meine Prüfungen, was die letzten Wochen vor der Klausurphase regelmäßig zu einem Horrortrip werden lässt, während dem ich vollkommen auf das Lernen fixiert bin und verwahlose (außerhalb des Geistes).
Das zieht mich runter. Was kann ich ändern? Vielleicht besser: Wie kann ich das ändern? Wie programmiere ich meinen Schädel so um, dass ich mich früher an die Aufgaben setze, anstelle des Verschiebens bis kurz vor die Deadline? Wie begünstige ich ein frühes Aufstehen? Warum bin ich armer Irrer nachtaktiv und die ganze Welt springt munter um fünf Uhr aus dem Nest?


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