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Thema: Erwachsen werden?

  1. #1
    Neuling
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    Idee Erwachsen werden?

    Seit zwei Jahre studiere ich eine Naturwissenschaft und es läuft auch so weit alles gut (Noten können sich sehen lassen, Stoff macht mir Spaß). Allerdings habe ich das Gefühl einfach nicht erwachsen werden zu wollen - ich bin 23 Jahre alt und wohne noch bei meinen Eltern. Besonders in der Winterzeit bleibe ich einfach im Bett liegen anstatt die Vorlesungen zu besuchen - als wäre ich immer noch ein Schüler, bei dem der verpasste Stoff leicht aufzuarbeiten ist. Vor dem Schlafen gehen nehme ich mir fest vor, morgens auch wirklich aufzustehen. Wenn der Wecker um 6:30 Uhr klingelt, wird dieser meist gesnoozet bis er ruhe gibt oder ausgeschalten - ich schlafe wieder ein und *blam* ist es 11:00 Uhr.

    Was mich noch stutzig macht ist meine Arbeitshaltung. Vor kurzem habe ich harte Kritik von Kommilitonen einstecken müssen, da ich meine Teile von Protokollen immer auf den letzten Drücker erledige. Es wurde zwar nichts anderes kommuniziert, aber ich habe von selbst keinen Antrieb, mich frühzeitig an die Aufgaben zu setzen. So lerne ich übrigens auch für meine Prüfungen, was die letzten Wochen vor der Klausurphase regelmäßig zu einem Horrortrip werden lässt, während dem ich vollkommen auf das Lernen fixiert bin und verwahlose (außerhalb des Geistes).

    Das zieht mich runter. Was kann ich ändern? Vielleicht besser: Wie kann ich das ändern? Wie programmiere ich meinen Schädel so um, dass ich mich früher an die Aufgaben setze, anstelle des Verschiebens bis kurz vor die Deadline? Wie begünstige ich ein frühes Aufstehen? Warum bin ich armer Irrer nachtaktiv und die ganze Welt springt munter um fünf Uhr aus dem Nest?

  2. #2
    Verleger Avatar von Natz
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    Wenn Du mal selbst die Knete verdienen musst, um Miete ect. zu bezahlen, wirst Du garantiert morgens rauskommen. Zieh aus, dann hat sich das Thema erledigt. Solange Du noch schön sicher im Hotel Mama hockst, wird das auch so bleiben. Es sei denn, Deine Eltern haben irgendwann die Schnauze voll und schmeißen Dich raus.
    Ich kann da nur aus Erfahrung sprechen. Während meines Fachabis war ich auch so ein fauler Strumpf. Zum jobben bin ich dann auch nicht und irgendwann-Schwups-hat mein Vater mir eine 1-Zimmerwohnung gesucht und rum war´s.
    LG, Natz




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  3. #3
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    Hallo,

    offensichtlich ist die Phase vor der Prüfung nicht Hölle genug, sonst hättest du vielleicht schon was geändert.
    Ehrlich gesagt, verstehe ich dich auch nicht so richtig. Ich meine, wer sagt denn, dass du zu den Vorlesungen gehen sollst? Deine Eltern? Deine Kommilitonen? Dein Gewissen? Ich bin auch fast nie zu Vorlesungen gegangen. Sie haben mich gelangweilt.
    Ich verstehe auch nicht, was es deine Kommilitonen angeht, wenn du etwas auf den letzten Drücker machst. Oder war das eine Gemeinschaftsaufgabe?
    Es springt auch nicht die ganze Welt früh um 5 aus dem Bett.

    Frage zusammengefasst:
    Für wen willst du das ändern?



    @Natz

    "Zieh aus, dann hat sich das Thema erledigt."
    Bei dir hat das scheinbar geklappt, aber ich glaube nicht, dass das allgemeingültig ist. Bei mir war es zum Beispiel anders.

    "Solange Du noch schön sicher im Hotel Mama hockst, wird das auch so bleiben."
    Auch das war vielleicht nur bei dir so. Das Selbständig-Werden ist sicher schwerer, wenn man zu Hause wohnen bleibt. Unmöglich ist es aber nicht.

    "Wenn Du mal selbst die Knete verdienen musst, um Miete ect. zu bezahlen, wirst Du garantiert morgens rauskommen."
    Das kannst du niemandem garantieren. Ich kenne jemanden, der immer wieder seinen Job verloren hat, weil er nicht oder zu spät zur Arbeit erschienen ist. Er hatte den Antrieb einfach nicht. Vielleicht ist das bei Winterschlaf ähnlich.
    Und was, wenn morgen ein bedingungsloses Grundeinkommen eingeführt wird? Dann bleibt das Problem ebenfalls bestehen...


    Gruß
    Jan

  4. #4
    Neuling Avatar von Puschi
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    Hey winterschlaf!

    Mich würde ja mal interessieren,wie du darauf kommst,dass deine arbeitseinstellung mit deinem willen erwachsen zu werden zusammenhängt?

    Könnte es nicht auch schlichte bequemlichkeit sein?

  5. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Puschi für den sinnvollen Beitrag:


  6. #5
    Neuling
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    Hallo Winterschlaf,

    ach, ich kenn das nur zu gut. Vor allem das Problem mit dem Aufstehen. Morgens aufstehen ist echt bei mir zur Zeit ein ziemlich großes Problem. Zu den Vorlesungen geh ich dann aber schon, das habe ich dann meinem Gewissen zu verdanken.

    Ich studiere ebenfalls, gleiche Fachrichtung. Und ich erledige die Sachen auch auf den allerletzten Drücker. Der Klausurenstress ist mir ebenfalls durchaus geläufig...

    Die Sache mit dem "Gewissen" wurde ja schon angesprochen. Es scheint dir ja schon was auszumachen, wenn du nicht in die Vorlesungen gehst, sonst würdest du dir wohl überhaupt keine Gedanken dazu machen. (Anm.: Aber andererseits passen deine Noten, wie du sagst, dann gehts ja noch. (?) Oder stört es dich, dass deine Kommilitonen ein schlechtes Bild diesbezüglich von dir haben?)

    Bzgl. der Protokolle kann ich nur sagen: Tu deinen Kommilitonen den Gefallen und liefer das denen rechtzeitig ab. Ich hab von einer Freundin erfahren, dass ihr Praktikumspartner noch am Vormittag des Abgabetages die Sachen fertig macht. Für sie ist das ein Graus, weil sie gerne ihre Sachen rechtzeitig erledigt haben möchte - genauer gesagt, so schnell wie's nur iwie geht.

    Das Gefühl, etwas fertig zu haben (z.B. Übungsblätter, Protokolle, ...), ist meiner Meinung nach sehr lohnenswert. Vielleicht einfach mal ausprobieren, wie's ist. Dann kommt man auf den Geschmack.

    Ich glaube aber, dass die Grundeinstellung mit der Zeit von alleine kommt. Mir war die Uni im ersten Semester total egal. Mittlerweile hat sich das schon geändert. Nach und nach sieht man auch, wo's mal hingehen könnte, findet Bereiche, die einen eher interessieren bzw. die einem mehr liegen als andere.

    Ich würde auch in Frage stellen, ob der Auszug bei deinen Eltern dich wirklich weiter bringt. Bei mir sind welche im Studiengang, die noch zuhause wohnen, die bekommen's hin, andere wiederum nicht. Aber auch Kommilitonen, die nicht mehr bei ihren Eltern wohnen, bekommen's nicht gebacken.

    Wenn du wirklich konkret was ändern möchtest, bleibt dir wohl nichts anderes übrig, als dich direkt nach der Uni hinzusetzen, dein Zeug zu erledigen und die Freizeit nach hinten zu verschieben.
    Bzgl. des Aufstehens: Wenn deine Eltern im Haus sind, müssen die morgens früh raus? Vielleicht würden die ja den Weckdienst übernehmen und dich aus den Federn schmeißen? Und/Oder du gehst etwas früher ins Bett?

    Ohne deine Eltern: Vielleicht kannst du dir irgendwas tolles für's Wochenende vornehmen, etwas, was du gerne machst/dir richtig Spaß bringt. Das "darfst" du dann aber nur machen, wenn du z.B. 75 % der Vorlesungen der Woche besucht hast und die Übungsblätter, Protokolle etc. bearbeitet hast.

    Das Schwierigste ist - wie so oft - der Anfang. Wenn man dann aber etwas so geschafft hat, wie man es sich vorgenommen hat, kann man sich drüber freuen, was dann zugleich wieder eine Motivation für die nächste Aufgabe ist.

    Gruß
    Swayze

  7. #6
    Verleger Avatar von Natz
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    @Jan: jeder ist für sein Leben selbst verantwortlich. Wenn das keine Motivation ist, kann man natürlich auch morgens liegen bleiben und vom Amt leben. Dann kann er sich das Studium allerdings auch gleich sparen.
    LG, Natz




    Manche Leute drehen nie durch-was müssen die doch für ein grauenhaftes Leben führen (Bukowski)

  8. #7
    Gast784
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    @Jan: wenn jemand Strukturprobleme hat und die lösen will, dann wird er sein Anliegen bestimmt nicht mit der Aussage, dass er keinen Bock aufs Erwachsen werden hat, koppeln. Denn damit hat er sich schon die Begründung geliefert, warum er seine Strukturprobleme, wenn es denn welche sind, nicht angeht.

    @Winterschlaf: Und wenn Du es doch mit der Aussage koppelst, dann kann ich nur sagen, schön blöd. Destruktiver gehts ja wohl nicht mehr. Dann bleib halt einfach Baby, in der Hoffnung, dass die Eltern es tragen. Was soll da als Antwort sonst noch bleiben. Du hast Deine Entscheidung getroffen

    und für alle, die ihre Strukturprobleme angehen wollen: es gibt inzwischen haufenweise Ratgeber und Kurse zu dem Thema. Und auch Inetportale, welche die Selbstkontrolle unterstützen. Man kann sich so viele Anregungen holen und sinnvoll unterstützen lassen. Aber am Anfang steht die Entscheidung es zu tun.

    Oder die Strukturlosigkeit ist ein Symptom dafür, dass man nicht das lebt, was einem wichtig ist und entspricht, also im Grunde nicht das eigene Leben lebt. Dann brauchts ein Nachdenken über ne Kurskorrektur.

    Oder man bleibt im Bett liegen und spielt Baby. Das ist natürlich das einfachste. Dann ist es aber ein hausgemachtes Problem, sry.
    Geändert von Gast784 (23.12.2010 um 09:34 Uhr)

  9. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Gast784 für den sinnvollen Beitrag:

    Natz (23.12.2010)

  10. #8
    Verleger Avatar von Natz
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    Oder man bleibt im Bett liegen und spielt Baby. Das ist natürlich das einfachste. Dann ist es aber ein hausgemachtes Problem, sry.
    So sieht es aus. Man kann ja heute aus allem ein pathologisches Problem machen. Habe ich Stress mit meinen Mitmenschen, werde ich gemobbt, bin ich einfach ein fauler Strumpf, habe ich Probleme mit dem erwachsen werden. Komme ich bei keiner Arbeitsstelle zurecht, bzw. bin ebenfalls unwillig zu arbeiten, habe ich ADHS..Es gibt ja heute für alles eine Diagnose-schlicht und ergreifend zu kotzen. Ich hatte-wie ich schon geschrieben habe-im Laufe meines Lebens auch schon solche Probleme. Nur zu meiner Zeit (und das ist noch gar nicht so lange her) musste man noch selbst den ***** hochkriegen.
    Aber es gehören auch immer Zwei dazu: Deine Eltern begünstigen ja Deine Faulheit noch, in dem sie es unterstützen-herzlichen Glückwunsch!
    LG, Natz




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