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21.07.2009, 00:30
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#1 (permalink)
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Neuling
Registriert seit: 12.06.2009
Beiträge: 80
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Erwachsen: Wie?
Natürlich weiß ich wieder nicht, ob das hier überhaupt hinein passt, wie immer gilt die Faustregel: Wenn es dafür eurer Meinung nach einen besser geeigneten Bereich gibt, sagt es mir bitte.
Meine Frage ist einfach. Woran macht ihr es fest, dass ihr erwachsen seid? Und wie wird man erwachsen?
Mein Problem: Ich bin ein 1m76 großer Zwanzigjähriger, gefühlte 15, 14 an schlechten Tagen. Was tun? Wenn man mich unvorbereitet fragen würde, würde ich keine Sekunde zögern zu sagen, dass ich ein Kind bin. Das kann doch nicht normal sein.
Die Pubertät scheint irgendwie ergebnislos an mir vorbeigegangen zu sein.
Ich lebe immer noch bei meinen Eltern und habe nie in meinem Leben wirklich für Geld gearbeitet. Ich kann nicht kochen und habe auch sonst nur mäßige Erfahrungen in allen Tätigkeiten, die man eigentlich zum Leben bräuchte. Ich fürchte mich auch regelrecht vor den Dingen, kann keinen Gasherd bedienen aus Angst vor dem Feuer und kaum ein Elektrogerät weil ich Angst habe, dass ich bloß alles kaputt mache. Plus ich habe auch von mir aus nicht den geringsten Drang, irgend was in der Richtung zu erlernen. Ich bin doch noch so klein...
Generell neige ich dazu, mit allem überfordert zu sein.
Was natürlich langsam anfängt, meine Eltern und generell meine Mitmenschen zu entsetzen. Vollkommen an meiner Erziehung kann es nicht liegen, ich habe zwei kleine Geschwister und die entwickeln sich prächtig (ziehen an mir vorbei).
Woran habt ihr es fest gemacht, dass ihr erwachsen seid? Denkt ihr anders als zu der Zeit, als ihr Kinder ward bzw. Jugendliche? Und wie kann man das herbeiführen?
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21.07.2009, 09:41
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#2 (permalink)
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Gast
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Hi Verdun
ich bin jetzt 42 jahre alt und stelle mir diese Frage auch gelegentlich. Ich kann in den praktischen Dingen ganz prima auf eigenen Füssen stehen, auch wenn es hier und da Überwindung kostet. Ich glaube das muss jeder für sich ausmachen. Ich habe hier noch zuviel Kind und da zuwenig Kind in mir, Erwachsen ist nur ein Wort, welchem, meiner Meinung nach, zuviel bedeutung beigemessen wird.
Es kann schon an der Erziehung liegen, gerade als ältester: Die bekommen meist die grössten Erziehungsfehler der, natürlich unerfahrenen, Eltern mit.
es kann schon sein, das man dich als Kleinkind mit Verantwortung überfordert hat und du nun vor Aufgaben die du alleine bewältigen musst zurückschreckst.
Vielleicht hat man dich andererseits auch unterfordert und dir alles abgenommen, so das du dir nie selbst etwas beweisen konntest. Kinder versuchen durch ausprobieren und Fehlern zu lernen, vielleicht hat man dir dieses abgenommen. jetzt hast du Angst vor Fehlern und unbekannten Reaktionen.
Hoffe das hilft als Denkanstoss weiter.....
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21.07.2009, 20:14
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#3 (permalink)
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Gast
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Hallo Verdun
ich verbinde mit Erwachsensein die Fähigkeit für sich selbst (und damit auch für andere) Verantwortung tragen zu können (und zu wollen)
Das vollzieht sich wahrscheinlich bei den wenigsten über Nacht, sondern eher in Wellen, wo man immer ein Stück weiter da hin wächst. Mir wurde mit ca 27 so richtig bewusst, dass ich bis jetzt vielleicht noch meine Eltern, mein Umfeld, usw teilweise dafür verantwortlich machen konnte, wenn ich das Gefühl habe, nicht wirklich MEIN Leben zu leben. Aber ab diesem Bewusstwerdungspunkt habe ich mir vorgenommen, dass ab jetzt alles in meiner Hand ist und wenn es schief geht, hab ICHS verbockt.
so hab ichs dann auch gehalten und ich bin gut damit gefahren. Obwohl vieles nicht glatt gelaufen ist. Aber entgegen der allgemeinen Meinung entpannt es unglaublich, wenn man nicht immer Schuldige braucht, sondern selber für seinen Mist gerade steht  Zumindest entspannts mich. Ich bin dann nämlich auch frei darin, draus meine Lehren zu ziehen und entsprechend klüger weiterzugehen.
Das Kochen, das Gerätebedienen etc kommt bei den meisten mit der ersten eigenen Wohnung. Jedenfalls kenne ich niemanden, bei dem/der das nicht so ist und war. Also da mach ich mir bei Dir gaaar keine Sorgen
lg Gaby
Geändert von Gast784 (21.07.2009 um 20:16 Uhr)
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22.07.2009, 11:32
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#4 (permalink)
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Neuling
Registriert seit: 12.06.2009
Beiträge: 80
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Vielen dank ihr zwei! Ein ekliger kleiner Teil von mir hatte so konstruktive Kommentare kaum erwartet (bereitete sich eher darauf vor so etwas zu hören wie: "Alter, werd' endlich erwachsen!!"  ), aber ich wurde wieder einmal eines besseren belehrt
Vor allem hatte ich Angst, man würde mir erzäglen, das Erwachsenwerden wäre so plötzlich, vorprogrammiert und radikal wie die Metamorphose des Schmetterlings und wer den Anschluss verliert, wäre ein Krüppel... Klingt dumm aber wenn man unischer ist neigt man zu düster-dummen Gedanken
Jetzt kann ich die Sache mit einer anderen Perspektive angehen
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22.07.2009, 12:49
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#5 (permalink)
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Gast
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Hi nochmal,
komme eben vom Kinderarzt und wir hatten genau dieses Thema, was man in welchem Alter lernen sollte.
Er sagte: "Man kann auch mit 17 noch nachholen was man als 4 jähriger schon gelernt haben sollte!"
Macht doch Mut, oder?
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22.07.2009, 20:06
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#6 (permalink)
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Gast
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Naja, Andreas, das aber mit Einschränkungen
Man kann es zwar, aber man wird es nicht mehr genauso lernen, wie man es als 4jähriger gelernt hätte. Man kanns sichs schon aufgrund deshalb vorstellen, weil mit 17 für Lernprozesse schon andere Hirnareale benutzt werden, als dies mit 4 der Fall war.
Also wenns geht, schon möglichst in der Entwicklung bleiben und nicht faul ins Sofa pupsen mit der Entschuldigung, später könne man das alles ja nachholen.
Verdun, Du bist ja auch nicht direkt vom Krabbelalter in die Geschlechtsreife gesprungen, oder etwa doch?  Warum soll sich das im Leben plötzlich ändern? Dann wärst Du mit 20 oder so plötzlich erwachsen und dann? Nichts mehr? Lineares langweiliges dahinsichen oder was? Wie entsetzlich
Düster-Dumme Gedanken haben übrigens Pupertätsgoofen und Erwachsene durchaus gemeinsam...
Geändert von Gast784 (22.07.2009 um 20:09 Uhr)
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22.07.2009, 20:15
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#7 (permalink)
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Gast
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Zitat:
Zitat von Gabiannarele
Naja, Andreas, das aber mit Einschränkungen
Man kann es zwar, aber man wird es nicht mehr genauso lernen, wie man es als 4jähriger gelernt hätte. Man kanns sichs schon aufgrund deshalb vorstellen, weil mit 17 für Lernprozesse schon andere Hirnareale benutzt werden, als dies mit 4 der Fall war.:
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Meine Güte, jetzt nimmst du es aber genau! War doch als Mutmacher gedacht. Natürlich nie in dem maße, jeder weiss doch, das man, wenn man mit 60 anfängt zu spielen, kein Schachweltmeister mehr werden kann.
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22.07.2009, 20:21
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#8 (permalink)
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Gast
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Zitat:
Zitat von Painter
, jeder weiss doch, das man, wenn man mit 60 anfängt zu spielen, kein Schachweltmeister mehr werden kann.
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Also da wäre ich mir aber nicht so sicher...
Stimmt, in manchen Dingen nehm ichs genau. Es ist z.b. eine beliebte Floskel, dass man alles irgendwann nachholen könnte. So stimmt das aber nicht. Und da es nunmal viele gibt, die mit solchen Floskeln vieles vor sich herschieben, anstatt endlich mal anfangen zu leben, finde ich solche Aussagen einfach doof. So!
Das ist so ähnlich, wie wenn man jemanden sagt, der trauert: "das wird schon wieder" Auch unglaublich hilfreich...
Und Verdun hat schon genug Schmackes, der braucht glaub ich viel mehr ne eigene Wohnung, als nen Mutmachspruch, gell Verdun
ich weiss nämlich jetzt nicht genau, ob es nicht doch irgendwann zu spät ist, zu lernen, wie man einen Herd bedient... 
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