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Thema: Essen und Sex ist für mich scheinbar das Gleiche

  1. #1
    eus
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    Standard Essen und Sex ist für mich scheinbar das Gleiche

    Hallo,

    ich schreibe hier absichtlich bei "Was Menschen belastet" und nicht bei "Träume".
    Immer wieder träume ich vom Essen bzw. Sex- die beiden Sachen vermischen sich im Traum, das macht aber für mich keinen Unterschied, da es für mich im Traum identische Dinge sind. Also ich mach es im Traum nicht bewusst zur selben Sache, es ist halt einfach so. Genauso wie der Himmel blau ist, ist für mich Essen und Sex genau das Gleiche. Weiß nicht, ob ich das jetzt verständlich erklären konnte.
    Seit ich 14 bin habe ich nur "hin und wieder" einen Freund/Affäre -sprich: ich habe längst nicht so viel Sex wie ich gerne hätte, komme aus einer (nicht schlimmen) Problemfamilie und ich kompensiere das in der Realität wie im Traum mit Essen.
    Wie kann ich aus diesem Teufelskreis raus?
    Ich meine ich bin erwachsen (23), ich kenne meine Probleme, habe alles immer wieder analysiert, aber ich schaffs da einfach nicht raus. Ich bin ein Kontrollfreak, die Ironie ist, dass ich mich selbst nicht kontrollieren kann.
    Es belastet mich enorm auf ganzer Linie - jeden einzelnen Tag.
    Wisst ihr einen Rat?

  2. #2
    Roman Verfasser
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    Mach eine Psychotherapie, wenn Du das nicht schon tust. Geh dem Grund Deines Dickseins auf diese Weise nach.

    Daß Du das in der Traumwelt miteinander gleichsetzt, Sex und Essen, ist gar nicht verwunderlich, wie heißt es so schön, Liebe geht durch den Magen, mit Essen kann man sich eben, wenn man keine Liebe hat, eben doch ein wenig, oder eben auch ein wenig mehr, Zuwendung organisieren. Dabei bekommt man eigentlich nicht was man wirklich will, und so holt man es sich über die Nahrung eben im Übermaß rein, es ist im Endeffekt wie bei einer Droge.

    Das wiederum heißt, man ist im Grunde ein Suchtmensch, und als solcher bekommt man ein Abnehmen nicht einfach hin indem man sich etwas verbietet oder sich bestraft. Nein, zuerst einmal muß man sich annehmen und muß das schlechte Gewissen wegen seinem Konsum konsequent ablegen, es sich ganz bewußt und jetzt erst recht zugestehen, man ist eben wie man ist.

    Und gerade wenn man meinetwegen mit Sport anfängt, soll man nicht auch anfangen zu fasten, sondern sich gerade dann die gewohnte Nahrung zugestehen, daß es einem damit gut geht. Oft kommt man so in einen natürlichen Rythmus hinein und bekommt auf ganz andere Dinge Appetit, und die Ernährung stellt sich wie von alleine um. Jemand der sich bewegt und schafft, kann sowieso alles essen, die Nahrung verliert dann auch ihre dickmachende Gefahr.

    Es muß für die zu verlierenden Pfunde aber eben auch etwas anderes ins Leben, was die Essenslücke ersetzt, was sie ausfüllt. Das kann vielleicht ein neues Hobby sein, oder bei manchen sind es vielleicht dann Zigaretten mit denen er sich stabil hält, oder oder oder. Die Summe aller Laster bleibt konstant.

    Manche Therapeuten sagen auch, und ich finde da ist etwas dran, im Grunde müßte man jedes Gramm Fett förmlich wegtrauern. Abnehmen geht zumindest anfangs nicht ohne schlechte Gefühle einher.

  3. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Erwin für den sinnvollen Beitrag:

    Silent Voice (01.12.2011)

  4. #3
    eus
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    danke für deine antwort.
    Es ist ziemlich auf den Punkt gebracht, allerdings weiß ich nicht, wie ich eine Therapie rechtfertigen sollte. Es kann ja nicht jeder mit Übergewicht eine Therapie machen. Ich hatte gehofft, es so schaffen zu können.

  5. #4
    Roman Verfasser
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    Therapie, das war ein Vorschlag, es hängt von Dir ab. Der Grund mag unüblich sein, aber vielleicht wäre Psychotherapie auch wegen Deiner anderen Probleme gerechtfertigt. Das wäre sogar der bessere Ansatz.

    Schaffen kannst Du es denke ich auch so. Ideal wäre eigentlich, wenn die Gewichtsreduktion quasi Nebeneffekt z.B. von sportlicher Betätigung ist, so daß man sich immer sagen kann, ich bin eben wie ich bin, auch wenn einen das Gewicht natürlich immer juckt. Im Grunde geht es beim Sport auch gar nicht um Abnehmen, wer es nur dafür tut hat schon verloren. Es geht auch nicht darum viel zu machen, die Beständigkeit ist ausschlaggebend. Entscheidend ist nur daß man durchhält. Wer ein, zwei Jahre Sport am Stück gemacht hat, wird Resultate haben, egal wie die Ernährung aussieht. Vielleicht findet man gar etwas, was einem Spaß macht, über das Fitnessstudio hinaus. Wichtig ist beim Sport, das wird einem in so einem Studio auch erklärt, daß man vorher gut gegessen und verdaut hat, und auch nachher noch etwas zu sich nimmt. Weil wenn man nicht genügend isst vor dem Sport, kommt man danach in einen Heißhunger, isst noch mehr, und nimmt dadurch erst recht zu.

    Die reden dort auch immer von Essdisziplin, aber den Part sollte man komplett überhören. Man darf es sich also nie verbieten, grundsätzlich, auch wenn einem die ganze Schlankheitswerbung das alles suggiert, und man von überall her schlechtes Gewissen gemacht bekommt, man darf sich das Verbot nie annehmen.

    Man könnte also sagen, nie mit übertriebenen Erwartungen rangehen sondern den Ball ganz bewußt flachhalten, es in der Normalität halten, es bei Erfolg auch nicht gleich zu sehr übertreiben, es sich nach Erfolg auch gestatten daß man wieder ein Stück weit zunimmt.

    Meine 2 Cent zum Thema.
    Geändert von Erwin (30.11.2011 um 17:05 Uhr)

  6. #5
    eus
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    hm da sagst du was - beständigkeit.
    im fitnessstudio bin ich schon lange.. dreimal die woche, dann einmal die woche, dann zwei wochen garnicht, dann wieder dreimal die woche, dann wieder nicht... usw.
    disziplin wäre angebracht, die hab ich nunmal überhaupt nicht.
    ich weiß auch garnicht, ob man sich soetwas antrainieren kann, denn entweder bringt man disziplin auf oder nicht.

  7. #6
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    Zitat Zitat von eus Beitrag anzeigen
    hm da sagst du was - beständigkeit.
    im fitnessstudio bin ich schon lange.. dreimal die woche, dann einmal die woche, dann zwei wochen garnicht, dann wieder dreimal die woche, dann wieder nicht... usw.
    disziplin wäre angebracht, die hab ich nunmal überhaupt nicht.
    ich weiß auch garnicht, ob man sich soetwas antrainieren kann, denn entweder bringt man disziplin auf oder nicht.
    Vielleicht ist das Fitness-Studio gar nicht Dein Ding? Ich bin früher auch immer wieder in`s Fitness-Studio gerannt - und auch mal wieder nicht...

    Bis ich mir irgendwann mal eingestanden habe, dass ich mich auf diesen Geräten einfach nur endlos gelangweilt habe! Echt, es war eine Qual, der Körper in Bewegung und der Kopf langweilt sich...

    Das gleiche beim Schwimmen: Ich bin unglaublich gerne im Wasser, bin aber ein echter Spaß-Schwimmer. Raus aus dem Wasser, rutschen, springen, mich mit meinen Kinder balgen... Haifisch spielen, tauchen... toll!
    Früher habe ich mal versucht, Bahnen zu ziehen... der Körper war in Bewegung, der Kopf hat sich elendig gelangweilt...

    Für mich habe ich den Wald entdeckt. Entweder beim Walking oder beim Erkunden mit oder ohne meine Kinder... im Sommer oder auch im Winter, wenn alles tief verschneit ist...

    Seltsamerweise langweile ich mich im Wald überhaupt nicht, selbst wenn ich das mehr als 1 1/2 Stunden alleine laufe... dort sehe ich die schönen grünen Bäume und im Winter den Schnee... mein Körper ist in Bewegung und mein Kopf beginnt eine Art Reise, bei der sich all das Schöne, was ich sehe, mit meinen Gedanken vermischt. Manchmal kommen einfach nur Erinnerungen, manchmal bearbeite ich aktuelle Themen... aber wenn ich aus dem Wald wieder herauskomme, fühle ich mich entspannt und entlastet. Nebenbei habe ich mich sportlich betätigt...

    Das ist meine Lösung, vielleicht kannst Du für Dich auch etwas in der Art finden. Wobei ich den Wald natürlich sehr empfehlen kann... ;-)

    LG
    Silent Voice

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