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Thema: Essstörund oder nur sympton einer psychischen Störung?

  1. #1
    Neuling
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    Standard Essstörund oder nur sympton einer psychischen Störung?

    Ich bin zwar erst seit heute hier, aber ich hoffe es macht euch nichts aus, wenn ich euch mal ein problem schildere.

    ich weiss nicht mal ob es ein problem für mich ist. um dem kind mal einen namen zu geben; ich weiss nicht ob ich eine essstörung habe oder nicht.

    Es ist so, dass ich stets sehr unregelmäßig esse, teilweise auch mal gar nichts, oder nur nen joghurt am tag...ich zähle keine kalorien, achte aber darauf, dass es fettarm ist was ich esse, getränke immer nur light und butter auf´s brot? nein danke, am besten so fettarm wie möglich und dann auch nur ganz wenig.
    wenn ich allerdings koche, achte ich nicht darauf und dann achte ich auch nicht darauf wieviel ich davon esse, weil ich weiss, dass ich am nächsten tag eh so gut wie gar nichts essen werde.
    auch ohne kalorien zu zählen weiss ich dass ich nie mehr als 1000kcal zu mir nehme, teilweise aber auch nur max. 200kcal pro tag...es ist immer verschieden.
    in den vergangenen 2 jahren habe ich bereits 25kilo abgenommen und ja, ich bin stolz drauf.
    Aber ich bin nicht stolz auf mein gewicht, ich habe normalgewicht (bmi 20) aber ich fühle mich nicht wohl damit, es ist mir zu viel, viel zu viel.
    mein ziel sind/waren 55kg. ich weiss, dass es eigentlich zu wenig ist und schon unter dem normal gewicht ist, ich weiss auch dass es nicht gut ist, aber andererseits fühle ich mich mit meinem derzeitigen gewicht nicht wohl.
    ich ertrage es nicht mich im spiegel zu sehen, überall sehe ich etwas, was noch weg kann/muss.
    meine die familie meines mannes machen sich (angeblich) schon sorgen, weil ich schon so viel abgenommen habe, wenn sie aber sehen dass ich bei ner feier auch mal zu lange sagen sie zum glück nichts mehr.
    Heute knurrte in der gegenwart meiner schwägerin mein magen, was sie leider hörte, sie schaute mich erschrocken an und sagte nur, ich solle mal was essen. mir war´s egal, tasse kaffee, zigarette, dann passt´s schon wieder.
    Ich esse nicht wenn ich hunger habe, mir ist das egal, ich kann essen auch nicht genießen, es ist nur eine lebensnotwendikeit, mehr nicht.
    wenn ich, so wie heute, ne tafel schokolade verdrücke und dann auch noch nen joghurt und rührei (mein mann wollte das so) habe ich danach ein schlechtes gewissen.
    irgendwie weiss ich nicht was ich machen soll...ich will abnehmen, einfach weil ich mich so nicht wohl fühle, andererseits sagt mir mein verstand dass es nicht gut ist.
    Ich kann es nicht kontrollolieren, aber will ich es auch?
    ich zähle doch keine kcal, lange bei ner feier gerne mal zu und ess teilweise 2 -3 stück kuchen (torte) ...

    könnt ihr mir vllt sagen was das ist? hat vllt jemand von euch diese erfahrung gemacht und es geschafft, die kontrolle darüber zu bekommen?

    ich bin wirklich total unzufrieden zu zeit und es zieht mich runter, 1. weil kein gewicht zur zeit runter geht, 2. weil ich es nicht kontrollieren und erst recht nicht benennen kann.

    lg Lacrimaé
    Meine Hoffnung soll mich leiten, durch die Tage ohne Dich und die Liebe soll mich tragen wenn der Schmerz die Hoffnung bricht. Doch diesen Schmerz möcht ich nie missen, denn er ist alles was mir von Dir bleibt. Diese Worte bleiben stumm, denn mein Mund wird sie nicht sprechen, so kriechen sie zurück zu mir, und zerreißen letztlich mir das Herz. (Tilo Wolff)

  2. #2
    Neuling Avatar von Fulberta
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    Standard

    Hallo @Lacrimaé,

    sei erstmal Herzlich Willkommen hier

    Ich schreibe einfach auf, was mir in den Sinn kommt, wenn du magst, kannst prüfen, ob es bei dir zutrifft, ok?

    - Mangel an Selbstliebe
    - Hilferuf der Seele
    - wortlose Einholung von Aufmerksamkeit
    - falsche Ideale (Models, etc.)
    - unterschwellige Lust sich für irgendwas zu bestrafen
    - Änderungen des Körpers (mit den Jahren ändert sich dieser) nicht annehmen wollen
    - ewig jung sein wollen

    Das wären so die Stichpunkte, die mir dazu einfallen.
    Es kann ein oder auch mehrere gleichzeitig Auslöser sein.

    Liebe Grüsse, Fulberta

    Keiner ist so arm, um es nicht geben zu können,
    und keiner ist so reich, um darauf verzichten zu können.
    Ein Lächeln

  3. #3
    Gast784
    Gast

    Standard

    Hallo Lacri,

    Du hast uns im Chat gestern ja einiges von den Hintergründen erzählt. Und so verständlich und meinerseits sehr anerkennend es auch ist, nicht dem Elend der Vergangenheit verhaftet bleiben zu wollen - der Ursprung wird da zu finden sein, drum wird Dir der Vorsatz -nicht alles auf die Vergangenheit schieben zu wollen - in dem Fall nicht wirklich was bringen.

    Klar macht es Sinn immer beide Zeitebenen anzugucken, also verhaltenstherapeutische Ansätze, wie gehst Du damit am besten um, und zwar jetzt, wie auch das Aufarbeiten dessen, was zu dieser Körperfeindlichkeit geführt hat.

    Ich will Dich auch nochmal an das erinnern, was Du am Schluss noch mit Anubis getippt hast: Dein Lächeln Pflege es. Manchmal hilft nix anderes.

  4. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Gast784 für den sinnvollen Beitrag:

    Lacrimaé (03.05.2010)

  5. #4
    Schreibkraft Avatar von waiting
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    Hallo, eine Essstörung beginnt im Kopf, nicht im Körper und auch das Kalorien zählen ist kein Indiz dafür, ob es nun eine ist oder nicht, nicht mal das Gewicht ist unbedingt ausschlaggebend, sondern der Prozess im Ganzen. Und da sehe ich bei Dir zumindest eine Tendenz. Esstörung ist ja im Prinzip alles, was eine Störung des Essverhaltens zeigt und da ist bei Dir ja einiges zu sehen. Schon die Gedanken dies muss noch weg und das und hurraaa, ich hab 25 kg abgenommen und bis da möchte ich noch hin, das sind deutliche Tendenzen. Und ich glaube, auch wenn Du 55 kg erreicht hast, dann bist Du nicht zufrieden. Und irgendwann, wenn es Dich zu sehr frustriert, dass keine Gewichtsabnahme mehr zu sehen ist, dann wirst Du neue Wege finden, Kalorien zählen zum Beispiel. Es ist noch nicht so dramatisch, momentan. Keine Ahnung, ob schon eine Sucht vorliegt, kann ich nicht beurteilen, aber ich denke es wäre angebracht, therapeutische Hilfe zu suchen. Sich von einer Sucht zu befreien ist unheimlich schwer und macht den Körper kaputt, so, dass es vielleicht nicht mehr richtig heilbar ist. Eine Esstörung kann auch ein Symptom sein, klar. Ist aber nicht weniger gefährlich und hat ganz genau die gleichen Auswirkungen wie die Sucht direkt.

    Lieben Gruß, waiting
    Halt mich fern von der Weisheit, die nicht weint, von der Philosophie, die nicht lacht und von der Größe, die sich nicht vor Kindern verneigt.

    Khalil Gibran

  6. #5
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    Standard

    Hallo Lacrimae,
    also ich kann dazu nur sagen: ja, ja, ja das ist eine Essstörung!!!! Und ich behaupte das deshalb, weil ich selbst jahreland massiv essgestört war.
    Die Fixierung auf die optimale Figur, das "keine Lust" auf Essen haben, statt zu essen Kaffee+Zigarette, eher untergewichtig und dennoch sich viel zu dick finden....
    Mein erster Gedanke: was ist da passiert? Warum hast du auf einmal soviel abgenommen? Warum jetzt? Was war der Ausschlag dafür? wofür hasst du dich so?

    Ich denke, es gibt viele Fragen zu beantworten und vielleicht könntest du dich damit anfreunden, dir dazu Hilfe zu holen? Es gibt auch gute Selbsthilfegruppen...

    Ich wünsch Dir alles Gute dafür und für Dich

    gruss
    zwieferl

  7. #6
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    Standard

    hallo und lieben dank für die antworten

    verzeiht dass ich erst jetzt schreibe, ich stand in den vergangenen tagen ziemlich unter strom und hatte den kopf nicht frei genug zum antworten.

    da ich jetzt nicht auf jeden beitrag antworten kann, schreibe ich mal zusammenfassend.
    Es ist sicherlich so, dass ich, wie viele andere auch, immer irgendetwas an mir bzw meiner figur auszusetzen habe, aber ich zähle keine kalorien, stecke mir nicht den finger in den hals und habe keine schönheitsidiale.
    das war schon immer so gewesen.
    Ich weiss nicht genau seit wann ich dieses essverhalten habe, mit 12 hatte ich es auf jeden fall.
    aufgrund meiner kindheit und jugend habe ich meinen körper immer gehasst, für das was er ist, weiblich.
    ich habe mir insgeheim immer gewünscht ein junge zu sein, es aber nie jemanden gesagt. Ich dachte immer, "wenn ich ein junge wäre, das würde all das nicht passieren" aber ich war und bin kein junge, so sehr ich mich auch bemüht habe, der körper blieb er gleiche.
    das mit dem essen muss sich wohl irgendwie eingeschlichen haben. mit 14 war ich dann magersüchtig, unterernährt. Mir hat niemand dabei geholfen dort raus zu kommen, nicht mal als ich auf einer party umgekippt bin und der jugendamt von meiner mutter eine erklärung für meine unterernährung verlangte.
    letzten endes war es mein (noch heute) bester freund, der mir half da raus zu kommen, aber nicht in dem er mich zum essen zwang, sondern indem er einfach für mich da war, mit mir in die disco ging oder zum schwimmen und anschliessend zu mc donnalds. und selbst wenn wir essen gingen verlangte er nie dass ich auch was esse, sondern überließ mir die entscheidung.
    ich aß dann irgendwann auch wieder täglich etwas, trieb aber weiterhin täglich und auch den ganzen tag (wenn ferien waren) sport. nicht um die kalorien abzubauen, sondern weil es wie ein zwang war...ich musste mein körper bis auf´s äußerste auspowern, so lang bis mir alles weh tat, erst dann konnte ich aufhören.
    mittlerweile treibe ich keinen sport mehr, aber das unregelmäßige essen ist immernoch.
    wenn ich mal einige tage nichts esse, dann meistens nur, wenn ich krank bin, ansonsten esse ich am abend etwas, wenn auch nur ne kleinigkeit.

    hmm...mehr weiss ich grad nicht zu sagen. ich hoffe ich habe eure fragen einigermaßen beantworten können.

    lg Lacrimaé
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  8. #7
    Neuling Avatar von Fulberta
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    Standard

    Hallo Lacrimaé,

    Zitat Zitat von Lacrimaé Beitrag anzeigen
    ... habe ich meinen körper immer gehasst, für das was er ist, weiblich.
    ich habe mir insgeheim immer gewünscht ein junge zu sein,

    .... sondern weil es wie ein zwang war...ich musste mein körper bis auf´s äußerste auspowern, so lang bis mir alles weh tat, erst dann konnte ich aufhören.
    ....
    ja, sowas vermutete ich schon..., deshalb schrieb ich:

    - Mangel an Selbstliebe
    - Hilferuf der Seele
    ............
    - unterschwellige Lust sich für irgendwas zu bestrafen
    ........

    Im ersten Beitrag fragtest du:

    könnt ihr mir vllt sagen was das ist? hat vllt jemand von euch diese erfahrung gemacht und es geschafft, die kontrolle darüber zu bekommen?
    Im letzten Beitrag hast du dir selbst geantwortet: du warst schon mit 14 magersüchtig, so auch heute (aus meiner Sicht).
    Das wird auch so bleiben, bis du ein gesundes Verhältnis zum Essen entwickelst.
    Das bedeutet: 3 mal am Tag in angemessenen Mengen sich ausgewogen zu ernähren.

    Du fragst, wie die Kontrolle bekommen?
    Eine Therapie würde dich aus dem Teufelskreis des Selbsthasses (auf den Körper) und davonrennen wollens rausholen können.

    Grüsse,
    Fulberta

    Liebe Grüsse, Fulberta

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    und keiner ist so reich, um darauf verzichten zu können.
    Ein Lächeln

  9. #8
    Schreibkraft Avatar von waiting
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    Standard

    Hallo, ich denke, es reicht nicht, ein gesundes Verhältnis zum Essen zu entwickeln. Rein physiologisch ist das sicher notwendig, doch die Krankheit an sich beseitigt das nicht. Das ändert nichts an Selbsthass, Selbstbestrafung, eventuell kommt man dann nicht in gefährdendes Gewicht, die Ursachen bleiben aber. Ich finde, es ist notwendig, die Ursachen dafür zu finden und zu bearbeiten, sonst ist der Rückfall schon vorprogrammiert. Oder die Symptomatik verschiebt sich einfach nur. Und eine Sucht ist ohnehin sehr schwer zu behandeln. Bedrohlich scheint es bei Dir ja noch nicht zu sein, eine Therapie finde ich aber dennoch angebracht. Am effektivsten greifen natürlich stationäre Therapien, wo man Ursachen finden kann, ein neues Verhältnis, ein neues Verständnis für sich und seine Vergangenheit erschaffen werden kann und ein normales Essverhalten erlernt werden kann und alles parallel und ohne ein ständiges funktionieren müssen und abgelenkt sein im Alltag. Zeit nur für sich selbst. Aber vielleicht kannst Du schon mal mit einer ambulanten Therapie anfangen, vielleicht hilft das schon ein Stück weiter, denn dass Du hier schreibst zeigt ja, dass Du doch irgendwie darunter leidest.

    Lieben Gruß, waiting
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    Khalil Gibran

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