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Thema: Etwas stimmt nicht mit mir.

  1. #1
    Neuling
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    Standard Etwas stimmt nicht mit mir.

    Liebes Forenteam,
    liebe Leser,
    Ich bin 15 Jahre alt, männlich und werde von den meisten Leuten als "normaler" Junge wahrgenommen. Aber definitiv stimmt mit mir etwas nicht. Nach dem Tod meiner Oma, bei der ich den Großteil meines Lebens gelebt habe, wurde ich immer mehr zum Soziopathen. Ich hatte mein Leben lang mit Mobbing zu kämpfen, hatte kein Selbstvertrauen und Angst.
    Nachdem ich vorläufig die Schule gewechselt hatte, schien sich alles zu normalisieren: Meine Leistungen stiegen schlagartig an und ich hatte den Mut mich von vorneherein gegen Angriffe zu wehren.
    Ich musste jedoch ein zweites Mal die Schule wechseln, da die andere Schule nur vorläufig war, wie bereits erwähnt.

    Mein Ego war bzw. IST unanfechtbar. Egal was passiert, ich bleibe standfest. Bis dahin würde ich sagen, dass ich mich (objektiv gesehen) positiv verändert habe.

    Aber was von vorneherein nicht optimal war ist die Tatsache, dass ich immer wieder in gewissen Situationen in einen "Kampf" verfalle. Diesen Punkt werde ich gleich nochmal aufgreifen.

    An der aktuellen Schule bin ich wieder auf jemanden gestoßen, der mich aus der Bahn zu stoßen droht. Nachdem er mich von einem Mädchen gezielt fern hält, ist eben eine Art Konkurrenzkampf entbrannt. Ich kann einfach nicht aufhören. Es ist ein Kampf, in dem ich weitgehend gegen mich selbst kämpfen muss. Es ist so, dass ich im Prinzip von 100 Menschen höchstens zwei "akzeptiere". Dieses Mädchen gehört zu den Menschen.

    Doch nun zu guter Letzt einmal zum "Kampf":
    Ich bin in dieser Hinsicht nicht zu beneiden, denn ich sehe mich als meinen ärgsten Gegner. Ich muss mich dazu zwingen, mich von diesem Kerl fernzuhalten und ihm aus dem Weg zu gehen.
    Es ist mir bereits ein Mal passiert, dass ich mich von jemandem (nicht der eben genannte Kerl) nicht fernhalten konnte. Ich verlor schließlich die Kontrolle voll und ganz und es endete mit einer Gehirnerschütterung; jedoch nicht für mich.

    Im Großen und Ganzen will ich mich wehren, darf aber nicht wieder die Kontrolle verlieren.
    Wie würdet ihr mein Verhalten beschreiben?
    Würdet ihr mir eine Therapie nahelegen?
    Und vor allem: Würdet ihr mich als gefährlich ansehen?

    Ich wäre euch für Antworten dankbar. Bitte verurteilt mich nicht, wegen diesem Verhalten.

  2. #2
    Schreibkraft Avatar von monkey
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    Hallo Irrational,

    ja, ich sehe dich als gefährlich an,- und ja, ich würde dir eine Therapie empfehlen.

    Dieses Verhalten zu beschreiben find ich jetzt etwas schwer. Ich kann es nur vermuten. Ich denke aber auf jeden Fall, daß diese Wut, die in dir ist, raus muß. Aufstauen geht für ne Weile wohl gut, aber eine empfehlenswerte Vorgehensweise ist es bestimmt nicht. Was meinst du, würde es dir vorerst helfen dich körperlich auszupowern? Leistungssport, Teamsport z.B.

    Um die Ursache für das Vorhandensein dieser mächtigen Gefühle zu finden, würde ich an deiner Stelle einen Profi fragen.

    Grüßle
    monkey

  3. Der folgende Benutzer bedankte sich bei monkey für den sinnvollen Beitrag:

    Irrational (07.12.2011)

  4. #3
    Neuling
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    Vielen Dank für deine schnelle Antwort.
    Leistungssport betreibe ich bereits seit August. Mir kam die Idee, in einigen Monaten mit dem Boxen anzufangen, um ein zusätzliches "Ventil" zu bekommen.

  5. #4
    Neuling
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    Hallo junger Mann,

    ein großes Mitgefühl empfinde ich, wenn ich deinen Beitrag lese.
    In der Klinik lernte ich einen jungen Mann kennen, etwas älter als Du, dem geschah Ähnliches. Vor allem hatte er auch vor kurzem seine Oma verloren, die ihn aufgezogen hatte und die sein einziger richtiger Halt war.

    In dem Gefühl, alles verloren zu haben und vielleicht das letzte noch zu verlieren, war in ihm eine große Gewaltbereitschaft entstanden. Dabei war er eigentlich ein sympathischer Kerl, offen und sogar liebevoll, wenn man ihm freundlich begegnete.

    Denselben Eindruck habe ich, ohne dass wir uns kennen, bei dir. Das Leben hat dir viel zugemutet, und es ist ja auch manchmal ungerecht, wie Du selbst erlebt hast. Du willst dich schützen, das ist auch ok. Offenbar hast Du beschlossen, nach alldem, was dir passiert ist, jetzt ist Schluss.

    Du sprichst von deinem Ego. Das liest sich wie ein Bollwerk. "Unanfechtbar" und Du bist, wie Du sagst "standhaft". Das willst Du dir nicht mehr kaputt machen lassen. Dein Gefühl der Bedrohung löst in dir eine hohe Aggressionsbereitschaft aus, und das weißt Du, denn es macht dir Angst.

    Der junge Mann hatte vor seiner Einlieferung das Mobiliar einer Polizeiwache zertrümmert und danach in einer Klinik ein Ärztezimmer auseinandergenommen.
    Ein einziger Hilfeschrei. Er war von seinem Wesen her nämlich nicht gewalttätig, sondern ein lieber Kerl, der Zuwendung und Zuneigung suchte.
    Wenn, dann machte ihn das Leben böse.

    Außerdem schien er ähnlich reflektiert wie Du. Das fällt mir bei dir nämlich auch auf. Mit deinen 15 Jahren verfügst Du über ein erstaunliches Reflexionsvermögen, eine große Fähigkeit, dich auszudrücken. Und er war in seinem Inneren zutiefst lieb, nur unglaublich verletzt. Wie Du auch.

    Deshalb fände ich gut, wenn Du über deine Verletzungen sprechen, schreiben könntest. Sprechen mit einem Therapeuten, schreiben vielleicht hier.

    Bin sicher, dass einige hier dann mit dir texten, dich auch stützen, soweit das in einem solchen Medium geht.

    Die Welt ist nicht nur böse. Da gibt es auch viel Gutes.

    Gruß von

    Hans- der dein Opa sein könnte:-)

  6. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Paperback für den sinnvollen Beitrag:

    Irrational (07.12.2011)

  7. #5
    Neuling
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    Zitat Zitat von Irrational Beitrag anzeigen
    Vielen Dank für deine schnelle Antwort.
    Leistungssport betreibe ich bereits seit August. Mir kam die Idee, in einigen Monaten mit dem Boxen anzufangen, um ein zusätzliches "Ventil" zu bekommen.
    Wow, gute Idee. Da lernst Du, deine Aggression zu kanalisieren:-)

    Hans

  8. #6
    Schreiberling
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    Also wenn du mit dem Mädchen so gut reden kannst wie du behauptest, dann erklär ihr doch einfach die Situation.

    Ich würde mich erst gar nicht auf Streitereien einlassen. Das Mädchen kann ja wohl noch selbst entscheiden mit wem sie redet und wenn sie merkt, dass sie jemand zwingen will mit einer Person nicht mehr zu reden, wird sie sich eher von der Person distanzieren, die sie zwingen will.

    Aggressionen wie gesagt am besten über Sport oder ähnliches abbauen.

  9. #7
    Sandsturm
    Gast

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    Psychopathen / Soziopathen gehen über Leichen, sind gefühlskalt und gewissenlos. Also keine Begriffe benutzen, die man nicht erklären kann.

    Die werden auch nicht gemobbt, weil die die hinterhältigen Mobber sind. Immer schön aus dem Dunkeln, oft, subtil. Kann man mit den IMs der Stasi vergleichen.

    Wut gehört zum Leben dazu. Gefährlich bist Du nicht, sofern Du ehrlich schreibst.

    Power Dich durch Sport aus, dann verfliegt vielleicht die Angst, dass Du gefährlich sein könntest.

  10. #8
    Neuling
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    Zitat Zitat von Sandsturm Beitrag anzeigen
    Psychopathen / Soziopathen gehen über Leichen, sind gefühlskalt und gewissenlos. Also keine Begriffe benutzen, die man nicht erklären kann.
    Meines Wissens nach, gilt man durch den Mangel an Empathie als Soziopath. Gewissenlosigkeit ist ebenfalls ein Aspekt davon. Ich habe keine "Gewissensbisse".
    In dieser Hinsicht scheinen wir aneinander vorbei geschrieben zu haben.

    Ich hätte kein schlechtes Gewissen, wenn ich ihn auseinander nehmen würde. Mir geht es in erster Linie darum, dass ich nicht in unnötige Probleme rein geraten möchte.

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