psychologische Beratung von erfahrenen Psychotherapeuten und Psychologen, psychologe.de
Ergebnis 1 bis 2 von 2

Thema: Ewige Tochter

  1. #1
    Neuling
    Registriert seit
    10.11.2011
    Beiträge
    1
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard Ewige Tochter

    Hallo,
    mir geht es im Moment nicht besonders darum bin ich auf dieses Forum gestoßen.
    Vielleicht gibt es hier jemanden der Ähnliches erlebt hat oder der mir einen guten Rat geben kann.
    Mein größtes Problem ist meine Mutter.
    Vor 1 Monat ist mein Vater gestorben. Ich habe meine Mutter nach seinem Tod für ein paar Tage bei mir aufgenommen und durch ihre Trauer (wenn man das so nennen kann) einige Dinge erfahren die ich zwar geahnt habe aber einfach nicht wahr haben wollte. Jetzt bin ich ziemlich durch den Wind...
    Also vorab meine Lebensgeschichte damit man mein Problem hoffentlich verstehen kann...

    VORSICHT WIRD LANG

    Mein Vater war zweimal verheiratet und hatte mit seiner ersten Frau eine Tochter. Leider verstarb sie als meine Schwester noch klein war. Daraufhin wurde meinem Vater meine Mutter vorgestellt, zwecks Ersatzmutter. Nach 1 Jahr heirateten sie und noch ein Jahr später wurde ich geboren. Mein Vater war damals Mitte 50, meine Mutter 40. Wie ich jetzt durch meine Mutter erfuhr hatte meine Mutter damals beschlossen Schwanger zu werden damit mein Vater sie nicht weg schicken konnte wenn meine Schwester erwachsen war. Mein Vater wollte die Abtreibung aber meine Mutter setzte ihren Kopf durch. Sie ist (bzw. war oder ist? So genau kann man das nicht sagen...) eine zeimlich berechnende Frau. Laut ihr hatte sie es noch nie leicht im Leben gehabt. Schon als Kind bekam ich die Sticheleien von Nachbarn und Verwandten zu spüren. Ich war das sogenante Kuckkuckskind, dass in das gemachte Nest gesetzt wurde. Der Kontakt zur Familie und Freunden wurde abgebrochen oder nur noch ohne mich und meine Mutter weiter geführt. Meine Mutter fühlte sich stets als Opfer und lies jeden, vorallem meine Schwester und mich ihre Unzufriedenheit spüren. Sie beschimpfte uns und verprügelte mich häufig. Mein Vater ist nie eingeschritten, meist las er Zeitung oder sah Fernseh. Auch als er auf Rente ging und häufiger Zuhause war änderte sich nichts, es wurde sogar noch schlimmer als er anfing zu trinken. Als meine Schwester auszog war ich den Launen meiner Mutter allein ausgeliefert, für meinen Vater war ich Luft. Erst als ich mich wehrte und sie fast zurück geschlagen hätte ließ sie mit den Handgreiflichkeiten nach, allerdings gingen die Beschimpfungen weiter. Sie durchsuchte mein Zimmer, warf meine Sachen weg. Sagte mir ich wäre Dreck... usw.
    Meine Eltern schliefen schon länger nicht mehr im selben Zimmer, sie schlief in einen Zimmer neben meinem. So konnte ich fast jeden Nacht ihre Wutattacken lauschen, wie sie ihr Zimmer auseinander nahm und schrie sie wollte abhauen... Wir würden schon sehen was wir davon hätten.... Sie würde sich umbringen...
    Als ca. 10 Jährige wußte ich nicht was ich machen sollte also schwieg ich, zog die Decke über den Kopf und versuchte möglichst alles korrekt zu machen um ja keinen Streit zu provozieren. Meine Schwester hatte den Kontakt abgebrochen und zeigte sich nur noch zu Festen. Nach meinem Abschluss begann ich eine Lehre als Mechanikerin um meinem Vater zu imponieren. Schließlich kam ich aus einer Mechaniker Familie und Söhne hatte mein Vater ja nicht... Mein Problem war das ich für die Werkstatt absolut ungeeignet war, ich hatte panische Angst vor lauten, drehenden Maschienen. Also bat ich meinen Vater die Lehre abbrechen zu dürfen. Seine Antwort "Lehrjahre sind keine Herrenjahre" und somit war das Thema für ihn gegessen. Meine Schwester durfte übrigens ihre erste Lehre abbrechen und bekam jede mögliche Unterstützung durch meinen Vater. Zur gleichen Zeit wurde bei meiner Mutter ein Hirntumor festgestellt und sie kam für eine lange Zeit ins Krankenhaus. Ich übernahm also mit 16 einen kompletten Haushalt neben einer Ausbildung die ich haßte. Nur durch die Hilfe meines Ehemannes zog ich diese Lehre durch. Ich zog aus, aber anders als meine Schwester konnte ich den Kontakt einfach nicht abbrechen. Ich fühlte mich verantwortlich und wollte die Familie zusammen halten. Also half ich weiterhin im Haushalt und übernahm die Planung von Festen um einen Grund zu haben sich zu treffen. Durch die Op meiner Mutter hatte sich das Verhältniss meiner Eltern verändert, sie schliefen z.B. wieder im selben Zimmer. Meine Mutter war nun auf Hilfe angewiesen und mein Vater half ihr. Irgendwann ging es ihr körperlich wieder besser und die Anfeindungen fingen wieder an. Für mich war das allerdings nicht mehr so wichtig den ich hatte endlich meine eigene kleine Familie. Eine neue Arbeit und schließlich die Geburt meines kleinen Sohnes, in den Augen meiner Eltern schien ich nicht mehr so eine Versagerin zu sein schließlich hatte ich ihnen einen Enkel geschenkt. Doch diese Zeit dauerte nicht lange, als mein Sohn ca. 1 1/2 war wurde nun mein Vater krank und ich mußte wieder den Haushalt und Papierkram für meine Mutter übernehmen. Ich wurde nicht darum gebeten sondern es wurde erwartet und meine eigene kleine Familie mußte hinten an stehen. Meine Schwester ist übrigens verheiratet, hat aber keine Kinder. Naja und ich habe Elternzeit und sie ist berufstätig...
    Sämtliche Organisationen was die Krankheit betrafen übernahm ich da meine Mutter durch die Hirn OP ziemlich vergesslich wurde und sie körperlich sowieso nicht in der Lage war meinen Vater zu pflegen. Mir wurde gesagt dass er sterben würde und ich durfte es meiner Mutter und Schwester sagen. Wieder war es keine Frage sondern beschlossene Sache das mein Vater Zuhause starb und ich die Pflege übernehmen würde. Also wurde ich eingewiesen und saß neben seinem Bett. Ich durfte zuhören wie seine Lugen sich mit Wasser füllten und er langsam erstickte. Kurz bevor er starb nahm dann auch meine Schwester sich endlich frei, so war ich zumindesten Nachts und Morgens für meine Familie da. Denen ging es durch diese Situation natürlich auch nicht gut und es gab häufig Streit. Nach dem Tod meines Vater ging der Streit um das liebe Geld los. Das Haus gehörte bereits meiner Schwester seit dem Tod ihrer Mutter. Mein Vater hatte lediglich wohnrecht. Meine Mutter hatte Angst das wir sie bestehlen und versteckte Sparbücher und Unterlagen von Bausparverträgen was den ganzen Papierkram auch nicht leichter machte. (Ich vermute dies weil ich es mir sonst nicht anders erklären kann, denn nachdem ich ihr sagte das ihr sowieso alles gehört tauchte alles wieder auf) Ich habe das Gefühl sie versucht den höchst möglichen Profit aus dieser Sache zu ziehen. Ich habe übrigens nichts geerbt, die Versicherung die für mich abschlossen wurde habe ich vor ein paar Jahren auf Wunsch meines Vater gekündig. Er kam auf mich zu weil er Geld brauchte um das Grab seiner ersten Frau zu verlängern. Er wurde übrigens auch bei seiner ersten Frau beerdigt. Auch wenn sich das jetzt so anhört, es geht mir nicht um das Geld. Ich habe das mit dem Erbe nur erwähnt weil für meine Schwester (und auch meine Mutter) gesorgt wurde und es ziemlich weh tut zu sehen das an sie gedacht wurde und nicht an mich. Was an dem ganzen so schlimm ist, ist mir bei den Gesprächen mit dem Bestatter und dem Pastor erstmals wirklich klar geworden. Ich habe niemals wirklich einen Vater gehabt habe, er hat dafür gesorgt das ich Essen und ein Dach über dem Kopf habe und das wars dann auch schon. Alles was meine Schwester bei diesen Gesprächen erzählen konnte traf nicht auf mich zu. Ich konnte z.B. nicht alles mit ihm besprechen... Egal, er ist Tod und soll seinen Frieden haben. Es tut weh aber er ist nicht mehr mein Problem.
    So zurück zu meinem eigentlichen Problem. Es scheint das meine Mutter Demenz hat, wird noch untersucht und auch wenn nicht ist diese Frau nicht fähig ein eigenes Leben zu führen. Es macht mir alles noch schwerer, da sie die Vergangenheit anscheindend vergessen hat. Doch ich kann einfach nicht vergessen. Mein Mann kennt mein Verhältniss zu meinen Eltern und möchte am liebsten keinen Kontakt mehr zu meiner Mutter. Es ist aus seiner Sicht nicht unbegründet da sie meinem Sohn und ihm gegenüber auch schon agressiv wurde, nicht handgreiflich! Am Essentisch fing sie wieder an sich umbringen zu wollen. Erklär das mal einen 2 Jährigen...
    Ich habe jetzt in einer betreuten Wohnanlage eine Wohnung für sie besorgt. Allerdings glaube ich nicht das diese Betreuung ausreicht. Sie hat schon häufig ihren Tod angekünigt so das man den Glauben daran verliert, aber wenn sie jetzt ganz allein ist und es tatsächlich durchzieht werde ich mir das nie verzeihen. Sie ist unfähig mit Geld umzugehen, ich habe Angst das sie am Ende des Monats kein Geld mehr für Essen hat....
    Was ist nur los mit mir, sie war mein ganzes Leben lang schlecht zu mir. Sie ist wie ich nun weis ein schrecklicher Mensch und doch mache ich mir Sorgen und fühle mich für sie verantworlich.
    Allmählich gehe ich daran kaputt, habe Schlafstörungen und bin absolut antriebslos. Ich schaffe es mein eigenes Leben nicht mehr zu Leben. Doch meine größte Angst ist es für meinen Sohn genauso eine Horror Mutter zu sein wie sie es ist.
    Ich hoffe es gibt jemanden der mir einen Tipp geben kann, was ich in meiner Situation tun kann.

    Gibt es Stellen an die ich mich wenden könnte wegen meiner Mutter?

    Eigentlich möchte ich einfach nurnoch mit meinem alten Leben abschließen und endlich glücklich werden, aber es verfolgt mich....

  2. #2
    Schreibkraft
    Registriert seit
    08.11.2011
    Beiträge
    183
    Danke
    13
    23 mal in 22 Beiträgen bedankt

    Standard

    Wenn sie wirklich Demenz hat gehört sie in ein Altenheim.

    Bring sie dorthin und erhol Dich dann erstmals. Und keine Angst, DU wirst bestimmt keine Horrormutter.

    Lass DIch mal drücken

    Mfg. Irina

Ähnliche Themen

  1. angst vor versagen; der ewige kreislauf des aufschiebens
    Von sonnenschirmchen3 im Forum Ängste
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 08.04.2011, 15:36
  2. Tochter
    Von Ralph_67 im Forum Psychologie-Talk
    Antworten: 8
    Letzter Beitrag: 21.02.2011, 22:52
  3. Hilfe!die erste ewige liebe!?
    Von messimagia im Forum Liebe & Partnerschaft
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 01.02.2010, 01:33
  4. Eifersucht auf die Tochter ????
    Von Rose80 im Forum Liebe & Partnerschaft
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 29.03.2009, 11:16
  5. Dieses ewige rauf und runter....
    Von Nemesis im Forum Depression
    Antworten: 8
    Letzter Beitrag: 30.03.2007, 20:02

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Psychologen beraten am Telefon und im Chat. Jetzt testen!