Ich brauche mal eine ehrliche Meinung: Ich frage mich ob meine Ex-Freundin möglicherweise an einer beginnenden oder schwachen Ausprägung des Borderline-Syndroms leidet.
Unsere Geschichte ist folgende: Vor ca. 4 Monaten, wir kannten uns bereits einige Monate, hat sie mir gestanden, dass sie in über alles in mich verliebt ist. Von diesem Tag an waren wir eigentlich zusammen. Zwei Tage vorher hat sie aus diesem Grund und anscheinend sehr spontan ihre siebenjährige Beziehung zu ihrem Freund beendet. Zudem hat sie den Kontakt zu den gemeinsamen Freunden abgebrochen. Alles lief bei uns wunderbar, bis auf eine Sache, die mein Problem war/ist: Ich leide seit meiner letzten Beziehung unter Versagensängsten beim Sex. Ich habe dieses Thema, was auch sehr naiv ist, totgeschwiegen, bin sexueller Annäherung aus dem Weg gegangen. Viel zu spät haben wir dann drüber gesprochen, für sie zu spät. Wie ich merkte scheint Sex bei ihr tatsächlich eine übergeordnete Rolle in einer Beziehung zu spielen. Nicht, dass ich meine das dies unwichtig ist in einer Beziehung, aber es hatte bei ihr einen Stellenwert, wie ich es noch nicht erlebt habe. Ansonsten hatten wir aber ein super Verhältnis und wir waren glücklich, dass hat sie auch noch gesagt, als sie sich von mir trennte. Sie hat die Zeit mit mir sehr genossen und war glücklich. Neulich waren ich bei ihr zuhause, ihre Geschwister mit Freunden (frisch und glücklich verliebt) waren auch dort. Und von einem Moment auf den anderen schlug ihre Stimmung, ihre Liebe ins Gegenteil um. Ich war Luft, sie war aggressiv, konnte mir nicht mehr in die Augen gesehen und hat ständig gesagt, sie könne mich nicht anders behandeln momentan, es ginge einfach nicht, sie könne das nicht steuern. Sie hat mich dann nach hause geschickt. Eine ******-Situation. Zwei Tage hat sie sich dann nicht gemeldet. Als wir uns dann wiedertrafen war alles wieder perfekt. Sie hat sich tausendmal entschuldigt, gesagt wie leid ihr alles tät, dass sie mich über alles liebe und mich jetzt nie wieder hergeben würde. Die kommende Woche war dann wirklich schön, auch sexuell sind wir uns deutlich näher gekommen und beinahe wäre unser Problem kein Problem mehr gewesen. Dann kamen wir uns drei Tage wieder nicht näher, einmal waren wir beide totmüde, dann musste ich zwei Tage weg. Als ich zurückkam, sagte sie mir noch, wie schön es sei, dass ich nun zurück sei, sie habe mich sehr vermisst, wenige Minuten später schlug die Stimmung wieder ins Gegenteil um. Sie hat mich rausgeschmissen, ein weiteres Mal. Nächster Tag: Sie konnte mich wieder nicht ansehen, war aggressiv und hat mir den schönen Spruch an den Kopf geworfen: „Ich behandele dich nicht wie Dreck, nur wie Luft“ . Am nächsten Tag hat sie per Mail endgültig Schluss gemacht, gesagt, dass ihre Liebe weg sei und sie zu ungeduldig sei, was das Thema Sex angeht. Wie Sie mir ein paar Tage später berichtete, spielte auch die nicht verarbeitete Beziehung zu ihrem Ex-Freund eine Rolle.
Mir ging es zwar sehr schlecht, aber ich habe mit vielen Freunden und Verwandten darüber gesprochen, in Foren geschrieben und mich intensiv mit der Trennung auseinander gesetzt. So war ich nach ein paar Tagen relativ gelassen und habe erkannt, dass es für das Scheitern keinen Schuldigen gab. Das einfach die Startvoraussetzungen ungünstig waren, wir uns aber eigentlich noch mochten. Nach einem halbwegs vernünftigem Gespräch (wobei sie wiederum sehr aggressiv war anfangs) haben wir einen Schnitt vereinbart, ich jedoch gesagt, dass es nach der kurzen Zeit und dem funktionierenden Rest doch vielleicht möglich wäre eine freundschaftlcihe Beziehung zu entwickeln, nach einer gewissen Zeit Abstand.
Am nächsten Tag haben wir uns zufällig getroffen, wir waren freundlich zueinander, sind dann aber schnell getrennte Wege gegangen.
Dann zwei Tage später sind wir uns auf einer Party begegnet: Ich habe sie freundlich gegrüßt, doch von da an, hat Sie den gesamten Abend versucht mich zu provozieren. Hat mit dem gemeinsamen Freund mit dem ich dort war, einen auf besten Kumpel gemacht, ist kurzfristig mit ihm verschwunden, hat ihn demonstrativ zu ihrer Geburtstagsfeier eingeladen, hat mit anderen Männern rumgemacht. Alles extra vor meinen Augen. Ich bin nicht auf sie zugegangen.
Sie hat ihm außerdem berichtet, dass sie meine Freundlichkeit nicht ertragen könne, sie mich doch so verletzt habe, warum ich freundlich zu ihr sei. Das hat sie extrem gestört. Zudem war Sie an diesem Abend extrem gekünstelt aufgekratzt. Ihre innere Unruhe und Unzufriedenheit seit unserer Trennung zeichnet sich zudem durch einen verstärkten Zigarettenkonsum aus. Sie hat vorher nur noch selten geraucht und hat in unserer letzten Woche noch davon gesprochen ganz aufhören zu wollen.
Ich habe mich jedoch nicht provozieren lassen, zumindestens habe ich mich nicht zu der von ihr gewünschten Reaktion hinreißen lassen. Ich bin freundlich geblieben. Bin rausgegangen um mich abzureagieren.
Ich halte dieses Verhalten nicht für „normal“. Sie ist nicht die Verlassene, wir hatten wirklich überhaupt keinen Streit, bis auf das Thema Sex waren wir glücklich, wirklich glücklich. Ich habe ihr keinen Anlass gegeben mich irgendwie zu hassen. Ich bin ihr nichtmals hinterhergelaufen und habe sie genervt, ich habe sie nicht beschimpft. Und trotzdem so eine Reaktion.
Wie seht ihr das? Handelt es sich hier möglicherweise um eine Borderline-Störung? Zumindestens eine beginnende oder vielleicht nicht extrem ausgeprägte?
Wie soll ich mich verhalten? Es wird sich leider nicht vermeiden lassen, dass wir uns zwischendurch noch begegnen werden und im selben Raum arbeiten werden?
Wie könnte denn nun ihr weiteres Verhalten aussehen? Was habe ich zu befürchten. Ich denke für mich ist es das beste ihr weiterhin aus dem Weg zu gehen. Ich gehe zudem davon aus, dass sie nun wieder mit ihrem Ex-Freund zusammen ist. Ich denke nicht, dass sie allein sein möchte.
Vielen Dank für eure Antworten!


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