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Umfrageergebnis anzeigen: Wie stark lebst du momentan im Überlebens-Modus?

Teilnehmer
82. Du darfst bei dieser Umfrage nicht abstimmen
  • Ich lebe und liebe mein Leben extremst.

    4 4,88%
  • Ich liebe das Leben und passe mich dabei auch an unliebsame Gegebenheiten an.

    21 25,61%
  • Ich mag das Leben, auch wenn ich mich immer wieder an widrige Umstände anpasse.

    13 15,85%
  • Mir langt es zu überleben und dabei einen möglichst guten Schnitt zu machen.

    13 15,85%
  • Ich bin nur noch damit beschäftigt, zu überleben.

    31 37,80%
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Ergebnis 1 bis 8 von 48

Thema: Existieren im Überlebens-Modus

  1. #1
    Nachwuchs Autor Avatar von martinspin
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    Standard Existieren im Überlebens-Modus

    Hallo miteinander

    Mich interessiert momentan das Thema "Überleben". Irgendwann hört der erwachsene Mensch ein Stück weit auf zu leben und er beginnt zu überleben.

    Als Überlebender bedienen wir uns verschiedener Strategien, eine unerfüllte Existenz doch noch einigermaßen über die Runden zu bringen:
    • Wir weichen problematischen Situationen aus und schlagen den einfacheren Weg ein.
    • Wir beginnen das Verhalten von uns und den anderen zu kontrollieren und geben einer vermeintlichen Sicherheit den Vorzug.
    • Wir entwickeln unrealistische Illusionen über uns und die Welt.
    • Wir sind innerlich zerrissen und tendieren dazu, uns in eine eigene Realität zu flüchten.

    Die Theorie dazu ist, dass das Überlebens-Ich so gut wie möglich verhindert, dass wir mit tieferen Verletzungen bzw. Traumata in Berührung kommen.

    Das Überlebens-Ich ist äquivalent zur Maske, die wir alle tragen, um zu überleben.

    Jedem ist wohl bewusst, dass das Überleben bzw. das ständige Tragen einer Maske auf Dauer sehr anstrengend ist und in Erschöpfungsphasen zu innerer Leere, Zerrissenheit, Gefühlen der Enge und Sinnlosigkeit führt.

    Ziel ist sicher die Verarbeitung von früheren Verletzungen und damit die Existenz als gesunde Ich:
    • Offenheit für neue Erfahrungen
    • Akzeptieren der Mitmenschen
    • Realistisches Weltbild und Interaktionen
    • Verwirklichung echter Bedürfnisse

    In erster Linie interessiert mich eure Einschätzung bezüglich des Existieren im Überlebens-Modus und an zweiter Stelle, eure Gedanken zum Thema.

    Vielen Dank für euer Feedback
    Liebe Grüsse, Martin

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  2. #2
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    Standard Überlebensmodus

    Er funktioniert definitiv ausgezeichnet. Habe ihn selbst über Jahre hinweg praktiziert. Nur am Ende existiert man nicht mehr in der Form wie einst. Man verliert sich selbst, wenn man zu lange so lebt. Habe ihn angewendet in einer extremen finanzellen Notlage. Das einzig Wichtige war, meine Arbeitskraft zu erhalten und die Schulden abzubezahlen. Alles Andere habe ich komplett ausgeschaltet. Habe funktioniert, wie eine Maschine. mehr nicht. Und ich wurde tatsächlich all die Jahre niemals krank, körperlich gesehen.

  3. #3
    Nachwuchs Autor Avatar von martinspin
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    Zitat Zitat von majafritzchen Beitrag anzeigen
    Er funktioniert definitiv ausgezeichnet. Habe ihn selbst über Jahre hinweg praktiziert. Nur am Ende existiert man nicht mehr in der Form wie einst. Man verliert sich selbst, wenn man zu lange so lebt. Habe ihn angewendet in einer extremen finanzellen Notlage. Das einzig Wichtige war, meine Arbeitskraft zu erhalten und die Schulden abzubezahlen. Alles Andere habe ich komplett ausgeschaltet. Habe funktioniert, wie eine Maschine. mehr nicht. Und ich wurde tatsächlich all die Jahre niemals krank, körperlich gesehen.
    Endet dieser Überlebens-Modus nicht irgendwann in einer Art Erschöpfung?
    Liebe Grüsse, Martin

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  4. #4
    Neuling
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    Auf jeden Fall. Auf der Arbeit (vier Arbeitsstellen insgesamt) habe ich stets Höchstleistungen gebracht. Sobald ich zu Hause war, konnte ich nur noch die Wand anstarren und habe meinen Haushalt nicht geschafft. Auch die Kinder liefen nur auf Sparflamme, die Ehe ist zerbrochen. Aber ich konnte meinen Körper mental so manipulieren, dass kein Virus o.ä. mir etwas anhaben konnte. Auch wenn alle um mich herum krank waren.

  5. #5
    Ste
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    In unserer Überfluss-Business- und Konsum-Gesellschaft leben sicher viele Menschen im Überlebens-Modus, allerdings meist auf einem sehr hohen Niveau.

    Es ist ein seelischer Überlebensmodus, oder auch ein abgesicherter Modus. Man achtet darauf immer im Konsens zu sein mit den Anforderungen der Einkaufs-und Verkausfwelt, man wird selber zur Ware, denn der Kapitalismus kennt nur Waren und Dienstleistungen. So wird der Mensch selber zu etwas, was man vermarkten kann, was einen Marktwert hat.

    Man wird zur Borderline-Maschine, denn einerseits lebt man körperlich überversorgt, andererseits seelisch unterversorgt. Niemand mangelt es an Geld und Nahrung, aber sehr vielen an Liebe und Zugehörigkeit. Gemeinschaft und Geborgenheit wird bei Facebook ausgelebt, oder aber auf Gute-Laune-Partys, wo echte Gefühle, echte Menschen nicht erwünscht sind.

    Das ganze mündet in einen kollektiven, gesellschaftlichen Überlebensmodus. Überall wo man hin kommt, findet man die selben sozialen Strukturen. Jedesmal rebelliert man schwach dagegen um dann doch darin aufzugehen. Wer sich dauerhaft verweigert, wird als seltsam angesehen, insgeheim aber auch beneidet.

    Das Brechen des Menschen findet schon früh statt, man sieht es an den Kindern. Wenn sie in die Schule kommen, kommt es zu einer unheimlichen Veränderung ihrer Persönlichkeiten. Sie gehen verloren, verlieren sich selbst.

    Viele versuche am Wochenende so richtig aufzuleben, saufen, Party, Koma, Exzesse, Gewalt. Aber am Montag werden sie wieder eingegliedert und so vergehen die Jahre. Ehe, Familie, Religion, all das dient nicht mehr als Sinn, der Sinn liegt im Konsum und im Austausch auf moral-theologischer Ebene, nicht mehr aber im mutigen Tun, im Widerstand.

    Grüße

    Ste

  6. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei Ste für den sinnvollen Beitrag:

    eumaios (01.01.2012),martinspin (28.12.2011)

  7. #6
    Nachwuchs Autor Avatar von martinspin
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    Zitat Zitat von Ste Beitrag anzeigen
    In unserer Überfluss-Business- und Konsum-Gesellschaft leben sicher viele Menschen im Überlebens-Modus, allerdings meist auf einem sehr hohen Niveau.
    Vielen Dank für dein wichtigen Input. Ich entnehme daraus, dass es auch sowas wie eine kollektive Seele geben muss. Die Masse verdrängt und der Einzelne hat die Wahl, da mitzuziehen oder für sich Alternativen zu suchen.

    Das Eintauchen in die Masse ist wohl eine gute Möglichkeit, eigene Traumata zu verdrängen. Blöd ist nur, wenn irgendwann die Erschöpfung kommt, weil die Differenz zwischen den Anforderungen der Gesellschaft und den eigenen Bedürfnissen zu gross wird und der Absturz folgt (Depression, Burn-Out, Vereinsamung, Stress, Panik, ...)

    Ich kann mir gut vorstellen, dass die Gesellschaft kollektiv in solche Abstürze gerät. An diesem Punk bestünde für den Einzelnen die Chance, sich der eigentlichen Ursache der Abstürze (Traumata) bewusst zu werden, um die wirklichen Ursachen anzugehen und nicht bloss die Symptome zu bekämpfen.

    Ich finde das Thema darum so interessant, weil ich ca. 25 Jahre lang solche immer wiederkehrenden Abstürze erlebt habe und einfach nix damit anfangen konnte. Es blieb mir nichts anderes übrig, als abzuwarten, bis ich wieder einigermaßen erholt war und dann hab ich die alten Muster weiter gelebt. Das war so eine Art Endlosschleife, ohne tiefere Ursachen zu berühren.
    Liebe Grüsse, Martin

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  8. #7
    Schreibkraft Avatar von free 93
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    der Überlebensmodus beginnt dann wenn es ideale und musterlösungen gibt.
    Niemand kann perfekt sein, doch überall gibt es zu hohe ansprüche Zwänge und unerfüllte Bedürfnisse.

    Um sich selbst noch ertragen zu können beginnen wir uns zu überspielen, wir leben nur noch um nicht unterzugehen bekommen das Leben aber doch gar nicht mehr mit. Wir sehen uns zu Dingen gezwungen die Spaß machen sollten, machen Dinge nur um nicht aus der Reihe zu tanzen.

    In der heutigen Zeit wissen wir über so oder zu viele Dinge bescheid die uns immer neue Fragen aufwerfen die wir gar nicht begreifen können mit unserem Verstand und wir beginnen uns zu schützen um nicht verrückt zu werden, mit Glaube, Krankheit oder verschwinden in der Masse.

    Aber wie findet man nun zum Leben wieder zurück? Wenn es doch meistens zum Schutz dient... Muss man einen anderen Bezug zum Leben finden? Geht das überhaupt oder ist das nur ein unerreichbares Ziel das alle haben nur um das (Über-)leben zu ertragen??
    Der Sklave will nicht frei werden. Er will Sklavenaufseher werden.
    Gabriel Laub


    Bevor ich falle, falle ich lieber auf!!

  9. #8
    Nachwuchs Autor Avatar von martinspin
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    Zitat Zitat von free 93 Beitrag anzeigen
    Aber wie findet man nun zum Leben wieder zurück? Wenn es doch meistens zum Schutz dient... Muss man einen anderen Bezug zum Leben finden? Geht das überhaupt oder ist das nur ein unerreichbares Ziel das alle haben nur um das (Über-)leben zu ertragen??
    Es geht nur über das Aushalten der Gefühle, die hinter einer Erschöpfung stecken. Bei innerer Leere ist es oft Schmerz, der ausgehalten werden kann, statt sich in diverse Süchte zu flüchten.
    Liebe Grüsse, Martin

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