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Thema: Extreme Frustration nach Trennung. Ursache: Kindheit?!

  1. #1
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    Unglücklich Extreme Frustration nach Trennung. Ursache: Kindheit?!

    Hallo!

    Ich möchte mit diesem Beitrag eine Erfahrung schildern, über die ich doch relativ erschrocken bin. Da ich denke, dass ich recht reflektiert bin, denk ich auch, die Ursache für mein "kleines" Problem erkannt zu haben. Meine Frage geht letztendlich in die Richtung, wie man am besten damit umgehen kann. Aber erstmal zur Erfahrung:

    Vor einigen Jahren, mit 16, lernte ich meine erste "große" Liebe kennen, mit der ich 3 Jahre meines Lebens verbrachte. Im Prinzip eine stink normale Pubertätsliebe, wie das die meisten kennen. Dort zeichneten sich schon die ersten Tendenzen ab, dass ich auf Trennungen, die seitens des Partner ausgesprochen wurden, übersensibel, fast unkontrolliert, reagiere. Ich schlage nicht um mich, bekomme auch keine Wutausbrüche. Das ganze äußert sich eher, in extremen seelischen Schmerz bis zu dem Punkt, dass ich mich am liebsten von der Außenwelt abschotte, sprich mich um meine Freunde nicht mehr kümmere, mich am Wochenende sehr übertrieben besaufe und mich hinter meinen Computer verstecke, um in "andere Welten" zu tauchen oder Musik mit hochgradig emotionalen Texten höre, sowie es mir sehr sehr schwer fällt meinen strukturierten Alltag weiterhin nachzugehen (aufstehen, FH usw). Ansich könnte man an dieser Stelle denken, dass das ein normaler Trennungsprozess ist. Alerdings habe ich das Gefühl, dass es mehr als das ist. Die weiteren Jahre lebte ich sehr "locker", sprich keine wirklichen Beziehungen. Und wenn, dann wurden sie nach 3-4 Monaten langweilig, sodass ICH mich getrennt habe, was kein Problem darstellte. Im Dezember 2006 lernte ich dann das erste Mal nach meiner ersten Liebe, mein zweites ernstzunehmendes Herzblatt kennen, mit der ich es auf ein ganzes Jahr schaffte. Gründe für die Trennung sind auf meiner Seite zu suchen, was nichts mit Untreue zu tun hat. Fakt ist, dass sie sich von mir getrennt hat und ich über beide Ohren verliebt war und es nicht wahrhaben wollte. Das ganze ist 6 Monate her, ich denke immer noch an sie, behandele sie absolut unangemessen, wenn man sich übern Weg läuft. Die Trennung verlief so, wie ich es oben beschrieben habe. Außerdem habe ich mich zu dieser Zeit aufgegeben (keine suizidalen Tendezen). Eher meine ich damit, dass ich hemmungslos geweint habe, die Welt unter ging und einfach nichts mehr gebacken bekommen habe. Ich habe meinen Stolz weggeschmissen, sie angefleht und mich einfach nur mies und nutzlos gefühlt. An dieser Stelle möchte ich einen Schritt in die Kindheit wagen. Mein Vater lebt in Österreich. Er ist ein toler Vater. Er macht alles, damit es mir gut geht, was ich sehr zu schätzen weiß. Ich sah ihn immer nur 1 Mal im Jahr für einige Wochen in den Sommerferien. Zwischendurch konnte ich ihn besuchen, wenn er in meiner Nähe auf Montage war. Es war das Größte, ihn zu sehen. Der Abschied allerdings immer das schlimmste, was ich durchmachen musste. Einige schöne Tage verbracht und dann war er weg. Ich habe damals schon bitterlich geweint und es ging mir einfach mehrere Tage schlecht. Hinzu kam, dass der Lebenspartner meiner Mutter für mich keinen angemessenen Ersatz darstellte, was sich insbesondere in der Pubertät herausstellte. Auf Grund dieser Erfahrungen denke ich, dass mich das einfach steuert, wenn ich von einem lieben Menschen verlassen werde. Nach meiner letzten Ex-Freundin habe ich mehrere nette Frauen kennengelertn, die nach einigen Tagen absolut uninteressant geworden sind. Nun zu meiner konkreten Frage: Gehe ich richtig davon aus, dass meine damaligen Erfahrungen meine heutigen begründen? Jetzt das wichtigste für mich: Wie kann ich es schaffen, souveräner mit solchen Situationen umzugehen. Ich fühle mich nachwievor anders. Ich bin unzufrieden, schaffe es aber mittlerweile etwas besser meinen Alltag zu strukturieren und treffe mich auch wieder vermehrt mit Freunden. Aber irgendwie kann und will ich nicht loslassen. Das macht mich fertig. Sie hat einen neuen Freund und wenn ich die beiden sehe, wird mich wirklich schlecht, bekomme ein sehr unangenehmes Gefühl im Bauch und dann werde ich aggressiv, kann es aber wohl kontrollieren. In solchen Momenten weiß sie mittlerweile, dass mcih am besten nciht anreden sollte, da ich verbal ordentlich austeile und sie fertig mache, bis sie nciht mehr kann, was bereits einmal in einer Disko passierte, sodass sie heulend rausgelaufen ist. Ich möchte das ganze einfach nur irgendwie besser verarbeiten können. Es ist mir klar, dass ich immer wieder daran denke und auch damit konfrontiert werde, aber was kann ich tun, damit ich mein Leben schneller und besser wieder in den Griff kriege und nciht monatelang vor mich hin stagniere?

    Ich hoffe, dass jemand einige nützliche Tipps für mich parat hat. Falls noch Fragen auftauschen, einfach stellen.

    Grüße,
    Marco

  2. #2
    Gast784
    Gast

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    hallo Marco,

    erstmal: dass es einen bei Liebeskummer den Boden unter den Füßen wegschwemmt, dass man sich mit einem Verlust schwer tut und eifersüchtig ist, das geht nicht nur Scheidungskindern so.

    Aber gut möglich, dass bei Scheidungs- und Patchworkkindern ein gewisses Grundvertrauen in Bindungen mehr erschüttert ist, als bei anderen. kA, da gibts aber bestimmt Literatur darüber. Die eigene Biografie spielt natürlich immer in solche Erfahrungen mit rein. Wir haben daraufhin ja bestimmte Überlebenstechniken (Muster) entwickelt, die wir anwenden, so lange sie sich bewähren. Auch wenn dann andere Dinge auf der Strecke bleiben. Irgendwann kann uns das dann in Not bringen, und dann müssen wir uns u.U. mühseelig neue Techniken antrainieren.

    Tipp: versuch geduldig zu bleiben. Nicht gleich wieder schneller und besser funktionieren wollen. Nimm Deine Gefühle, und wenn sie auch noch so häßlich sind und weh tun, wahrzunehmen und ihnen Raum zu geben. Trauer - auch ihre Begleiterscheinungen wie Wut, Verzweiflung usw. brauchen ihren Raum. Wenn man sie durchlebt, dann werden sie mit der Zeit leichter und hinterlassen wertvolle Erfahrungen. Werden sie verdrängt, halten sie uns u.U. lange in der selben Tretmühle und wir bauen nur Mist und wiederholen den auch noch ständig.

    Du schaffst Dir Ablenkungen wie Computern, feiern, saufen, usw, um den Schmerz nicht spüren zu müssen. Das haste schon richtig erkannt. Kann in der ersten Zeit auch gut sein, sich erst mal zu zerstreuen, weil es einfach zu weh tut. Aber wenn es geht, frag Dich immer wieder mal, von was Du ablenkst. Was ist das für ein Schmerz? Das kann oberflächlich der Verlust der Liebe sein, tiefer kann da aber auch ein Verlust der Selbstliebe oder eine tiefe Verunsicherung usw. sein. Und eine entsprechend tiefe Trauer.

    Also, aufmerksam und ehrlich sich selbst gegenüber bleiben. Aber das bist Du ja anscheinend. Und der Dosierung vertrauen. Der Körper setzt das frei, was man verkraften kann. Nicht mehr. Also wenn Ablenkung dran ist, dann ist sie eben dran. Du machst mir jetzt nicht den Eindruck, als würdest Du die - wie so viele Leute - zu Deinem ultimativen Lebensstil machen, um sich selbst und dem Leben aus dem Weg zu gehen

    lg Gaby

  3. #3
    Verleger Avatar von Natz
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    Hallo Skam!
    Denke schon auch, das man in der Kindheit mitbekommt-oder eben leider nicht-wie man mit Trennungen, bzw. Verlusten umgeht.
    Kann Dir da nur mein Beispiel anbringen (auch ich reagiere nicht besonders gut): mein Vater ist bei der Berufsfeuerwehr. Meine Mutter hatte ständig Panik, er könne nicht mehr nach Hause kommen, war immer total panisch und hat sogar schon ein Riesengedöns gemacht, wenn er zum Dienst ist und war auch sonst sehr ängstlich. Ergo: überträgt sich natürlich aufs Kind und dementsprechend reagiert man in Trennungssituationen-Panik, Weltuntergang, wie im Todesfall eben.
    Leider-da hat Gabi Recht-bleibt einem im Erwachsenenalter nichts anderes übrig, als schön mühsam neue Strategien zu entwickeln-am besten mit einem Therapeuten, da man sonst das ganze Leben die Welt bei Trennungen oder sogar Tod untergehen wird..leider
    LG, Natz




    Manche Leute drehen nie durch-was müssen die doch für ein grauenhaftes Leben führen (Bukowski)

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