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Thema: Familie

  1. #9
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    Standard Oh man...

    Hallo SirWiwor,

    sorry, aber ich heule hier grade... und wenn ich nicht diesen verdammten "Zwang" in mir hätte, mich irgendwie immer zusammenreißen zu müssen, ja, dann würde ich jetzt wohl hemmungslos weinen... sorry...

    Ich denke, der erste und der dritte Aspekt sind gut und bringen dich weiter, aber die Kraft brauchst du wahrscheinlich jetzt vor allem für dich selbst... daher stimme ich gabi zu, dass du der Betreuerin die meisten Aufgaben überlassen solltest. Dass dein Bruder psychisch krank ist, dafür kann er natürlich nichts, aber er raubt dir und anderen dadurch zugleich viel Kraft, die du auch für dich selbst brauchst... Das hat auch nichts mit "mangelnder Liebe" gegenüber deinem Bruder zu tun und damit, dass du zu wenig für deine Familie da bist, sondern mit den eigenen Grenzen, der eigenen Belastbarkeit.
    Absolut, so sehe ich es mittlerweile auch und ich bin dabei, meine Grenzen abzustecken.

    Vielleicht war es die "Liebe" zu deiner Familie, der Wunsch, die Familie zusammenzuhalten? Es gibt so etwas wie "Familienmythen", das sind Annahmen, auf denen das Zusammenleben in einer Familie aufbaut und mit denen Rollenzuschreibungen verbunden sind. Ein Familienmythos kann zum Beispiel sein "Wir halten alle zusammen, egal, was passiert" und die damit verbundenen Rollen "Einer, der zuhört", "einer, dem vor allem zugehört wird" usw. Solche "Familienmythen" sind sehr stabil und können manchmal dazu führen, dass man bis zur Erschöpfung in ihnen "lebt"... Es lohnt sich, darüber nachzudenken, welche "Rolle" man selber in der Familie hatte und ob man die noch länger einnehmen will oder kann...
    Ich werde darüber nachdenken, welche Rolle ich innehatte bzw. manchmal noch habe, ich denke darüber nach...

    Liebe Grüße
    ullakind

  2. #10
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    Standard :)

    Hallo Gabiannarele,

    ist ok, alles ist gut .


    Naja, dass Kiffer und Spritis ganz ähnliche Strukturen haben, haben wir ja schon festgestellt...
    Eben .

    Und ausserdem hast Du für Dich bisher wahrscheinlich auch zu wenig gefordert, weil Du es vll bei Deinen gestören Eltern gar nicht lernen konntest, für Dich zu sorgen, indem Du auf einen gebührenden Ausgleich guckst.

    Da kannst Du nur schauen, dass Du Dir einen Kreis aufbaust und soweit Du ihn schon hast, pflegst, wo die Leuts mit Dir auf einer Augenhöhe sind, um in einen kraftgebenden Austausch zu kommen.
    Nein, natürlich hab ich in dieser Hinsicht nichts lernen können, alles drehte sich letzendlich immer nur um die beiden, erst "er", dann "sie"... wir Kinder standen nur "daneben", im übertragenen Sinne.

    Es ist schwierig für mich, mit Leuten in Kontakt zu kommen, die mit mir auf einer Augenhöhe sind, zum Einen scheine ich "Problem-Menschen" anzuziehen (bestes Beispiel: die Frau, deren Trauzeugin ich im Sommer war. Wir haben so oft zuvor zusammengesessen, haben viel geredet usw. und dennoch war von meiner Seite aus irgendwie immer ein komisches Gefühl da.
    "Kann ich dir wirklich vertrauen?" Nun ja, sie kifft genauso regelmäßig wie mein Mann, die beiden "verstehen sich" und versorgen sich gegenseitig, wenn mal "Not am Mann ist".
    Wie auch immer, mein Bauchgefühl hat sich bestätigt: sie ist ein sehr unsteter Charakter, ich hatte gehofft, sie könnte meine Freundin werden...
    funktioniert einfach nicht.
    Ergo: kein kraftgebender Austausch (logischerweise).

    Abgesehen davon: je älter ich werde, desto schwerer fällt es mir, Menschen zu nahe an mich ran zu lassen... Ich bin vorsichtig geworden, sehr vorsichtig.
    Ok, es gibt zwei Ausnahmen: meine Töchter sind die einzigen Menschen, die ich emotional und überhaupt an mich ranlasse, nur ihnen kann ich bedingungslos vertrauen .

    Deinen Hals kann ich gut verstehen. Ich sag nur: "Krankheitsgewinn". Auch wenns nix ändert. Im Gegensatz zu Dir wird die Betreuerin für ihre Arbeit damit aber bezahlt. Also würd ich so viel wie möglich ihr überlassen, ehrlich gesagt.
    Richtig: "Krankheitsgewinn", und da tun sie sich beide (also meine Mutter und mein Bruder) nix.

    PS: ich weiss ja nicht, was Deine ursprüngliche Intension war, Dich hier Ullakind zu nennen, aber durch diesen Fred hier kriegt das natürlich eine ganz besondere Bedeutung
    Ich glaube, es war an der Zeit, dem "Kind" einen Raum zu geben .

  3. #11
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    Standard :)

    Hallo Madness,

    Es reichte mir vollkommen, damit aufzuhören, ihm weiter weh zu tun.
    Eigentlich ist ein Kind relativ leicht zu befriedigen: Es braucht Liebe und Verständnis und auch Ordnung. Zumindest war das bei mir so, das wird sicherlich noch individuellen Charakter haben
    Ich glaube, Liebe, Verständnis und Ordnung... das ist erlernbar, es gibt einen Weg .

    LG

  4. #12
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    Standard :mad:

    Ich weiß nicht, was mit mir los ist grad,
    ich bin es einfach nur leid, das ist es wohl.

    Mein Bruder hat sich vorgestern aus der Klinik entlassen lassen, teilte mir dies in einer SMS mit. Gestern dann hab ich ihn bei seiner Neurologin hier in unserer Stadt abgeholt und ihn mitsamt seiner von mir frischgewaschenen Wäsche nach Hause gefahren. Während der Fahrt habe ich ihn auf ihn ein- und "kluges Zeug" geredet... wie so oft schon zuvor... (wie immer voller Zuversicht, wie immer mit dem Wissen, dass sich nie, NIE, etwas ändern wird.).

    Nachdem er mir die besagte SMS geschrieben hatte, haben wir kurz telefoniert... er klang müde am Telefon, unendlich müde...
    wohl aufgrunddessen hatte ich kurzzeitig diese komischen Gedanken im Kopf:
    "Was ist, wenn er jetzt allein zuhause sitzt, sich all seine Medis aufeinmal reinknallt, ein Ende macht?"

    Ja, ich hatte Angst um ihn und war mir gleichzeitig klar, wie paranoid das eigentlich ist... trotzdem: ich hatte einfach nur Angst bzw. Sorge und ich war erst wirklich beruhigt, als ich ihn vor der Praxis seiner Ärztin eingesammelt hatte...

    und nun sitze ich hier und frage mich:
    Was Ulla, bewirkt das Ganze in und mit dir?
    Ist das gut für dich?
    Ist es das?
    Ist all dies nicht eine Wiederholung dessen, was in deiner Kindheit schon zuviel für dich war???

    Und wenn nicht... wie damit umgehen?
    Ich habe echt keine Ahnung.

  5. #13
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    Standard and so on...

    Letzten Freitag hat mein Bruder hier bei uns übernachtet. Wie`s dazu kam? (Gute Frage... unter "normalen" Umständen wäre das so jedenfalls nicht geschehen).

    Nun ja, ich saß allein Zuhaus, mein Mann war unterwegs wegen Weihnachtsfeier und da rief er an: "Hallo Ulla, ich bin grad hier in FL. Kann ich kurz vorbeikommen?

    Was hätte ich tun sollen? Ok, hab essenstechnisch noch ein wenig mehr zubereitet, ihm gesagt, er könne vorbeikommen...

    Und da saß er dann kurze Zeit später mir gegenüber, wir redeten, diskutierten und mir wurde sehr schnell bewußt, dass er grade extrem in irgendeiner paranoiden, schizophrenen "Warteschleife" festhängt - na toll, und nu?...

    Ich war echt froh, dass ich am nächsten Morgen früh raus und arbeiten musste und somit Zeit hatte, meine Gedanken (und auch Gefühle) zu sammeln und als ich gegen 10.30 Uhr von der Arbeit nach Hause kam, hatten wir beide unsere "Standpunkte" geklärt:
    Er würde in die hiesige Psychiatrie gehen und ich... tja, ich will sehen, wie ich mit den "Auswirkungen" klarkomme.

    Er ist ein Teil meiner Familie, er tut mir unendlich leid, aber: ich bin nicht für ihn verantwortlich... nein, bin ich nicht!!
    Und ja, ich habe mein eigenes Leben, habe meine kleine Familie...
    meine Mädels, meinen Enkel...

    und genau mit diesen Menschen will ich Weihnachten feiern, mein kleines (großes) Glück geniessen...
    nicht mehr, aber auch nicht weniger!

    Ist das so verkehrt, so schlecht?
    Warum mache ich mir dann noch überhaupt Gedanken darüber,
    wie´s meiner Mutter, meinem Bruder Weihnachten ergeht?

    Ich könnt kotzen, echt jetzt...
    ihr macht mich wahnsinnig und ich will EUCH in dieser Form echt nicht mehr,
    nicht so! Ich bin es leid, ich will einfach nur weg von euch...

    Und auch wenn es mir das Herz zerbricht,
    lasst mich einfach in Ruhe, ja?

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