Hallo liebes Phsychologieforum
(ich muss das ganze jetzt ein zweites mal schreiben weil ichs ausversehn gelöscht habe ^^")
Nach langen hin und her und und Jahre langen ignorieren hab ich mich heut dazu durchgerungen mal mein Problem zu Papier zu bringen.
Ich saß heute morgen mit meiner Mutter im Wohnzimmer und wir beide diskutierten mal wieder über ihre schlampige Haushaltführung. Das sie die Wäsche nicht ordentlich wäscht und immer alles bunt raus kommt, oder das der Abwasch doch immer noch halb dreckig ist wenn er raus kommt.
Solche Streits haben wir öfters und meist endet es in einen riesen Geschrei und dem Resultat das sie sich ein paar tage Mühe gibt bis zum nächsten Streit.
Heute hab ich dann auch noch das sensible Thema Arbeitslosigkeit angesprochen, ich weiß im Grunde wie schwer es für sie ist einen Job zu finden weil sie Körperlich nicht in der besten Verfassung ist. Aber das kann oder vielmehr will ich nicht wahrhaben, dann nenne ich sie lieber eine Simulantin.
Selbst über diese maßlose Frechheit sieht sie hinweg, es verletzt sie aber sie hat sich daran gewöhnt.
Heute allerdings kam ein sehr sensibles Thema zur Sprache, eine Sache die vor 9 Jahren mal passiert ist und die ich vorher noch nie angesprochen habe.
Ich weiß nicht mehr genau wie ich dazu kam das ausgerechnet jetzt zu sagen aber ich weiß dass das eh schon lange überflüssig war.
Damals hatte sie in einer Nacht- und Nebelaktion meinen Stiefvater verlassen und ist in ein Frauenhaus geflüchtet. Es folgte ein Jahr Verfolgung und Flucht. ich war damals 12 meine Schwester erst 9. Manchmal hatten wir so wenig Geld am Ende des Monats das wir uns nur noch Brot leisten konnten.
Das alles finde ich ja nicht einmal so schlimm, ich mein es geht ja auch um ihr wohl und wenn mein Stiefvater ihr was angetan hat oder sie nicht mehr mit ihm konnte dann ist das vollkommen ok sie muss sich nicht für uns Opfern. Aber letztendlich versöhnte sie sich wieder mit ihm und alles war vollkommen umsonst. Ein Jahr darauf haben sie sich dann wieder getrennt.
Ich erinnere mich sehr gut an die Zeit obwohl ich ihr heute gesagt habe das ich damals ein Kind war und das an mir vorbei gezogen ist. Ich wollte sie nicht noch unglücklicher machen nachdem ich gesehn habe das sie wegen dem Thema zusammen gebrochen ist.
Sie hat nur noch geweint und gemeint das sie das nicht mehr schafft und ihr alles zuviel ist. Sie verzweifelt wegen der Arbeitslosigkeit und unseren Verhalten ihr gegenüber. Ich und meine Schwester begegnen ihr sehr mit Abneigung. Sie versucht immer wieder mit kleinen Geschenken unsere Gunst zu bekommen dafür gibt sie sogar ich letztes Geld her.
Das macht alles nur noch viel schlimmer mein schlechtes Gewissen ist schon so groß das ich gar nicht mehr weiß wohin damit, aber über meinen Schatten springen und das klären? Unmöglich, das verbietet mir mein verdammter Stolz. Ich konnte sie in der Vergangenheit immer gut ignorieren und es an mir vorbei ziehn lassen was sie versucht um es wieder gut zu machen, aber dieser Zusammenbruch und die damit verbundenen Wahrheiten sind einfach zuviel für mich. Wieso kann sie mich nicht einfach mit meiner Wut und meiner Unwissenheit allein lassen? Da war vielleicht was im Hintergrund aber ich bin soweit abgestumpft das ich das schon lang nicht mehr wahrgenommen hab.
Heute sagte sie mir das sie letztens auf der Brücke stand und gesprungen wäre wenn ihre Freundin sie nicht davon abgehalten hätte. Was hab ich geantwortet? "Lass uns nicht drüber reden" und bin gegangen.
Ich hab in den Jahren ein ziemlich dickes Fell bekommen und die meisten Dinge ziehen an mir vorbei und hinterlassen nicht mal Schrammen.
Aber das hat mich heute so fertig gemacht das ich seit sehr langer Zeit mal wieder weinen musste. Da letzte mal ist vielleicht 2 Jahre her.
Kurze Information zu meinen Vater der ist vor 2 Jahren gestorben und ich kannte ihn nicht sehr gut.
Nach unserm Streit ist sie eben gerade weggelaufen und rief mich gerad an um sich bei mir mit ihren sanftesten Tonfall zu entschuldigen.
Wieso tut sie das? Ich hasse ihre liebe für mich.
Da sie sich in den letzten Jahren wenig gekümmert hat, sind ich und meine Schwester mehr oder minder ohne Erziehung aufgewachsen. Versteht mich nicht falsch aber ich finde dass das eins der Dinge ist die sie am besten gemacht hat, auch wenns nur ein Versehn war. Ich finde nämlich das eine Erziehung schrecklich ist.
Daraus resultierte dann das ich und meine Schwester viel unter uns waren sie ist in den Jahren zu dem wichtigsten Menschen in meinen Leben geworden und so hab ich sie auch behandelt.
Ich hab ihr bei den Hausaufgaben geholfen ihr die Welt erklärt und vieles mehr.
Ich fing dann irgendwann an so sehr angst zu haben das ihr was passiert das ich bestimmt habe wo sie hingeht bzw sie immer wieder kontrolliert habe, sie überall hingebracht und abgeholt habe und und und.
Ich habe sie behandelt wie einer meiner Puppen.
Heute ist sie 18 und der abhängigste mensch den ich kenne. ich kümmer mich heute noch um sie und versuche meinen Fehler auszubaden indem ich ihr helfe ein eigenes Leben aufzubauen. Sie ist sehr introvertiert was ich auch verstehe sie konnte nie ein Selbstbewusstsein aufbauen weil ich meine Autorität immer ausgespielt habe. Ich liebe sie so das ich es nicht mal mehrt in Worte fassen kann, heute habe ich ein normales Verhältnis zu ihr, sprich sie kann tun und lassen was auch immer sie will, aber ich erinnere mich sehr gut an die Zeit wo ich nur in Angst gelebt habe.
Ich gebe mir Hundertprozentig die Schuld daran wie sie heute ist.
Daraus resultiert wieder ein neues Problem in meinen Leben. ich kann niemanden an mich ran lassen geschweigedenn mich selbst verlieben. Sobald es ernst wird bin ich genervt und denk nur noch daran was für eine belastende liebe ich für meine Schwester empfinde. Ich möchte nie wieder jemand so gern haben. Ungebundene Sachen sind für mich absolut kein Problem und auch Freundschaften habe ich viele aber keine intensive liebe. Davon halte ich mich fern. Seit ich letztes Jahr mein Abitur gemacht habe, bin ich auch nur noch im Ausland unterwegs. Erst war ich in der Schweiz dann in Österreich und nun geh ich nach Frankreich. Zuhause bin ich eigentlich nur noch selten um mich nicht mehr damit zu beschäftigen ich hoffe allerdings das ich das endlich mal abschließen kann.
Ich hoffe ich konnte mein Problem verständlich rüberbringen und vielleicht kennt der ein oder andere das und kann mir ein paar Tipps geben.
Achja und auf Kommentare wie "was bist du den für eine Tochter?" oder deresgleichen kann ich verzichten versucht einfach mal euch in meine Lage zu projizieren.
Ps: Tut mir leid wenn Rechtschreibfehler drinnen sind und ich hoffe ich hab es nicht falsch gepostet.
Grüße Puc


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