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Thema: Fernbeziehung

  1. #1
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    Reden Fernbeziehung

    Hallo,

    ich bin neu hier und muss mich erst in den Foren zurecht finden aber ich denke das ich dieser Sparte richtig gelandet bin.
    Ich bin 35 und lebe seit einem Jahr in einer Fernbeziehung, die Thematik einer Fernbeziehung hat mich bis dato nicht interessiert habe mich damit auch nicht wirklich auseinandergesetzt. Heute sieht die Sache aber ganz anders aus und ich wäre froh wenn ihr mir helfen könntet meine Gedanken die in meinem Kopf gerade Achterbahn fahren auf den richtigen Weg zu lenken.

    Mein Freund und ich leben seit 1 Jahr mit einer Distanz von 600 km die wir immer mit abwechselnden Besuchen überbrücken, wir sehen uns vielleicht 1x im Monat für 3-4 Tage. Am Anfang war die Sehnsucht und der Schmerz wieder gehen zu müssen riesengroß, seine Aufmerksamkeit lag ungeteilt bei mir, auch konnten wir übers Telefon eine gewisse Nähe aufrecht erhalten. Das Thema ein gemeinsames Leben für uns zu verwirklichen ist omnipräsent. Nur leider kann er aus seinem regionalen Berufsfeld (er ist Künstler) nicht wechseln und ich habe mir hier eine hart erkämpfte eine Existenz aufgebaut, die ich auch nicht so einfach aufgeben kann. Soviel zur Vorgeschichte.

    Jetzt allerdings habe ich das Gefühl das er nicht ehrlich zu mir ist, Notlügen am Telefon, Anmeldung in einem Forum (harmlos) in dem er sehr viel chattet und dem soviel Gewicht gibt, dass ich mir vernachlässigt vorkomme. Er hat es mir nicht gesagt das er dort angemeldet ist, ich habe gespürt das irgendetwas nicht stimmt und recherchiert. Ich weiß das ist auch nicht die feine Englische!
    Er ist ein sehr introvertierter Mensch und braucht sehr stark seinen Freiraum aber 600km sollten doch genug sein, oder? Letztens habe ich ihn gebeten darüber nachzudenken was er will, wo es mit uns hingehen soll und ob er überhaupt ein gemeinsames Leben sieht, oder lieber mit sich allein ist. Ich sagte ihm Ich finde es unfair mir gegenüber, wenn er sich aus unserer Beziehung das nimmt was er braucht, obwohl er weiß dass ich andere Bedürfnisse habe. Auch haben die unzähligen Gespräche nicht zu irgendeinem annähern oder erkennen bzw. einer inneren Vertrautheit geführt.
    Er sagt das es ihm schwer fällt diese Liebe zu zeigen, das er aber auf mich in seinem Leben nicht verzichten will . Dennoch fühlt er sich in die Ecke gedrängt und umgeht ein Gespräch weil es die Konfrontation mit sich selbst bedeutet, das ist für ihn der Horror. Er sagt er versucht mir das zu geben was ich brauche, malträtiert sich aber selbst mit dem Gedanken nicht genügend zu geben. Ich zweifel nicht an seinen Gefühlen, nur passt für mich das gesagte nicht zu den Taten.
    Ich werde demnächst für einen Monat bei ihm sein und ich hoffe das ich für mich die Sache etwas Klarheit bringt, weil es momentan so sehr an mir nagt das ich nicht mehr schlafen kann.
    Habt ihr Erfahrung mit so einem Typus Mann bzw. mit einer Fernbeziehung wie geht ihr damit um? Ich wäre echt dankbar wenn ihr mir weiter helfen könntet.

    LG rote Zora

  2. #2
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    Hallo rote Zora,

    600 km hört sich für mich albtraummäßig an. Bei "nur" 1 St. Fahrzeit pro Weg habe ich bereits die Erfahrung gemacht, dass für den Fall, dass beide Partner beruflich sehr engagiert sind, mehr als ein Treffen pro Wochen kaum drin ist...

    Ca. 500 km machte ich genau zwei Mal, da merkte ich schon, dass ich das auf Dauer kräftemäßig nicht durchhalten würde.

    So viel zu Deiner Bitte um Erfahrungsmitteilung.

    Du schreibst, Du hast Dir bei Dir eine Existenz aufgebaut. Bist Du selbständig, oder angestellt?
    Er kann als Künstler, so sagst Du, auch nicht wechseln.

    Wie soll es denn weitergehen? Hast Du Familien- und/oder Kinderwunsch?

    Habst Ihr Euch schon in der ersten Kennenlernphase nur ein Mal im Monat gesehen? Ich kann mir nicht vorstellen, wie dann Vertrautheit und Nähe entstehen soll.

    Wie habt Ihr Euch kennen gelernt? Übers Internet?

    LG,

    Physalis

  3. #3
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    Hallo Physalis,

    ich war letztes Jahr auf Heimatbesuch, ich habe ihn dann auf einer Feier von einer gemeinsamen Freundin kennengelernt.
    Nein ich bin nicht selbständig, bin angestellt und mir macht mein Job echt Spaß, ich habe hier die Möglichkeit mich beruflich weiter zu entwickeln. Was im Ostblock von Deutschland leider so nicht möglich ist.
    Über Familie oder Kinder mach ich mir schon meine Gedanken, ich weiß die Sache hat die Note 6 in der Ausgangssituation, was soll man machen wo die Liebe hinfällt.

    LG rZ

  4. #4
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    Hallo rote Zora,

    darf ich fragen, was er als Künstler macht und wo die Schwierigkeit bei ihm liegt da wegzuziehen?

    LG
    Thessa

  5. #5
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    Hallo Thessa,

    er ist Kabarettist und spielt eher regionale Programme, die natürlich sehr auf die Mentalität, Dialekt und Geschichte der Leute in der ehemaligen DDR abzielen.
    Er versucht sich dort ein Existenz aufzubauen macht das jetzt seit mehr als einem Jahr Hauptberuflich und hat vorher schon zehn Jahre nebenbei als Kabarettist gearbeitet, er ist dementsprechend in dieser Region bekannt und wird das nicht aufgeben, was ich auch verstehen kann.

    LG rZ

  6. #6
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    Hi Zora,

    ich fuhr damals auch in den Osten, noch dazu in ein kleines, "vergessenes" Dorf. Der Mann, den ich kennen gelernt hatte, wollte dort auf keinen Fall weg. Hier lebe ich in einer Großstadt, mitten im Ballungsgebiet und habe mir eine Existenz als Selbständige aufgebaut, also auch meine Kunden hier. Damals war ich gerade in der Existenzgründungsphase. Ich habe das Kennenlernen bereits in der Anfangsphase abgebrochen. Es machte überhaupt keinen Sinn.

    Was macht er denn als Künstler? Das ist ein weiter Begriff....
    Kann er seinen Lebensunterhalt selbst erwirtschaften?
    Lass mich raten: Du fährst immer zu ihm, richtig?

    LG,

    Physalis

    EDIT: Sehe gerade, dass Du die Frage nach der Kunstrichtung beantwortet hast! Schwierig...hört sich in der Tat sehr regional begrenzt an.

  7. #7
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    Hallo rote Zora,

    danke Dir für Deine Schilderung. Ja, das hört sich schwierig an und kann ich gut nachvollziehen.

    Was bleibt Dir da für eine Perspektive? Eigentlich keine, da ich es auch richtig finde, dass Du Deine berufliche Existenz nicht aufgeben wirst.

    Da hast Du eine schwere Entscheidung vor Dir und darum beneide ich Dich in keinster Weise.

    LG
    Thessa

  8. #8
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    Hallo Thessa und Physalis,

    @Physalis, ja ich fahre meistens zu ihm hin und du warst da schlauer und hast es von vorhinein schon abgebrochen aber dafür hat es mich zu sehr erwischt

    danke für eure lieben Worte es ist in der Tat eine schwere Entscheidung, ich leide nur noch nicht genug um es zu beenden. Ich hoffe das der Monat den wir jetzt zusammen habe mir deutlich macht wie es für uns weiter geht, oder eben nicht. Aus Liebe erträgt man sehr viel und es ist ein schmaler Grat nicht daran kaputt zu gehen.

    LG rZ

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