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Thema: Fiktionen

  1. #1
    Neuling Avatar von gemeingefährlich
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    Standard Fiktionen

    So viel Whisky und so wenig Zeit.
    Ein Abend mit Freunden. Trinkende sind immer Freunde. Zumindest bis zum Beweis des Gegenteils. Unter Freunden gibt es manchmal Reibereien, denn was sich liebt, das neckt sich. Und trifft sich in der Notaufnahme wieder.
    Die Freunde taten das, was sie immer tun; trinken, „reden“, weltmännisch sein und absolut unzurechnungsfähig. Ich fühle mich nicht wohl unter Freunden. Was daran liegen könnte, daß ich selbst kein Freund bin.

    Also saß ich da mit meinem Glas in der Hand, noch einsamer als ganz ohne Freunde.
    Einige der Freunde bekunden ihre gegenseitige Zärtlichkeit durch einen kräftigen Stoß an keinen bestimmten Ort des Körpers - Hauptsache, dorthin wo es wehtut, denn wahre Männerfreundschaft tut immer weh. Andere waren bereits da angekommen, da sie ihre Freunde nicht mehr erkannten, und sich ernsthaft dem Barhocker als momentanen besten Freund zuwandten.

    Die Gesprächsfetzen, die ich wie unter einer Käseglocke wahrnahm, waren von der Belanglosigkeit der ganzen Situation geschwängert. Eine Zwangsgesellschaft, zusammengehalten nur durch den Alkohol.
    In den Diskotheken gibt‘s wenigstens noch das Balzverhalten gratis, aber dort wollte ich nicht hin. Zu weite Anfahrt und zu viele Rotlichtaktivitäten.

    Warum bin ich überhaupt dort hingegangen? Junge, Du mußt mal unter Menschen! Keine Akademiker, sondern richtige Menschen! Super! Jetzt war ich da, unter richtigen Menschen, und lernte die falschen schätzen. Das heißt nicht ganz, aber das geht ja auch gar nicht. Einsam bin ich unter allen Menschen - nur war dies eine andere Einsamkeit, eine neue Form von Einsamkeit. Nicht, daß das unangenehm gewesen wäre; im Gegenteil. Sich unter Freunden als Alien zu fühlen, ist durchaus nicht unschmeichelhaft. Es gibt Gruppen, in denen man gerne einsam ist. Nun, ehrlich gesagt, bin ich in jeder Gruppe gerne einsam.

    Bedauerlicherweise habe ich mich im Laufe der letzten Jahre daran gewöhnt, Lokalitäten (nicht solche freilich) aufzusuchen und dort Gespräche zu führen. Gespräche mit einem Menschen, bei dem ich wußte, daß er mich versteht. Daß er wirklich alles versteht, auch die non-verbalen Zeichen.
    Wenn man damit aufwächst, daß sich Geschichtslehrer mit einem „endlich mal auf Deutsch“ (was ist das? „Deutsch for dummies“?) unterhalten wollen, und daß man in Newsgroups und Foren der Lüge bezichtigt wird, weil man ja niemals 13 oder 14 Jahre sein kann und eigentlich nur ein pädophiles Arschloch ist, das sich nicht sonderlich gut verstellen kann - kurzum: Häufig Verständigungsschwierigkeiten hatte, da man nicht in der Lage war, jede Information adäquat zu vereinfachen, dann ist das eine verdammt coole Erfahrung. Auch in Anbetracht der Tatsache, daß keiner derjenigen, der verstand, was man sagen wollte, es auch wirklich teilte.

    Vergangenheit ... Und da sitze ich nun, unter Freunden, mit meiner Vergangenheit. Vor mir ein Glas Whisky, von dem ich weiß, daß ich es nicht trinken sollte. Das tue ich auch nicht - wer würde den einzigen Freund an so einem Abend denn töten wollen?
    Ich denke nach. Über alles und nichts. Keine neuen Pfade, keine gefährlichen Minenfelder - sondern zertrampeltes, brüchiges Gras, das schon viele Wanderschuhe gesehen hat.
    Ich hole meine E-Zigarette 'raus, ernte verständnisloses Lachen. Lächle, ob des verständnislosen Lachens. Höre Gesprächsfetzen. Ein Kleinstadtphilosoph - reichlich abgefüllt, aber das sind sie immer, besonders die Kleinstadtphilosophen - stellt die hochtrabende Frage, wie man Liebe „beschreiben“ würde. Er meine wirklich „beschreiben“ - „so wie Liebe schmeckt und riecht und so“ (er spielte auf die sinnliche Wahrnehmung an - zum Verständnis). Lachen. Anstößigkeiten. Verlegenes Schweigen. Jemand verweist auf sein Bier. Und prost! Der Schädel dankt‘s, besonders am nächsten Morgen. Liebe ist, wenn der Rausch nachläßt.

    Ich schaue mich um, nehme einen Zug von der E-Zigarette (Tiramisu - ein tabakähnliches Liquid hätte mich an diesem Abend vor Bitterkeit umgehauen) und sehe die Aschenbecher um mich herum. Lächle leise und denke mir, daß ich nach Hause gehen sollte.
    Auf dem Heimweg denke ich mir, daß ich ein ziemlich verbitterter Typ bin. Auch wenn mir das kürzlich noch (sehr indirekt, und sehr clever - rhetorisch betrachtet) im Chat unterstellt wurde, so bin ich nicht verbittert ob der Welt um mich herum - nicht einmal annähernd.
    Wenn sich eine unliebsame, aber gewohnte Lebenssituation gravierend ändert, man von heute auf morgen einen anderen Eindruck ob dieser Situation erhält - und einem der Grund für diesen Eindruck dann wieder abhanden kommt - dann entsteht eine sehr tiefe und schmerzvolle Lücke.
    Was das anbetrifft, bin ich stark verbittert. Vielleicht sogar noch mehr als das.

    Liebe schmeckt, als lecke ein Raucher in Ermangelung an Zigaretten einen Aschenbecher aus. Kalte trockene Asche - zeugend noch von dem zurückliegenden Akt des Rauchens. Liebe ist das keuchende, zischende, geifernde Schmatzen der Bisse, die in totes Gewebe eindringen.

    Pathetisch? Hell yeah!

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    Darkstar (03.08.2011),Jelka (02.10.2011),Lib (03.08.2011),okade (07.08.2011),sqrt-1 (03.08.2011),Suppenhuhn (04.08.2011)

  3. #2
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    A remote echo from inside, whispering deafening cries of a growing discomfort over experiencing myself as being too "incompatible" to value myself other than being literally "out of this world" - but still searching for my peace of mind in a world obviously searching for a piece of mind?


    "Der Frosch, der im Brunnen lebt, beurteilt das Ausmaß des Himmels nach dem Brunnenrand."
    (mongolisch)
    -----------------------------
    Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.
    (Immanuel Kant, 1724 - 1804)

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    gemeingefährlich (03.08.2011)

  5. #3
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    Ich nehme mal an, es ist ein Zitat. Als solches kommt es mir auch leise bekannt vor.
    Danke für den interessanten Einblick. Ich nenne es Einblick, weil es mir Deinen Fokus zeigt, mit dem Du diesen Text gelesen hast, was also für Dich wie hängenbleibt. Interessant, auch wenn's nicht viel mit dem zu tun hat, worum es mir geht.

    Gruß,
    gemeingefährlich

  6. #4
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    Nee, ist kein Zitat - es war nur der Versuch, mich, wie so oft gewünscht, auch mal kurz zu fassen. Selbst dann, wenn der Bilder-Zoo sehr umfangreich und weit verästelt ist

    Was Dein Text für Dich an Symbolik beinhaltet: kann ich nicht "wissen", daher das "?" am Ende.
    Ob ich mich mit einem "Fokus" an Deinen Post "herangemacht" habe? Jain.
    Ja: weil ich nicht mehr "sehen" kann, als meine persönliche Erfahrungswelt an Assoziationen zulässt - und ich versuche, diesen Prozess im Auge zu behalten.
    Nein: weil ich nicht mit vorgefassten (selektierten) "Analyse-Werkzeugen" auf (ausschließlich) in meinen Augen "relevante" Punkte blicke und so dann nur das "sehen" werde, was ich sehen wollte.

    Es war nur eines von vielen möglichen (denk- oder fühlbaren) Bildern - und auch nicht das einzige. Aber eines muss man ja irgendwann mal zum Ausgangspunkt für einen Austausch machen, oder? (Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass Du nicht beabsichtigt hast, einen Monolog zu führen )

    Die Antennen sind weiter auf ungefilterten Empfang geschaltet: alle.
    So wenig, wie ich Gewissheit beim "Verstehen" Deiner von Dir in Deine eigene Sprache gegossenen Bilder haben kann - so wenig dürfte dies auch umgekehrt der Fall sein: "... auch wenn's nicht viel mit dem zu tun hat, worum es mir geht" ...
    Das mag durchaus so sein (ist sogar wahrscheinlich) - muss es aber nicht.

    Sofern Dein Post eine "Aufforderung" zum Geben von Feed Back war - dann war meiner die Bitte um etwas weniger Nebel auf der Bühne.
    Willste pusten?


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    gemeingefährlich (03.08.2011)

  8. #5
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    Dieses Tagebuch heißt "Fiktionen" - es hat etwas mit mir zu tun, aber auch wieder nicht. Ich würde gerne das was ich hier hinein schreibe erst einmal für sich so stehen lassen. Die Ebene, auf der Du es verstanden hast, ist genauso richtig wie falsch - es macht ja keinen Unterschied. (Mein Kommentar war in der Hinsicht auch keinesfalls wertend gemeint, sollte sich das so dargestellt haben). Ich bin genauso Teil einer "Fiktion" wie das was ich schreibe - ob ich's wirklich erlebt habe oder eben nicht. Es sind Fiktionen und Fragmente, die ich hier hereinschreibe - wenn sie wem gefallen: Klasse.
    Aber es ist nicht mein Ansinnen, die Erklärungsebene überzustrapazieren. Was nicht heißt, daß Kommentare und Fragen hier keinen Platz haben (es ist ja öffentlich) - aber grundsätzlich ist für mich schon das meiste mit dem Beitrag selbst "gesagt".

  9. Der folgende Benutzer bedankte sich bei gemeingefährlich für den sinnvollen Beitrag:

    Darkstar (03.08.2011)

  10. #6
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    Standard Bin blind ...

    Sorry, hab übersehen, dass dies hier die Tagebuch-Sektion ist ...


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  11. #7
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    @Darkstar:
    Ich bitte Dich, kein Grund für einen peinlich berührten Smiley. Bloß weil das hier der Tagebuchbereich ist, ist es nicht auch automatisch der Jungfrauenstieg des Forums, auf dem Anfassen verboten ist. Kommentare sind durchaus erwünscht; das Problem mit dem "Sich-Erklären" ist halt nur immer, wie viel ist man bereit, preis zu geben und gibt man nicht mit einem einzelnen Beitrag aus seinem Leben schon mehr preis, als man eigentlich sollte, bildet sich aber dennoch ein, in dem Gefüge eines abgeschlossenen Beitrags so etwas wie eine "Kontrolle" zu haben.

    Zum Tagebuch:

    Mir sind gerade gut 70% eines Zahnes ´rausgefallen. Immerhin, die Füllung ist noch da (deutsche Wertarbeit). Geblutet hat‘s auch. Vielleicht bekomme ich jetzt eine Amalgamvergiftung; das wäre doch cool.
    Ich habe ein Sarrazingebiß (es schafft sich ab).

    War heute nachmittags wieder unterwegs. Genauso sinn- wie ziellos durch die Gegend fahren. Immer wieder einer Vergangenheit hinterherreisend, in der absolut depperten Hoffnung, eine Zeitschleuse könnte sich öffnen - der gute alte Fluxkompensator - und es wäre so wie früher. Bedauerlicherweise klappt es nie.

    Am Bahnhof schloß ich Dinge in einem Schließfach ein (meinen Ipod und einen Backgammonkoffer), in der Überzeugung, daß ich irgendwo hingehen würde. Vielleicht ja, daß ich gleich auf den Bahnhofsvorplatz laufen, und mir Madame in die Arme springen würde.
    Natürlich passierte das nicht.
    Der Selbstbetrug funktionierte nicht. Genauso, wie er auch die vorherigen Male nicht funktioniert hatte. Der einzige, der mir in die Arme lief, war ein Obdachloser (oder zumindest ein scheinbar Obdachloser). Wir hatten nicht sehr viel gemeinsam; jetzt haben wir zumindest das Sarrazingebiß, das uns eint.

    Er stand da und sah mich mit dem Blick an, mit dem man jemanden anschaut, von dem man nichts erwartet. Und Recht hatte er. In einer normalen Situation, in einem normalen Leben, in einem normalen gemeingefährlichen Zustande hätte er nichts erwarten können - und wäre er auf mich zugesprungen, vielleicht hätte ich dann das Sarrazingebiß komplettiert.
    Der Mann, der da vor mir stand, war so alt, daß er mein Opa hätte sein können - und genauso wie ihn stelle ich mir auch meinen Opa in seinem Sarg vor.
    Er war mager, die Haut eingefallen und aschfahl von zu vielen Zigaretten, zu vielen Nächten im Freien oder zu vielen Nächten im Allgemeinen.
    Ich fragte ihn, ob er hungrig sei - genauso gut hätte ich einen Verdurstenden fragen können, was er von einem Glas Wasser halte.

    Wir gingen in die Bahnhofsbäckerei, saßen dort, er aß, ich rauchte und wir beide sprachen kein Wort. Innerlich lachte ich über meine eigene Blödheit - auf so vielen Ebenen. (Jetzt lache ich nicht mehr; ich beobachte meine Blödheit, wie ein Riese ein unliebsames Insekt beobachtet, kurz bevor er es zertritt).

    Ich fragte ihn belangloses Zeug. Ob er wirklich obdachlos sei - ja, er sei wirklich obdachlos. Wie das in seinem Alter sein könne - und er sprach zum ersten Mal viel, sprach mit zärtlicher Stimme von einem durchschnittlichen, bescheidenen Leben, das in Hausverlust und Obdachlosigkeit geendet hatte. Die Frau sei verstorben, das Haus auf sie überschrieben und an jemand anderes weiter vererbt, er habe nicht genügend Zeit gehabt, sich eine neue Bleibe zu suchen und schon war das Arbeitsamt für ihn nicht mehr zuständig, wenn es um HartzIV-Zahlungen geht.

    Und da saß er nun - vor mir, einer kleinen Ratte, die ihm vom (mehr oder weniger lauter) erworbenem Verwandtengeld eine Mahlzeit spendierte und ihm Dampf ins Gesicht pustete. Auf diesen fabelhaften Moment wird er sich sein ganzes Leben lang gefreut haben. Sein Blick war dankbar und devot, dahinter, leise aufblitzend, Haß und Stolz. Beides berechtigt. Und wie berechtigt!

    Ich antwortete nicht auf seine Erklärung, denn was sollte ich ihm antworten? „Ich verstehe Sie, mein Herr“? Nein, ich verstehe ihn nicht. Genausowenig wie er mich versteht - für den Verständnispegel reicht‘s nicht mehr aus. Nicht mehr bei dem Altersunterschied.
    Statt einer Antwort fragte ich ihn, ob er Backgammon möge. Er bejahte und er hätte wohl auch bejaht, wenn ich ihn nach seiner Meinung zu einem schweren Tripper gefragt hätte. Er befand sich wohl in einem Zustand, aus dem heraus er mir kein „Nein“ mehr entgegenschleudern wollte. Ekelhafte Dankbarkeit, noch dazu für einen Mann seines Alters.

    Als ich aufstand und in Richtung des Schließfaches gegenüber ging, dachte ich keinen Moment daran, daß er weg sein könnte, wenn ich wiederkam. Ich erwartete, daß er genauso wie vorher dasitzen und mich anstarren würde, als sei ich eine Mischung aus Jesus und Damien, dem Höllensohn gleichzeitig.
    Stattdessen - was mir in Anbetracht der Erinnerung einen Schauer über den Rücken laufen ließ - war das Tablett weggeräumt und der Tisch mit einer Serviette abgeputzt. Er schaute mich mit einem Blick an, der wohl mehr gewinnend als wissend war - in dem Augenblick erschien er mir wissend genug, als daß ich unwillkürlich einen weiblichen Namen flüsterte, den er glücklicherweise nicht verstand.
    Wir spielten eine Zeit lang. Erst hatte ich den durchaus makaberen Gedanken, ihn um mein Geld spielen zu lassen, - verwarf ihn aber dann.

    Er kannte das Spiel, aber hat es nie wirklich ernsthaft gespielt. Zwischendurch stellte ich ihm Fragen à la: „Was ist Ihr Gameplan? Ihre Strategie? Wie wollen bzw. können Sie das Spiel am besten gewinnen?“, versuchte ihm zu erklären, was sein Take Point sei, aber gab‘ es auf, als ich merkte, daß es ihm auf einfache Weise tatsächlich Spaß bereitete.
    Nach einer Stunde hielt ich den Spaß und die damit verbundenen Erinnerungen nicht mehr aus. Entweder hätte ich Kuchen kaufen und den Tisch damit einschmieren müssen (was dem Material meines Koffers nicht zuträglich gewesen wäre), oder aber ich hätte irgendeine Panikattacke oder so etwas bekommen.
    Also verabschiedete ich mich und gab ihm das gesamte Geldbündel, das sich in meiner Innentasche befand. Er bedankte sich überschwenglich und ich wies ihn darauf hin, daß er der Ältere sei und daß ein solches Verhalten sich nicht anschickte. Und irgendwie gefiel ihm das - wenn er mir auch nicht sagen konnte, weshalb.

    Im Zug verfluchte ich es, ihm mein Geld gegeben zu haben. Spätestens an dem Punkt, als ich einen billigen Kaffee gebraucht hätte. Warum hatte ich überhaupt einem Fremden Geld gegeben? Ich kann es immer noch nicht genau sagen. Nein, das ist falsch - ich kann es überhaupt nicht sagen.
    Na ja, immerhin habe ich meinen Mantel nicht mit einem Teppichmesser zerteilt.

    Jetzt sitze ich hier blöd herum, mein Zahnfleisch blutet immer noch (wie gefährlich ist dieses gottverdammte Amalgam? Hätte ich mir ein besseres Material leisten können, würde ich nicht so beschissen verschwenderisch mit Geld umgehen, wie ich es heute Nachmittag getan habe?) und mein Gebiß ist nun fast so abgeschafft wie das des älteren Herrn heute. (Nicht ganz so sehr, das ginge auch gar nicht).
    Gelernt habe ich ebensowenig. Aber ich bin sowieso sehr schwach, was das angeht. Jemand der drei Jahre um eine Sache kreist wie eine Schlange, die nicht weiß, ob sie zuschnappen oder einen Hirnschaden riskieren soll, ist generell sehr schwach, was das angeht.
    Also - seid Ihr über 70 und braucht Geld? Kommt alle her - aber nur, wenn Ihr nicht aus dem Ruhrgebiet kommt. Mein Herz ist leer, aber das stört niemanden, solange meine Taschen voll sind. Und Ihr braucht mich nicht einmal zu bedrohen - ich bin eine leichte Beute. Die Beute, die nicht einmal merkt, daß sie eine Beute ist, ist immer die liebste und beste!
    Geändert von gemeingefährlich (04.08.2011 um 01:47 Uhr)

  12. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei gemeingefährlich für den sinnvollen Beitrag:

    Darkstar (04.08.2011),Suppenhuhn (04.08.2011)

  13. #8
    Neuling
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    ich mag deine ausdrucksweise und den unterschwelligen, beißenden sarkasmus.

  14. Der folgende Benutzer bedankte sich bei tannili2 für den sinnvollen Beitrag:

    gemeingefährlich (05.08.2011)

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