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Flashback
Ich benutze extra diese Tagebuch-Funktion, da es mir momentan nicht auf Fragen ankommt, die ich zu beantworten suche, sondern primär um das Schreiben an sich.
Also: Hallo an alle, die das lesen wollen.
Vor circa sieben Jahren habe ich meine Schwester beinahe bei einem Autounfall verloren. Sieben Jahre sind sehr lang, sieben Jahre hatte ich Zeit, das zu bewältigen, zu verarbeiten, zu "begreifen".
Aber: Es gibt Dinge, die kann man nicht begreifen.
Ich begreife es heute zum Beispiel nicht, wie ich überhaupt damit umgehen konnte; wie ich es verkraftet habe, das völlig zerstörte Auto zu sehen; oder wie ich an der Unfallstelle in dem angrenzenden Feld nach Gegenständen suchen konnte, die in dem Auto lagen; vor allen Dingen, wie ich die lange Wartezeit ertragen habe, als man sie stundenlang operierte, ja, ich wusste noch nicht einmal, ob sie überlebt; auch die Intensivstation ... wie sie dort lag, wie tot - für mich war sie nicht lebend in dem Moment - sie war blass und angeschlossen an diese ganzen Geräte.
Ich stand dort vor dem Bett, hinter mir eine Krankenschwester und zwei Ärzte, meine Mutter hielt die Hand meiner Schwester. Meine Mutter sagte zu mir: "Komm, Du kannst ihre Hand streicheln, das spürt sie!" aber ich konnte nicht, ich konnte nicht zu ihr gehen. Ich weiß nicht mehr, dass ich dort dann anfing zu zittern und zu weinen, ich erinnere mich nur noch, dass ich dann wieder auf dem Parkplatz des Krankenhauses stand und sehr dankbar darüber war, dass mein Vater sagte: "Das ist sehr schwer! Willst Du eine rauchen?"
In den Fällen bin ich wie mein Vater: Ich kann nicht sofort darüber sprechen - rauchen war definitiv besser!
Ja, ich habe darüber geredet. Zwei Jahre später nach diesem Unfall brach ich zusammen (nicht primär wegen des Unfalls) und kam in eine Klinik ... zweimal hintereinander, ziemlich lange.
Nun, vllt. habe ich doch nicht genug darüber geredet, denn ich war mit vielen anderen Dingen beschäftigt.
Als ich vor ca. 1 1/2 Jahren noch einmal eine Psychotherapie anfing, fragte mich mein Therapeut über meine Erlebnisse aus. Ich erwähnte am Rande den Unfall meiner Schwester. Er sagte: "Erzählen Sie mir davon!"
Und dort habe ich erst gemerkt, wie sehr mich das noch belastet. Ich sagte so etwas wie: "Na ja, so etwas passiert, so etwas passiert immer wieder!" und versuchte dabei zu grinsen.
Bevor dieser Unfall passierte, habe ich meine Schwester gehasst - wir haben uns nur gestritten, meine Eltern wollten uns noch nicht einmal alleine zu Hause lassen, als die in den Urlaub fuhren - sie haben gedacht, wir würden uns körperlich angreifen.
Tja ... und dann sieht man diese Person da liegen, dem Tode näher als dem Leben, ja, manchmal hatte ich das Gefühl, das Böse würde mich auslachen. Meine Schwester und ich haben diese zweite Chance genutzt, wir haben uns kennen gelernt.
Momentan distanziert sie sich von der Familie (rational verstehbar, emotional belastend) und daraus resultiert: Flashback.
Aber ich will das nicht wegschieben, ich will nicht mehr versuchen zu grinsen.
So, das wars ...
Danke fürs Lesen
P.S.: Danke Dark
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Der folgende Benutzer bedankte sich bei Gast5147 für den sinnvollen Beitrag:
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Flashback heute: Zurückerinnerung an meine Psychosomatik.
Eigentlich etwas für den Wut-Thread ... aber eigentlich auch nicht, denn an sich bin ich mehr ausgelaugt als wütend, mehr müde als aktiv.
Ist ja auch ****** egal. Fakt ist, ich habe mehrere Stunden heute in der Notfallambulanz verbracht (arrrgh ... ich hasse Ärzte!!!); Resultat? Null!
Ich habe nix und doch hatte ich etwas, sonst wäre ich ja nicht hingegangen ... mit Atemnot ist nicht zu spaßen, doch jede Art der Untersuchung ergab nichts ...!
Ich bin es leid ... es reicht mir ...!
Ich habe keine Lust mehr auf diesen sozialen Mist - das ganze freundliche Getue, die ständige Maskerade, dieses unendliche Jekyll and Hyde-Spiel, ich bins leid. Es ist mir ziemlich eklig geworden. Es ist mir sogar so eklig geworden, dass ich heute stundenlang das Gefühl hatte, ich könne nicht mehr atmen, weil ich kotzen müsste.
Nicht, dass das unbekannt wäre! Oh nein ... nein ... nein!
Aber ich werde gewiss nicht meinen nicht vorhandenen Schwanz einziehen ... es soll ruhig kommen, was auch immer da ist, was mich quält. Soll es ruhig kommen, wenn es meint, es könne mehr quälen als ich. Bitte! Ich bitte sogar darum!
Und wenn es nochmal kommt, dann werde ich nicht ausgelaugt sein, dann werde ich nicht müde sein!
P.S.: Der Ausbruch musste jetzt mal sein ...
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Zurückerinnerung an was?
Vielleicht Erinnerung an Tatsachen, die sich nicht ändern - wie sich auch die heiße Herdplatte nicht ändert; töricht draufgefasst, wie ein Idiot, als könne sie zu einer anderen Tageszeit, in einem anderen Umfeld urplötzlich an Hitze und damit ausgelöstem Schmerz verlieren.
Welch törichte Angelegenheit, die nur aus Emotionalität entstehen kann, niemals aus Überlegung. Niemals.
Der Mensch ist entbehrlich. Das mag für unzählige Personen etwas Furchtbares sein; für mich ist es eine Beruhigung. Der Mensch ist entbehrlich/Ich bin entbehrlich - das heißt: Mich hält nichts hier, mich bindet nichts.
Und weshalb diese Überlegung um fast drei Uhr nachts? Weshalb diese Unruhe? Weshalb die Unmöglichkeit des Schlafes? Weshalb die Düsternis wünschen aber nicht in ihr ruhen können? Weshalb hier überhaupt schreiben, in diesem Forum? Anderen, fremden Leute mitteilen, was ich denke?
An sich absurd ...
Ich kann nicht arbeiten und nicht ruhen und trotzdem bin ich fest in meinem Sein, auch fern von Notwendigkeit. Auch das ist beruhigend, rational.
Und was ist emotional beruhigend? Das weiß ich nicht - es liegt mir fern.
Verschieben wir´s auf morgen
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