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Thema: Flugangst!!

  1. #1
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    Standard Flugangst!!

    Hallo Community,
    ich habe ein ziemlich großes Problem mit dem Fliegen. Das Schlimmste ist nicht mal die Angst, abzustürzen, sondern dass ich der Situation hilflos ausgeliefert bin: einmal oben, komme ich so schnell nicht wieder runter. Auch die Höhe macht mir zu schaffen; ich würde lieber unter als über den Wolken fliegen.
    Außerdem finde ich es extrem unangenehm, wenn der Flieger startet:
    1. die Beschleunigung am Boden (in der Luft gehts dann)
    2. dieser Druck (weiß nicht genau, wie ich es beschreiben soll), den man beim schnellen Steigen am Kopf empfindet. Damit meine ich nicht den Druckausgleich mit den Ohren, davon merke ich überhaupt nichts, sondern dieses merkwürdige schwindelerregende Gefühl, wo man das Gefühl hat, zu fallen oder als ob ein schweres Gewicht auf dem Kopf liegt.

    Jetzt werden vll. einige sagen: dann flieg eben nicht! Aber das ist leichter gesagt als getan, denn irgendwann fliegen wir in der Schule auf Kursfahrt und wegen meinem Berufswunsch werde ich auch irgendwann fliegen müssen.

    Schöne Grüße Regenwurm

  2. #2
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    Bei Ängsten ist es ja oft so, dass es mal einen kleinen Kondensationskern gab und die Gedanken drum herum die ganze Sache vergrößern.

    Was wäre, wenn du dich einfach aufs Fliegen freuen würdest, die Beschleunigung genießen? Selbst hast du dabei ja keine Verantwortung. Beim Freeclimben wäre das was anderes.

  3. #3
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    Hallo probdi,
    ja das stimmt schon, dass ich mein Denken umstellen muss. Nur wenn ich dann kurz vorm Start im Flieger sitze und weiß, dass ich mich binnen weniger Minuten in 12.000 m Höhe befinden werde, helfen auch die besten Entspannungsmethoden nicht.
    Auch während des Fluges kann ich mich nicht ablenken, weil ich immer rausgucken MUSS, damit mir nicht noch schwindeliger wird. Ich habe dann immer das Gefühl, ganz aus dem Raum-Zeit-Kontinuum geworfen zu werden. Ohne Rausgucken kann ich mich gar nicht mehr orientieren.
    Schöne Grüße Regenwurm

  4. #4
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    Zitat Zitat von Regenwurm Beitrag anzeigen
    Nur wenn ich dann kurz vorm Start im Flieger sitze und weiß, dass ich mich binnen weniger Minuten in 12.000 m Höhe befinden werde,
    Genau an dieser Stelle sind deine Gedanken wieder an der falschen Stelle.

    Mittlerweile ist Fliegen so billig. Fliege doch einfach ein paar Mal Hin und Her. Versuche es zu genießen und die Angst wird weg sein.

  5. #5
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    Hallo Regenwurm,

    so richtig und wirklich kann ich Dir vermutlich nicht weiter helfen, denn Deine Flugangst besteht ja weiterhin, OBWOHL Du geflogen bist.

    Ich bin grundsätzlich überhaupt kein ängstlicher Mensch, speise mich bei etwaigen Gefahren eher mit rationalen Gedanken. Beim Fliegen ging es nicht, Ängste sind halt oft nicht rational, da hab ich mir schon bei der Vorstellung in die Hosen gemacht und somit Jahre/Jahrzehnte mit strikter Weigerung reagiert.

    In ausgelassener Geburtstags(sekt-)laune vor 5 Jahren sagte ich, nachdem wieder alle auf mich einredeten und meinen Freund in seinem Vorhaben unterstützten, einen Urlaub + Flug zu. Mir war schon beim Buchen schlecht vor Angst, obwohl noch Monate bis dahin vor mir lagen.

    Am Tag des Urlaubsantritts stand ich komplett neben mir; ich hatte mir bei Zusage allerdings die "Notbremse" eingeräumt; also eben nicht einzusteigen, wenns überhaupt nicht geht. Das war auch schon einmal ein "beruhigendes" Hintertürchen.

    Ich war ein totales Nervenbündel und bin, wie ein aufgescheuchtes Huhn durch die Gegend geflitzt, habe Freund und Freunde durch mein aufgeregtes Gesabbel fast in den Wahnsinn getrieben und letztlich in meiner Fusseligkeit alle möglichen Leute, die mit uns auf den Flug warteten, die Ohren satt gemacht...

    Mein erster Flug war GAR NICHT toll, Regen und keine Sicht (ich muss auch immer gucken), Flugzeug hatte ich mir komfortabler vorgestellt (aus Filmen....lach), es klapperte und rasselte, die Tragflächen bewegten sich und als ich mich gerade beruhigte kam die Ansage "Liebe Fluggäste, aufgrund von unerwarteten Turbulenzen, müssen wir Sie leider bitten, sich anzuschnallen"

    Mir sackte alles sonstwo hin, der Schreck stand mir wohl förmlich ins Gesicht geschrieben. Meinem Freund brach ich fast die Finger. Aber wirklich alle, die in meiner Nähe saßen, waren SOOOO lieb und aufmerksam, so fürsorglich, beruhigten mich, redeten Blödsinn, lenkten mich ab, sangen etc. . Das war sowas von herzerfrischend und die Angst verging wirklich "im Fluge".

    Die Landung war dann auch nochmal eine Katrastrophe für mich: (zu) kurze Landebahn auf einer kleinen Insel, Gekreische und Gequietsche der Bremsen, alle Leutchen wurden nach vorn in die Gurte gepresst und von komfortabler Beförderung war nicht viel zu spüren. Konfrontationstherapie pur für mich.

    Nach Aussteigen erst schlotternde Knie, aber ich musste ja auch wieder zurück. Das war dann ok und sogar schön.

    Bin danach auch wieder geflogen, und da ich sowieso ein ziemliches Plappermaul bin und bei Aufgeregtheit nicht an mich halten kann, nutze ich dieses auch und lasse es die "Umsitzenden" wissen, dass ich ängstlich bin beim Fliegen und sie mir notfalls eine Flasche über den Kopf hauen sollen, wenn ich Richtung Notausgang auf dem Weg sein sollte...

    Im Ernst, ich hab festgestellt, dass dies ungemein hilft. Allein und für mich wird die Angst unberechenbar und nimmt ihren eigenen Weg. Durch Ablenkung und Wissen der Mitreisenden, die diese Momente überdecken (können), Rumgeblödel oder spontan nach meiner Hand greifen, wenns ZU arg wird, konnte ich bisher alle diese Situationen wirklich gut und für mich verträglich überstehen. So, dass ich zwar nach wie vor ein mulmiges Gefühl hätte, aber niemals mehr z.B. einen Urlaub oder eine Berufstätigkeit aus DIESEN Gründen ausschlagen würde. Das ist mehr, als ich je zu hoffen gewagt habe bzw. vorher praktiziert und ich denke, es wird jedes Mal besser.

    Ich weiß nicht, WIE kontaktfreudig oder aufgeschlossen Du bist und ob es Dir möglich scheint, aber es war mir eine große Hilfe.

    LG Else

  6. #6
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    Hallo,
    @probdi: ja, wahrscheinlich hast Du Recht. Das einfachste ist manchmal das naheliegendste. Schon bei meinem 2.Flug (Rückflug) ging es etwas besser. Aber wenn ich mir jetzt vorstelle, nochmal zu fliegen, denke ich wieder so viel. Ich muss mich wirklich noch ein paar mal aufraffen, in den Flieger zu steigen, dann gehts bestimmt von Mal zu Mal besser.

    @Else08/15: danke für Deine ausführliche Geschichte. Das ist mal ein interessanter Ansatz! Ich hatte auf meinem 2.Flug auch einer Stewardess bescheid gesagt, dass ich große Flugangst habe. Sie hat dann auch beruhigend mit mir geredet. Aber Deine Methode müsste man wirklich mal ausprobieren!

    Schöne Grüße Regenwurm

  7. #7
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    Normale Verkehrsfliegerei ist relativ sicher, was der Angst leider egal ist.
    Vielleicht hilft der Film hier ja ein wenig, ist auch sonst ganz interessant:
    http://www.spiegel.tv/filme/ausbildung-pilot/

  8. #8
    Neuling
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    @ Regenwurm

    Nicht nur der Stewardess, sondern ALLEN Bescheid sagen

    Obgleich meiner Angst, hab ich diesen Flug wirklich als total lustiges Erlebnis in Erinnerung.

    Als wir ausstiegen, fragte mich fast jeder (die die entfernt saßen, ich allerdings zugequatscht hatte vorher), ob alles gut für mich war, ob ich mich wohl fühle...

    Mein Freund war sehr erstaunt, und fragte noch, woher diese Menschen dies alle wissen; er war sehr ruhig und abgeklärt und wartete sitzend in der Wartezone..... ich mischte während dessen die gesamten Fluggäste auf.

    @ amonda

    Danke Dir für den link, aber bitte nix für ungut: Es ist fast allen KLAR, das Fliegen eines der sichersten Transportmöglichkeiten ist. Das ist aber die Ratio, die leider nix ändert an der Angst. Diese IST eben nicht rational, so sehr ich mir dieses immer wünschte.

    Mich z.B. würde man als relativ "taffen" Typus bezeichnen! Souveränes Erscheinungsbild (und auch innerlich), "sportlicher" Autofahrer, der auch mal gern 260 h/km fährt, wenns geht, keine Angst in Zügen, keine Angst in dunklen Wäldern o.ä., in großen Teilen auf dem Wasser groß geworden, später Seglerin und lange Jugendleitung darin mit krisseligen Situationen, Reiterin ohne Helm und Sattel auf uneingerittenen Pferdels.... wie ich meine, recht rational und angstfrei in vielen Dingen. Vielleicht sogar unbedarft und unvorsichtig.

    FLIEGEN war ein komplett anderes Thema!!!! Da nützten keine Berichte, keine Statistiken, keine Filmchen....nix. Als ich das erste Mal einen Flug plante (das muss so um 1995 gewesen sein), da war ich SO angespannt, dass ich in ALLEN Nachrichten nur noch abstürzende Flugzeuge ortete... Fast, wie Frauen, die sich sehnlichst ein Kind wünschen und NUR NOCH Kinderwagen sehen....

    LG Else

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