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Thema: Fokussierung auf Lidschlag ( gibt es auch auf Atmung und andere Körperfunktionen)

  1. #9
    Schreiberling
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    Hallo...
    Also ich denke dass es eher umgedreht ist:
    Nicht die Brücke, Nicht das Notenblatte, nicht sonstwas sind für deinen Lidschlag verantwortlich.
    Du stellst es ja schon selbst richtig fest: "Fokussierung auf den Lidschlag"
    Klingt sicher leichter gesagt, als getan: Du solltest dich eben nicht auf deinen Lidschlag fokussieren

    Ich blinzel schon die ganze Zeit mit meinen Augen, um nachvolziehen zu können, was du da empfinden könntest.
    Wenn ich blinzel, dann ist das für mich irgendwie ein "Top", ein "Ja", ein "etwas, das man sich gut merken kann"
    Nun kann man sich aber nicht jeden Lidschlag merken... das kannst du mir nicht erzählen...
    Da ist es vielleicht gar nicht mehr der Lidschlag, sondern vielleicht das "Bild" für sich, das dort steht? Eine Brücke, ein Notenblatt...
    Was hat die Brücke für dich an Bedeutung (du meinst, es wäre die erste Begegnung deines Lidschlags), aber der Lidschlag interessiert mich da eigentlich nicht so.
    Spannender/Interessanter ist es was die Objekte, durch denen du an dein Lid erinnert wurdest an Bedeutung haben? Und ich vermute das Lid ist gar nicht so wichtig...

    Sprechen wir doch mal über die "gesehenen" Objekte... Was ging dir dabei durch den Kopf mit all seinen Empfindungen... Kannst du das beschreiben?

    lg

  2. #10
    Thea68
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    Hallo Guy,

    dieses nach meiner Ansicht zwanghafte Verhalten wäre eventuell gut mit einer Verhaltenstherapie zu behandeln. Die Angst- und Panikstörungen, die sich daraus ergeben, auch.

    Was haben denn die Ärzte, bei denen du in Behandlungs warst, eigentlich für eine Diagnose gestellt und was haben sie dir geraten?

  3. #11
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    Hallo!

    Fange jetzt wahrscheinlich eine Psychoanalyse an. Angesetzt sind 240 Stunden. 3 mal die Woche. Ich bin so schlimm auf meine Atmung fokussiert, dass es alle meine Kraft benötigt, überhaupt noch zu arbeiten. Könnte das die richtige Therapie sein, oder ist eine verhaltens- oder tiefenpsychologische- Therapie vielleicht die bessere für mich. Würde mich über Meinungen freuen. Die letzten beiden wären nur einmal die Woche.

    Alles Liebe

  4. #12
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    Hallo,
    fang diese Therapie doch erst einmal an und schau wie hilfreich das für dich ist. Wechseln zu einem anderen Therapieverfahren kannst du dann immer noch. Du hast normalerweise 5 probatorische beim Psychotherapeuten um zu testen, ob der Therapeut oder das Verfahren für dich stimmig sind.

  5. #13
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    Hallo Souful Guy,

    das alles ist jetzt etwas verspätet ...
    Aber ich bin mir ziemlich sicher die Antwort zu kennen. Ich denke, dass deine Probleme auf eine unbehandelte ADS mit sehr hoher Begabung(denn die Intelligenz bestimmt die Qualität des Wahns) und Feinfühligkeit zurückgehen. Ich hatte besagten Zwang auch bevor ich in medikamentöse Behandlung mit Methylphenidat ging.
    Dieser Zwang ist auf einen ziemlichen Selbsthass zurückzuführen und auf extreme Schuldgefühle. Bei mir war es so, dass sich der "Zwang" in der Kindheit ins Gehirn eingegraben hat. Ich war als kleines Kind im Auto zusammen mit meinen Eltern nach Luxembourg unterwegs. Es war sehr laut um mich herum und ich wusste nicht wie ich mit dieser "Reizüberflutung" klar kommen sollte. Kurz darauf habe ich dann meinen Lidschlag registriert und mein Fokus ist immer mehr ins Innere gegangen. Der Zwang war also ursprünglich eine Strategie um mich aus Reizüberflutungen rauszunehmen. Also eigentlich eine sehr nützliche Sache.

    Als ich circa 20 Jahre alt war, musste ich mich irgendwie weiterentwickeln. Es ging aus der Schule raus(Abitur im Sack), ich wechselte den Verein, fing ein neues Studium an.
    Es änderte sich also sehr viel. Ich setzte mich zunehmends selbst unter Druck und dadurch kam es bei mir auch zu besagtem perfidem Zwangsgedanke.
    Es ist eine Art ich-dystone Dissoziation die auf Selbsthass zurückgeht. Mit Methylphenidat und der Akzeptanz meiner Natur ist der Gedanke aber wie Feenstaub in der Luft zerfallen. Ich kann nun meine Begabung nutzen, liebe mich selbst.
    Ich denke was dir vielleicht auch helfen könnte ist die folgende Seite: ( Link editiert)
    Ich hoffe dir geht es besser

    Viele Grüße
    Geändert von Strolch (17.12.2016 um 22:06 Uhr) Grund: Verlinkung

  6. #14
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    Hallo liebe Freunde,

    ich hatte besagtes Problem auch. Bei mir war es eine Art Strategie aus einer Reizüberflutung in der frühen Kindheit rauszugehen. Ich kann mich noch genau an die Situation erinnern als es zum ersten mal auftrat. Ich war mit meinen Eltern auf dem Weg nach Luxembourg und saß im Kindersitz drin. Um mich herum war es sehr laut, meine Eltern stritten sich, mal wieder. In der Folge kehrte sich mein "Fokus" immer mehr in mein Inneres und ich "fokussierte" mich auf meinen Lidschlag.
    Sowas merkt sich ein schlaues Gehirn natürlich. :roll:
    Wenn es jetzt zu einer Belastungssituation oder Reizüberflutung kommt wird diese Art Dissoziation wieder ausgegraben. Es ist eine ich-dystone Art von Dissoziation die auf Selbsthass zurückzuführen ist :evil: . Diese Art von Dissoziation ist bei mir durch die Behandlung mit Methylphenidat verschwunden. Ich fühle endlich wieder und bin von dem Zwang befreit
    Also ist dieses Problem meiner Meinung nach auf ein Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom mit sehr hoher Begabung zurückzuführen. Man versucht den Vergiftungszustand ADS mit einem anderen Vergiftungszustand "Zwang" zu bekämpfen. Leider ist das natürlich nicht zuträglich. Aber ich habe selbst in diesem Zustand hervorragend funktioniert. Zwar konnte ich nicht mehr fühlen, aber meinen Pflichten konnte ich trotzdem nachgehen.
    Vielleicht noch eine hilfrreiche Seite ist hier:
    ( Link editiert )
    PS: Die Intelligenz bestimmt die Qualität des Wahns
    -- Quelle: ( Link editiert )
    Geändert von Strolch (17.12.2016 um 22:07 Uhr) Grund: Verlinkung

  7. #15
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    Für mich ist das Problem des bewußten Lidschlags sehr typisch für die Zwangsstörung. Natürlich sind meine Angaben ohne Gewähr, aber ich kenne mich als Betroffener mit Zwängen mittlerweile sehr gut aus. Die Zwangsstörung geht mit einer Basalganglienstörung einher, und die Basalganglien gehören zu den ältesten Regionen im Gehirn, das sich beim Menschen von innen (Basalganglien) nach außen entwickelt hat. Die Basalganglien kommen auch bei Tieren vor und sind mit den Instinkten verwandt, daß wir also Dinge, die für unsere Art evolutionär wichtig sind, ohne großes Nachdenken, d. h. unbewußt tun können. Sie sind für repetitive, ritualisierte und (semi-)automatisierte Vorgänge zuständig. Bei einer Störung der Basalganglien gehen uns diese instinktiven Vorgänge nicht mehr so ohne weiteres locker von der Hand. Dinge, die andere Menschen ohne großes Nachdenken tun, schießen uns ins Bewußtsein, und wenn diese Gedanken sich nicht verscheuchen lassen, wird das Leben zur Qual. Deswegen sind es immer wieder dieselben Dinge, die für Zwangsbetroffene zur Qual werden, etwa das Bewußtseinmachung des eigenen Atems, des eigenen Lidschlags, des eigenen Ganges, der eigenen Gefühlswelt usw. Psychologen haben auch herausgefunden, daß sich die Zwänge von 5jährigen und 25jährigen Betroffenen nicht großartig voneinander unterscheiden (Anmerkung von mir: sofern es sich nicht um komplexe Grübelzwänge handelt, die immer wiederr durchlebt werden, ohne daß es dabei zu einer Lösung kommen kann). Ich selbst hatte nach meinem letzten Versuch mit Sertralin nach einer Alternative gesucht, die von den gängigen medizinischen Hypothesen abweicht, da alle darauf basierenden Medikamente mir nicht helfen konnten. Seitdem ich Tianeptine nehme, geht es mir tatsächlich besser. Der einzigartige Wirkmechanismus ist den meisten traditionell denkenden Psychologen und Psychiatern zwar nicht geheuer, die deren Serotonin-Hypothese erschüttert; aber das Medikament wirkt, und vor allem bei denen, die auf die klassischen Medikamente nicht anspringen.
    Geändert von Sisyphus (18.12.2016 um 00:46 Uhr) Grund: Gegensatz zur ADHS herausgenommen, weil auch typisch für eine Störung der Basalganglien, wie ich nach Google-Recherche erfuhr

  8. #16
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    Hallo Sissyphus,
    Das alles ist mit Sicherheit alles richtig. Aber gerade mein Fall zeigt, dass dieser Zwangsgedanke eben nicht ein Zwangsgedanke im klassischen Sinne ist, sondern ein auto aggressiver Gedanke á la ADS. Aus Soulful guys Äußerungen, hört man eine deutliche Getriebenheit heraus und eine Unfähigkeit zur Entspannung: "Urlaub war sowieso immer schwierig. Entspannung war sowieso immer ganz schwierig." So der Tonus im Text. Für mich gibt es nichts schlimmeres als Urlaub, denn im Urlaub vor allen Dingen wenn er mit meiner ADS FAMILIE war, wollte mir Entspannung auf Deibel komm raus nicht gelingen, im Gegenteil. Man konnte mich in der Regel fast in die Klapse einliefern lassen.

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