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Thema: Frage eines Politologen für eine Hausarbeit...

  1. #1
    Neuling
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    Standard Frage eines Politologen für eine Hausarbeit...

    Hallo,

    ich schreibe gerade eine Arbeit die sich u.a. mit der Wirkung der Medien und der unzähligen Ansprachen durch Politiker an das amerikanische Volk auf die Meinung zum Einmarsch in Afghanistan und dem Irak beschäftigt.

    Hierzu kommen die Diskursanalyse sowie die Theorie des (Sozial) Konstruktivismus zum Einsatz.

    Jetzt bin ich gerade dabei, einige Auftritte und Ansprachen von Politikern wie Bush z.B. zu analysieren, und frage mich, wie man Folgendes - vereinfacht dargestellt - im Fachjargon nennt:

    Bush weiß immerwieder darauf hin, dass "wir" Amerikaner angegriffen wurden, dass "wir" in tiefer Trauer sind, aber dass "wir" auch mutig genug sind, zurückzuschlagen und "wir" dies und das machen müssen.

    Einmal geht es hier ja klar um Identitätbildung, "the process of othering" und die Kreation eines Feinbildes, was sich u.a. ja sehr gut mit dem (Sozial) Konstruktivimus erklären lässt.

    Aber mit diesen, sich immerwieder wiederholenden Aussagen bewirkt er ja (durchaus gewollt), dass viele an den Fernsehschirmen und vor dem Podium sich angesprochen fühlen und sich z.B. denken "Ja stimmt, er hat Recht. Ja genau, das müssen wir tun" usw. was auch einen Zusammenhalt (Patriotismus) schafft. Aber wie nennt man jetzt in der Psychologie, dass das Subjekt dieser Ansprachen sich angesprochen fühlt, und seine Entscheidungen zu handeln evtl. durch die Wiederholung solcher Aussagen hiervon geleitet, ja vielleicht sogar kollektiv kanalisiert werden? Das Subjekt nimmt die Informationen auf, verarbeitet sie und kommt zu dem Schluss, dass es richtig sei, in den Krieg zu ziehen.

    Selbstverständlich ist dies vereinfacht dargestellt und nicht für 100 Prozent der Amerikaner zutreffend. Aber ich denke doch, dass sehr viele keine Alternativen zu den Kriegen sahen - gerade auch weil ihnen nichts anderes geboten wurde, und immer und immer wieder eingetrichtert wurde, was zu tun ist.

    Ich hoffe es ist verständlich was ich meine. Für jegliche Fachtermini und weiterführende Fachliteratur bin ich dankbar!

    VG

  2. #2
    Nachwuchs Autor Avatar von martinspin
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    Da kannst du ruhig den Begriff Manipulation verwenden.

    Zitat Zitat von Wikipedia
    Wer Unterlegenheitsgefühle, mangelndes Selbstvertrauen oder Angst hat, lässt sich leichter täuschen, ist leicht manipulierbar. Manipulation von Menschen verfolgt Ziele und dient dazu, andere Menschen hinsichtlich ihres Verhaltens zu beeinflussen. Der Begriff der Manipulation ist in diesem Kontext negativ besetzt;
    Bedingung für die Massenmanipulation

    1. Schon Kinder werden so erzogen, dass die Moral des Staates als die einzig Wahre und Richtige dargestellt wird.
    2. Je absoluter die moralischen Ansprüche eines Staats sind, umso grösser ist die Gefahr der Massenmanipulation.
    3. Es werden permanent Feindbilder aufgebaut und die Angst geschürt.
    4. Der gemeinsame Feind verbindet die Nation innerlich und es kommt aussen zum Schlagabtausch mit dem Feind.

    Die Opfer sind meist die kleinen Leute, die im Glauben an die gerechte Sache in den Krieg ziehen, sterben, verwundet werden oder traumatisiert zurück kehren. Jedem unbefangenen Beobachter ist klar, dass Kriege in erster Linie durch wirtschaftliche bzw. sich bereichernde Motivationen ausgelöst werden. Die Manipulation verschleiert solche Tatsachen und verlegt die Aufmerksamkeit auf den moralischen Aspekt. Oft hilft der Krieg einem in sich zerrissenen und labilem Staat, die Leute durch den Aufbau von Feindbildern von den eigentlich Zuständen abzulenken. Das sorgt für eine kurzfristige Stabilität in der Bevölkerung und stärkt das schwindende Wir-Gefühl. Dringt man bis zur Perönlichkeit eines Anführers durch, kann er mit geschickter Manipulation der Massen seinen persönlichen Machtanspruch durchsetzen.
    Liebe Grüsse, Martin

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  3. #3
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    Mir scheint, als hätte ich bereits einen potentiellen Gegenleser für meine Arbeit ausgemacht

    Danke, der Begriff "Manipulation" hätte mir mal durchaus auch selber in den Kopf kommen können...

    Haben Sie denn einen Literaturverweis, gerade für Punkt 1. und 2.?
    Sie zielen in jedem Fall in die richtige Richtung, da 3. und 4. in meiner Arbeit bereits behandelt werden. Das Gesamtkonzept möchte ich aber ungern öffentlich hier preisgeben...

    "Gesellschaftliche Massenmanipulation" ist in jedem Fall ein schönes Stichwort, welches ich definitiv verwenden werde.

    Vielen Dank und VG!

    Zitat Zitat von martinspin Beitrag anzeigen
    Da kannst du ruhig den Begriff Manipulation verwenden.



    Bedingung für die Massenmanipulation

    1. Schon Kinder werden so erzogen, dass die Moral des Staates als die einzig Wahre und Richtige dargestellt wird.
    2. Je absoluter die moralischen Ansprüche eines Staats sind, umso grösser ist die Gefahr der Massenmanipulation.
    3. Es werden permanent Feindbilder aufgebaut und die Angst geschürt.
    4. Der gemeinsame Feind verbindet die Nation innerlich und es kommt aussen zum Schlagabtausch mit dem Feind.

    Die Opfer sind meist die kleinen Leute, die im Glauben an die gerechte Sache in den Krieg ziehen, sterben, verwundet werden oder traumatisiert zurück kehren. Jedem unbefangenen Beobachter ist klar, dass Kriege in erster Linie durch wirtschaftliche bzw. sich bereichernde Motivationen ausgelöst werden. Die Manipulation verschleiert solche Tatsachen und verlegt die Aufmerksamkeit auf den moralischen Aspekt. Oft hilft der Krieg einem in sich zerrissenen und labilem Staat, die Leute durch den Aufbau von Feindbildern von den eigentlich Zuständen abzulenken. Das sorgt für eine kurzfristige Stabilität in der Bevölkerung und stärkt das schwindende Wir-Gefühl. Dringt man bis zur Perönlichkeit eines Anführers durch, kann er mit geschickter Manipulation der Massen seinen persönlichen Machtanspruch durchsetzen.

  4. #4
    Roman Verfasser
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    Propaganda, Manipulation, kollektive Verdrängung (des eigenen Bösen), sich selbst als fehlerlos darstellen, Fehler bei anderen sehen, Projektion.

  5. #5
    Moderator Avatar von phel
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    Hallo, leakim!

    An dieser Stelle empfehle ich Psychologie der Massen, von Gustave Le Bon. Hitler besaß ebenfalls ein Exemplar.

    Besonders interessant für dich, Kapitel 3: "Die Führer der Massen und ihre Überzeugungsmittel". ( Zweites Buch )

    Liebe Grüße!
    Geändert von phel (01.12.2011 um 14:56 Uhr)

  6. #6
    Neuling
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    Zitat Zitat von phel Beitrag anzeigen
    Hallo, leakim!

    An dieser Stelle empfehle ich Psychologie der Massen, von Gustave Le Bon. Hitler besaß ebenfalls ein Exemplar.

    Besonders interessant für dich, Kapitel 3: "Die Führer der Massen und ihre Überzeugungsmittel". ( Zweites Buch )

    Liebe Grüße!
    SUPER! Genau sowas habe ich gesucht!
    Immer nur her mit den Lit.verweisen

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