hallo Mario,
ja nach dem Krieg zu Zeiten Deines Onkels war das vll so..
Ich halte es für fatal, sich an einer solchen Einstellung festzubeißen. Die Welt ist dafür viel zu schnell in Bewegung und zu global geworden, um sich auf einen solchen Lebensweg noch versteifen zu können. Lass Dich da bloß nicht unter Druck setzen.
Es ist heute durchaus keine Seltenheit mehr, mehr als einen Beruf im Laufe seines Lebens lernen zu müssen bzw. grosse Veränderungen in seinem Berufsbild zu erleben. Es kann auch die längste Betriebsangehörigkeit und beste Ausbildung einen heute nicht mehr vor Kündigung und Pleite schützen. Und gerade diese Leute sind es, die sich dann massiv schwer tun, neu anzufangen, oft einen haufen Verpflichtungen durch Eigentum sich angehäuft haben, da sie eben diesen Lebensentwurf fest im Kopf haben, und daher plötzlich alles verlieren können. Wenn man sich dann ausschließlich darüber definiert hat, ist das ein wirklich hartes Los.
Und man kann immer jüngere Chefs bekommen, aus den unterschiedlichsten Gründen. Das sollte heute aber kein Problem mehr sein. Versager und Luftpumpen gibt es mehr als genug, aber das hängt wirklich nicht vom Alter ab.
Was sich parallel zur Berufswelt stark verändert, ist die Altersstruktur. Du kannst ja auch nicht mehr, wie Dein Onkel, denken, Du arbeitest linear vor Dich hin und gehst dann irgendwann in Rente. Die Rente wird in Deiner Generation reines Privatvergnügen sein, vll von einer staatl. Mindestrente mal abgesehen. Also werden sehr viele seeehr lange arbeiten. Da ist 35 noch gar nix.
Ich krieg da echt nen Hals, wenn ich solche Reden höre. Diese Kategorisierung von Gewinnern und Verlierern. Und was ein absolutes Muß wäre. Es kommt immer auf die eigene Lebenszufriedenheit an. Möglich, dass Du Dich lieber mal intensiver Deinen Kindern widmest. Weil vll (hoffentlich) die Generationen der abwesenden Väter ausgedient haben. Oder dass Du in der Lebensmitte Deine wahre Berufung findest. Das ist überhaupt nicht selten.
Im Gegensatz Deines Onkels wirst Du diese Möglichkeiten haben, ohne verlacht zu werden (ausser von den ewiggestrigen und dummen, aber wen interessiert das schon) Das Leben ist vll einfacher, wenn es so klar gegliedert ist wie in der Welt Deines Onkels. Aber Deines kann dafür vielfältiger und reicher auf einer anderen Ebene sein. Es ist Deine Wahl. Such Dir Leute, die wie Du ticken, dann tust Du Dir leichter
Und Du kannst ja öfter mal Biografien lesen. Da wirst Du auch entdecken, dass es ganz unterschiedliche Lebenswege gibt, auch mit Brüchen, auch wenn man nicht im richtigen Stall geboren ist.
lg Gaby