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Alt 23.05.2009, 07:58   #1 (permalink)
Neuling
 
Registriert seit: 24.12.2006
Beiträge: 94
Standard Frage zu Berufsperspektiven

Hallo !

Ich hoffe, dass ich hier in die richtige Kategorie schreibe. Ich möchte folgendes mit euch diskutieren:

Ein Kumpel von mir hat letztens behauptet, dass er in einem Gespräch mit seinem Onkel erfahren hat, dass man bereits mit 35 Jahren schon viel im Beruf erreicht haben muss, um nicht irgendwann später in den Bereich der Stagnation zu kommen. Er teilt im jedem Fall die Aussagen seines Onkels.

Der Onkel meinte, dass die Wahrscheinlichkeit nach diesen 35 Lebensjahren immer größer wird, dass man irgendwann einen jüngeren Chef haben könnte und dann wird es schwierig überhaupt noch beruflich weiter zu kommen bzw. auf der Karriereleiter nach oben zu steigen.

Was haltet ihr davon? Ich kann mir das irgenwie nicht so richtig vorstellen und ehrlich gesagt, fühle ich mich durch die Aussage auch ziemlich unter Druck gesetzt, was meine weitere berufliche Entwicklung angeht. Für mich klingt das ein bisschen nach dem Muss eines perfekten beruflichen Werdegangs.

Klar muss man sich irgendwann für einen klaren Berufsweg entscheiden, aber muss man denn wikrlich mit Mitte 30 schon deutlich was erreicht haben ?!

Bin gespannt auf euer Feedback !

MFG
Mario ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.05.2009, 09:27   #2 (permalink)
Gast784
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

hallo Mario,

ja nach dem Krieg zu Zeiten Deines Onkels war das vll so..

Ich halte es für fatal, sich an einer solchen Einstellung festzubeißen. Die Welt ist dafür viel zu schnell in Bewegung und zu global geworden, um sich auf einen solchen Lebensweg noch versteifen zu können. Lass Dich da bloß nicht unter Druck setzen.

Es ist heute durchaus keine Seltenheit mehr, mehr als einen Beruf im Laufe seines Lebens lernen zu müssen bzw. grosse Veränderungen in seinem Berufsbild zu erleben. Es kann auch die längste Betriebsangehörigkeit und beste Ausbildung einen heute nicht mehr vor Kündigung und Pleite schützen. Und gerade diese Leute sind es, die sich dann massiv schwer tun, neu anzufangen, oft einen haufen Verpflichtungen durch Eigentum sich angehäuft haben, da sie eben diesen Lebensentwurf fest im Kopf haben, und daher plötzlich alles verlieren können. Wenn man sich dann ausschließlich darüber definiert hat, ist das ein wirklich hartes Los.

Und man kann immer jüngere Chefs bekommen, aus den unterschiedlichsten Gründen. Das sollte heute aber kein Problem mehr sein. Versager und Luftpumpen gibt es mehr als genug, aber das hängt wirklich nicht vom Alter ab.

Was sich parallel zur Berufswelt stark verändert, ist die Altersstruktur. Du kannst ja auch nicht mehr, wie Dein Onkel, denken, Du arbeitest linear vor Dich hin und gehst dann irgendwann in Rente. Die Rente wird in Deiner Generation reines Privatvergnügen sein, vll von einer staatl. Mindestrente mal abgesehen. Also werden sehr viele seeehr lange arbeiten. Da ist 35 noch gar nix.

Ich krieg da echt nen Hals, wenn ich solche Reden höre. Diese Kategorisierung von Gewinnern und Verlierern. Und was ein absolutes Muß wäre. Es kommt immer auf die eigene Lebenszufriedenheit an. Möglich, dass Du Dich lieber mal intensiver Deinen Kindern widmest. Weil vll (hoffentlich) die Generationen der abwesenden Väter ausgedient haben. Oder dass Du in der Lebensmitte Deine wahre Berufung findest. Das ist überhaupt nicht selten.

Im Gegensatz Deines Onkels wirst Du diese Möglichkeiten haben, ohne verlacht zu werden (ausser von den ewiggestrigen und dummen, aber wen interessiert das schon) Das Leben ist vll einfacher, wenn es so klar gegliedert ist wie in der Welt Deines Onkels. Aber Deines kann dafür vielfältiger und reicher auf einer anderen Ebene sein. Es ist Deine Wahl. Such Dir Leute, die wie Du ticken, dann tust Du Dir leichter

Und Du kannst ja öfter mal Biografien lesen. Da wirst Du auch entdecken, dass es ganz unterschiedliche Lebenswege gibt, auch mit Brüchen, auch wenn man nicht im richtigen Stall geboren ist.

lg Gaby

Geändert von Gast784 (23.05.2009 um 09:33 Uhr)
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Alt 25.05.2009, 20:28   #3 (permalink)
Gast1006
Gast
 
Beiträge: n/a
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Hallo Mario,

bevor man sich um Mitte 30 Sorgen macht .... sollte man Ende 17 mal ein Top Schulabschluss und Mitte 20 ein Top Studium Abschluss haben - dann ist Mitte 30 ein Klacks!
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Alt 25.05.2009, 20:49   #4 (permalink)
Schreibkraft
 
Benutzerbild von Pure
 
Registriert seit: 15.12.2008
Beiträge: 218
Standard

Zitat:
Zitat von Der Kümmerer Beitrag anzeigen
Hallo Mario,

bevor man sich um Mitte 30 Sorgen macht .... sollte man Ende 17 mal ein Top Schulabschluss und Mitte 20 ein Top Studium Abschluss haben - dann ist Mitte 30 ein Klacks!
Denkst du das wirklich?

Sicherlich ist es mit Top Abschlüssen einfacher. Aber ich denke, es ist einfach auch schlimm, was heute so in der Gesellschaft verbreitet wird. Immer dieses reden von "du musst nen Top Abschluss haben.....du musst einen klaren Lebenslauf haben...du musst Karriere machen...".

Viel zu selten hört man da "Mach das, was du willst, egal, was es ist."

Geht es in unserer Welt denn nurnoch um das Geld und die Karriere?

Ist es nicht auch möglich ein kleines ruhiges dasein zu leben, mit einem kleinen genügsamen Job, der einen zufrieden stellt? Ohne ganz oben auf der Karriereleiter zu stehen?

Ich für meinen Teil wähle den Weg des ruhigen, bescheidenen Lebens. Mir ist es wichtiger Ruhe und Zeit für mich zu haben. Mir reicht es, grade soviel Geld zu verdienen dass ich mir eine Unterkunft leisten kann. Ein Autom noch um Mobil zu sein. Und natürlich was zu Essen. Alles was da sonst dazukommt ist dann Bonus.

Und da sollte jeder mal in sich gehen und für sich beantworten, wo man hin will. Womit man zufrieden ist.

Wenn man sich vorstellen kann mit wenig zufrieden zu sein, dann kann man das ruhig verfolgen. Da sollte man sich dann nicht reinreden lassen.

Wer Karriere machen WILL und für den das eine anspruchsvolle Aufgabe ist, dann kann er das machen.

Jeder wie er mag.

Und anstatt solchen Unfug zu verbreiten, dass man bis 35 ganz oben sein muss, könnte man mal versuchen sich selbst ein Bild von der heutigen Arbeitsstrucktur zu machen und lieber den Rat geben, dass man heutzutage zum Glück viele Optionen hat.
Pure ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.05.2009, 20:53   #5 (permalink)
Gast784
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Zitat:
Zitat von Der Kümmerer Beitrag anzeigen
- dann ist Mitte 30 ein Klacks!
...vorausgesetzt, du hast bis dahin keine 5 Kinder mit 3 Frauen, oder Dein Eigenheim auf 30 Jahre Ratenzahlung ausgerichtet, während Dein achsotoller Arbeitgeber Dich kurzerhand mal auf die Strasse setzt, für was es heute keine wichtigen Gründe mehr braucht und auch keinen Schutz gibt. Und vorausgesetzt natürlich, der Markt hat sich nach der langen Ausbildungszeit nicht wieder um 180 Grad gedreht, und Du kannst Dir Deinen tollen Abschluss übers Bett hängen, aber ansonsten erstmal nicht mehr vergolden.

Die Stolperfallen auf dem Drahtseil sind zahlreich und man sollte nicht zu blind den Vorgängern nachrennen.
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Alt 25.05.2009, 21:00   #6 (permalink)
Gast1006
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Hallo,

wer wird denn so kleinbürgerlich und krisenmediengeschüttelt reagieren ?

Letztendlich ist aber doch nicht von der Hand zu weisen, das bevor ich um die Probleme in 15 Jahren "die Molli" mache .... sollte man doch erstmal die Herausforderungen für der Haustür meistern.

Das andere kommt doch dann irgendwann von alleine !

Hier wird doch wieder eine Alibilegende für Versager geboren: Ich konnte im Kindergarten nicht "die Schleife" lernen weil mich mein Lebensweg beim erwarteten 35 Lebensjahr sooooo schon in jungen Jahren beeinflußte.
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Alt 25.05.2009, 21:06   #7 (permalink)
Gast784
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Dass Du der Gewinner und alle anderen Versager sind, das wissen wir ja schon längst Kü Und dass die Welt schwarz und weiss ist, ja sowieso.

Es ist mir nur immer wieder schleierhaft, wie einer, der dermaßen sich selbst immer lobt und glücklich preisst, so viel Zynismus nötig hat. Aber ich komm vom Thema ab, sry.
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Alt 25.05.2009, 21:21   #8 (permalink)
Gast1006
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Hallo Gabi,

nein ...das hat doch nix mit mir zu tun ....sondern ist doch heut zu Tage "Motto in unserer Gesellschaft geworden"...:

Es ist Chic Probleme zu haben .... und dann natürlich Probleme die existentiell sind. Aber es ist durchaus nicht chic dies mal zu hinterfragen! Sondern das breiig und bis zur Unendlichkeit zu theoretisieren - ja da paßt.

Ich kann noch so unzufrieden oder genervt sein ....

- ein vernünftiger Abschluss ist besser als keiner

- und als Erwachsener hier der Jugend Wasser auf die Mühlen zu geben, dass Zukunftangst berechtigt ist weil Abschlüsse nur was fürs übers Bett sind, ist vieleicht nicht eure Intention aber .... ist es fraglich wie so etwas bei Jüngeren ankommt.

Ich glaube das Entäuschungen für jeden früh genug kommen .... das muss man nicht noch pflegen und einen Altar dafür bauen.
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berufsperspektiven, frage

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