Hallo, ich bin neu im Forum und habe mich angemeldet, weil mich schon seit längerem gewisse Fragen beschäftigen.
Meine Mutter leidet unter Depressionen und unter Angstzuständen (Herzrasen-> Krankenhaus, die können nicht wirklich helfen). Sie ist in Behandlung bei einer Psychologin, da sie auf ihrem Arbeitsplatz (angeblich, sie ist generell empfindlich) gemobbt wird. Ihre Kindheit früher war nicht einfach: sehr kalter Vater, der auch seine Frau unterdrückte. Bei Gesprächen fällt es auf, dass sie alles immer mit dem "Beziehungs-Ohr" (nach Schulz von Thun) aufnimmt. Sei es nur, dass ich zu ihr sage: "Guck mal die Ampel ist grün", dann motzt sie mich an und zetert darauf los. Es war doch nur mein Appell, dass sie losfahren soll, nicht dass sie zu dumm ist um Auto zu fahren. Dieses Problem ist auch schwerwiegend in der Beziehung mit meinem Vater. Kommunikation ist schwierig und Meta-Kommunikation ist ihr ein Fremdwort.
Mich und meine beiden Brüder hat sie als wir klein waren immer geschlagen/verprügelt, wenn wir nicht nach ihrer "Nase" getanzt haben. Dabei kann man das auch bei ihrem fast schon Ordnungszwang nicht wirklich. Vorhin gab es eine 30-minütige Diskussion mit meinem Vater, weil er den Stuhl nicht richtig an den Platz gestellt hat. Als Kind kann man dem auch natürlich nicht gerecht werden. Mein Bruder ist deswegen auch ziemlich "angeknackst". Er hat die meiste Gewalt erfahren und später auch mit dem Messer gedroht, weil er nicht wusste wohin er mit seiner Trauer und Wut sollte.
Eine Umarmung habe ich von meiner Mutter nur sehr selten erfahren. Das letzte Mal hat mein Vater sie gezwungen mich zu umarmen, als ich schwer krank war. Sie kann halt keine emotionale Wärme geben.
Nun ist mein Problem, dass ich nicht genau verstehe wie so eine psychologische Therapie funktioniert. Sie erzählt wahrscheinlich der Psychologin ihre Probleme, dabei weiß sie sie doch eigentlich gar nicht, wenn sie zu uns sagt "ihr macht mich krank". Die Psychologin weiß doch eigentlich gar nicht worin die Probleme in der Familie oder im Umfeld wirklich bestehen, oder irre ich mich da? Wie erfährt sie diese? Theoretisch dürften die Psychologen den Patienten doch gar keinen Glauben schenken, weil diese ja wissen, dass die Patienten ihre Umwelt anders (ich sage extra nicht falsch) wahrnehmen.könnt ihr mich da aufklären?
Ich selber bin eine sehr empathievolle Person und versuche auch so weit es geht mit ihr auszukommen und über ihren scheinbaren Ordnungszwang hinwegzusehen, aber teilweise erschließt sich ihr Verhalten mir überhaupt keiner Logik und ich will doch nicht als der Dumme im Raum darstehen ! Ich selber kann ja auch nicht alles ertragen.
Bitte helft mir, vielen Dank
LG Seem


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