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Thema: fressattacken...gewichtszunahme..unglücklich...

  1. #1
    Neuling
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    Unglücklich fressattacken...gewichtszunahme..unglücklich...

    Hallo

    ich steige am besten ohne großes tamtam mal ein...
    ich bin 21 jahre alt und habe das gefühl essgestört zu sein.
    (habe mich schon auf vielen internetseiten erkundigt und alles deutet eigentlich auf die binge-eating-disorder a.k.a. "Essattacken" hin.)
    seit einigen jahren ist es bei mir ein hin und her..ich habe phasen in denen ich kaum etwas esse und ziemlich appetitlos bin, aber glücklich!
    dann gibt es phasen, in denen ich über mein sättigungsgefühl hinaus esse und selbst bei magenschmerzen keinen grund zum aufhören sehe. in diesen phasen fühle ich mich extrem unwohl, weiß aber nicht wie ich von alleine aufhören kann. die phasen enden jedesmal einfach von alleine...

    das problem an der sache ist, dass ich mit jeder "essphase" zunehme, schaffe es aber nicht das "angefressene" wieder abzunehmen..
    in 3 jahren habe ich mich von wunderbaren 60kg (die mir damals aber irgendwie zu viel waren) auf die heutigen 78kg bei einer größe von 1,63m angefressen! Allein bei dem BMI heißt das ÜBERGEWICHT.
    Ich bin schon soweit, dass ich ekel empfinde, wenn ich meinen nackten körper im spiegel sehe...

    zudem weiß ich nicht, was die ursache an allem ist.
    ich würde mein leben nicht als ein komplettes trauma und trauer bezirk bezeichnen.
    dennoch habe ich nicht wenige unschöne lebenserfahrungen hinter mir:

    meine oma, die in usa lebt, hat meine ernährung schon immer zu kontrollieren versucht. ich war als kind schon nicht wirklich dünn, weshalb ich von ihr mehr oder weniger auf diät gesetzt und zum bewegen aufgefordert wurde, sobald ich den sommer über drüben war.

    mein vater hat meine mutter schon vor meiner geburt betrogen, danach war es auch nicht besser. sie hat ihn aber wegen meines kleinen bruders und mir immer zurück kommen lassen. seit 6 jahren sind sie getrennt, seit 4 jahren geschieden. er lebt bei seiner freundin 350km von uns entfernt. meine mutter lebt mit meinem bruder bei ihrem heute verlobten und seinem 12 jährigen sohn. bis vor 2 jahren habe ich dort auch noch gewohnt (20km von unserer heimatstadt entfernt), bin aber zum anfang meines studiums und weil ich mit ihrem damals noch lebensgefährten nicht klar gekommen bin zu meiner deutschen oma gezogen.

    ich zog zu meiner oma in meiner heimatstadt. sie war chronisch lungenkrank und meine hilfe und anwesenheit kam ihr eigentlich gelegen (vor allem weil mein opa 2 jahre zuvor verstarb). im sept letzten jahres ist auch sie einfach eingeschlafen und nicht mehr aufgewacht. das hat mich schon sehr mitgenommen, grade weil ich noch in ihrer wohnung wohnte und mich logischerweise alles an sie erinnerte. es war komisch.

    dann musste ich zwangsweise ausziehen und habe zum glück recht schnell eine gute und günstige wohnung gefunden. seit gut einem jahr lebe ich nun alleine.

    zudem scheiterte eine 3,5 jährige beziehung im letzten jahr, was mich auch ziemlich niederschlug. danach hatte ich einige monate lang eine "wilde phase" in der ich dachte keine liebe zu brauchen und nur sex mir ausreichen würde.
    nunja..heute weiß ich, dass ich ein beziehungsmensch bin und einen partner brauche...es macht mich fertig jeden abend alleine in meiner wohnung in meinem bett zu liegen und zu wissen, dass ich allein bin.

    möglicherweise ist das die hauptursache..aber wie kann ich mir da helfen? ich habe bis jetzt noch nicht den richtigen gefunden mit dem ich zusammensein würde... muss ich etwa so weiter leben, bis mir mein zukünftiger partner über den weg läuft?

    ich war schon in 2 sportvereinen für eine bestimmte sportart, weil diese meine leidenschaft ist. allerdings wurden in beiden die menschen so unangenehm und alles so anstrengend und verpflichtend, dass es mir mehr stress bereitete, als dass es mir einen ausgleich zu meinem alltagsstress bot. die motivation für ein fitnessstudio fehlt mir. da habe ich leider schon eine menge geld verloren, weil ich zahlte und nie hinging.

    es sind noch einige sachen dabei, die nicht direkt mich betreffen, mich aber dennoch belasten, weil es nahestehende personen betrifft.

    habt ihr irgendwelche tipps oder aufbauende worte aus eigener erfahrung, die mir vielleicht helfen könnten?

    danke jetzt schonmal für eure zeit und hilfe!

  2. #2
    Neuling Avatar von DieSchlumpfine
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    Hey Ducky!

    Ich kann leider zu den Ursachen deines Problems nicht viel beitragen, dazu hab ich wirklich keine AHnung und möchte mich hier nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Aber ich glaube, wenn in der Jugend/Kindheit das Körpergewicht schon eine so große Rolle spielt und die Kinder auf Diät gesetzt werdn, kann sich das nur ins Hirn einbrennen...
    Meine Mutter war immer sehr schlank, ich in der Pubertät auch etwas pummelig. Meine schlanke Mutter machte ständig Diät und unterstützte mich auch schon früh darin. Keine Ahnung. Auf jeden Fall ging es mir ne ganze Zeit wie dir. Was ich eigentlich möchte, ist dir ein paar Tipps geben. Ob es für dich passt, weiß ich nicht.
    Als ich auszog war auch schnell der Kühlschrank mein bester Freund! Bei Langeweile, bei Kummer... Das muss man ändern! Lenke dich ab, wenn die Fressattacken kommen! Gehe raus, spazieren, telefoniere oder besser treffe dich mit Freunden... Sowas!
    Ich habe mir für ein paar Monate oder Wochen einen Plan gemacht. Drei geregelte Mahlzeiten am Tag, an denen auch gegessen wurde. Ausgewogen und so, dass es satt macht. "Zwischendurch" essen habe ich mir nach und nach abgewöhnt. Nicht "nebenbei" essen! Bewusst den Tisch decken, hinsetzen, essen! Zu den Mahlzeiten ohne an Kalorien oder so zu denken, satt essen. Langsam essen, ohne Fernsehen oder Zeitung lesen. Bei mir sind die Abende alleine vorm Fernseher die schlimmsten! Nebenbei kann man den ganzen Abend essen ohne genug zu bekommen... Wenn es dich doch packt, versuche zu überlegen, ob du wirklich Hunger hast! Oder was fehlt dir eigentlich? Ist es das Essen oder Gesellschaft? Oder Beschäftigung?
    Das erfordert ungeheure Disiplin am Anfang, aber irgendwann hat man den Rhythmus... Fang bloß nicht an, die große Diät zu starten! Dann kommst du erst recht wieder in die Fressattacken! Weil man sich ja denkt "Och, das kann ich wieder runterhungern, ab morgen" und weil der Körper nach der Diät danach schreit!!!
    Sicherlich schadet es nicht, mal mit einem Ernährungsberater oder Psychologen o.ä. zu reden, der sich damit auskennt und das Problem in Begleitung anzugreifen.

    Vielleicht konnte ich dir etwas helfen!!!

  3. Der folgende Benutzer bedankte sich bei DieSchlumpfine für den sinnvollen Beitrag:

    ducky (13.09.2011)

  4. #3
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    Was genau isst du denn? Manche Sachen machen süchtig. Ich habe meinen Heißhunger auf Süßes/Salziges mit Mundwasser überwunden. Ich habe wochenlang auf Einkäufe verzichtet, wo irgendwas mit Suchpotential liegen könnte. Immer, wenn ich zum Schrank laufen wollte, habe ich mir die Sachen angeguckt, ohne sie anzufassen. Dabei habe ich mir die Frage gestellt, ob das in dem Moment wirklich nötig ist. Letztenendes ist das ganze auch nur eine unnötige Strategie, um Stress abzubauen. Lieber mache ich etwas anderes als mein Geld für Essen zu verschwenden, wenn es eh nicht mehr als 4 Stunden überlebt!!!
    aufwachen, träumerle...!


  5. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Fernsehturm für den sinnvollen Beitrag:

    ducky (13.09.2011)

  6. #4
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    @ schlumpfine:
    deine tipps sind echt gut und ich denke sie könnten auch helfen..nur fehlt mir in solchen momenten die motivation, aufzustehen und rauszugehen oder mich mit freunden zu treffen...auch die disziplin mit dem geregelten essen habe ich nicht. ich bin sehr oft mit meiner cousine und ihrem freund unterwegs. da kommt es sehr oft vor, dass wir spontan mal irgendwo essen gehen oder wir uns etwas bestellen oder auch selbst kochen. sobald dann aber diese sachen nicht in meinen plan passen, weil sie den rahmen sprengen oder so, denke ich schon, dass es keinen sinnn mehr hat und gebe es auf. ich habe leider auch schon viele diätarten ausprobiert.. von weight watchers über low carb bis hin zu protein shakes als ersatzmahlzeiten. keine erzielte wirklichen erfolg, sodass ich anschließend immer im jojoeffekt landete und noch mehr zunahm.
    ich danke dir aber trotzdem für deine hilfe und deinen rat!!

    @fernsehturm:
    naja..
    am häufigsten ist es brot...da es schnell gemacht ist. und da landen dann meistens mindestens 4 bis 6 scheiben plus "nachtisch" in meinem magen.
    aber auch salzige snacks oder schokolade reizen mich hin und wieder. das mit dem wundwasser bzw zähneputzen habe ich auch schon gehört...habe ich auch schon ausprobiert, aber irgendwann kam ich mir irgendwie doof vor mich "auszutricksen", also hab ich es gelassen..
    ich versuche immer irgendwie mir ausreden einfallen zulassen (für mich selbst) weshalb ich mir das jetzt erlauben kann - "ich habe heute 5 stunden auf der arbeit gebügelt und wenig oder nicts dabei gegessen.mein körper braucht das jetzt" oder "ich gehe doch eh gleich raus mit freunden. wer weiß wann ich da das nächste mal essen werde. so hungere ich wenigstens nicht" etc...eigentlich ziemlich dumme ausreden aber in diesem augenblick denke ich mir was solls, essen!
    es sind ja nicht mal teure sachen. brot und belag kosten zusammen vllt 3 max.4 euro..

  7. #5
    Neuling Avatar von DieSchlumpfine
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    Ich habe mir mein Essverhalten komplett strukturiert ne Zeit lang. Soll heißen jeden Tag Buch geführt! So ne Tabelle, ohne Kalorien zählen: Drei Mahlzeiten [], keine süßigkeiten [], kein Alkohol[] etc... Alles was ich wichtig fand! Anfangs habe ich viele Haken nicht machen können. Aber irgendwann war ich stolz auf jeden einzelnen... Und dann ging es irgendwann ohne! Leider auch nur, bis mich der Diätwahn wieder überkam.... Nun fange ich auch wieder von Vorne an....

    Es ist vorbei, doch idiotischerweise will ich immer noch bei dir sein
    Es ist vorbei - und ich will nicht begreifen: Jeder Mensch ist für immer allein

  8. #6
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    mh ist vielleicht keine so schlechte idee...
    muss mir dann eigene stichpunkte einfallen lassen. alkohol trinke ich nur bei anlässen und wenn dann nur in maßen. und auf süßigkeiten kann ich nicht komplett verzichten (sollte man ja auch nicht) würde mir vorkommen wie auf entzug... :S

    schade dass du von vorne anfangen musst.

    wünsche dir auf jedenfall dass du das schnell wieder in den riff bekommst!

  9. #7
    Roman Verfasser
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    das mit dem wundwasser bzw zähneputzen habe ich auch schon gehört...habe ich auch schon ausprobiert, aber irgendwann kam ich mir irgendwie doof vor mich "auszutricksen", also hab ich es gelassen..
    ich versuche immer irgendwie mir ausreden einfallen zulassen (für mich selbst) weshalb ich mir das jetzt erlauben kann - "ich habe heute 5 stunden auf der arbeit gebügelt und wenig oder nicts dabei gegessen.mein körper braucht das jetzt" oder "ich gehe doch eh gleich raus mit freunden. wer weiß wann ich da das nächste mal essen werde. so hungere ich wenigstens nicht" etc...eigentlich ziemlich dumme ausreden aber in diesem augenblick denke ich mir was solls, essen!
    Lies Dir das nochmal durch!
    Dich mit dem Mundwasser "austricksen" findest du nicht gut, aber mit Ausreden trickst Du dich dann doch wieder aus. Widersprüchlich in sich.
    Schlumpfine hats auf den Punkt gebracht: Ohne Disziplin läuft nichts.
    Und das ist hart, anstrengend und es kostet viiiiel Kraft, seine Gewohnheiten zu ändern. Fang mit kleinen Dingen an und dann erfreue Dich an ihnen und schöpfe daraus die Kraft für weitere.

    LG, Kaja
    Jeder hat gesagt "das geht nicht", bis einer kam, der das nicht wusste und es einfach gemacht hat.

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    DieSchlumpfine (14.09.2011),ducky (18.09.2011)

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