Hallo,
ich schreibe gerade an einer literaturwissenschaftlichen Hausarbeit
und analysiere ein Märchen nach der Freud.
Zur weiteren theoretischen Unterstützung habe ich mir noch
Bruno Bettelheim (Kinder brauchen Märchen) mit ins Boot geholt.
Und nun bin ich auf eine Stelle bei Bettelheim gestoßen, die für
meine Analyse sehr wichtig sein könnte. Aber ich bin mir nicht
ganz sicher, ob sie mit der Freudschen Theorie übereinstimmt.
Nach meinem laienhaften Verständnis (bin ja schließlich in der
Literaturwissenschaft zuhause und nicht in der Psychoanalyse)
passt es schon, da Bettelheim sich ja eh immer sehr stark an
Freud orientiert hat.
Aber ich hätte gerne noch mal eine Einschätzung von einem "Profi".
Es geht um den Punkt 'Selbstdefinition' des Kindes.
Das Kind definiert sich grundsätzlich durch Abgrenzung, das kann aber
aufgrund der tiefen Abhängigkeit zur Mutter nicht so ganz klappen.
Dafür wird ein Dritter benötigt, an den sich das Kind emotional bindet, neben
der Mutter, und so Vertrauen mit einer anderen Person als der eigenen
Mutter aufbaut und auch noch Selbstvertrauen (in die eigenen
Entscheidungen) gewinnt. Es geht also um die Findung der eigenen
persönlichen und sozialen Identität.
Meiner Meinung nach passt das zu Freud im Bezug auf die allgemeine
Prägung durch die Eltern, Generierung des Ichs und auch ein bißchen zum Ödipus-Komplex.
Liege ich damit richtig oder komplett falsch!
Oder hat Bettelheim sich hier doch eher bei Lacan orientiert?
Es wäre echt toll, wenn sich jemand aus dem Forum damit auskennt
und sich dazu äußern könnte.
Vielen lieben Dank im Voraus!!!


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