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Thema: Freund bettelt um Anerkennung bei Familie

  1. #1
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    Standard Freund bettelt um Anerkennung bei Familie

    Mein Freund ist fast 30 Jahre alt und seit einigen Monaten in einer leicht depressiven Phase. Wir sind seit fast 10 Jahren ein Paar. Jeder von uns hat sich im Laufe der Zeit etwas beruflich aufgebaut.
    Nun haben wir bzw. er ein Problem mit dem, was man sich aufgebaut hat. Er fühlt sich als Mann vor mir und seiner Familie wie ein Versager, weil alles in der Wohnung ich bezahlt habe und auch ansonsten finanziell besser gestellt bin als er. Früher war das nie ein Thema, aber irgendwann kam bei ihm der Punkt, wo er sich wohl unterlegen (oder sowas) gefühlt hat.
    Für mich persönlich war das nie ein Problem, im Gegenteil - ich teile gerne mit dem Menschen, den ich liebe.
    Er hat einen super Job, der ihm auch viel Spaß macht. Aber jetzt kommt das große Aber: ich habe nun nach all den Jahren den Eindruck bekommen, dass seine Eltern ihm nie das Gefühl gegeben haben, etwas gut gemacht zu haben. Oder ihn gelobt haben. Sein Bruder hingegen wird vergöttert und immer auf ein Podest gestellt - warum auch immer. Er hat meiner Meinung nichts besseres geleistet, im Gegenteil.
    Aber das ist bei denen so ein Familiending. Mein Freund bettelt förmlich um deren Anerkennung, die er aber niemals bekommen wird. Das geht soweit, dass er seine Eltern mir vorzieht, obwohl ich ihn noch nie hängen hab lassen - im Gegensatz zu denen.
    Hinzu kommt, dass er auch kaum Freunde hat, weil er sehr schüchtern und zurückhaltend ist. Er klammert sich immer nur an den Bruder, der ihn nur ausnutzt und ihn braucht, wenn niemand besseres in der Nähe ist.

    Versteht mich nicht falsch - ich möchte keinen Keil reintreiben. Aber er muss sich endlich mal - um seiner selbst Willen - etwas von der Familie lösen. Er ist ein erwachsener Mann und kein Kind mehr, das immer Liebe und Zuwendung der Eltern und Geschwister braucht. Unserer Beziehung tut das auch nicht gut. Er kennt das Problem im Grunde ja, aber er ist nicht fähig, sein Leben mal selbst in die Hand zu nehmen und eigene Wege zu gehen. Immer müssen die Eltern eingebunden werden, die ihm immer nur die kalte Schulter zeigen und ihn links liegen lassen.
    Ich sehe ja, wie er leidet. Aber sie haben ihm als Kind nicht die Liebe und Anerkennung gegeben, die er gebraucht hätte und werden es auch jetzt mit fast 30 nicht tun. Sie sind halt einfach so.

    Manchmal hat er dann Phasen, wo er sich auch wie ein kleiner hilfloser Junge verhält. Das ist aber erst seit knapp 1 Jahr so. Er ist so verschlossen und redet einfach nicht über seine Gefühle.
    Ich bin echt ratlos, schließlich liebe ich ihn, aber langsam zerrt das enorm an uns und es wird immer schlimmer statt besser.

    Ich hab ihm ja schon vorgeschlagen, sich professionelle Hilfe zu holen, um sich diese Last nehmen zu lassen. Aber das lehnt er vehement ab. Ich kann doch nicht zusehen, wie er immer weiter in diesen Strudel gerät.

  2. #2
    Neuling
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    Standard um Anerkennung buhlen

    Hallo

    Einiges von dem du schreibst trifft auch auf das Familinsystem meines Mannes zu: Bruder, der vorgezogene, der Alleskönner, der Überflieger, aber dann auch mit der Zeit der Arrogante, der sich nicht mehr ganz an die Gesetze hält um ans Ziel zu können. Sein Motto: ich muss nicht fragen, ich muss mich an nichts halten, ich erreich immer meine Ziele.

    Mein Mann war das Gegenteil: anpassungsfähig, ruhig, schüchtern, viele Jahre ohne Erfolg. Seine Familie stellte ihn immer hinten an, neben seinem Bruder. Mein Mann hatte Stress so. Sozialen Stress. Er wurde darunter auch krank: er musste dann jahrelang Medikamente nehmen. Die Krankheit gefährdete seine berufliche Laufbahn aufs Ûbelste. Mein Mann war in der Folge lange Single, da auch kein Erfolg bei Frauen. Obwohl er ein sehr lieber und auch sehr gutaussehender Mann ist.


    Ich bin überzeugt davon, dass die Familie deines Mannes nicht unwesentlich dazu beiträgt, dass seine seelische Gesundheit gefährdet wird. RIchte das bitte unbedingt, von mir deinem Mann aus. Er muss sich unbedingt um dich und um seine jetzige Familie kümmern und den anderen auch mal die kalte Schulter zeigen. Er darf sich nicht so unterwerfen, das ist ungesund, macht schwach.

    Seit mein Mann seine eigene Familie hat (Wir sind Patchwork) und während einer Erkrankung von mir ganz hart unten durch und ungeheim viel leisten musste, erfuhr, wie stark leistungsfähig er eigentlich ist. (Seine Herkunftsfamilie hatte ihm das Gegenteil eingeimpft!) MEin Mann übte eine neue Rolle ein, entdeckte sich ganz neu.

    Dann kam bei ihm der Wandel: er lernte in unserer Notzeit seine Familie in einem ganz anderen Licht kennen: nicht mehr so lieb und spendabel, sondern plötzlich sehr egoistisch und eben, dem Bruder helfend und nicht ihm. Die Familie verriet uns, stellte uns hintennach, mobbte uns und zog die Interessen des Bruders vor: die Familie forderte, dass wir während Krankheitszeit wieder ausziehen aus dem gemeinsamen Ferienhaus (gehört meinem Mann und dem Bruder zu gleichen Anteilen. (sie mobbten uns aufs Übelste obwohl wir krank waren. der Bruder erhielt im Gegensatz dazu überdimensionale Hilfen: sie schenkten ihm 100000 (!) CHF um sein Geschäft zu retten. Rausgemobbt wurden wir, weil man das Ferienhaus auch die Wohnung meines Mannes (!) vermieten wollte. (Wir fanden heimlich geschaltete Internetannonce). Erzähl diese Geschichte mal deinem Mann. In Notfällen zeigt sich dann das wahre Gesicht der Familie, vor allem dann, wenn sie wählen müssen. .... Erzähl ihm unsre Geschichte und frag ihn ob es sich lohnt solchen Leuten nachzuspringen. Unsere Erfahrung: Nein, sich loslösen und sich um sein eigenes Leben kümmern. Um Annerkennung buhlen nützt nichts..

    Seither hat mein Mann die Nase voll von dieser Familie und liess sie fallen. Wir alle liessen sie nun fallen: keine Telefone mehr nichts. Mein Sohn schickt keine Zeichunungen mehr. Wir lassen sie das spüren. Mal schauen, was mit der Zeit so passieren wird.

    Mein Mann muss das nun eine Zeit lang so machen, weil er heute gesund ist und weil seine neue Rolle nicht mehr zum alten Familiensystem passt. Seit er sich abrgrenzt von seiner alten krankmachenden Rolle ist er stärker geworden.

    Zum Problem, das du mehr verdienst als dein Mann und er sich dadurch unterlegen fühlt, dazu kann ich nur wenig sagen: vielleicht kannst du ihn ermutigen indem du sagst, du könntest seine Aufgabe im Job nie so gut wie er. Darin sei er besser. Leistung zeigt sich doch nicht nur anhand vom Lohn!

    Viel Glück.

  3. #3
    Neuling
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    Standard

    Ich habe verloren - er ist zurück zu seiner Familie und hat alles aufgegeben. Ich kann ihm nicht mehr helfen.

  4. #4
    Neuling
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    Standard verloren

    Oh nein!
    hab ich richtig verstanden? Hat er die Beziehung zu dir nun gekanzelt? Oder ist er nur rückfällig geworden, was die Familie betrifft.

    wenns so ist, dann wär ers auch nicht wert.

    Dann will er lieber kleiner Junge spielen, statt erwachsenen Mann.

    Ich will dir bestimmt nicht dreinreden, sondern dich nur ermutigen: Es gibt noch andere Männer, reifere Männer für dich.

    Denke an dich und alles Gute

    Alles Gute

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