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Thema: Freundin erkrankt

  1. #1
    Neuling
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    Standard Freundin erkrankt

    Hallo Zusammen,

    ich bin ein wenig in einer emotionalen "Zwickmühle" und hätte gern mal ein paar Meinungen dazu.

    Ich habe eine sehr nette Frau kennengelernt. Wir verstehen uns gut und es sieht stark danach aus, dass aus uns mehr werden könnte.

    Sie hat mir jetzt erzählt, dass sie an Multiple Sklerose erkrankt ist. Sie hatte bisher erst einen Schub und man merkt ihr die Erkrankung auch nicht an. Trotzdem hab ich irgendwie ein ungutes Gefühl für eine evtl. Beziehung. Ich hab ein sehr schlechtes Gewissen bezüglich dieser Gedanken, aber irgendwie hab ich sie immer im Hinterkopf. Es ist sicherlich sehr egoistisch gedacht, aber ich kann die Gedanken einfach nicht entkräften. Natürlich kann ich ja auch jeder Zeit schwer erkranken.

    Der 2te Punkt ist, dass sie ca. 100 KM von mir entfernt wohnt. Das "stört" mich auch ein wenig.

    Somit bin ich leider ein wenig in der Klemme. Ich mag sie sehr und könnte mir auch mehr vorstellen, andersrum sind da die o.g. Punkte. Ich möchte weder ihr noch mir falsche Hoffnungen machen. Daher hoffe ich vielleicht auf ein Paar Hinweise / Anregungen hier im Forum.

    Vielen Dank schon mal !

  2. #2
    Loewenzahn
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    Hast Du schon mal ehrlich mit ihr über diese Situation gesprochen ?

  3. #3
    Neuling
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    Nein und das möchte ich eigentlich auch nicht. Weil ihr das so oder so weh tun würde.

  4. #4
    Loewenzahn
    Gast

    Standard

    Wenn ich diese Frau wäre würde ich mir Ehrlichkeit wünschen .

    Das tut weh aber danach ist ein Neuanfang möglich .

    Was nützt es monatelang etwas vorzuspielen und sich dann doch zu trennen ?

    Würde sie sich dann wirklich besser fühlen ?

    Hättest Du dann ein besseres Gewissen ?

    Ich bin da mehr dieser Alles-oder-nichts-Typ.Man ist mit ganzem Herzen dabei oder man lässt es bleiben .

    Wahrscheinlich spürt sie sowieso schon die Wahrheit .

    Hast Du Dich schon über die Krankheit belesen ?Vielleicht besteht Doch eine Chance ?

    War da mal Liebe zwischen Euch ?

    Besteht die Chance ,dass Ihr trotzdem noch gute Freund sein könntet ?

  5. #5
    Nachwuchs Autor
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    Standard

    Andere Frage Schneemann,
    stelle Dir vor, Du bist mit einer Frau zusammen, sagen wir mal 2 Jahre und sie bekommt die Diagnose; vielleicht auch länger und ihr wohnt schon zusammen - was machst Du dann?

    Gruss Thessa

  6. #6
    Verleger Avatar von Physalis
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    Zitat Zitat von Schneemann82 Beitrag anzeigen
    Ich habe eine sehr nette Frau kennengelernt. Wir verstehen uns gut und es sieht stark danach aus, dass aus uns mehr werden könnte.
    Ist dies so zu verstehen, dass ihr noch ganz am Anfang seid, ihr euch also noch nicht näher gekommen seid?

    Ich sehe einen Unterschied, ob man am Anfang eines Kennenlernens steht, oder sich bereits in einer festen Partnerschaft befindet, wenn eine Krankheit auftritt.

    Mal ein anderes Beispiel: Ich würde keine Beziehung mit jemandem eingehen, der massive finanzielle Schwierigkeiten hat. In einer Lebenspartnerschaft würde ich meinen Mann aber nicht verlassen, wenn er unverschuldet in Geldnöte kommt.

    Lernt man jemanden kennen, ist es z.B. völlig legitim zu sagen, dass man keine Beziehung möchte, weil der andere optisch nicht den eigenen Vorstellungen entspricht. Da sagt keiner was, obwohl niemand etwas für sein Aussehen kann. Ich finde dies ebenso viel oder wenig "ok", jemanden wegen einer Krankheit nicht als Parnter zu wünschen.

    Ich habe es erlebt, wie es ist, wenn ein nahestehender Mensch schwer krank ist. Ich habe jedes Verständnis dafür, wenn jemand sich dies nicht für viele, viele Jahre seines Lebens vorstellen kann.
    Geändert von Physalis (08.11.2011 um 21:10 Uhr)

  7. #7
    Neuling
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    Erstmal vielen Dank für Eure guten Antworten.

    Wir stehen wirklich noch quasi am Anfang. Hatten bisher 5 Verabredungen und sie hat sehr stark signalisiert, dass sie mehr möchte als Freundschaft. Auch ich kann mir mehr vorstellen, allerdings schwebt da immer noch der Gedanke, was ist, wenn ihre Krankheit schlimmer wird. Ich hab schon sehr viel über die Krankheit gelesen und es heißt auch nicht zwangsläufig, dass man im Rollstuhl landet. Aber das Risiko, dass es passiert, ist schon groß. Ich sehe dann immer ein Bild vor mir, wie sie im Rollstuhl sitzt. Das belastet mich dann sehr.

    Andersrum kann es natürlich auch passieren, dass mir was Schlimmes zustößt oder auch, dass unsere Beziehung vielleicht nicht lange halten würde und aus anderen Gründen zerbricht. Da steht ja auch noch die Entfernung zwischen uns. Ich möchte nur nicht, erst uns beiden Hoffnung machen und dann doch einen Rückzieher machen.

  8. #8
    Verleger Avatar von Physalis
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    Standard

    Hallo Schneemann,

    was ist das eigentlich das Problem mit den 100 km (ca. 1 St. 15 min Fahrtzeit?)? Das ist doch nur so ca. 1 St. 15 min Fahrtzeit, oder? Ich denke, das kann man ein paar Jahre machen, wenn man mobil ist, oder?

    Was die Krankheit angeht, so kann ich Dich verstehen. Ich kenne auch eine Familie, da hat der Vater MS. Ich bin mit der Frau gut bekannt und sie sagt offen, dass sie auf sehr, sehr viel verzichtet hat. In den letzten Jahrzehnten konnte sie nichts mehr mit ihrem Mann unternehmen, geht überall alleine hin und die Verantwortung für Haus und Garten liegt auch bei ihr. Sie sagt, dass sie eigentlich gar keine Ehe führe, sondern wie ein Single lebe.
    So MUSS es natürlich nicht kommen, aber es ist eben leider häufig so.

    Wenn jetzt schon Zweifel da sind, würde ich es an Deiner Stelle lassen. Ist der Partner schwer chronisch erkrankt, ist das die härteste Prüfung eine Liebe. Viele Partnerschaften zerbrechen an schweren Krankheiten. Wenn dann schon Bedenken da sind, bevor die Krankheit überhaupt massiv wird, sehe ich da keine Basis für eine lebenslange Partnerschaft mit Deiner chronisch kranken Bekannten.

    Ich lernte mal einen Mann kennen, der schwer chronisch erkrankt war, wobei auch seine Krankheit eine ganz massive Einschränkung des Lebens bedeuten kann. Ich weiß nicht einmal, ob ich mich letztlich deshalb zurück zog, aber es ist so, dass mir der Moment, als er es mir sagte, so intensiv in Erinnerung ist, dass ich mir vorstellen kann, dass das meine innere Stimme "nein" sagte, auch wenn mir das damals erst einmal nicht so bewusst war.
    Geändert von Physalis (09.11.2011 um 08:56 Uhr)

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