Mal davon abgesehen, dass ich beim Lesen Deines Eingangsposts über den gleichen Satz gestolpert bin, der mir seither zu denken gibt ...
... mal kurz ein paar der von Dir genannten fakten zusammengefasst, okay?
- sie ist heute 23, Du 29
- Ihr habt Euch vor 6 Jahren kennengelernt
=> Du warst damal 23 - und sie war 17 ...
- für sie warst Du die 2. Beziehung (wie das bei Dir aussah, schreibst Du nicht)
- für sie wwar es "Liebe auf den ersten Blick"
- Dir ging es primär um Sex ...
- irgendwann "entwickelte" sich auch bei Dir "Liebe" (mit ähnlichen Inhalten, Bedeutungen und Konsequenzen für das, wie man sich dann dem Partner gegenüber verhält??)
- Du hast Dich aber weiter ausprobiert ("Aber dann nach ein paar Monaten war ich auf ner PArty betrunken und hatte fast Sex mit einem anderen Mädchen." - Alk ist da aber definitiv keine Ausrede - er enthemmt ja nur, macht einen aber nicht zu einem "anderen Menschen", mit dem man ohne ihn nie etwas gemein haben würde ...)
- Deine Untreue (und das war es schließlich): es hat sie getroffen, sehr sogar. Immerhin: sie hat Dir "verziehen" (Verzeihen ist aber nicht das gleiche wie etwas "vergessen" und/oder als ungeschen "abzuhaken" - es bleiben bei solch einem Vertrauensbruch Spuren zurück).
- Eure Beziehung war mehr ein Nebeneinander als ein Miteinander (dies mal genauer anzusehen wäre ja auch schon sehr interessant und aufschlussreich - immerhin betrifft es ja unmittelbar Eure jeweiligen Vorstellungen von dem, wie eine Beziehung gelebt wird: im Alltag ... Stichwort: Bedürfnisse ...)
- Du hast Dich wieder ausprobiert
- Die Beichte kam, als es aufgeflogen war - also dann, als Du es ohnehin nicht mehr verbergen konntest. Flucht nach vorne, Schadensbegrenzung.
Irgendwie lese ich bei all dem aber immer nur Deine Position: Deine Bedürfnisse, Deine Vorstellung von Beziehung und Partnerschaft.
Was weißt Du von dem, wie es dabei in ihr jetzt aussieht?
Wie mögen sich Deine Handlungen und Dein gelebtes Beziehungsbild auf sie ausgewirkt haben?
Warum gehst Du da mit keinem Wort darauf ein? Dieser Teil der Reflektion fehlt in Deinem Post komplett ...
Nun wird es aber interessant:
Kommt Dir dies denn nicht irgendwie bekannt vor? Von Dir selbst ...Sie hat seit dem also vor ca 3 Wochen nun angefangen Party zu machen sich mit Freunden zu treffen, [...] jedenfalls hat sie bei den treffen einen Kollegen ihrer Freundin kennen gelernt und meint nun sie denkt das sie sich verliebt hat.
Was ist daran denn jetzt so schlimm, nur weil sie jetzt mal ausprobiert, ob es da nicht auch mehr geben könnte, als Du ihr in der Beziehung bisher geboten hast??
Das Warum hinter ihrem Ausbrechen: eigentlich gibst Du Dir ja bereits selbst die Antwort auf Deine unausgesprochene Frage ...
Was könnten da wohl ihre Bedürfnisse sein, für die Du in dem, wie Du Eure Beziehung bisher angegangen bist, wohl nicht genügend Sorge getragen hast? Könnte dies denn nicht auch ein Zeichen dafür sein, dass sie ihre Bedürfnisse als von Dir bisher vernachlässigt empfindet?!er gibt ihr im moment halt das was in letzter Zeit bei uns gefehlt hat, sie reden, gehen weg usw.
Welche Konsequenzen hast Du denn aus diesen Worten gezogen?
Hast Du schon mal versucht, Deine eigenen Anteile an dem, was zu dieser Situation geführt hat, zu hinterfragen und eventuell etwas zu ändern: ihr zuliebe (immerhin sagst Du ja, dass Du sie "liebst" ...)?
Jedenfalls habe ich davon in Deinem Post nichts lesen können ...
Sie zeigt Dir damit deutlich, dass ihr in Eurer Beziehung Dinge fehlen, die für sie wichtig sind!
Nochmals die Frage an Dich: was weißt Du von ihr und ihren Bedürfnissen?
Hat nur sie einen Anlauf genommen, diese 6 Jahre "wegzuwerfen" - denke mal an diese Zeit und Deine Eskapaden ...Aber seit ich sie gebeten habe wegen eines flirts/ schwärmerei nicht 6 jahre weg zu werfen ist sie sehr durcheinander und weiss auch nicht mehr was sie will.
Sie hat Dir gleiches schon mehrmals verziehen - was hindert Dich denn jetzt daran, ihr gegenüber das gleiche zu machen???
Wie stellst Du Dir denn dieses "kämpfen" vor? Etwa großzügig über die Sache hinwegsehen - und dann weitermachen wie bisher?ich weiss nicht was ich machen soll meint ihr kämpfen ...
Wenn Du wirklich "kämpfen" willst, weil Dir etwas an diesem Menschen liegt - dann solltest Du auch aus Deinem eigenen Post ablesen können, wo genau Du da ansetzen solltest!
(Kleiner Tipp: nicht bei/an ihr ...)
Sorry: dies besagt doch nur, dass sie die Beziehung mit Dir sehr ernst genommen und als "auf Dauer angelegt" angegangen ist.Wir hatten Pläne Heirat, Kinder etc.pp ...
Solche Träume sind daher erst einmal auch "normal".
Da es ja gleichzeitig ein Spiegel ihrer eigenen Bedürfnisse ist, wird eben auch im Laufe der dann konkreten Beziehung immer mal wieder eine Sache auf den Prüfstand gestellt: ist dieser konkrete Partner auch wirklich der, mit dem sich diese Bedürfnisse (oder Träume) so verwirklichen lassen, wie man es für sich selbst bräuchte?
Oder weichen da die Vorstellungen, die jeder für sich damit verbindet, vielleicht doch zu sehr voneinander ab, als dass dies dann zu etwas führen kann, mit dem beide Seiten wirklich (dauerhaft) leben können ...
Aber Entscheidendes (das, was den Kern der Beziehungsvorstellung betrifft) scheint für sie ja zu fehlen: "er gibt ihr im moment halt das was in letzter Zeit bei uns gefehlt hat" ...... haben viele Dinge gemeinsam ...
Ist es denn schon ein Zeichen für "Gemeinsamkeit", wenn Du Deine Bedürfnisse verwirklicht siehst?
Aus Deiner Sicht heraus sicherlich ...... und ich würde sagen wir sind ideal für einander.
Aber wie bereits gesagt: ich lese in Deinen Posts allerdings nichts von ihrer Sicht!
Anders formuliert: für Dich ist sie, was Deine Vorstellungen, Ideale, Wünsche etc. betrifft, sicherlich die "Idealbesetzung" - ist es aber umgekehrt auch der Fall? Bist Du es für sie, wenn sie ihre Bedürfnisse auf die gleiche Stufe stellt?
Wenn da zu lange ein Ungleichgewicht herrscht (ein gefühltes - es muss nicht immer bewusst sein), dann geht irgendwann mal die Suche nach Alternativen los.
Gerade wenn man sich die Frage stellt "ist das der Partner fürs Leben" (also: der isses und bei dem bleibt es dann auch - auf Dauer ...), dann schaut man unbewusst in sich selbst und versucht sich zu "versichern", dass dies auch wirklich das ist, was man will und wonach man sich gesehnt hat.
Kommen dann Zweifel (bedenke: Ihr seit zusammengekommen, als sie 17 war!), fragt man sich ebenso schnell, ob man etwas verpasst haben könnte - oder es durch diesen Schritt erst wirklich verpassen wird.
Wie gesagt: Du warst selbst lange in dieser Phase (bist es vielleicht sogar immer noch) und hast entsprechend "gesucht" ...
... dann gestehe ihr jetzt aber bitte auch das gleiche Recht zu!


LinkBack URL
About LinkBacks

Zitieren


Lesezeichen