teil 1
Ich hab lange nachgedacht, wie ich das hier formuliere, zumal ich ja auch nur selbst als laie und nicht als psychologe auftreten kann, was meiner erfahrung nach immer gerne als argument benutzt wurde und wohl auch wieder wird, um das, was ich sage, zu entkraeften oder sich nicht weiter damit auseinandersetzen zu muessen. Aber es sind, wie gesagt, erfahrungen, erfahrungen, die ich gemacht habe und die mir keiner abstreiten kann, die ich hier mitteile und von denen ich hoffe, dass sie bei denen gehoer finden, die ja gerade deswegen hier sind, um an einem erfahrungsaustausch teilzunehmen.
Tja, wo soll ich anfangen, soll das hier doch so eine art gefahrenhinweis werden fuer jeden, der menschen helfen will, die sich in not befinden, die probleme haben und am rande der verzweiflung stehen. Klar, ich hab mich damals auch angemeldet, weil ich der festen ueberzeugung war, ich kann anderen helfen und hab drauf losgeschrieben was das zeug hielt... und ich war wirklich gut darin, anderen ihre probleme aufzuzeigen, rat zu geben, sie auf dem weg zu fuehren, den ich fuer gut und richtig befand. Kurz: ich weiß, wie es sich anfuehlt, wenn man glaubt, jemandem mit seinen ratschlaegen helfen zu koennen: es ist ein tolles gefuehl, man denkt, man tut etwas gutes in der welt und macht sie ein stueckchen besser.
Was mich allerdings damals schon gewundert hat war, warum denn in einem psychologieforum sich nie die psychologen zu wort melden und den leuten nicht ebenfalls helfen, stattdessen aber immer irgendein grummler (dreimal duerft ihr raten, wer diese grummler sind) sich ueber meine beitraege beschwerte von wegen keine ahnung, mangelhafte validitaet, usw... oh ja, auch diese seite kenne ich nur allzugut und natuerlich hab ich mich dagegen gewehrt, und wie!
Hab ich mich gezofft, was hab ich denen nicht alles vorgeworfen: da seien sie nun studierte psychologen, womoeglich noch therapeuten und dann sowas. Ich konnts nicht fassen, dass sie den leuten nicht helfen wollten wie ich und viele andere es taten mit der zuhoerbereitschaft, der tipps-geberei und allem, was noch so dazu gehoert, stattdessen aber auf mir und den anderen scheinbar „herumhackten“, wir sollten sowas doch bitte lassen.
Und ich dachte mir:“euch zeig ichs“ und hab nachgehakt, gestichelt, gebohrt wollte wissen, was in sie gefahren sei, so zu handeln, wollte fighten von mir aus gegen die ganze welt. Ich wollte den denkfehler bei ihnen finden und sie widerlegen, denn ich sah mich im recht. doch das schlimme war, dass ich nicht nur keinen fehler gab, nein viel schlimmer: es machte immer mehr und mehr sinn, was mir da von der anderen seite erzaehlt wurde und das nicht nur von einem.
Vielleicht war es auch mein glueck, dass es eben nicht nur einer war, den man als dachschadenbehaftet haette abstempeln koennen, sondern gleich mehrere vom fach bis hin zu dozenten, die mir alle mehr oder minder das gleiche erzaehlten.
Natuerlich ist es demuetigend, gleich von so vielen und dann auch noch von fachleuten darauf hingewiesen zu werden, dass das, was man macht mehr schaden kann, als es zu helfen im stande sei, aber diese demut ist auch ein chancengeber, um ueber neue moeglichkeiten der betrachtungsweise nachzudenken.
Und wenn ich jetzt die sachen lese, die einige hier schreiben oder die art, wie sich ueber das, was ich schreibe beschwert wird, dann seh ich da einen großen teil von mir selbst in den leuten mit den gleichen irrtuemern und der gleichen sturheit, wie ich sie damals hatte. Und evtl. werde ich gerade deswegen nicht muede, es so oft und oft zu wiederholen und mir und meiner linie treu zu bleiben, weil ich in den leuten auch das gleiche potential sehe.
Dieses zu suchen und zu entdecken halte ich jedoch fuer die aufgabe eines jeden einzelnen, nicht meine und ich schreibe eben deshalb oft so „kompliziert“, weil ich finde, dass auch die helfer mal von zeit zu zeit ihre grauen zellen anstrengen duerfen, da sie ja schließlich dies von den betroffenen auch fordern. Die art, wie ich das mache ist jedoch meine persoenliche einstellung, von der ich nicht verlangen will, dass jeder es mir gleich tun solle. Ich denke, jeder muss seinen eigenen weg in dieser sache finden und es gibt bestimmt auch den ein oder anderen weniger steinigen pfad als meinen vereisten gebirgspass.
ende teil 1


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) Wir müssen nicht alle zu Deinen Thera-"freunden", die mit ihrem Engagement in jenem Forum bzw auf jener Hilfeseite einen Teil ihres Einkommens verdienen, was ihnen ja durchaus vergönnt ist.

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