Hallo!
Ich bin neu hier im Forum und habe direkt mal ne Frage ;-)...
Ist es möglich, dass man sich als Erwachsener nicht sicher ist, ob man als Kind sexuell missbraucht wurde?
Wer nett, wenn mir jemand antworten würde.
Viele Grüße!
Hallo!
Ich bin neu hier im Forum und habe direkt mal ne Frage ;-)...
Ist es möglich, dass man sich als Erwachsener nicht sicher ist, ob man als Kind sexuell missbraucht wurde?
Wer nett, wenn mir jemand antworten würde.
Viele Grüße!
hallo,
das ist sehr oft so. Die Erinnerung wird oft "verdrängt", gleitet ab ins Diffuse, da die Seele sich schützt, und kann Jahrzehnte brauchen, bis sie wieder an die Oberfläche kommt. Nicht selten erst in der 2. Lebenshälfte.
Warum?
Hallo CharlyLou,
es gibt die so genannte "Verdrängungstheorie", nach der traumatische Erlebnisse so tiefschürfend sind, dass man sie "vergisst", ins Unbewusste verschiebt und sie dann aber irgendwann wieder "auftauchen" können. Die Theorie ist aber eher veraltet und damit wurde schon unwissentlich und aus Angst und Panik viel Unwesen getrieben (Menschen, die eigentlich nicht missbraucht worden sind, haben dies in der Therapie "mit Hilfe" des Therapeuten oder auch mit Hilfe von Ratgebern plötzlich "entdeckt" und wurden dann jahrelang durch das Umfeld als "Missbrauchsopfer" gesehen /stigmatisiert usw.
Der neueste Stand ist aber eher, dass sich gerade emotional tiefschürfende Ereignisse im Gedächtnis bleiben: Was einen besonders aufwühlt, das vergisst man so schnell nicht. Daher wäre ich sehr vorsichtig, was "vorschnelle" Schlüsse angeht: die Gefahr ist besonders deshalb groß, weil Menschen dazu tendieren, das, womit sie sich lange beschäftigen, irgendwann selber zu glauben, auch dann, wenn sie es nicht erlebt haben.
Sexueller Missbrauch kann sich auch in ganz vielen Fazetten zeigen - daher ist eine allgemeine Aussage eh schwer. Bei Unsicherheit ist es besser, das Gespräch mit einem erfahreren Therapeuten zu suchen.
Gruß
SirWiwor
Oh, Gabi, jetzt haben wir genau parallel und das Gegenteil geschrieben... ich wollte darauf hinweisen, dass es gefährlich ist, von sich selbst (vorschnell) anzunehmen, dass man sexuell missbraucht wurde - das richtet mehr Schaden als Nutzen an.
Sirwiwor, da stimme ich Dir absolut zu. Ich denke, dass beides vorkommt. Ich habe in der Tanztherapie immer wieder Menschen getroffen, denen das passiert ist, wovon ich geschrieben habe. Wissen kann mans natürlich nie genau. Aber bei der Häufigkeit glaube ich nicht, dass die sich das alles einreden. Da glaube ich eher, dass die "Lehrmeinung" von einem Extrem ins Andere fällt. So ganz frei von Trends ist die leider auch nicht wirklich
Das, wovon Du schreibst, passiert bestimmt auch nicht so selten. Es gibt eine große Verunsicherung, seit das Thema sexueller Mißbrauch enttabuisiert wurde.
Es ist aber auch so, dass die allermeisten von uns ein Trauma in irgendeiner Form als Kinder bekommen haben und dieses diffuse Gefühl durch die Bilder der Informations- und Medienwelt in die falsche Richtung interpretiert werden kann.
Andererseits muss man trotzdem von einer hohen Dunkelziffer ausgehen![]()
Hey!
Danke schon mal für die Antworten...ich mein ja eben das ist das Problem...Ich gehe schon regelmäßig zur Psychotherapie (stecke in der Psychosomatik, mal mehr mal weniger), allerdings will ich niemanden beschuldigen, wenn ich mir doch nicht sicher bin, ob ich mir das nicht alles nur einbilde...
Ich lebe zumeist hinter einer Schutzmauer, deshalb weiß eigentlich auch keiner von dem was ich denke/ fühle (selbst in der Therapie fällt es mir schwer hinter meiner Mauer hervorzukommen, obwohl ich es so gern möchte), manchmal komme ich selbst nicht an mich ran. Ich hab oft Selbstzweifel, so wie auch in dieser Sache.
Wenn ich hinter meiner Mauer lebe, komme ich im Leben klar, bin scheinbar glücklich. Aber sobald ich hervorkomme, wird es schwierig. Deshalb schaffe ich es wahrscheinlich auch so selten. Allerdings denke ich, wenn ich es schaffen will mein Problem zu lösen, sollte ich ehrlich mit mir sein und dafür brauche ich irgendwie Klarheit. Aber was passiert, wenn man behauptet man sei missbraucht worden und es stimmt hinterher doch nicht. Das will ich echt niemandem antun.
Du brauchst vor allem Geduld, Achtsamkeit Dir selbst gegenüber und Selbstannahme. Das sind die Dinge, so banal sie klingen, die am schwersten zu lernen sind. Und doch sind sie die entscheidenen. Denn keine Klarheit von aussen gibt uns den Frieden, wenn wir nicht achtsam und liebevoll mit uns selbst umgehen können.Allerdings denke ich, wenn ich es schaffen will mein Problem zu lösen, sollte ich ehrlich mit mir sein und dafür brauche ich irgendwie Klarheit.
Darkstar (27.09.2010)
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