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Thema: Ganz besonderer Waschzwang

  1. #1
    Gast9927
    Gast

    Standard Ganz besonderer Waschzwang

    Hallo, erst mal vorweg ich bin männlich und um die 25.
    Ich habe seit fast 10 Jahren einen Waschzwang, dessen ursprünglichen Auslöser ich gar nicht mehr kenne, der mich aber ab und zu einholt.

    Der Waschzwang richtete sich anfangs nur gegen meine Eltern. Ich glaube er entstand dadurch, dass ich mich jedesmal geduscht habe, wenn ich mich wieder furchtbar über meine Eltern ärgerte. Das tat so gut, es fühlte sich so rein an und brachte mich emotional wieder runter. Streit war eigentlich an der Tagesordnung. Ich verkroch mich also alsbald in mein Zimmer, das von mir abgeschlossen wurde und duschte mich bevor ich reinging. Zu diesem Moment war der Hass/Zwang schon so schlimm, dass ich nichts mehr anfassen konnte, was meine Eltern vorher in der Hand hatten. Ich nahm mir Kleidung auf einen von mir gereinigten Stuhl und ging nur mit dieser Kleidung weg damit ich andere Leute nicht mit der Unreinheit "infiziere", denn wenn ich wusste, dass jemand Kontakt mit meinen Eltern - aber auch dem Rest der Familie hatte -oder nur körperlich von diesen angefassten Gegenständen ( Oma, Mutter, Vater, Schwester ) so konnte ich diese Person ebenfalls nicht anfassen. Mich machte das innerlich fürchterlich wütend, falls ich es doch musste. Die ganze Sache ging so weit, dass es mir schon schwer fiel überhaupt dieselbe Luft zu atmen und im selben Haus zu wohnen. Befreit wurde ich mehr oder weniger vom Zwang erst als ich das Haus verlassen konnte und mir eine eigene Wohnung weit weg von den Eltern nahm. Doch auch jetzt lebt der Zwang immer wieder auf, wenn ich Kontakt habe zu meinen Eltern (körperlich - also räumliche Nähe) oder zu Gegenständen und/oder Personen, die diese berührt haben könnten. Auf diese Weise ist für mich praktisch eine ganze Stadt tabu geworden, denn meine Eltern könnten dort überall gewesen sein. Der einzige Weg solche Gegenstände anzufassen/ zu benutzen führt darüber sie vorher zu waschen. Aber selbst dann bleibt ein ungutes Gefühl. Ein Gefühl der Machtlosigkeit, ein Gefühl dessen, dass ich nicht über mich selbst bestimmen kann, ein furchtbarer Hass.

    Gefördert wurde der Zwang vermutlich auch dadurch, dass meine Eltern

    - keine Zeit für mich hatten ( meine Mutter hatte Zeit und hat sich um mich gesorgt, aber es machte mich wütend, wenn sie Sachen tat, die sie ausdrücklich nciht tun sollte. )
    So verbot ich ihr beispielsweise für mich die Wäsche aufzuhängen und sie tat es trotzdem. Ich wurde wütend zerschlug Gegenstände etc. und wusch die Sachen neu
    - mich nur brauchten, wenn ich mal anpacken sollte
    - sie alt ( Ich war 15 und sie waren 55 und heute entsprechend 65 ) und dick waren ( 100 kg aufwärts )
    - Ich Krankheiten bekam ( starke Kurzsichtigkeit ) und etwa ab 17 auch starke Akne - wobei letzere vielleicht auch durch zu häufiges Waschen noch gefördert wurde, die mich psychisch noch weiter destabilisierten

    Die aktuelle Lage stellt sich so dar, dass ich also etwa ein Dokument von meinen Eltern gebraucht hätte. Ich konnte mit meiner Mutter ganz normal darüber reden. Reden am Telefon etc. ist alles kein Ding. Meine Mutter wenigstens - zumindest sofern sie mich nicht stresst und wie ein Kind behandelt - ist eigentlich eine gute Person, die mir nichts großartig getan hat. Trotzdem kann (und will ich auch nicht) diesen Zwang gegenüber ihr abbauen. Zu groß ist der Hass der da drin steckt über meine Vergangenheit ( So jedenfalls meine Annahme ) Das Versenden per Post allerdings - das machte mich furchtbar wütend, in mir kam eine innnere Unruhe auf, negative Emotionen. Ich wurde wieder dazu gezwungen etwas zu akzeptieren und mein Wille wurde untergraben. Der Brief (körperlich berührt von meinen Eltern) musste ja schließlich in mein Privatleben eindringen.

    Besonders Angst macht mir aber die Tatsache, dass ich in meinem späteren Beruf Kontakt haben werde zu meiner alten Stadt ( durch irgendeinen Auftrag, Gerichtsverfahren, Erbe etc. ) oder dass meine Freundin irgendwann will, dass sie meine Eltern kennenlernt. Ich habe ihr schon erklärt, dass ich meine Eltern nicht besuche/mich nicht gut mit ihnen verstehe, aber das ganze Ausmaß kennt sie nicht. Aufgrunddessen habe ich überhaupt erst meine erste Freundin und die ersten ( engeren ) Freunde haben können als ich von daheim endlich weg war. ( Erste Freundin mit 22, obwohl ich schon mit 17 welche haben hätte können, aber zu mir nach Hause jemand einladen ? - Undenkbar und eine persönliche Scham für mich.

    PS. Leute ich glaube nicht, dass mir irgendein Psychologe helfen kann solange meine Familie noch lebt
    Ansonsten bin ich ein intelligenter Mensch, aber dadurch kann man negative Gefühle auch nicht beherrschen
    Im Moment bin ich ganz stabil, da ich wie gesagt kaum Kontakt habe ( hab meine Familie 2 Jahre nicht mehr gesehen )
    Und ich mein es wirklich ernst, ich bräuchte ein paar Tipps, denn ich werde nicht drum herumkommen eine ganze Stadt und die von ihr produzierten Güter/Menschen etc zu meiden
    PPS. Meinen Namen nutze ich schon sehr lange und er ist in einem Onlinespiel enstanden, also keine falschen Rückschlüsse ziehen, ich möchte nicht genervt werden.
    Geändert von Gast9927 (16.08.2011 um 09:59 Uhr)

  2. #2
    Schreiberling Avatar von Mariposa
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    Standard

    Hallo Nervmich,

    naja die Anrede klingt wirklich etwas lustig.

    Also ich bin überhaupt nicht vertraut mit dem Thema und will nur schreiben, was mir dazu einfällt.

    Dein Waschzwang und alle anderen Zwänge, wie z.B. die Stadt betreffend in der du aufgewachsen bist zu meiden rührt ja von sehr starker Abneigung oder Ekel, die du im Zusammenhang mit deinen Eltern empfindest, her.
    Da du hier im Forum um Hilfe bittest nehme ich an, dass dir bewusst ist, dass dich dieses Grundübel belastet, dass es sich weiter auswachsen könnte und dich mehr und mehr beherrscht. Und ich vermute, dass du dir wünschst, es einzudämmen und zu verringern.
    Meiner Meinung nach kannst du das nur, wenn du dein Bild von deinen Eltern versuchst, etwas gerade zu rücken oder aus einer anderen Sichtweise zu betrachten.

    Dein Bild von deinen Eltern ist, dass ihr häufig Streit hattes, sie beide "alt" und übergewichtig sind.
    Daher kommt deine Abneigung.

    Gleichzeitig schreibst du aber auch, dass deine Mutter eine gute Person ist.
    Versuche doch mal da anzuknüpfen.
    Bei mir selbst funktioniert das wenn ich mir Dinge aufschreibe.
    das hab ich auch bei verschiedenen Dingen, die ich zu verarbeiten hatte, gemacht.
    Denk doch einfach mal nicht nur an das Schlechte, dir Unangenehme deine Eltern betreffend.
    Versuch mal rauszufinden, was gut war in deiner Kindheit.

    Du schreibst von dir, dass du intelligent bist.
    Ist dir schon mal der Gedanke gekommen, auch wenn du dich wie ich es verstehe, für deine Eltern schämst, dass du deine Intelligenz (mit der du sicher nicht unzufrieden bist) von deinen Eltern bekommen hast?
    Und es werden mit Sicherheit noch mehr positive Eigenschaften sein, die dich ausmachen, und die du, es geht nicht anders, in irgendeiner Form von deinen Eltern bekommen hast.

    Auch wenn deine Eltern nicht perfekt sind, wer ist das schon? Wir alle haben mehr oder weniger Fehler, ich habe die und du selbst auch, oder?

    Und letzten Endes bist du erwachsen, für beispielsweise deine Freundin zählt das, was DICH ausmacht, und nicht das, wie deine Eltern auf sie wirken könnten.

    Versuch einfach mal da "drüber" zu stehn, du bist ja dafür eigentlich reif genug. Und versuche zu akzeptieren, dass deine Eltern ein Teil deines Lebens sind, und für so vieles, was dich ausmacht und was du auch mit Sicherheit an dir magst haben deine Eltern den Grundstein gelegt.

    Ich wünsch dir gutes Gelingen dabei!
    LG von Mari

  3. #3
    Gast9927
    Gast

    Standard

    "Dein Waschzwang...rührt ja von sehr starker Abneigung oder Ekel, die du im Zusammenhang mit deinen Eltern empfindest, her."

    Ursprünglich vermutlich schon, mittlerweile ist es aber vor allem eine innere Wut, die mich nur beim Gedanken daran, dass ich Kontakt in irgendeiner Art und Weise haben muss, aggressiv macht.

    "Gleichzeitig schreibst du aber auch, dass deine Mutter eine gute Person ist.
    Versuche doch mal da anzuknüpfen."

    Das wird nicht funktionieren. Von meiner inneren Haltung war ich schon immer so, dass ich nur auf Ergebnisse fixiert war. Der gute Wille hat noch nie gezählt. Und das Ergebnis (meine Jugend) ist jedenfalls - gefühlt - eine Katastrophe.

    "dass du deine Intelligenz (mit der du sicher nicht unzufrieden bist) von deinen Eltern bekommen hast"

    Ich beschäftige mich jeden Tag mit Gentechnik in der Hoffnung, dass es in 10 Jahren vielleicht doch möglich sein wird meine Genfehler zu elminieren, weil ich so wie es im Moment aussieht keine Kinder haben sollte. Den Fehler werde ich nicht wiederholen, jemandem solche Krankheiten anzuhängen. Im übrigen sehe ich mich nicht als Produkt meiner Eltern, sondern als Produkt einer ganzen Reihe von Generationen, denn letztlich mischen sich auch genug rezessive Gene, die man von der Großeltern hat etc. zusammen. Nein ich bin nicht das Produkt meiner Eltern. Allerdings meine schlechten Augen. Die hab ich vom Vater.

    Mal davon abgesehen gibt es eine Komponente eines Menschen, die nicht genetisch beeinflusst wird und das ist die Persönlichkeit. Und da bin ich absolut nicht auf einer Spur mit meinen Eltern.

    "Eltern den Grundstein gelegt"
    Mein Vater sicherlich nicht. Und meine Mutter nur in finanzieller Hinsicht. Mein Abitur musste ich ohne Hilfe schaffen. Mein Studium jetzt ebenso. Ich habe schon damals mit dem absoluten Mindestmaß gelebt und habe von meinen Eltern nie mehr verlangt als das wozu sie gesetzlich ohnehin verpflichtet waren, weil ich ihnen niemals etwas schuldig sein wollte, denn ich wusste, dass sie mich dann mit den Schuldgefühlen immer wieder in die Abhängigkeit treiben könnten.

    Auch wenn es mir nicht viel hilft, danke ich dir trotzdem für deinen Kommentar. Du bist sozusagen die erste (fremde) Person, die davon Kenntnis hat. Außerhalb des Internets könnte ich nicht riskieren so etwas bekannt zu geben, das würde mich meine Karriere kosten und mich jederzeit erpressbar machen.
    Geändert von Gast9927 (16.08.2011 um 19:13 Uhr)

  4. #4
    Schreiberling Avatar von Mariposa
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    Hallo Nervmich,

    schade dass ich dir nicht viel helfen konnte, trotzdem bin ich davon überzeugt, dass schon das "sich-mit-anderen-austauschen" helfen kann, Probleme zu bewältigen, oder zumindest Ansatzpunkte für eine Bewältigung aufzeigen kann.
    Und nicht viel ist ja immerhin auch schon mehr als gar nichts.

    Ich will dennoch versuchen, ein paar Ansatzpunkte zu finden.
    (Ich muss dazu sagen, dass auch ich momentan ein paar krasse Differenzen mit einer bestimmten Person meiner Familie habe. Auch wenn hier nicht direkt mein Problem dargestellt wird hilft es mir doch, mich hier im Forum über Dinge, die die Seele betreffen, zu unterhalten.)

    Ich gebe dir völlig recht, dass eine unschön erlebte Kindheit Folgen haben kann, die in uns in belastender Art weiterwirken.
    Für mich selbst war es ein befreiendes Gefühl, als ich mich durch Auszug aus der elterlichen Wohnung den Gewaltausbrüchen entziehen konnte.
    Es war nicht mehr möglich, mich zu schlagen.

    Du selbst hast Hassgefühle wenn du an dein Elternhaus während Kindheit und Jugend denkst.
    Und du lebst nicht mehr bei deinen Eltern. So unwohl, wie du dich während Kindheit/Jugend gefühlt hast, kannst du dich jetzt nicht mehr fühlen, denn du bist nun an einem anderen Ort.
    Diese Unwohlheit, das deinen Eltern ausgeliefertsein, hast du beendet und du kannst diese Gefühle nur wiedererleben, wenn du dich in deine Vergangenheit zurückversetzt.
    Doch dieses Erinnern tut dir nicht gut.
    Vielleicht solltest du versuchen dir zu verinnerlichen, dass dieser so von dir gehasste Abschnitt deines Lebens endgültig vorbei ist.
    Und lass den Abschnitt deines Lebens nicht, durch ein Versetzen in die Vergangenheit, wieder entstehen, wieder erleben.
    Ich denke, dass du schon ausreichend über diese Vergangenheit nachgedacht hast. Ein neuer Abschnitt deines Lebens hat begonnen.
    Versuche vielleicht mehr und mehr den Ballast aus dem Vergangenen abzulegen.

    Du schreibst in Bezug auf das Zeugen von Kindern, dass du den Fehler nicht wiederholen willst, jemandem solche Krankheiten anzuhängen, wie sie bei dir aufgetreten sind, schließe ich daraus.
    Nun kenne ich das Ausmaß deiner Krankheiten nicht, außer deiner Kurzsichtigkeit und das geht selbstverständlich auch keinen etwas an.
    Es belastet dich.
    Ich schließe daraus, dass du dein "ich" nicht magst, darüber hinaus kann man deine Zeilen sogar so auffassen, dass es ein Fehler war, dich in die Welt zu setzen.
    An anderer Stelle erwähnst du deine Freundin, ich vermute dass sie dich, so wie es Paare tun, liebt und du sie ebenfalls.
    Ich denke schon, dass zumindest deine Freundin der Meinung ist, dass der Welt etwas fehlen würde, wenn es dich nicht gäbe.
    Freunde werden sicherlich ähnlich denken.
    Ich hab es hier im Forum schon öfter gelesen, und es ist auch meine Meinung: jeder Mensch ist einzigartig.
    Du schreibst selbst, dass die Persönlichkeit unabhängig von genetischen Einflüssen entwickelt sein kann.
    Ich nehme deshalb auch an, dass du dich, was deine Persönlichkeit betrifft, eher akzeptieren kannst.
    Und ich denke, es wäre für dich sehr wichtig, dich selbst auch zu mögen.

    Was die Sache mit dem Zwang, mit nichts in Kontakt zu geraten, was durch Personen deiner Familie "unrein" geworden sein könnte, angeht:
    WAS könnte dir passieren, würdest du mit kleinesten, allerkleinsten solchen Partikeln in Berührung kommen?
    Dabei meine ich jetzt nicht die in dir hochkommenden Gefühle von Hass/Ekel.
    Ganz realistisch gesehen, nur tatsächliche Ereignisse.
    Du wirst nicht körperlich krank werden.
    Du wirst auch nicht in die Vergangenheit zurücktransportiert.
    Auch wenn du solche Dinge berührst, bist du NICHT mehr dem Einfluss von Menschen ausgesetzt, die dich nicht so behandelt haben, wie du es dir gewünscht hättest.
    Du gestaltest dein Leben jetzt selbst.

    Ich merke, das ist ein weites Feld.

    Ich persönlich halte mich nur gelegentlich in meiner Vergangenheit auf (die hab ich auf Papier gebannt, und da soll sie mal auch schön bleiben).
    Ich versuche, meine Gegenwart zu genießen, so zu gestalten und auszufüllen, wie ich es mag.
    Und dabei geht zum Glück oft so viel zeit drauf, dass ich für mich ich nenn es mal vergiftende Gedanken nicht so viel Zeit hab. Meistens.
    Geändert von Mariposa (16.08.2011 um 22:28 Uhr)

  5. #5
    Gast9927
    Gast

    Standard

    Also realistisch gesehen passiert natürlich nichts. Aber ich würde eben die negativen Emotionen haben und dann den Rest des Tages über nichts anderes nachdenken können ( bis ich es abwaschen würde ) als dass ich gezwungen worden wäre ( von wem auch immer ) wieder damit in Kontakt zu treten. Und dass ich dazu gezwungen wäre, würde mich nur noch wütender machen.

    Meine Persönlichkeit finde ich erstklassig, ich akzeptiere mich soweit selbst.
    Ansonsten bin ich auch recht fit und die Leute merken die Probleme gar nicht.

    Aber das wundert auch nicht, schließlich sieht man an der Brille ( sehr gutes Modell ) nicht wie schlecht ich sehe.

    http://imageshack.us/photo/my-images...susbsp003.jpg/
    Das entspricht dem was ich ohne Brille sehe ( zumindest die hinteren Bäume, die Visualisierungen sind nicht gut, weil sie die Abstufungen nicht darstellen können. Auf 20 cm sehe ich wie ein normaler Mensch, was gerade noch zum Lesen ausreichen würde. )

    Dazu kommen belastende Glaskörpertrübungen, die vermehrt bei Kurzsichtigen, bereits ab -3 diop vorkommen. Bei Normalsichtigen erst etwa ab dem 60. Lebensjahr. (Ich hab - 6 diop)

    http://imageshack.us/photo/my-images/808/filehm.jpg/
    http://imageshack.us/photo/my-images...randhafen.jpg/

    Diese sehen so ähnlich aus wie auf dem Bild, allerdings durchsichtiger und bewegen sich dauernd hin und her. Je dunkler der Hintergrund, desto schlechter sieht man sie. In der Disco sehe ich sie gar nicht, weswegen ich das Nachtleben liebe.

    Meine Schwester hat keine, mein Vater auch nicht (er ist 65 mittlerweile), ich hatte einfach Pech.

    Während die Glaskörpertrübungen nur ein Risikofaktor sind wird die Kurzsichtigkeit definitiv vererbt. Meine Schwester hat dieselben Werte. Meine Mutter sieht alles perfekt ( gut mittlerweile Weitsichtig wegen des Alters ) Wie kann ich guten Gewissens irgendwann Kinder haben, wenn ich weiß, dass die Wahrscheinlichkeit, dass sie genau so schlecht sehen werden extremst hoch ist ?

    Und an den verbliebenen Narben sieht man auch nicht, dass ich über 2 Jahre das stärkste Aknemedikament (Isotretinoin - kannst ja mal nachgoogeln - mit krassesten Nebenwirkungen ) genommen habe und jetzt immer noch einmal wöchentlich in geringer Dosis nehme.

    Wie gesagt die Leute sehen mir das nicht an. Aber wer jeden Tag damit leben muss, der wünscht sich lieber nen Krebs, den man dann 1 Jahr mit Chemo behandelt und rausschneidet und dann weiterlebt als so was, das man Jahrzehnte mit sich rumschleppen muss.

  6. #6
    Schreiberling Avatar von Mariposa
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    Hallo nervmich,

    also ich knüpf mal gleich an deine Gedanken an:
    Würdest du mit Dingen, die dein früheres Zuhause/Familie in Berührung kommen, würden die negativen Emotionen auftreten und du würdest wieder wütend werden/Hass entwickeln. Bis du es abwaschen musst.

    Und da das ja der Knackpunkt ist: der Zusammenhang zwischen möglicher Berührung dir Unangenehmen und den Erinnerungen/Emotionen,
    der in deinem Kopf zustande kommt,
    solltest du versuchen, diesen Zusammenhang zu unterbrechen.

    Beispiel aus meiner Vergangenheit:
    Ich bekam 2005 einige Anrufe, die sehr stark belastend waren.
    In der Folge jedes einzelnen Anrufs war ich immer mir sehr unangenehmen Situationen ausgesetzt.
    Für mich bedeuteten diese Termine die Hölle.
    Als Folge dieser Ereignisse entstand bei mir eine Art "Telefonangst".
    Ich konnte kein Telefongespräch mehr entgegennehmen.
    Sobald ein Telefon klingelte bekam ich Panik, Herzrasen, die Tränen kamen hoch etc.
    Ich hab viel über sowas gelesen und herausgefunden, dass ich mich mit dem Auslöser (die belastenden Anrufe) auseinandersetzen muss.
    Mein Hirn muss sozusagen kapieren, dass die Ereignisse ABGESCHLOSSEN sind.
    Das habe ich gemacht.
    Und es hat geholfen. (Ich hatte diese Telefonprobleme 2-3 Jahre lang)

    Vielleicht würde dir etwas in der Art helfen?
    Aber du musst es auch wirklich wollen!
    Also ich bin ja zu dem Haus gefahren, von wo aus die Anrufe kamen, und hab mich an Ort und Stelle mit dem Thema auseinandergesetzt.
    Und für dich sehe ich da nur eines: Mach deinen grauen Zellen da oben klar: NICHTS, aber auch gar nichts kann dich wieder in die Zustände deiner Kinheit und Jugend zurückversetzen.
    Du befindest dich jetzt in einem neuen Lebensabschnitt.
    Wenn du denkst, dass dein Kopf diese Gedanken sich zu eigen gemacht hat, kannst du weiter gehen und auch mal eine winzige Konfrontation wagen, mit irgendwas, was du sonst meidest. Und dir immer wieder sagen: ES IST VORBEI. Es kann nicht zurückkommen.
    Aber du musst es wirklich wirklich wollen.

    Zu deinem gesundheitlichen Problem.
    Ich bin ja nicht so jemand, der gleich aus allen Wolken fällt: "Wie kannst du nur..!"
    Aber der Vergleich/Wunsch bezüglich Krebs ist scheußlich.
    Keiner, der an sowas erkrankt kann sich die heilbare Variante aussuchen, und selbst wenn man die bekommt ist die Genesung auch kein Zuckerschlecken, ganz abgesehen von dem Leben danach, die ständige Angst, erneut zu erkranken, was ja nicht selten ist, die lauernde Gefahr zu sterben, und das bevor man alt geworden ist. Manchmal ist auch nach der Genesung kein normales Leben mehr möglich, wegen Panikattacken, Angsterkrankungen etc.
    Und wer das Pech hat unheilbar an Krebs zu erkranken, der stirbt ja sowieso einen grausamen Tod.
    Ich hab das bei 2 sehr nahestehenden Personen miterlebt, glaube mir: sie starben nicht, sie gingen ein.
    Letztes Jahr erst die 16-jährige Nichte meiner Kollegin. Eingegangen, wirklich.
    Dabei wollte sie so gern wenigstens ihr Abi noch schaffen.
    Vergleiche hinken dahin gehend...es gibt ja so ´ne Menge besch****** Sachen, die man haben oder bekommen kann...meine beste Freundin hat MS....
    was ich dir sagen will, es ist alles relativ.
    Die Personen, die ich aufgezählt habe würden möglicherweise gern mit dir tauschen/getauscht haben.
    Was nicht heißen soll, dass ich nicht verstehe, dass dich die Probleme mit deinen Augen belasten.
    Meine Cousine hat ihre Augen ja lasern lassen.
    Wäre das in deinem Fall auch möglich?
    Und vielleicht gibt es doch in den nächsten Jahren eine Möglichkeit, herauszufinden, ob du die Kurzsichtigkeit vererbst bzw. es Möglichkeiten gibt, zu verhindern, dass du sie vererbst. (Damit mein ich jetzt nicht Kinderlosigkeit).

    Jetzt werd ich meinen Roman mal beenden, hoffe ich konnte paar Anregungen geben.
    LG von Mari

  7. #7
    Gast9927
    Gast

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    Ja naja dann werde ich wohl erst mal noch ein wenig warten. Ich kann mich der Situation jetzt noch nicht stellen. Zu groß ist noch meine Abhängigkeit und zu wenig Zeit ist vergangen.

    Helfen würde vermutlich nur Genmanipulation. Da braucht man aber die nächsten Jahrzehnte wohl nicht dran zu denken, jedenfalls nicht bei multifaktoriellen Krankheiten. Und der politische Kurs stemmt sich ja auch mit aller Macht dagegen, dass etwas auf diesem Gebiet passiert.

    P.S. Das Medikament, welches ich 2 Jahre genommen habe wurde für die Krebstherapie entwickelt, dabei hat man nur zufällig rausgefunden, dass es wunderbar gegen Akne hilft. (jedenfalls soweit meine Inet Recherchen, also das ist kein Zuckerschlecken, was ich mir da einwerfe)

  8. #8
    Schreiberling Avatar von Mariposa
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    Ich verstehe, dass deine Erlebnisse noch recht frisch sind.
    Weißt du, ich glaube bei mir selbst immer, Verletzungen der Seele sind wie Wunden, sie müssen heilen, genauso wie ein aufgeschlagenes Knie heilen muss.
    Erst blutet es, dann bildet sich Schorf und nachher ist die Haut wieder heil. Bis auf die Narbe, die zurückbleibt.
    Ich wünsche dir, dass du bald möglichst genug Abstand und Kraft findest, um dann dein Problem angehen zu können.

    Heute abend, während der Autofahrt hab ich noch über das nachgedacht, was du schrieben hattest und mir ist eingefallen, dass ich auf deine Sorgen mit der Haut nicht eingegangen bin.
    Das will ich jetzt noch schnell tun, vorallem, weil mir unterwegs noch was eingefallen ist:
    Hast du das schonmal gehört: Die Haut ist der Spiegel der Seele.
    Hat meiner Tochter mal ein supersupertoller Hautarzt gesagt.
    Sie hatte bis vor einer Weile ganz schlimme Neurodermitis.
    Und der Arzt war der festen Überzeugung, dass das von innen her kommt.
    Kann nicht sein, hab ich gesagt und argumentiert: Im Sommer im Urlaub am Meer ist es weg. Ja sagt er, da sind auch Ferien und sie hat keinen Stress.
    Das ganze starke Kortisonzeug hat er abgesetzt und statt dessen ein Desinfektionsmittel+leichtes Kortison verordnet. Sie solle die Partien erst desinfizieren und dann Kortison drauf. Nach einem ganz genauen Plan.
    Welchem Plan hab ich gefragt. Ist egal, meinte er, Hauptsache nach Plan.
    Ich hatte keine Ahnung und hab gesagt, er soll mir ein Beispiel nennen.
    Da sagt er, na z.B. 3 Tage lang 3 mal täglich, dann 2 Tage lang 3 mal, dann 1 Tag 3 mal, dann 3 Tage 2 mal usw. Aber wäre völlig egal, Hauptsache planmäßig.
    Und er hat ganz lang über die Haut "philosophiert", hab mir nur gemerkt dass sie Außenwelt und Innenwelt trennt und deshalb eine besondere Bedeutung hat.
    Und wie ich grad gelesen hab, sagt man nicht nur Neurodermitis einen Zusammenhang mit der Psyche nach, auch anderen Hauterkrankungen wie Akne, Schuppenflechte....

    Das waren nur meine Gedanken dazu....

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