Hallo, erst mal vorweg ich bin männlich und um die 25.
Ich habe seit fast 10 Jahren einen Waschzwang, dessen ursprünglichen Auslöser ich gar nicht mehr kenne, der mich aber ab und zu einholt.
Der Waschzwang richtete sich anfangs nur gegen meine Eltern. Ich glaube er entstand dadurch, dass ich mich jedesmal geduscht habe, wenn ich mich wieder furchtbar über meine Eltern ärgerte. Das tat so gut, es fühlte sich so rein an und brachte mich emotional wieder runter. Streit war eigentlich an der Tagesordnung. Ich verkroch mich also alsbald in mein Zimmer, das von mir abgeschlossen wurde und duschte mich bevor ich reinging. Zu diesem Moment war der Hass/Zwang schon so schlimm, dass ich nichts mehr anfassen konnte, was meine Eltern vorher in der Hand hatten. Ich nahm mir Kleidung auf einen von mir gereinigten Stuhl und ging nur mit dieser Kleidung weg damit ich andere Leute nicht mit der Unreinheit "infiziere", denn wenn ich wusste, dass jemand Kontakt mit meinen Eltern - aber auch dem Rest der Familie hatte -oder nur körperlich von diesen angefassten Gegenständen ( Oma, Mutter, Vater, Schwester ) so konnte ich diese Person ebenfalls nicht anfassen. Mich machte das innerlich fürchterlich wütend, falls ich es doch musste. Die ganze Sache ging so weit, dass es mir schon schwer fiel überhaupt dieselbe Luft zu atmen und im selben Haus zu wohnen. Befreit wurde ich mehr oder weniger vom Zwang erst als ich das Haus verlassen konnte und mir eine eigene Wohnung weit weg von den Eltern nahm. Doch auch jetzt lebt der Zwang immer wieder auf, wenn ich Kontakt habe zu meinen Eltern (körperlich - also räumliche Nähe) oder zu Gegenständen und/oder Personen, die diese berührt haben könnten. Auf diese Weise ist für mich praktisch eine ganze Stadt tabu geworden, denn meine Eltern könnten dort überall gewesen sein. Der einzige Weg solche Gegenstände anzufassen/ zu benutzen führt darüber sie vorher zu waschen. Aber selbst dann bleibt ein ungutes Gefühl. Ein Gefühl der Machtlosigkeit, ein Gefühl dessen, dass ich nicht über mich selbst bestimmen kann, ein furchtbarer Hass.
Gefördert wurde der Zwang vermutlich auch dadurch, dass meine Eltern
- keine Zeit für mich hatten ( meine Mutter hatte Zeit und hat sich um mich gesorgt, aber es machte mich wütend, wenn sie Sachen tat, die sie ausdrücklich nciht tun sollte. )
So verbot ich ihr beispielsweise für mich die Wäsche aufzuhängen und sie tat es trotzdem. Ich wurde wütend zerschlug Gegenstände etc. und wusch die Sachen neu
- mich nur brauchten, wenn ich mal anpacken sollte
- sie alt ( Ich war 15 und sie waren 55 und heute entsprechend 65 ) und dick waren ( 100 kg aufwärts )
- Ich Krankheiten bekam ( starke Kurzsichtigkeit ) und etwa ab 17 auch starke Akne - wobei letzere vielleicht auch durch zu häufiges Waschen noch gefördert wurde, die mich psychisch noch weiter destabilisierten
Die aktuelle Lage stellt sich so dar, dass ich also etwa ein Dokument von meinen Eltern gebraucht hätte. Ich konnte mit meiner Mutter ganz normal darüber reden. Reden am Telefon etc. ist alles kein Ding. Meine Mutter wenigstens - zumindest sofern sie mich nicht stresst und wie ein Kind behandelt - ist eigentlich eine gute Person, die mir nichts großartig getan hat. Trotzdem kann (und will ich auch nicht) diesen Zwang gegenüber ihr abbauen. Zu groß ist der Hass der da drin steckt über meine Vergangenheit ( So jedenfalls meine Annahme ) Das Versenden per Post allerdings - das machte mich furchtbar wütend, in mir kam eine innnere Unruhe auf, negative Emotionen. Ich wurde wieder dazu gezwungen etwas zu akzeptieren und mein Wille wurde untergraben. Der Brief (körperlich berührt von meinen Eltern) musste ja schließlich in mein Privatleben eindringen.
Besonders Angst macht mir aber die Tatsache, dass ich in meinem späteren Beruf Kontakt haben werde zu meiner alten Stadt ( durch irgendeinen Auftrag, Gerichtsverfahren, Erbe etc. ) oder dass meine Freundin irgendwann will, dass sie meine Eltern kennenlernt. Ich habe ihr schon erklärt, dass ich meine Eltern nicht besuche/mich nicht gut mit ihnen verstehe, aber das ganze Ausmaß kennt sie nicht. Aufgrunddessen habe ich überhaupt erst meine erste Freundin und die ersten ( engeren ) Freunde haben können als ich von daheim endlich weg war. ( Erste Freundin mit 22, obwohl ich schon mit 17 welche haben hätte können, aber zu mir nach Hause jemand einladen ? - Undenkbar und eine persönliche Scham für mich.
PS. Leute ich glaube nicht, dass mir irgendein Psychologe helfen kann solange meine Familie noch lebt
Ansonsten bin ich ein intelligenter Mensch, aber dadurch kann man negative Gefühle auch nicht beherrschen
Im Moment bin ich ganz stabil, da ich wie gesagt kaum Kontakt habe ( hab meine Familie 2 Jahre nicht mehr gesehen )
Und ich mein es wirklich ernst, ich bräuchte ein paar Tipps, denn ich werde nicht drum herumkommen eine ganze Stadt und die von ihr produzierten Güter/Menschen etc zu meiden
PPS. Meinen Namen nutze ich schon sehr lange und er ist in einem Onlinespiel enstanden, also keine falschen Rückschlüsse ziehen, ich möchte nicht genervt werden.


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