Ursprünglich sollten die nachfolgenden Gedanken bloß ein weiterer Eintrag in meinem höchst privaten Gedankenbüchlein sein. Aus irgendeinem mir noch unerklärlichen Grund verspürte ich das Bedürfnis, mir "Feedback" hierzu einzuholen. Was ich mir hierdurch erhoffe, kann ich auch kaum sagen.
Das Unterforum "Depressionen" habe ich ausgewählt, weil es, obwohl es nicht gänzlich treffend ist, doch am ehesten passt.
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Es ist anstrengend, immer stark zu bleiben, wenn man ständig allerlei Grobheiten, Dummheiten und Sticheleien zu ertragen hat. Ich möchte nicht zu tief ins Detail gehen, da ich sonst viele Zeilen mit den ärgsten Lächerlichkeiten und Widerlichkeiten füllen müsste, wonach mir nun wirklich nicht der Sinn steht, daher belasse ich es bei der Feststellung, dass ich es als bemerkenswert empfinde, wie das Leben es nicht lassen kann, mich immer und immer wieder zu verhöhnen. Ich höre das Schicksal rufen: „Sieh her! Dir bürde ich die Last auf, in einer widerlichen Welt zu leben. Dich setze ich in diese Welt!“. Nun verstehe ich immer mehr, was Nietzsche mit „unzeitgemäß“ meinte. Empirisch, am eigenen Leib und dies immerfort!
Vielleicht ist das alles auch gut so? Nur wer schlechte Menschen und die schlechtesten der schlechten kennengelernt hat, hat die Welt wirklich kennengelernt. Andererseits stellt sich mir die Frage: „Wie viel Schmerz kann man ertragen, bevor der Faden reisst?“, um es in den Worten der Musik Minas Morguls auszusprechen. Wenn ich ehrlich bin, überwiegt letzterer Gedanke. Ich sorge mich um meine Gesundheit. Dass ich ohnehin nicht sehr belastbar bin und oft genug vor der endgültigen Verzweiflung stand, steht außer Frage, auch wenn kein einziger Mensch je ernsthaft Rücksicht darauf genommen hat. Ich habe noch nie von einem Menschen, der nicht Leidensgenosse ist, zu hören bekommen, dass ich mich mehr schonen soll. Offensichtlich haben Menschen, welche nie selbst ausgebrannt waren, keinerlei wirkliche Empathie für soetwas. Hiermit will ich auch sagen: Auf Scheinheiligkeit kann ich verzichten. Ich könnte mich auch gar nicht schonen, solange gegenteilige Forderungen bestehen, nämlich: Man soll sich nicht so anstellen, soll die Fortbildung machen, also diesem widerlichen Ungeist folgen, nämlich dem Geld hinterher rennen, soll Arbeit über Gesundheit stellen, soll unter Menschen gehen, soll nicht trinken, soll „normal“ sein. Dabei, vor allem auf der Arbeit, stets lächeln, sich trotz allem Grunde nicht krank schreiben lassen, und, nicht zu guter letzt, stets die Form beibehalten.
Obwohl ich nicht mehr im Loch der Depressionen stecke - nehme ich an -, muss ich ähnliche Worte, wie ich sie damals genutzt hätte und habe, nutzen: Ich bin es leid. Das alles hier. Wären nicht die sozialen Verpflichtungen - man muss doch ein guter Sohn sein -, ich hätte das Handtuch schon längst hingeworfen.
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Da ich bezweifle, dass mein Geschreibsel auf Anhieb verständlich ist und ich wohl einen halben Roman schreiben müsste, um alles verständlich zu machen, warte ich einfach ab, was für Antworten kommen - sofern jemand überhaupt etwas hierauf zu antworten weiß.
Gruß
Amon


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