psychologische Beratung von erfahrenen Psychotherapeuten und Psychologen, psychologe.de
Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 8 von 12

Thema: Gedankenkontrolle - Sinn bzw. Nichtsinn

  1. #1
    frm
    frm ist offline
    Neuling
    Registriert seit
    17.02.2011
    Beiträge
    2
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard Gedankenkontrolle - Sinn bzw. Nichtsinn

    Hallo allerseits,

    ich hoffe mein Thema landet nun in der halbwegs richtigen Sektion?

    Und zwar beschäftigte ich mich seit einiger Zeit mit dem Thema Gedanken- und Gefühlskontrolle und zweifle an dem Positiven des Ganzen.
    Ich fang' einfach mal damit an, warum ich mich überhaupt damit beschäftige. Jedesmal wenn mir eine bestimmte Sache gelungen ist, seien es berufliche Erfolge, angenehm verlaufene Dates, aber auch irgendwelche banalen Dinge ... zweifle ich daran und finde letztlich immer einen Grund, dass alles doch nicht so optimal verlief (unabhängig davon ob es wirklich Grund zum Zweifeln gab). Ich konnte mich nie wirklich unbefangen freuen.
    Irgendwann habe ich beim Stöbern im Internet einige interessante Berichte zum Thema Gedankenkontrolle gefunden und habe mir damit eine Art Plan bzw. Prinzip kreiert, um mit Problemen und positiven, sowie negativen Erlebnissen umzugehen.

    Ohne auf allzu große Details einzugehen, möchte ich es erreichen, für den Moment unlösbare Probleme beiseite zu legen und wieder hervorzukramen und entsprechend drüber zu grübeln, wenn es mir was bringt. Allerdings auch Probleme gleich den Garaus machen, wenn es sich anbietet und nicht ständig Vor- und Nachteile unnütz überdenken.
    Nun das wichtige dabei: Selbstdisziplin! Sein Ziel durchsetzen und nach dem Try'n'Error-Prinzip erst am Wegende einen neuen einschlagen.

    Aber wie findet man den richtigen Grad zwischen Selbstdisziplin und Arroganz? Wenn man keine Trauer mehr zulässt, kann man sich dann überhaupt noch wirklich freuen? Indem man sich ja mehr oder weniger selbst diszipliniert ... ist man dann überhaupt noch man selbst oder nur das, was man sein möchte und letztlich unbemerkt etwas, was man nie sein wollte?

    ich freue mich, wenn ihr ein paar eurer Gedanken dazu hier posten könntet
    Einen angenehmen Nachmittag wünsche ich

    Liebe Grüße

    PS: Oho, so ganz philosophisch wie da oben, wollt ich das eigentlich garnicht rüberbringen
    Geändert von frm (17.02.2011 um 15:09 Uhr)

  2. #2
    Neuling
    Registriert seit
    29.08.2010
    Beiträge
    60
    Danke
    2
    5 mal in 4 Beiträgen bedankt

    Standard

    Ich bin nicht sicher, ob ich weiß, worum es Dir geht.

    Also, Du hast ein Ziel, es tauchen aber (unlösbare) Probleme/Zweifel auf dem Weg dahin auf. Und wenn Du ein Ziel verwirklicht hast oder irgendetwas erlebt hast, dann findest Du immer einen Grund, warum das doch nicht so toll war?

    Und das willst Du mit Gedankenkontrolle in den Griff kriegen?

    Trifft das in etwa das, was Du meintest?

    Ich habe leider super wenig Erfahrung in Fragen, was solche Lebensfragen betrifft, aber mir ist eben so der Gedanke gekommen (also vom Umgang mit Zweifeln), dass man sich fragen kann, was von dem momentanen Problem in einigen Jahren noch wichtig sein wird für Dich. Woran wirst Du Dich erinnern? Einfach so als Strategie, um Wichtiges von Unwichtigem zu trennen.

    Weiß nicht, ob das irgendwie hilft :S.

  3. #3
    Gast784
    Gast

    Standard

    hallo frm,

    ich nenne es lieber Gedankenhygiene und viel erfolgreicher als Selbstdisziplin ist da die Selbstliebe.

    Jedesmal wenn mir eine bestimmte Sache gelungen ist, seien es berufliche Erfolge, angenehm verlaufene Dates, aber auch irgendwelche banalen Dinge ... zweifle ich daran und finde letztlich immer einen Grund, dass alles doch nicht so optimal verlief (unabhängig davon ob es wirklich Grund zum Zweifeln gab).
    ich gehe da nicht mit Disziplin ran, sondern rede mit mir selbst Klartext, nämlich: Gaby, das ist jetzt egal. Es lief gut und jetzt nimms einfach mal an und halte die Klappe

    Man kann sich auch die zwei vorstellen und das Teufelchen mal aufs stille Bänkchen verbannen. Dann darfs dabei bleiben, aber muss die Gosch halten

    Anfangs ist das vll etwas seltsam und scheint nur oberflächlich zu sein. Aber mit der Zeit wirkt es immer besser. Seitdem ich mir selber sag, Klappe halten und genießen, seitdem gehts immer selbstverständlicher.

    Und da, wo Selbstkritik angebracht ist, ist Wertfreiheit wichtig. Und die kann man auch üben. Setzt aber auch Selbstliebe voraus. Dann muss ich mich nicht verurteilen. Selbstliebe ist übrigens was anderes als Egozentrik. Also aus Selbstliebe entspringt keine Arroganz.

  4. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Gast784 für den sinnvollen Beitrag:

    Waris (11.03.2011)

  5. #4
    Schreibkraft Avatar von monkey
    Registriert seit
    28.11.2010
    Beiträge
    171
    Danke
    21
    59 mal in 48 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo frm,

    beschäftige mich ebenso mit dem Thema Gedanken- und Gefühlskontrolle. Was ich bei mir auch als nötig „empfinde“. Solange wir unserem Bild gerecht werden und auch auf sonstiger Weise mit unseren Gedanken und Gefühlen (daraus resultierendes Verhalten) klar kommen, besteht meiner Meinung nach, auch kein Grund dazu.

    Dabei hat sich mir die Frage gestellt, wenn ich an mir selbst arbeite und mich so zu sagen selbst erziehe... nach welchem Maßstab?
    Warum z.b. bist du über deine zweifelnde Reaktion verwundert, ist es Standard sich nach Erfolgen zu freuen? Ich selber kämpfe mit der Angst und habe schon verschieden Strategien ausprobiert diese zu „kontrollieren“. Dadurch stellte sich mir die Frage, wann ist Angst berechtigt? ...
    Wann ist überhaupt ein Gefühl berechtigt,- und dann, welches? Spielt da nicht auch das bisher erlebte eine Rolle? Und auch Selbstwahrnehmung?

    Ich kann nur so sein, (zu dem werden) wie es mir entspricht... alles andere wäre unauthentisch und würde sich komisch anfühlen. Gefühle können so mächtig sein, daß sie sich über die Gedanken erheben und diese unbedeutetend machen. Sehr stark bei Verlust und Trauer zu erleben. Warum sollte ich mir entsprechende, natürliche Reaktionen verändern wollen? Und wenn mir bestimmte Gefühle nicht gefallen und mich evtl behindern, stelle ich mir die Frage, was steckt dahinter.

    Ist glaub ich ein umfassendes Thema, beschäftigt es sich doch mit der Wahrnehmung und dem jeden in sich wohnenden Wertesystem (Filter).

    Ein Weg seine Gedanken und Gefühle zu kontrollieren kann auch der Budddhismus sein. Findest bestimmt auch ein paar anregende Texte.

    Ansonsten habe ich erfahren, daß vieles Ansichtssache ist, und ich kann mir die Ansicht/Anschauung erarbeiten, mit der ich leben will. Irgendwie auch schon erschreckend...

    Grüße
    monkey

  6. Die folgenden 2 Benutzer bedankten sich bei monkey für den sinnvollen Beitrag:

    Jan1981 (21.02.2011)

  7. #5
    Schreibkraft
    Registriert seit
    03.12.2010
    Ort
    Dresden
    Beiträge
    282
    Danke
    49
    33 mal in 27 Beiträgen bedankt

    Standard

    Ich finde es vor allem schwierig, Selbstliebe und Arroganz auseinanderzuhalten. Denn etwas, was man als Selbstliebe empfindet, kann sich auch auf Arroganz gründen.
    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass, je mehr ich versucht habe, mich irgendeinem Idealbild zu nähern, umso mehr habe ich mir was vorgemacht...

    Gruß
    Jan

  8. #6
    Gast784
    Gast

    Standard

    Selbstliebe ist, wenn man sich so lassen kann, wie man ist. Auch wenn mal was nicht gelingt. Selbstliebe - da bin ich mir selber eine gute Freundin, eine Mutter, gehe mit mir selber achtsam und respektvoll um. Auch bei Niederlagen.

    Selbstliebe mit Arroganz zu verwechseln, d.h. dass man entweder sich selbst noch nie geliebt hat, oder dass man immer noch das christliche "liebe deinen nächsten wie dich selbst" noch nicht begriffen hat, nämlich in dem Sinn, dass man sich nicht weniger lieben soll als das Leben, die Welt an sich. Geht nämlich auch gar nicht.

    Monkey hat gute Aspekte gebracht. Dabei hatte ich noch einen Gedanken: es ist ja auch die Frage, wie Du, frm, Erfolg definierst. Ein Erfolg kann auch schon sein, mit sich selbst bei einem Ereignis zu-Frieden zu bleiben, sich selbst mal zu lassen, etwas zuzulassen, z.B. Entttäuschung, ohne dass es auf sich selbst gemünzt sein muss.Dann ist es blöd gelaufen, aber ich muss deshalb nicht enttäuscht von mir selber sein, denn ich habe das getan, was ich für richtig hielt, oder was ich vom derzeitigen Stand heraus eben geben konnte.

    Und in den buddhistischen Texten geht es sehr viel um Achtsamkeit und Wahrnehmung und die daraus resultierende Wertfreiheit. Gute Quelle!
    Geändert von Gast784 (22.02.2011 um 05:32 Uhr)

  9. #7
    frm
    frm ist offline
    Neuling
    Registriert seit
    17.02.2011
    Beiträge
    2
    Danke
    0
    0 mal in 0 Beiträgen bedankt

    Standard

    Heya, vielen Dank ersteinmal für eure Antworten.

    Um das ganze mal zusammenzufassen, seid ihr der Meinung, dass ich die negativen Gedanken bei Erfolgen garnicht bändigen muss - sondern, indem ich sie akzeptiere, auch so das positive am Erfolg spüre ... richtig?
    Ist nur die Frage wie man das anstellt ... Selbstliebe & Selbstakzeptanz?! Puh, das ist wieder die Frage von welchem Standpunkt man das aus betrachtet. Ich bin sehr oft zufrieden mit mir und mit dem, was ich geleistet hab (hab ich mir nach und nach "erarbeitet"), jedoch hab' ich die Erfahrung gemacht, dass, je mehr ich meine Fehler akzeptiere, desto weniger zielstrebiger wird man ... und das ist das absolute Gegenteil von dem, was ich erreichen möchte - Deshalb fand ich die Option der Gedankenkontrolle (im Grunde nichtkonstruktives zu ignorieren) besser

    Freue mich wieder über eure Antworten
    Liebe Grüße frm

  10. #8
    Gast784
    Gast

    Standard

    jedoch hab' ich die Erfahrung gemacht, dass, je mehr ich meine Fehler akzeptiere, desto weniger zielstrebiger wird man ... und das ist das absolute Gegenteil von dem, was ich erreichen möchte - Deshalb fand ich die Option der Gedankenkontrolle (im Grunde nichtkonstruktives zu ignorieren) besser

    Freue mich wieder über eure Antworten
    Antworten auf welche Frage denn?

    Du hast Deine Überzeugung, Du hast daher Deine Bewertung, was konstruktiv ist und was nicht, was willst Du denn jetzt noch? Dann leb das eben und wenns Dich nicht glücklich macht, dann wirst Du Deine Ziele hinterfragen müsssen und Deine Bewertungen, was konstruktiv ist und was nicht, werden sich entsprechend anpassen.

    Was willst Du von uns da jetzt noch versemmelt kriegen?

Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Bewertung bzw. Gewichtung von Verstärkern
    Von alfi im Forum Universitäten
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 05.05.2011, 17:11
  2. Die Arbeit verfolgt mich - bzw. ich nehme sie mit ...
    Von Nachtelb im Forum Stress ohne Ende?
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 09.02.2011, 10:31
  3. 1 bzw 2 traum seit jahren
    Von Kiruschka im Forum Träume
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 06.01.2011, 22:18
  4. Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 09.11.2010, 07:47
  5. Sexsucht -Gedankenkontrolle
    Von Glückssucher im Forum Sucht
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 15.08.2009, 18:27

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Psychologen beraten am Telefon und im Chat. Jetzt testen!