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Thema: Gedankenzwänge

  1. #25
    Nachwuchs Autor
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    hallo gaby,

    (...) Du erwartest aber so was wie selbstlose Liebe, die es aber bestenfalls in der Mutterliebe gibt (...)

    das stimmt - so hab ich das noch nicht gesehen! ich erwarte, dass ich um meiner selbst willen geliebt werde und nicht aus "externen gründen" und vor allem, dass ich auch mal "schwierig" sein darf und die beziehung nicht gleich bedroht oder beendet ist, wenn ich mich mal nicht angepasst verhalte oder wenn ich mal extrem ärgerlich oder wütend bin.
    aber gibt es so was nur im bereich mutterliebe?
    ich selbst möchte ja selber auch selbstlos lieben und nicht nur "nehmen" und zum beispiel alles für meine freundin tun, wenn es ihr schlecht geht.das fällt mir bei meiner jetzigen freundin aber schwer, weil sie immer so einen genauen blick darauf hat, was ihr die treffen mit mir "bringen" und manchmal sagt sie sogar "das hat mir heut nichts gebracht" oder "daraus hab ich gerad total viel gezogen. " dann hab ich immer das gefühl: eigentlich ist die beziehung bedroht, denn wenn sie öfters "nichts" mehr daraus zieht, dann ist alles weg.

    (...) Es fühlt sich für Deine Freundin vll so an, als würde sie vor Dir stehen, winken und rufen: "hallo ich liebe dich", und Du guckst über ihre Schulter hinweg an ihr vorbei, weil Dein eigener übergroßer Schatten an der Wand Dich zu sehr in den Bann schlägt (...)

    ich hoffe nicht, dass sie sich davon so abschrecken lässt. ich versuch ja schon, ihr ein bisschen zu zeigen, dass ich sie liebe und mir macht es zum beispiel kein problem, ihr zu sagen "schön, dass du da bist" oder so was, also ich bin nicht immer komplett unnahbar. ich umarme sie auch oft von mir aus oder mache den anfang, das also schon.

    (...) Du hast selbst irgendwo von einer Leere in Dir geschrieben. Du kannst es nicht in ihre Verantwortung legen, diese Leere zu füllen (...)
    Darüber muss ich nachdenken. Weiß nicht. Eigentlich versuch ich ja schon, ihr möglichst wenig eine Last zu sein. Ein Beispiel: Sie meinte, dass es für sie belastend sei, wenn ich andauernd über meine Kindheit rede. Seitdem hab ich das Thema ganz ausgeklammert, das wollte sie aber wiederum auch nicht. jetzt haben wir uns darauf geeinigt, dass ich ihr ab und zu erzähle, was los ist, aber eben nicht, wenn ich total in irgendwelchen gefühlen drin stecke und sie dann mit runterziehe.
    ich versuche also schon, sie nicht zu überfordern mit meinen problemen und auch darauf ein bisschen zu achten, dass wir genug positive momente haben. und darin steckt ja schon wieder der nutzen-aspekt drin: ich versuche, ihr nutzen zu bringen, damit sie bei mir bleibt.
    Geändert von SirWiwor (28.10.2008 um 17:53 Uhr)

  2. #26
    Gast784
    Gast

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    hallo Sirwiwor,

    Du solltest schon aufpassen, dass Du Deine Freundin nicht mit Deiner Therapeutin verwechselst

    Und dieses Bild vom Nutzen ist doch total destruktiv. Insgesamt scheinst Du unglaublich gegen Deine eigene Bedürftigkeit zu kämpfen und daher wirkt diese Beziehung sehr schwer. Möglich, dass das nur in den Posts so rüber kommt. Habt ihr auch einfach mal Spaß und Leichtigkeit miteinander?

    Natürlich will man um seiner selbst willen geliebt werden. Aber selbstlos ist was anderes. Das würde heißen, dass man bereit ist sich für den anderen aufzuopfern. Die Bereitschaft hab ich nur für mein Kind. In der Erwachsenenliebe stelle ich durchaus bestimmte Bedingungen z.B. nach Aufrichtigkeit, Loyalität usw. Ich erwarte von meinem Partner, dass ich auf einer Augenhöhe mit ihm stehen kann. Das schließt nicht aus, dass mal der eine oder andere eher väterlich/mütterlich bedüddelt, weil der andere das grad braucht. Wir alle sind Erwachsene, Eltern, Kind in einem und switchen zwischen diesen Rollen hin und her.

    Es gibt auch andere "Arrangements", man denke an "Kindfrauen" u.ä. Jedes Paar muss das für sich raus finden. Es ist eben die Frage, ob es Deiner Freundin noch gut geht. Wie sieht sie das, was hat sie denn für Bedürfnisse, ist das denn ein ausgewogenes geben und nehmen bei euch?

    Und versuch das mal in anderen Begriffen zu sehen, als in Kosten - Nutzen. Das ist ja schon Selbstverletzung, was Du da betreibst

    lg Gaby

  3. #27
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    hallo gaby,

    (...) Du solltest schon aufpassen, dass Du Deine Freundin nicht mit Deiner Therapeutin verwechselst (...)

    ja, die gefahr bestand am anfang wirklich. aber mittlerweile behalte ich fast alle wirklich schwierigen probleme für mich. das für mich schwere daran ist nur, dass die beziehung viel weniger qualität hat, wenn man die hälfte von sich aus "schonungsgründen" daraus fernhalten muss.

    (...) Möglich, dass das nur in den Posts so rüber kommt. Habt ihr auch einfach mal Spaß und Leichtigkeit miteinander? (...)

    Haben wir schon - ich bin auch kein total schlechter freund, denke ich. im moment ist es nur sehr schwer, weil wir beide viel stress haben: wir wollten dieses semester einen tanzkurs machen und das ist heute leider gescheitert - zum einen hatte ich vorher bier getrunken, weshalb sie sauer war (war so aufgeregt irgendwie) und währenddessen konnte ich mich gar nicht entspannen aus angst, fehler zu machen -deswegen lassen wir das jetzt und machen nen malkurs zusammen. das mit dem tanzen war nur ihr zuliebe, den malkurs hingegen möchte ich machen, denn ich liebe kunst usw und ich denke, das wird besser.
    ansonsten: wir verbringen auch schon mal den halben tag nur zusammen im bett, "blödeln" viel rum, lachen auch oft zusammen und waren auch schon zusammen im urlaub. und ich gebe mir auch schon mühe, kein schlechter freund zu sein, auch wenn ich das immer wieder schnell denke.

    (...) In der Erwachsenenliebe stelle ich durchaus bestimmte Bedingungen z.B. nach Aufrichtigkeit, Loyalität usw. Ich erwarte von meinem Partner, dass ich auf einer Augenhöhe mit ihm stehen kann. Das schließt nicht aus, dass mal der eine oder andere eher väterlich/mütterlich bedüddelt, weil der andere das grad braucht. Wir alle sind Erwachsene, Eltern, Kind in einem und switchen zwischen diesen Rollen hin und her. (...)


    Ja, den Aspekt mit den Bedingungen hat sie auch sehr stark. Am Anfang der Beziehung hat sie mir ihre Bedingungen sogar aufgelistet. Mein Freund muss: eine gute Arbeit haben, darf keine psychische Störung haben, denn das findet sie zu anstrengend, sie möchte jemanden verlässliches.
    mich hat das abgeschreckt ... und vor allem ist sie ja nun auch trotz störungen mit mir zusammen... ich finde es merkwürdig, solche "forderungen" an jemanden zu stellen und kam auch erst mal einfach nur mit der erwartung an, sie kennenzulernen und wollte nicht einen menschen nach einem bestimmtem muster.


    (...) Wie sieht sie das, was hat sie denn für Bedürfnisse, ist das denn ein ausgewogenes geben und nehmen bei euch? (...)

    Ihre bedürfnisse hab ich ja oben zum teil genannt - außerdem möchte sie oft unterhalten werden, braucht so viel stimulation und immer wieder was neues, während ich manchmal auch einfach drei abende hintereinander nix tun außer lesen und lernen kann. ich finde es manchmal anstrengend, immer wieder dafür zu sorgen, dass sie ihre anregenden erlebnisse bekommt, vor allem, weil ich zu vielem auch keine lust dann habe (beispiel tanzkurs).

    Gruß

  4. #28
    Gast784
    Gast

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    Zitat Zitat von SirWiwor Beitrag anzeigen
    Am Anfang der Beziehung hat sie mir ihre Bedingungen sogar aufgelistet. Mein Freund muss: eine gute Arbeit haben, darf keine psychische Störung haben, denn das findet sie zu anstrengend, sie möchte jemanden verlässliches.

    äh, vll muss ich den Alters- und Generationenunterschied ja berücksichtigen, aber das habe ich eigentlich nicht mit Bedingungen gemeint. Das geht ja schon eher in Richtung: wie backe ich mir den perfekten Mann

    Arbeit ist eine Komponente, die man in heutigen Zeiten nicht unbedingt als kontinuierlich betrachten kann und wer bitte schön ist denn wirklich psychisch absolut störungsfrei?

    Es geht doch eher darum, dass der andere sich in dem, was er ist, zu erkennen gibt. Und nicht, dass er gefälligst was anderes sein soll. Und Du hast völlig recht, wenn Du sagst, dass sie Dich ausgewählt hat, so wie Du nunmal bist. Sie wird das ja hoffentlich nicht getan haben, weil sie jemanden braucht, den sie als unzulänglich betrachten kann, nur um sich selbst besser zu fühlen Oder weil sie an jemandem rumerziehen will.

    Dass der eine Partner eher extravertiert und quirlig ist und der andere eher ruhig und in sich gekehrt, muss kein Hemmschuh sein. Das kann sich sogar ganz gut ergänzen, vorausgesetzt, jeder hat seinen Freiraum und ggf Menschen, mit denen er das leben kann, worin er sich vom Partner unterscheidet. Dass ihr aber trotzdem gemeinsame Berührungspunkte pflegt wie z.b. Kunst, ist doch ein sehr gutes Zeichen.

    lg Gaby

  5. #29
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    (...) Arbeit ist eine Komponente, die man in heutigen Zeiten nicht unbedingt als kontinuierlich betrachten kann und wer bitte schön ist denn wirklich psychisch absolut störungsfrei? (...)

    Sehe ich auch so: vor allem - sie selbst sitzt jeden Tag da und raucht sich ihr Haschisch usw. Als ob das weniger gestört wäre.

    (...) Sie wird das ja hoffentlich nicht getan haben, weil sie jemanden braucht, den sie als unzulänglich betrachten kann, nur um sich selbst besser zu fühlen Oder weil sie an jemandem rumerziehen will (...)

    Ne, das denk ich nicht: wenn das so wäre, würde ich die Beziehung sofort beenden.

    (...) Dass ihr aber trotzdem gemeinsame Berührungspunkte pflegt wie z.b. Kunst, ist doch ein sehr gutes Zeichen. (...)

    Finde ich auch. Und vor allem: auch wenn wir nicht wirklich sagen können, warum wir zusammen sind, wollen wir doch beide unbedingt, dass wir auch auf die Dauer zusammenbleiben - trotz aller Unterschiede zwischen uns. Jedenfalls würde für uns beide eine Welt zusammenbrechen, wenn das jetzt plötzlich weg wäre. Ich bin froh, dass wir beide diese Gefühle haben und sie erwidern, das gibt etwas Sicherheit.

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