Die Mauer
Ein Tag, der so begann wie immer
Ich lag halb wach in meinem Zimmer
Von draußen drang ein Lärmen, Krach
Mich packte Angst, war plötzlich wach
Die Wohnung meiner Eltern lag
Ein wenig ruhig, gleich einem Park
So kam es mir zumindest vor
westlich vom Brandenburger Tor
Ich sah in Richtung Ostberlin
und sah dort Militär aufziehn
und Waffen, Menschen, Stacheldraht
der Menschen Mimik kalt und hart
Ich sah Familien aufgelöst
die ihrer Würde nackt entblößt
sah Menschenseelen leiden, brennen
wie kann man nur Familien trennen?
Mit kalter Härte, Grausamkeit
Wie hier man eine Stadt zerteilt
Es ist ein elendiges Spiel
Ist das des Sozialismus Stil?
Mein´ Rücken überläuft ein Schauer
Seh ich die Menschen an der Mauer
Mit kaltem Blick und Machtgebaren
Sich um ihr mieses Werk sich scharen
Es ist vereinzelt noch zu sehn
Wo Bürger gegenüber stehn
Jetzt streng getrennt durch Stacheldraht
Ein Vopo nicht mit Häme spart
Ab ich mich wende, kalt und leer
Lauf meinen Eltern hinter her
In Richtung Westen geht der Gang
Gott sei Dank!


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