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Thema: Gegen den Zwang auflehnen

  1. #1
    Schreibkraft Avatar von monkey
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    Standard Gegen den Zwang auflehnen

    Hallo Fori´s,

    mir kommt es vor, als würde ich mein Leben hauptsächlich anhand verschiedener Zwänge gestalten. Oder besser gesagt um deren Vermeidung...

    Ich wehre mich schon lange Zeit gegen Zwänge, die mir das Leben entgegen stellt. Oft dagegen oder ich mache etwas erst recht ganz anders. Ich will zu nichts gezwungen sein. Ich will frei entscheiden können und nicht anhand von Zwängen Slalom laufen müssen.

    Kennt jemand dieses Zwangsvermeidungsverhalten?

    Grüßle
    monkey

  2. #2
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    Hallo,

    nein ich kenne diese Zwangsvermeiden nicht unbedingt und ich kenne deine anderen beiträge auch nciht, deswegen weiß ich nicht was für zwängen du meinen könntest, aber ich galube das du aufpassen musst das, dass freiegefühl nicht zu einem zwang wird.
    Ich meine damit das du nicht immer darauf bedacht bist dich frei zu fühlen, ich galube das das auch nach hintel los gehen kann, gegen manche zwänge kann man sich galube ich nicht wären.

    liebe grüße licht

  3. #3
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    Hallo,
    für mich klingt das eher nach Trotz. Der ist manchmal auch hilfreich. Kannst Du mal ein paar Beispiele bringen? Manche Regeln oder Einschränkungen machen auf einen zweiten Blick ja durchaus Sinn.

    LG
    Peter

  4. #4
    Schreibkraft Avatar von monkey
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    Hallo Peter,

    ein Beispiel: Ich bin eingeladen zu einer Feier, oder einfach nur zu Besuch. Ich weiß, es ist üblich (die Norm) dann ein Geschenk, oder eine kleine Aufmerksamkeit mitzubringen. Es kann dann sein, daß ich mich dazu gezwungen fühle,- ich kann nicht frei entscheiden, ob ich das jetzt will oder nicht. Ich muß es sozusagen tun. Und desswegen tu ich es grad erst recht nicht. Ich will etwas schenken, aus freien Stücken, weil mir danach ist und ich es gerne tue. Ohne ein Mitbringsel fühle ich mich dann zwar etwas unwohl, manchmal hatte ich es auch bereut, weil ich dem Menschen dann doch gerne etwas geschenkt hätte,- aber ich wollte dann auch erfahren, ob mich dieser Mensch auch ohne ein Geschenk achtet und willkommen heißt. Das ist fast schon ein Spiel mit anderen Menschen...

    Dann gibts auch so Kleinigkeiten an unüblichem Verhalten. Alles was irgendwie einem ungeschriebenen Gesetz unterliegt will ich anders machen. Fängt mit meiner Kleidung an,- die darf auch mal dreckig vom Gassi sein und ich gehe damit einkaufen,- oder sieht einfach zu leger aus für manche Anlässe. Da will ich mich nicht anpassen, ich bin mehr als ein Gerüst aus Normen.

    Manchmal bringt es jedoch auch Unannehmlichkeiten. z.b. fühle ich mich gelegentlich auch dazu gezwungen Freundschaften zu pflegen... Wenn ich mich im Zugzwang fühle, geht erst mal nichts mehr.

    Ich denke, ich muß als Kind oft gezwungen worden sein. Auch mit Routinen bin ich nicht befreundet. Gerne mache ich die Dinge immer wieder auf andere, neue Weise. Schon ein starker Freiheitsdrang. Hinsichtlich eines Berufes muß ich dann meine Gedanken dann schon geschickt steuern, damit ich auch da erkenne, daß ich aus freien Stücken Geld verdienen möchte.

    Schon komisch, auf der einen Seite fehlt mir das Durchsetzungs-/Durchhaltevermögen,- auf der anderen Seite habe ich zuviel davon.

    LG
    monkey

  5. #5
    Schreibkraft Avatar von Todai94
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    Also als einen krankhaften Zwang würde ich das jetzt nicht ansehen. Meiner Meinung nach bist du einfach nur ein Querdenker, der gerne etwas besonderes sein möchte, also aus der Masse herausstechen. Deswegen versuchst du auch zwanghaft dich entgegen der allgemeinen Norm zu verhalten, Beispielsweise würdest du auch mal an Weihnachten lieber Ostereier haben

    Du solltest einfach versuchen von dem Gedanken wegzukommen, dass dir ein Tag wie Weihnachten vorschreibt Geschenke zu kaufen, sondern solltest es so sehen, dass du an diesem Tag die Chance hast, anderen eine Freude zu bereiten. Versuche möglichst jeder Situation das Positive abzugewinnen.

  6. #6
    Schreibkraft Avatar von Rhett66
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    Zitat Zitat von monkey Beitrag anzeigen
    Ich denke, ich muß als Kind oft gezwungen worden sein. Auch mit Routinen bin ich nicht befreundet. Gerne mache ich die Dinge immer wieder auf andere, neue Weise.
    Geht mir auch so. Deswegen könnte ich zB. nie 100 fahren, wenn es genau so vorgeschrieben ist.

    Und ich denke, wir müssen uns bewußt machen, daß wir früher von andern gezwungen wurden, etwas zu tun, was andere wollten. Als Erwachsene müssen wir das nicht mehr in dem Maße. OK, wir müssen arbeiten. Aber wir müssen niemand ein Geschenk mitbringen. Wir stechen auch nicht aus der Masse heraus, wenn wir es nicht tun, sondern im Gegenteil: Den, den Du besuchst, wirst Du eher überraschen! Und Du wirst Dich gut fühlen! Und nebenbei bemerkt beneide ich Dich darum, daß Dir ggf. auch was einfallen würde.

    Das sollte meiner Meinung nach der Maßstab sein. Was es (uns oder dem andern) bringt. Und nicht, wie es die meisten machen. Sonst stellst Du Dich ja gerade wieder unter einen Zwang, dem Du eigentlich entfliehen möchtest. Mach es so, daß Du Dich gut fühlst! Das ist alles.

    Freundschaften pflegen .... muß man nun auch nicht. Wirklich nicht!!! Auch die Zähne putzen müssen wir uns nicht das ganze Leben lang, nur weil es die Eltern früher verlangt haben. Wir können später selber entscheiden, ob wir das wollen oder nicht. Und wir dürfen uns dabei ganz nach unseren eigenen Bedürfnissen richten. Wenn Du das Bedürfnis hast, jemand anzurufen, dann tu's einfach. Wenn nicht, dann laß es. Das Leben kann so einfach sein ... :-)

    Gruß S.

  7. #7
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    Hallo Monkey,
    Was Du beschreibst, kommt mir sehr bekannt vor. Zu Familienfeiern oder gesellschaftlichen Anlässen ging ich manchmal nur widerstrebend mit. Ganz unvorbereitet kam ein mahnendes, kritisierendes oder beschämendes Statement an meine Adresse. Darunter waren Vorwürfe, wie ich mich denn so verhalte, dass sich das nicht gehört, "man" wisse das doch, warum mache ich das dann nicht wie es alle machen?
    Und erst immer hinterher!
    Gerne hätte ich die Chance gehabt, vorher darüber informiert zu werden. Wenn dann noch Fremde oder Verwandte mitbekommen haben, wie sich meine Eltern mit mir schämen müssen. Das interpretiere ich dann selbst für beschämend.

    Ich denke, diese Situation kennen viele Leute. Ich kann Dich verstehen und Dir nur zustimmen, dass Du Dich von diesen engen, unfairen Regeln losreissen möchtest. Ist dieses Gefühl erst mal im persönlichen Rucksack der Unannehmlichkeiten, übertragen es viele Menschen auch auf andere Situationen. Ich denke, mit Deinem Beruf könnte das auch so erfolgt sein.

    Diese ungeschriebenen Gesetze haben Eltern oft in ihrer Kindheit verinnerlicht und geben sie halt unreflektiert weiter. Als Kind ist man noch nicht in der Lage mit rationalen Argumenten gegenzuhalten und verlegt halt seine Verweigerung eher auf passiven Widerstand.

    PS: Aus Trotz habe ich mich dann auch schon mal provozierend verhalten. Kritik kam ja so oder so.

    Jetzt aber habe ich meine inneren Mauern/Grenzen aufgebaut und verhalte mich achtsam gegenüber den Äußerungen meiner Eltern oder Autoritäten. Mir hilft es, deren Aussagen zuerst auf den Prüfstand zu stellen, statt wie früher mich dem ausgeliefert zu fühlen. Du könntest Dir auch erlauben, die outputs anderer bewusster zu überprüfen.
    LG
    ------------------------------------------------------------------------------------

    "Du bist nicht das, was du denkst, dass du bist; sondern was du denkst, das bist du." (Marc Aurel)
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  8. #8
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    vor einiger zeit war ich bei meiner ärztin und habe ein ekg bekommen und die ärztin sagte, ich solle ruhig liegen bleiben, weil sonst die saugnäpfchen abfallen würden. in diesem moment fing mein körper an zu zittern und liess sich nur schwer beruhigen und das war der moment, in dem ich begriffen habe, dass widerstand bei mir zu einer gewaltigen lebensform geworden ist.

    gestern nun haben wir uns im chat darüber unterhalten, was es heisst, erwachsen zu sein (ich meine wirklich erwachsen und nicht nur so auszusehen). in deinem und auch meinem fall heisst es, darüber nachzudenken, weshalb widerstand so eine grosse rolle in unserem leben spielt und ihn ausser kraft zu setzen, wenn es für unser eigenes wohl und das wohl unserer lieben wichtig ist. das heisst dann auch, weihnachtsgeschenke zu weihnachten zu kaufen und geburtstagsgeschenke zu freunden mitzubringen... am besten auch noch welche, die demjenigen gefallen und wenn du herausstechen willst, dann am besten welche, die so gut sind, dass derjenige sich irrsinnig freut.

    das heisst aber nicht, dass du immer nur vernünftig sein sollst und alles nach schema f tun sollst. finde heraus, welche möglichkeiten du hast, auch mal gegen den strom zu schwimmen oder bei manchen gelegenheiten auch, warum du in diesen fällen widerstand entgegen setzen möchtest. das verrät dir eine menge über dich selbst. ich hab gerade für mich wegen des arztbesuches begriffen, dass ich tief im inneren davon überzeugt bin, dass ich mir diese gesundheitlichen probleme selbst eingehandelt habe und sie auch allein beseitigen will. dieses die dinge unbedingt allein in griff kriegen müssen ist bei mir auch extrem tief verwurzelt, wahrscheinlich weil ich immer alles allein machen musste...

    widerstand ist nicht einfach widerstand, für vieles hast du verschiedene gründe, weshalb du widerstand leistest. das gilt es dann für einzelne sachen herauszufinden. wenn du das eine weile lang machst, wirst du merken, dass du wesentlich friedlicher damit umgehen kannst...

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