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Thema: Geheimnis des Glaubens

  1. #1
    Gast570
    Gast

    Standard Geheimnis des Glaubens

    Hallo, Forum!

    Das Folgende, habe ich hier gefunden
    "Ich würde es nicht als Neurose bezeichenen, sondern als Massenpsychose. Betrachten wir als Beispiel den Sport, insbesondere den Fußballverein Schalke 04 (nicht dass ich speziell gegen den Verein etwas hätte, aber ich hab einen Bekannten, der ist Schalker mit Leib und Seele): Als Fan von Schalke wird man geboren und erzogen. In gruppendynamischen Prozessen entwickeln sich Kleidung, Verhaltensweisen, Gesänge und rituelle Handlungsweisen. Gegnerische Spieler (besonders vom benachbarten BVB) spielen schlecht und sind unsympathisch. Das allerdings ändert sich schlagartig, wenn sie zu Schalke wechseln, umgekehrt ist es ebenso. Mit Verstand hat das nichts mehr zu tun. Und ich sehe keinen Unterschied, ob einer samstags ins Fußballstadion oder sonntags in die Kirche pilgert. Die Insignien und Lieder unterscheiden sich zwar, dienen aber dem gegenseitigen Erkennen und dem Zusammenhalt. In beiden Fällen wird an den Verein geglaubt. Und so wie jeder Schalker in seinem Innersten weiß, dass auch woanders guter Fußball gespielt wird, so ahnt jeder Gläubige, dass sein Glaube nichts anderes als esoterischer Hokuspokus ist. Aber beiden, dem Fußball-Fan und dem Gläubigen würde ein entscheidender Teil (nämlich der gesellschaftliche) seines Lebens fehlen, wenn ihm sein Fanatismus genommen werden würde. Darin liegt das Geheimnis des Glaubens."
    Mich interessiert dabei:

    Was hat der Glaube mit dem Verstand zu tun?

    Ist Glauben ein gesellschaftliches Ereignis?

    Ist der Absolutheitsanspruch einer Religion gleichzusetzen mit Fanatismus?

    *fragt Euch*
    Harlequin

  2. #2
    Gast784
    Gast

    Standard

    Ich finde, es wird oft - auch in dem Zitat - Glaube und die Institutionalisierung des Glaubens (= Kirche) durcheinandergeworfen. Fanatismus geht von letzterem aus.

  3. #3
    Gast572
    Gast

    Standard Wo haben diese Fragen ihren Ursprung?

    .....Religion besitzt keinen Absolutheitsanspruch... sonst ist es nicht wirklich Religion... von daher wirft sich dann die Frage, ob dies nun Fanatismus sei, im Zusammenhang gar nicht erst auf.

    ...nur meine Meinung...

    ach ja: die Webseite, die du da als Quelle angibst, bereitet mir ehrlich gesagt einiges Schaudern...

    Gruß

    Gedankenfeld

    P.S.: die Überschrift klingt positiv--->Geheimnis des Glaubens, doch liegt nach meinem Dafürhalten dieses Geheimnis ganz sicher nicht im Wahnsinn.... kann nicht dein ernst sein oder!!?
    Geändert von Gast572 (10.08.2007 um 11:31 Uhr) Grund: Tippfehler und etwas hinzufügen

  4. #4
    Gast570
    Gast

    Standard

    Hallo, Gabiannarele, hallo, Gedankenfeld!

    Mit "Absolutheitsanspruch einer Religion" sind sowohl institutionale Ausschließlichkeitsansprüche gemeint, wie der der katholischen Kirche als Kirche, als auch "Glaubensdogmen" von Religionen, wie sie sich zum Beispiel im "Du sollst keine anderen Götter haben neben mir" des Dekalogs niederschlagen.

    Fragen stellen sich nie von selbst, sondern werden von Menschen gestellt. Wonach ich fragte waren Meinungen und Ansichten darüber, ob man glauben kann, dass es nur einen wahren Gott gibt, zum Beispiel den der Christen, ohne damit anderen Religionen ihre Existenzberechtigung abzusprechen.

    Zitat Zitat von Gedankenfeld
    doch liegt nach meinem Dafürhalten dieses Geheimnis ganz sicher nicht im Wahnsinn....
    Worin liegt nach Deinem Dafürhalten das Geheimnis des Glaubens?

    *Liebe Grüße*
    Harlequin
    Geändert von Gast570 (10.08.2007 um 12:06 Uhr)

  5. #5
    Gast572
    Gast

    Standard Das "Wo"!?

    Hallo ihr Lieben,

    Lieber Harlequin: ...Fragen stellen sich nicht von selbst... das ist korrekt, aber das hatte ich auch nicht behauptet... anders ist es beispielsweise mit Antworten; die kommen/ergeben sich manchmal ganz von selbst...

    Hm, nein, ich hatte auch nicht den Eindruck, dass du einer Religion/Religionsform ihre Existenzberechtigung absprechen willst, höchstens vielleicht, dass du allgemein dessen Existenz für gar nicht wirklich gegeben hälst, ihr gar keine Existenz möglicherweise zuschreibst!??

    Nach meinem Dafürhalten liegt das Geheimnis des Glaubens in der Kraft desselbigen. Das wird deine Frage nicht erschöpfend und befriedigend beantworten, deshalb werde ich zu einem späterem Zeitpunkt nochmals darauf zurückkommmen.

    Liebe Grüße

    Gedankenfeld

    P.S.: die Auffassung, dass es nur EINEN Herrn und Gott gibt, habe ich beispielsweise auch - ich sehe es so, dass alle Religionen ein und denselben meinen, ihn nur unterschiedlich sehen und wahrnehmen, so wie wir alle vielleicht alles unterschiedlich sehen und wahrnehmen.
    Geändert von Gast572 (12.08.2007 um 17:59 Uhr) Grund: Tippfehler und etwas hinzufügen

  6. #6
    Wunderlampe
    Gast

    Standard Glauben

    Hallo Zusammen

    Ist der Absolutheitsanspruch einer Religion gleichzusetzen mit Fanatismus?
    Wenn ich versuche anderen mit Gewalt meinen Glauben aufzudrücken mit der Begründung, dass nur mein Glaube der Wahre ist, dann hat das schon etwas mit Fanatismus zu tun. Wobei ich denke, dass viele Kriege nur unter dem Deckmäntelchen Religion geführt wurden und werden. Es ging und geht dabei oft nur um die Macht.

    Ich glaube, es gibt nur einen Gott. Wie der genannt wird ist doch egal. Und wie andere Menschen ihre Religion zelebrieren ist mir auch wurscht. Wichtig ist doch das soziale Miteinander und die Achtung vor dem Menschen und der Natur.

    [QUOTE]Ist Glauben ein gesellschaftliches Ereignis?
    QUOTE]

    Wäre ich in Asien geboren, hieße mein Gott Buddah, wäre ich in Ägypten geboren Allah. Die Familie gibt ihren Glauben durch die Erziehung an die Kinder weiter.

    Was hat der Glaube mit dem Verstand zu tun?
    Meiner Meinung nach zuviel. Würden wir mehr mit dem Herz glauben als mit dem Verstand, dann würden wir nicht so sehr an unserem Glauben zweifeln.
    Wenn ich glaube soll es schon das richtige sein, so der Verstand. Mein Herz sagt mir ob es richtig ist was ich glaube, der Verstand zweifelt und grübelt und analysiert....ewig

  7. #7
    Gast570
    Gast

    Standard

    Hallo, Wunderlampe!

    Vielen Dank für Deine konstruktiven Antworten auf meine Fragen Hier noch ein paar neue von mir

    Zitat Zitat von Wunderlampe
    Wenn ich versuche anderen mit Gewalt meinen Glauben aufzudrücken mit der Begründung, dass nur mein Glaube der Wahre ist, dann hat das schon etwas mit Fanatismus zu tun....
    Ja, da kann man Dir nur Recht geben: das gewalttätige Missionieren ist sicher eine Form von Fanatismus - egal mit welcher Begründung!
    Zitat Zitat von Wunderlampe
    Ich glaube, es gibt nur einen Gott.
    Es gibt viele sog. Naturreligionen, in denen viele Götter wirken. Ist der Glaube ihrer Anhänger Deiner Meinung nach der falsche?
    Zitat Zitat von Wunderlampe
    Wichtig ist doch das soziale Miteinander....
    Also ist der Glaube nicht so wichtig?
    Zitat Zitat von Wunderlampe
    ...und die Achtung vor dem Menschen und der Natur.
    D'accord, das kann wohl jeder unterschreiben! Schwierig wird es allerdings dann, wenn man beginnt, Begriffe wie "Achtung vor dem Menschen" mit Inhalt zu füllen. Die Ansichten darüber gehen sehr schnell sehr weit auseinander.

    Mit der Frage, ob der Glaube ein gesellschaftliches Ereignis sei, meinte ich - es war ungenau formuliert von mir -, ob der Glaube eine Gemeinschaft von Mitgläubigen benötigt, um sich entfalten zu können, oder ob er auch solo, sozusagen im "stillen Kämmerlein", gedeihen kann.
    Zitat Zitat von Wunderlampe
    Würden wir mehr mit dem Herz glauben als mit dem Verstand, dann würden wir nicht so sehr an unserem Glauben zweifeln.
    Mit dem Verstand glauben bedeutet, ich bin überzeugt, dass Gott existiert? Mit dem Herz glauben bedeutet, ich spüre Gottes Existenz?
    Zitat Zitat von Wunderlampe
    Mein Herz sagt mir ob es richtig ist was ich glaube, der Verstand zweifelt und grübelt und analysiert....ewig
    In welchem Sinne sprichst Du hier von richtig? Moralisch richtig? Also etwa: dasjenige, an das ich glaube, ist DAS Gute! Oder rational richtig: dasjenige, an das ich glaube, ist Existent!

    *fragt*
    Harlequin
    *nach*

  8. #8
    Wunderlampe
    Gast

    Standard

    Hallo Harlequin

    Sorry, dass ich jetzt erst antworte, war im Urlaub.

    Es gibt viele sog. Naturreligionen, in denen viele Götter wirken. Ist der Glaube ihrer Anhänger Deiner Meinung nach der falsche?
    Die Betonung liegt zuerst mal auf "ich" Es ist meine Überzeugung. Ich weiß nicht ob mein Gaube der Richtige ist, wenn es so was überhaupt gibt. Es ist mir auch gar nicht wichtig den richtigen Glauben zu haben. Er ist für "mich" der richtige. Der Glaube der Anhänger dieser Naturreligionen ist für diese Menschen "der Richtige"

    Wichtig ist doch das soziale Miteinander....

    Also ist der Glaube nicht so wichtig?
    Was beinhalten die Religionen unter anderem: Lebensregeln für das soziale Miteinander. Es gibt viele Menschen die haben keine Religion halten sich aber an diese Lebensregeln. Was nützt es, wenn jemand an Gott glaubt, jede Woche in die Kirche rennt und seinen Mitmenschen das Leben zur Hölle macht. Dass so viele Menschen keiner Religionsgemeinschaft angehören liegt meiner Meinung nach daran, dass man zu keiner wirklich vorbehaltlos "Ja" sagen kann. Da wird von Nächstenliebe gepredigt, aber den Andersgläubigen kann man nicht leiden und wehe du hälst dich nicht an die Religionsregeln.

    ob der Glaube eine Gemeinschaft von Mitgläubigen benötigt, um sich entfalten zu können, oder ob er auch solo, sozusagen im "stillen Kämmerlein", gedeihen kann.
    Wenn er oder die Menschen die diesen Glauben haben das wollen: sich zu entfalten, dann bedarf es "Öffentlichkeitsarbeit" Wenn ich aber für mich den Glaube lebe um mit mir im Reinen zu sein, dann kann das auch im stillen kämmerlein passieren. Wenn ich glaube, dass mein Glaube der einzig Wahre auf dieser Welt ist und es meiner Glückseeligkeit dient jedem meinen Glauben nahe bringen zu müssen, dann muß ich ihn öffentlich machen und Anhänger suchen, die mit mir diesen einzig wahren Glauben verkünden. Missionsarbeit. ( Anmerkung am Rande:Kirchen müssen gebaut werden, Leute wollen bezahlt werden. Das kostet Geld. Dafür brauche ich zahlende Mitglieder. Und Ruck Zuck stehen die Geschäftemacher da, denen der Glaube an sich egal ist, für die es nur einen Gott gibt: Geld )
    Die Frage ist doch: Was ist Religion für mich. Glaubensgemeinschaft oder nur innere Einstellung.

    Mit dem Verstand glauben bedeutet, ich bin überzeugt, dass Gott existiert? Mit dem Herz glauben bedeutet, ich spüre Gottes Existenz?
    Mit dem Verstand glauben bedeutet für mich ständig nach Beweisen zu suchen, zu hinterfragen gibt es einen Gott, gibt es den einen Gott oder viele, ist mein Glaube der Richtige. Mein Herz sagt:"ja es stimmt, ich habe ein gutes Gefühl oder es sagt: "nein", wenn die Sache für mich nicht stimmig ist.

    Gottes Existenz siehst du in jedem Baum, in jedem Strauch, in jeder Blume, in jedem Tier, in jedem Menschen. Er ist da. Überall. Zu jeder Zeit. Er ist eine Macht, die dieses Leben auf der Erde möglich oder unmöglich macht. Und wenn wir nicht nach seinen Gesetzen, den Gesetzen der Natur leben, werden wir durch eigenem freien Willen untergehen. Das ist mein persönlicher Glaube.
    Der Mensch, der sich so groß sieht ist nur ein kleiner Wurm. Die Welt gab es ohne ihn und wird es ohne ihn geben, wenn er sich selbst überlebt hat.
    Das ist "mein" Glaube an Gott. Und für diesen Glaube ist es unerheblich ob ich einer Religionsgemeinschaft angehöre oder nicht. Alle von Menschen gegründete Religionen haben eines gemeinsam. Sie sind von Menschen gemacht. Gegründet aus menschlicher Sichtweise mit den historischen Gegebenheiten in der Gründerzeit. Jedes wissentschafliche Werk wird neu überarbeitet sobald es neue Erkenntnisse gibt. Wie würde die Bibel wohl heute aussehen, wenn sie heute geschrieben werden würde. Und warum ist das nie geschehen. Dass wir nicht mehr so leben wie zu Jesus Zeiten weiß doch jeder. (Beiläufig erwähnt: Was würde man mit Jesus machen, wenn er in der heutigen Zeit leben würde. Würde man ihn nicht als Spinner in die Psychiatrie bringen?)

    Das Geheimnis des Glaubens:

    Ich bin auf der Suche nach der Wahrheit und es kommt einer und erzählt mir eine Wahrheit, die für mich stimmig ist, dann kann ich diese Wahrheit glauben. Wenn ich von einer Sache überzeugt bin kann ich sie überzeugend an andere weitergeben
    Stimmige Gegenargumente lassen mich zweifeln. Zweifel verunsichern mich und ich suche erneut nach der Wahrheit, und damit schließt sich der Kreis. Die Psychische Seite daran, weil wir hier in Psycho-Forum sind:
    Es herrscht eine Bedürfnislage vor und das Bedürfnis wird befriedigt

    Bin ich nicht auf der Suche oder überzeugt mich das Ganze nicht, glaube ich nicht daran. Keine Bedürfnislage. Keine Befriedigung.

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