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Thema: Geistig wie ein 8-jähriger, aber 20 Jahre alt

  1. #1
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    Standard Geistig wie ein 8-jähriger, aber 20 Jahre alt

    Hallo, liebe Forumsgemeinde.
    Ich weiß nicht, wie ich das Thema beschreiben soll. Also ich bin geistig wie ein kleines Kind. Ich habe mich geistig nicht so weiterentwickelt, wie ein Erwachsener zu sein. Zum Beispiel liebe ich alle Arten von Spielen (Gesellschaftsspiele, Geländespiele, Sportspiele und Videospiele), ich habe Angst oder einen Hass vor/auf SexualitätIch habe andauernd nostalgische Gefühle, bin jetzt "verunreinigt" durch z.B. Sexualität (Masturbation+Pornografie). Diese nostalgischen Gefühle sind eigentlich voll toll, aber gleichzeitig auch eine Belastung, denn die Vergangenheit lässt sich nicht ändern oder zurückholen. Ich habe deswegen auch ANgst davor neue Sachen zu kaufen oder neue Technologie in meinem Leben zuzulassen. Das Internet ist vielleicht die große Ausnahme. Mir wurde von meinen Eltern z.B. nicht beigebracht, auf eigenen Beinen zu stehen und mich zu finanzieren. Heiraten kommt für mich überhaupt nicht in Frage. Das ist Erwachsenenzeugs.
    Dieses Problem belastet mich sehr, bitte macht euch nicht lustig darüber.
    Vielen Dank fürs Lesen,
    Verwirrt1992

  2. #2
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    Standard

    Zitat Zitat von Verwirrt1992 Beitrag anzeigen
    bitte macht euch nicht lustig darüber.
    Nein, natürlich nicht. Aber trotzdem möchte ich Dir ein paar Worte mitgeben, die vielleicht Deine Einstellung ein wenig relativieren.

    Zitat Zitat von Verwirrt1992 Beitrag anzeigen
    Zum Beispiel liebe ich alle Arten von Spielen (Gesellschaftsspiele, Geländespiele, Sportspiele und Videospiele),
    Das hat nichts mit Kindsein zu tun. Ich bin auch 20 Jahre, spiele fast jeden Tag hin und wieder mal Spiele und ich werde es auch in Zukunft tun. Auch meine Geschwister tun es. Meine Eltern spielen Gesellschaftsspiele leidenschaftlich. So gut wie jeder Mensch spielt regelmäßig etwas, das gehört einfach zum Glücklichsein dazu.

    Zitat Zitat von Verwirrt1992 Beitrag anzeigen
    ich habe Angst oder einen Hass vor/auf Sexualität
    Warum hast Du Angst vor Sex? Ist es der "verunreinigte" Akt? Die Fortpflanzung des Menschen? Das Gefühl, den Penis in der Vagina zu spüren? Bitte erzähle uns ein bisschen mehr davon.

    Zitat Zitat von Verwirrt1992 Beitrag anzeigen
    Ich habe andauernd nostalgische Gefühle, bin jetzt "verunreinigt" durch z.B. Sexualität (Masturbation+Pornografie).
    Nun, ich persönlich habe zwar die genau gegenteilige Einstellung (Pornografie löst bei mir eher Brechreiz aus), von Masturbation hingegen halte ich nichts Schlechtes. Dennoch: schaust Du Pornos und fühlst Dich dann verunreinigt oder schaust Du sie aus Ekel von vornherein nie an? Und dasselbe mit Masturbation, mit Sex?

    Zitat Zitat von Verwirrt1992 Beitrag anzeigen
    Diese nostalgischen Gefühle sind eigentlich voll toll, aber gleichzeitig auch eine Belastung, denn die Vergangenheit lässt sich nicht ändern oder zurückholen.
    Nostalgie kann unterschiedliche Gründe haben. Eines steht aber fest: Menschen neigen zur Nostalgie, wenn sie ihre Vergangenheit, an die sie zurückleben (-denken), emotional nicht erschöpfend ausgelebt haben. Das kann sein, weil sie zu früh lernen mussten, Erwachsenenaufgaben zu übernehmen (Verantwortung z. B.), oder weil die Umwelt um sie herum harmonischer, friedlicher und ruhiger gestaltet war. Was verbirgt sich also hinter Deiner Nostalgie: die Sehnsucht nach Vergangenheit oder nicht vielleicht eher die Flucht vor Gegenwart?

    Zitat Zitat von Verwirrt1992 Beitrag anzeigen
    Mir wurde von meinen Eltern z.B. nicht beigebracht, auf eigenen Beinen zu stehen und mich zu finanzieren.
    Lebst Du noch bei Deinen Eltern oder alleine?

    Zitat Zitat von Verwirrt1992 Beitrag anzeigen
    Heiraten kommt für mich überhaupt nicht in Frage. Das ist Erwachsenenzeugs.
    In Deinem Alter ist es auch besser, das Singleleben auszuleben.

  3. #3
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    Spiele sind doch was schönes. Ich bin mit Gesellschaftsspielen aufgewachsen. Mit Freunden habe ich zB sehr oft Activity gespielt und die Vorliebe für dieses Spiel hält sich bis heute. Das ist bei meiner Familie DAS Familienspiel schlechthin.

    Ich glaube, dass das Thema Sex von der Gesellschaft bzw. den Medien in einem falschen Licht betrachtet wird. Gerade in der Pubertät wird ein ziemliches Tohuwabohu darum gemacht und eine adäquate und vor allem normale Aufklärung findet kaum statt. Es wird aus meiner Sicht als böse dargestellt. Im Fernsehen wird zB eine Brust verpixelt, während auf dem anderen Kanal ein Mensch abgeschlachtet wird und das Blut spritzt. Da passt doch das Verhältnis absolut nicht mehr.
    Man sollte das Thema nicht überbewerten, sondern als Teil des Lebens betrachten und dieses daher so behandeln. Es sollte möglich sein, normal darüber zu reden mit Eltern, Freunden, etc.
    Wenn jemand Sex als schmutzig empfindet, kann man darüber diskutieren und andere Meinungen und Erfahrungen einholen, um zB eine neue Sichtweise zu erhalten.

    Bezüglich alleine auf eigenen Beinen stehen. Ich hab es auch nie so wirklich beibekommen gebracht. Als ich mit 20 von zu Hause weg bin, konnte ich überhaupt nicht kochen. Für mich war es sogar eine Herausforderung Nudeln mit Fertigsauce zu machen. Auf der anderen Seite finde ich solche Sprünge ins kalte Wasser auch notwendig. Man wächst mit der Herausforderung
    Anfangs haben sie mich zB mitfinanziert, als ich mit dem Studium begonnen habe. Mit der Zeit hab ich dann Schritt für Schritt eigene kleine Jobs angefangen und irgendwann kein Geld mehr von ihnen benötigt. Du könntest dich mit ihnen ja absprechen bzgl. finanz. Unterstützung.

  4. #4
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    Wie schaut denn ein typischer Tagesablauf bei dir aus?

  5. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Farnon für den sinnvollen Beitrag:

    Todai94 (10.02.2012)

  6. #5
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    Ich habe gerade keine Zeit, aber ich werde auf alle Beiträger antworten und noch mehr über mich erzählen.
    Bis in ein paar Tagen,
    Verwirrt1992

  7. #6
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    Ich habe nicht einen 24-Stunden-Internet-Zugang, deswegen kann es immer bisschen dauern, bis ich alle Fragen beantworten kann bzw. überhaupt antworte:
    - In meiner Kindheit (5 Jahre-11 Jahre ) wurde ich von meinen Eltern und Geschwistern teilweise vernachlässigt. Sie sind z.B. mit mir nie draußen spielen gegangen. Das Fahrradfahren habe ich mir z.B. selbst beigebracht, obwohl ich z.B. meinen Bruder früher öfters darum gebeten hatte, mit mir Fahrrad fahren zu üben.
    - Ich hatte meinen Bruder auch mehrmals darum gebeten, mit mir Fußball spielen zu gehen. Und auch das hat er nicht oft gemacht.
    - Mit meinen Eltern habe ich auch nie etwas unternommen. Sie gaben mir Essen, Liebe, Trinken und Kleidung und eine Unterkunft, aber unternommen haben wir zusammen wirklich überhaupt nichts. Mein Vater war ständig damit beschäftigt, sich um den Besuch zu kümmern und meine Mutter musste andauern für den Besuch kochen.
    - Ich hatte auch selten das Gefühl, dass meine Eltern mich wirklich verstanden. Beide haben wenig Schulbildung in der Türkei genossen, ich war ihnen irgendwie zu kompliziert.
    - Ich wurde mit rund 6 Jahren in die MOschee geschickt zum Religionsunterricht, wo es Leute gab, die mich andauern während des Unterrichts wegen meines Aussehens mobbten. Das hat mich irgendwie beeinflusst. Ich konnte mich nicht wehren bzw. ich habe es einfach nicht getan.
    - In der Oberschule wurde ich ebenfalls gemobbt, auch meist wegen meines Aussehens (zu früh einsetzende Behaarung und Übergewicht). Auch hier habe ich mich nicht gewehrt. Ich hatte null Selbstbewusstsein. Ich habe u.a. deswegen eine Soziophobie entwickelt.
    - Hinzu kam, dass ich mit 12 homosexuelle Gefühle empfand. Ich fing mit 14 auch an, Internetpornografie zu konsumieren. Ich war auch eine Zeit lang süchtig danach. Das war definitiv zu früh, aber ich habe ziemlich sozial isoliert gelebt. ICh wurde dadurch teilweise traumatisiert. Es wirkt immer noch; ich habe ein gestörtes Verhältnis zum Thema Sexualität.
    - Mein Cousin und meine Cousine fanden heraus, dass ich homosexuell war, weswegen sie mit mir den Kontakt für einige Zeit abbrachen. Die Beziehung hat sich inzwischen normalisiert, aber das nie aufgearbeitete Ereignis klingt immer noch nach.
    - Ich hatte aufgrund des Pornografiekonsums Minderwertigkeits- und Schuldgefühle, da ich glaubte, gegen die Regeln meiner Religion zu verstoßen, die zu einer Depression führten.
    - Während meiner Pubertät wurde auch mein Weltbild zerstört. Ich zweifelte an meiner Religion und Gott. Ich hatte keinerlei Halt mehr. Da Gott mir nicht half, wollte ich (und will ich immer noch nicht) nichts von ihm wissen. Ich hatte auch Sachen gesehen und erfahren, die mich daran zweifeln ließen, dass ein besagter Gott existiert. Neben dem Weltbild wurde auch mein Selbstbild zerstört. Ich hatte das Gefühl, nichts wert zu sein und betrachtete mich als einer von vielen, die geboren werden und dann sterben.
    - Um das Gefühl zu bekommen, dass ich doch etwas wert bin, wurde ich ein Workaholic. In der 9. Klasse war ich schwer depressiv und ab der 10.Klasse bis zur 13.Klasse, wo ich psychisch zusammenbrach, lernte ich fast den ganzen Tag und 6 Tage/Woche. Durch die Anerkennung der guten Noten, hatte es für mich Anschein, ich wäre etwas wert.
    - Ich habe aufgrund der ganzen Probleme ziemlich zugenommen, sodass mein Gewicht von 75 kg auf 120 kg geklettert ist. Essen war für mich Ablenkung, Befriedigung und Unterdrückung der Gefühle.
    - Ich habe neben den Depressionen auch eine Posttraumatische Belastungsstörung, eine Zwangsstörung und eine Borderline-Persönlichkeitsstörung diagnostiziert bekommen.
    - Ich leide heute unter Internet- und Esssucht.
    - Ich will irgendwie nichts mehr. Ich möchte weder sterben, noch möchte ich leben, ich will eigentlich nur langsam verschwinden. Ich habe wahnsinnige Wut auf diesen Gott oder wie das Arschloch sich nennt, der manchen Leuten keine Probleme aufbürdet und manche hier durch die Hölle schickt.
    - Indes habe ich auch verschiedene Phobien, die eher harmlos sind, aber mich auch belasten.
    - Neben meiner schweren Pubertät hatte ich auch noch die Schule zu beenden und stand unter Leistungsdruck, konnte dann nicht standhalten. Ich werde jetzt nach der 12. mein Fachabitur machen. Mich hat es total belastet, durch den Schulzwang auch immer in der Schule anwesend sein zu müssen.
    - Ich mache eine Therapie, aber ich habe das Gefühl, die kratzt nur an der Oberfläche.
    Bei dem nächsten Post werde ich auf eure Posts antworten und das schreiben, was noch fehlt, vielen Dank fürs Lesen.

  8. #7
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    Standard

    Mir war so als wurde hier ein Beitrag von mir gelöscht. Kann das sein, und falls ja, warum? Bin mir allerdings nicht sicher, am Ende habe ich nicht abgeschickt. Meine Gedanken eben nochmal.

    Im Grunde sind viele Leute im Kern wie kleine Kinder, man muß sich nur z.B. Politik und Fernsehn anschauen. Insofern wären Probleme mit dem Erwachsenwerden, gerade in jüngeren Jahren absolut nichts ungewöhnliches. Aber damit wärs dann auch wieder normal, wie schon weiter oben gesagt.

    Du klingst jedenfalls mit dem was Du schreibst nicht wie jemand der acht Jahre alt ist. Wenn Du da wirklich zurückgeblieben wärst, würde Dein Umfeld darauf reagieren was aber offensichtlich nicht der Fall ist. Es sind, denke ich, wie weiter oben auch schon gesagt, unangenehme, aber auch erwartbare Probleme, die im Rahmen für jemanden sind der zwanzig ist. Kann es sein, daß Du es allgemein gewohnt bist Dich relativ kritisch zu sehen.
    Geändert von Erwin (14.02.2012 um 02:31 Uhr)

  9. #8
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    Zitat Zitat von Exot Beitrag anzeigen
    Das hat nichts mit Kindsein zu tun. Ich bin auch 20 Jahre, spiele fast jeden Tag hin und wieder mal Spiele und ich werde es auch in Zukunft tun. Auch meine Geschwister tun es. Meine Eltern spielen Gesellschaftsspiele leidenschaftlich. So gut wie jeder Mensch spielt regelmäßig etwas, das gehört einfach zum Glücklichsein dazu..
    Bei mir ist das aber bisschen anders. Ich kann das Spielen und das Erwachsensein irgendwie nicht miteinander verbinden. Wenn ich mal etwas spiele, fühle ich mich wie das kleine Kind, das noch nicht wusste, wie schmutzig und dreckig diese Welt eigentlich ist und wie viele böse Menschen es gibt. Irgendwann wurde mir klar, dass sogar ich Teil des Bösen war.


    Zitat Zitat von Exot Beitrag anzeigen
    Warum hast Du Angst vor Sex? Ist es der "verunreinigte" Akt? Die Fortpflanzung des Menschen? Das Gefühl, den Penis in der Vagina zu spüren? Bitte erzähle uns ein bisschen mehr davon.
    Es ist keine Angst, sondern eher Ekel und Abscheu. Es hat nicht viel mit meiner Religion zu tun, sondern eher mit meinem Charakter. Wenn ich nicht religiös erzogen worden wäre, würde ich diesen Abscheu trotzdem empfinden. Ich finde es auch sehr falsch, wie freizügig in Europa mit dem Thema Sexualität umgegangen wird.


    Zitat Zitat von Exot Beitrag anzeigen
    Nun, ich persönlich habe zwar die genau gegenteilige Einstellung (Pornografie löst bei mir eher Brechreiz aus), von Masturbation hingegen halte ich nichts Schlechtes. Dennoch: schaust Du Pornos und fühlst Dich dann verunreinigt oder schaust Du sie aus Ekel von vornherein nie an? Und dasselbe mit Masturbation, mit Sex?
    Ich konsumiere keine Pornografie mehr und masturbiere auch nicht mehr geschweige denn habe ich Sex. Das Thema mit der Pornografie war halt so, dass ich vorher Ekel empfand und auch geschockt war, dann empfand ich irgendwie Anziehung und Erregung bis ich süchtig wurde und immer wenn es mir schlecht ging, den ****** durchzog. Jetzt bin ich frei davon.


    Zitat Zitat von Exot Beitrag anzeigen
    Nostalgie kann unterschiedliche Gründe haben. Eines steht aber fest: Menschen neigen zur Nostalgie, wenn sie ihre Vergangenheit, an die sie zurückleben (-denken), emotional nicht erschöpfend ausgelebt haben. Das kann sein, weil sie zu früh lernen mussten, Erwachsenenaufgaben zu übernehmen (Verantwortung z. B.), oder weil die Umwelt um sie herum harmonischer, friedlicher und ruhiger gestaltet war. Was verbirgt sich also hinter Deiner Nostalgie: die Sehnsucht nach Vergangenheit oder nicht vielleicht eher die Flucht vor Gegenwart?
    Bei mir beides. Ich wurde wie ein kleiner Erwachsener erzogen, der die Aufgaben zu Hause zu erfüllen hatte und sich zu benehmen hatte. Durch die Probleme in meiner Pubertät entstand bei mir das Nostalgiegefühl.
    Geändert von Verwirrt1992 (14.02.2012 um 19:33 Uhr)

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