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Thema: Gerade bricht alles über mir zusammen!

  1. #1
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    Standard Gerade bricht alles über mir zusammen!

    Hallo Zusammen,

    ich muss mir da was von der Seele schreiben da ich nicht mehr weiß was ich denken soll.
    Kurz zum Hintergrund:
    Zu meinen Eltern hatte ich bis vor kurzem ein sehr, sehr gutes Verhältnis. Wir waren immer füreinander da und haben uns sehr oft gesehen. Ich habe eine 3 jährige Tochter zusammen mit meinem Mann. (wir sind noch nicht lange verheiratet, dazu später mehr)
    Seit ca. einem Jahr hat mein Vater Anfälle von Übelkeit. Dutzende Ärzte haben ihn untersucht und schließlich eine Depression festgestellt. Er bekommt jetzt seit 4 Wochen Medikamente dagegen.
    Seit ca. 6 Monaten nun wissen wir, dass wir ungeplanter Weise das zweite Kind erwarten. Es war für uns alle erst ein Schock aber nun freuen mein Partner und ich uns sehr darüber. Meine Eltern machten mir jedoch die Hölle heiß und sagten mir, dass noch ein uneheliches Kind ja wohl das Letzte sei und wir endlich heiraten sollten. (zu dem Zeitpunkt waren wir noch nicht verheiratet) Wir waren uns zwar immer einig darüber dass wir den Schritt irgendwann gehen aber auf Drängen meiner Eltern haben wir dann eine Hals- über Kopf Heirat gemacht. Letzte Tage hatte meine Tochter Geburtstag zu denen meine Eltern und meine Schwiegereltern eingeladen waren. Dort kam es dann auch schon wieder zu Ausseinandersetzungen. Mein Vater hat meinen Schwiegervater wegen einer Sache die er mal irgendwann gesagt hat angemacht was mir echt total unangenehm war da ich ihm immer sagte, dass ich kein Streit in der Familie möchte was er auch einsah. Kurze Zeit später kam dann das Gespräch "Wohnsituation" zur Sprache. Warum wir noch immer in dieser Wohnung wohnen würden im zweiten Stock, wie lange wir das hier noch machen würden, dass wäre doch großer Mist wir sollen uns eine Immobilie kaufen etc. Meine Mutter mischte sich dann ein und sagte in einem patzigen Ton: Das werden die beiden noch früh genug merken mit zwei Kindern!!
    Meine Mutter fragte mich vor ein paar Tagen was denn mit mir los sei aber ich habe nichts gesagt weil ich nicht wieder alles kaputt machen will.
    Wer das alles liest denkt sich bestimmt: Die hat Probleme!! Als Aussenstehender würde ich das vielleicht auch denken aber ich kann mir keinen Reim darauf machen wieso das Verhältnis auf einmal so schlecht geworden ist. Ich leide darunter sehr stark. Wenn der Grund dafür, dass zweite Kind ist dann versteh ich die Welt nicht mehr. Hat das was mit den Depressionen zu tun? Wie soll ich das alles verstehen? Was wäre das richtige Verhalten? Zur Rede stellen oder Abstand nehmen? Ich weiß nicht mehr was richtig oder falsch ist.
    Danke fürs Lesen
    Angie

  2. #2
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    Standard

    Hallo Angie,

    keine schöne Situation, vor allem während einer Schwangerschaft.

    Zum besseren Verständnis hätte ich mal folgende Fragen:
    Wie alt sind deine Eltern?
    Gab es nach der Geburt des ersten Kindes bzw. auch davor nie den Wunsch deiner Eltern, dass ihr heiratet?
    War die Wohnsituation auch schon vorher mal ein Thema?

    Fakt ist bereits jetzt Folgendes: Du bist Mutter eines Kindes, hast deinen Alltag (ob verheiratet oder nicht) bisher gemeistert und es gibt keinen Grund, warum du auf einmal wieder in das Verhalten eines Teenies zurück rutschen solltest und dir von deinen Eltern sagen lassen mußt, was du zu tun hast.

    Ich vermute deine Eltern sind über 60 und haben komplett andere Wertvorstellungen. Also Kind ohne Ehe war früher nicht angesehen. Wohneigentum bringt Sicherheit. Möglicherweise wurde das ausgelöst durch die Diagnose deines Papas, weil ihm auf einmal klar wurde, dass unvorhergesehene Dinge passieren können und du bist dann nicht abgesichert. Ich glaube schlussendlich ist das alles nur gut gemeint, damit sie wissen, dass dein Leben in geordneten Bahnen verläuft, egal was mit ihnen passiert. Die Diagnose dürfte deinen Papa ein Stück weit aus der Bahn geworfen haben, denn wenn er so gestrickt ist, wie ich es einschätze, ist es sehr schwer für ihn ein nicht körperliches Leiden (was man von außen nicht erkennen kann) zu akzeptieren. Wobei ich ehrlich gesagt auch darüber verwundert bin, dass man nach Übelkeit eine Depression diagnostiziert.

    VG Coach

  3. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Coach für den sinnvollen Beitrag:

    Thessa (19.11.2011)

  4. #3
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    Hallo Coach,

    ja, ich glaube, du hast es ziemlich gut analysiert!
    Meine Eltern sind beide über 60 und es hat bereits vor der Geburt des ersten Kindes den Wunsch gegeben dass wir heiraten. Ich gestehe, dass wir sie auch immer "vertröstet" haben und das ganze aufgeschoben haben da das Stück Papier für unsere Beziehung nie so wichtig war. Ich glaube Ihnen ist es peinlich was andere denken.
    Und zu der Wohnsituation.....wir könnten uns zwar etwas eigenen leisten aber wir sind eher sicherheitsdenkend und wollen nichts überstürzen. Das können meine Eltern nicht nachvollziehen da wir in deren Augen auf den anderen Luxus verzichten könnten und anderes investieren könnten. Kurzum: Das Thema "Immobilie" war immer ein Thema. So nach dem Motto: Der hat gebaut, der hat ein Haus gekauft, warum ihr nicht etc.
    Bezüglich der Übelkeit ist es so dass es wohl eine Art Begleiterscheingung sprich Ergebnis seiner Grübelei ist.

  5. #4
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    Ok, dann würde ich dir raten deinen Eltern immer wieder klar zu machen, dass ihr andere Wertvorstellungen habt was Immobilien, Eheschließung und möglicherweise auch Erziehung der Kids angeht.

    Versuch den beiden zu danken für ihre Hinweise, aber auch klarzustellen, dass ihr beide auch erwachsen seid und eigene Entscheidungen treffen könnt. Ich finde es schon recht krass, dass ihr geheiratet habt, weil der Druck deiner Eltern zu groß wurde. Ich meine ich weiß, dass ihr euch liebt und ohnehin irgendwann mal geheiratet hättet, aber eben dann, wann ihr es gewollt hättet.

    Ich bin überzeugt davon - wie vorhin bereits geschrieben - dass deine Eltern wirklich nur das Beste wollen, es aber auf ihre Art ein wenig verquer anstellen :-). Lasst euch nicht provozieren, wenn es zum Streit kommt. Ihr seid jung und müßt eure eigenen Fehler machen und eure eigenen Entscheidungen treffen. Das ist für eure Entwicklung genauso wichtig wie für deine Eltern damals.

    Die Werte in der heutigen Gesellschaft sind andere als noch vor 40 Jahren. Heute zählen Selbstständigkeit (auch bei Frauen, es ist nicht mehr wichtig, ob sie die Ehefrau von ... ist), das Erreichen von Zielen (das galt früher auch nur für Männer - die Frau machte den Haushalt) und das Bestehen im Alltag. Das sind die Werte die auch eure Kids lernen müssen, weil sie mit den alten Werten deiner Eltern in der heutigen Zeit nicht mehr bestehen könnten. Also müßt ihr ihnen das vorleben :-).

    Das ist ein typischer Generationskonflikt. Versucht ruhig zu bleiben, eure eigenen Interessen zu vertreten und deinen Eltern zu erklären, warum das heute anders ist. Lasst euch nicht verbiegen, das ist wichtig. Aber versucht es möglichst ruhig zu besprechen und wenn das nicht geht, dann vielleicht in Ruhe sagen "Es tut mir leid, ich möchte mich mit euch nicht streiten, aber wir sind da anderer Meinung. Vielleicht sollte wir ein anderes Mal darüber reden." Und dann ggf. die Situation auch wirklich verlassen und gehen.

    In einem seid ihr euch beide einig - Familie ist ein Wert, der nach wie vor Bestand hat (nur das jeder von euch Familie anders definiert z.B. mit und ohne Trauschein, aber Liebe ist in beiden Varianten).

    Viel Glück und starke Nerven.

    VG Coach

  6. Der folgende Benutzer bedankte sich bei Coach für den sinnvollen Beitrag:

    Thessa (19.11.2011)

  7. #5
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    Standard Zwei Gedanken

    Hallo Angie,
    dein Vater ist krank und das belastet nicht nur ihn, sondern auch Deine Mutter. Diese Anspannung kann zu unüberlegten und negativen Äußerungen führen. Bitte habe daher für Deine Eltern Verständnis und lege nicht jedes Wort auf die Goldwaage. Sie meinen es trotzdem gut mit Euch.

    Du kannst die Äußerungen nicht verhindern, hast aber die Entscheidung darüber, ob das Deine Stimmung beeinträchtigen soll.

    Hier ein Link zu einem Buch:
    http://www.palverlag.de/kraenkung-einleitung.html

    Ich wünsche Dir eine harmonische Familie.
    Herzliche Grüße und Gottes Segen
    Claus

    Claus F. Dieterle Heilpraktiker / Psychotherapie

  8. #6
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    Hallo Claus,
    danke für deine Auffassung und für den Link. Ich habe zuerst überlegt ob ich meinen Eltern sagen soll, dass ich maßlos von Ihnen enttäuscht bin.
    Ich muss es nochmal aufrollen....
    Am meisten ärgert mich, dass ich immer betonte, dass ich keinen Ärger in der Familie will und er dann trotzdem provozierende Kommentare von sich lässt obwohl er mir versprochen hat, das zu lassen.
    Des Weiteren tat mir der Kommentar sehr weh: "Das ist doch keine Wohnung worin ihr hier wohnt". (wir haben eine sehr schöne Wohnung die hell und freundlich und sauber ist)
    Ich werde aber wie du schon sagtest darüber hinweg sehen. Werde aber den Kontakt in Zukunft einschränken. Ich habe leider festgestellt, dass es mir besser geht je weniger ich Kontakt zu ihnen habe und je weniger sie von mir bzw. uns wissen.
    Gruß
    Angie
    Geändert von angie12 (19.11.2011 um 12:09 Uhr)

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