Hallo allerseits,
habe gerade dieses klasse Forum gefunden. Viel interessanter Lesestoff, vielen Dank an alle aktiven Teilnehmer!
Ich, jetzt 32, dachte immer ich komme aus einer halbwegs intakten Familie. Nun bin ich seit kurzen verheiratet, und so habe ich mit meiner Frau natürlich auch mal über meine Kindheit gesprochen, über die ich schon lange nicht mehr so differenziert nachdachte.
Potentielle Probleme:
- Mein Vater hat sowohl mir als auch meiner Schwester öfters mal "Backpfeifen" gegeben. Z.B. wenn etwas nicht so lief wie er sich das vorstellte, oder besonders wenn wir durch Unachtsamkeit irgendetwas kaputtgemacht haben.
- Manchmal dachte ich es sei "gerechtfertigt", aber manchmal war er beim Schlagen etwas voreilig, weil er dachte ich/wir hätten etwas ausgefressen, dabei wurde nach kurzer Zeit klar dass der Sachverhalt eigentlich anders war. Dann fand ich es auch schon als Kind "nicht gerechtfertigt", aber er hat sich nie entschuldigt.
- "Nur" zwei mal kam es vor, dass er mich "grün und blau" geschlagen hat. Einmal wegen extrem schlechter Noten, einmal weil ich soviel zu spät nach Hause kam, dass meine Eltern schon mit einer Entführung gerechnet hatten...
- Bei einer der "grün und blauschlag"-Aktionen kam es dann dazu, dass ich 2 Stunden später tatsächlich unglaubliche Kopfschmerzen bekam. Ob diese im Zusammenhang mit den Schlägen ("nur" flache Hand an die Backe, aber bestimmt 20 mal mit voller Wucht von abwechselnder Seite) standen weiss ich nicht, obwohl das wohl wahrscheinlich ist.
- Meine Mutter wollte mich dann pflegen, während mein Vater tobte und meinte wir wollten ihn nun also alle gemeinsam in die Pfanne hauen?!?
Beim googeln zum Thema habe ich gelesen, dass die Opfer in familiären Beziehungen die Täter gerne schützen.
Das oben beschriebene war in körperlicher Hinsicht alles was passierte.
Haupttrigger für meine Nachfrage: Neulich war eine Familie mit Kind bei uns zu Besuch. Das Kind ist wahnsinnig aktiv, und manchmal etwas grob: Das Kind hat mit einem Gegenstand meine Frau geschlagen, und aufgrund des Hebels konnte das Kind meiner Frau damit ganz schön wehtun. Ich vermute nicht, dass es das verstanden hat, es kicherte dabei und fand das lustig. Da ich nah dran war "sprang" ich auf das Kind, allerdings ausschliesslich um es festzuhalten damit es nicht weitermachen kann. Das war alles. Anschliessend meinte meine Frau ich hätte dabei einen angsteinflößenden Gesichtsausdruck gemacht, der böses vermuten liesse...
...wobei ich nach wie vor denke, dass ich nur schnell sein wollte, um das Kind effektiv durch pures festhalten der Hand am weitermachen zu hindern...
Daher bringe ich folgende Fragen mit:
Ab wann ist etwas als "Gewalt" zu klassifizieren? Ab wann kann das langfristige Schäden hervorrufen, kann ich da was abbekommen haben? War das was ich erlebte "Gewalt", und/oder "entschuldbar"? War mein "springen" auf das Kind zum festhalten der Hand bereits "Gewalt"?
Seit ich ~17 bin ist nie wieder etwas vorgefallen, und jetzt habe ich absolut keine Probleme mehr mit meinen Eltern. Daher möchte ich das mit denen nicht nochmals aufkochen. Aber es interessiert mich, ob ich irgendetwas tun muss, um nicht plötzlich aggressiv gegenüber meinen (noch nicht aber vielleicht bald) Kindern zu werden.
Würde mich freuen Eure Meinungen zu lesen...


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