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Thema: Gewalt und Mord - Zwangsstörung?

  1. #1
    Neuling
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    Standard Gewalt und Mord - Zwangsstörung?

    Grüße,

    wo soll ich nur anfangen...
    Ich bin männlich, 26 Jahre alt, arbeitslos und mein Leben ist alles andere als geordnet.
    Ich befinde mich nun seit gut zehn Jahren in Therapie und habe schon etliche Psychologen/Psychiater "durch", doch mein größtes Problem lässt sich bis heute einfach nicht lösen.
    Ich habe sehr oft Gedanken daran andere Menschen (zum Großteil Menschen die mir sehr Nahe stehen) physisch zu verletzen oder gar zu töten.
    Ich bin wahrlich alles andere als ein gewaltätiger Mensch, ein wenig jähzornig vielleicht, doch noch nie in meinem Leben habe ich anderen Menschen körperlichen Schaden zugefügt.

    Die Beziehungspartnerin ist mit Abstand am häufigsten Gegenstand meiner Gedanken bzw. Vorstellungen, dabei spielt die individuelle Person welche gerade meine Freundin ist keine Rolle.
    Wie ich feststellen mußte spielt Ort und Tageszeit ebenfalls eine wichtige Rolle.
    Unter anderen Menschen bzw. in Gruppen kommt es fast garnicht hoch, dafür jedoch umso eher Abends/Nachts wenn ich mit ihr alleine bin.

    Die Gedanken reichen von kurzen Impulsen wie ich mit der Faust ihr Gesicht treffe bis hin zum erstechen im Schlaf.

    Mich macht es einfach wahnsinnig, fast jede meiner Beziehungen bekommt durch meine kranke Psyche einen sehr sehr negativen Beigeschmack, wo andere glücklich und zufrieden sind plagen mich diese Gedanken meine Freundin oder andere geliebte Menschen töten zu können.
    Natürlich ist dies absolut das Letzte was ich will, lieber gebe ich mein eigenes Leben als das von anderen zu beenden!
    Ich bekomme wirklich Panik eine Art "Patrick Bateman" aus "American Psycho" zu sein oder zu werden.

    Die einzige Diagnose dazu war bisher "Zwangsgedanken", doch ich bin davon nicht ganz überzeugt, alleine schon weil meine ehemalige Psychologin mir nicht weiterhelfen konnte.
    Z.Z. bin ich bei einem Psychiater, jedoch ohne Gesprächstherapie, an Medikamenten nehme ich täglich 300mg Venlafaxin.

    Doch ehrlich gesagt fühle ich mich damit sehr sehr alleine, bis heute weiß ich nicht genau was ich habe oder ob ich einfach schlichtweg "böse" bin, an welche Stelle ich mich wenden soll ist mir ebenfalls schleierhaft...

  2. #2
    Schreiberling
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    Hallo,

    kennst du die ursachen deiner Zwangsgedanken?

    Dein leidensdruck scheint sehr groß zu sein, wie wäre es wenn du nach einem Theapeuten suchst, um darüber zu sprechen und um vielleicht die ursache herrraus zu finden?

    Liebe grüße licht

  3. #3
    Schreiberling Avatar von Schatten
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    Standard

    Hallo Wehre ist my mind.

    Erst mal must Du einigermaßen verzweifelt sein, wenn Du trotz der langen therapeutischen Bemühungen und der Medikation noch immer diese Gedanken verspürst.
    Gleichzeitig zeigt Dein Hilferuf, dass Du diese Gedanken nicht haben möchtest und es freut mich, dass Du den Mut aufbringst Dich hier mitzuteilen.
    Es könnte nämlich auch so sein, dass Du das mit Dir abmachst und Dich heimlich an sadistischen Größenphantasien ergötzt, die Phantasie, Herr über Leben und Tod zu sein, Dich anmacht.

    Offenbar ist das bei Dir nicht oder nur zum Teil der Fall, Du hast Angst vor Deinen Phantasien, kannst sie aber nicht abstellen. Das sind dann in der Tat Zwangsgedanken und die beste Therapie dabei ist, eine Mischung aus Medikamenten (oft Mittel die den, Serotoninspielgel anheben, bzw. erhalten) und einer kognitiven Verhaltenstherapie, bei der Du lernen kannst mit diesen Gedanken umzugehen.

    Dann wäre es gut, das kann im Rahmen der Therapie geschehen, wenn Du Dein Leben strukturierst und arbeitest, da kann man eine Menge Spannungen abbauen. Das ist zwar etwas beleidigend und kränkend, weil es die banalen Vorschläge sind, die immer kommen, dennoch sind sie richtig und Du hättest zuzüglich ein Erfolgserlebnis. Jetzt und in Zukunft sind die Möglichkeiten irgendwo unterzukommen so gut wie selten, es liegt also an Dir und Deiner Einsicht.

    Wenn das in trockenen Tüchern ist und Du stabil genug bist, dann kannst Du daran denken, die Quelle Deines massiven Hasses oder Deiner Wut aufzudecken, falls es da etwas gibt. Es ist durchaus normal, dass man selbst Menschen, die man liebt, manchmal am liebsten aus dem Fenster schmeißen möchte. Gerade die Menschen, die einem nahe sind, können einen emotional auf die Palme bringen.

    Eine entscheidende Geschichte ist, welche innere Distanz zu Deinen Phantasien hast. Die ist offenbar noch so groß, dass die Gedanken Dich erschrecken, wenn Du beginnst konkret zu planen und Dich hiemlich mit diesen Gedanken anzufreunden, musst Du in einen Klinik gehen, die sich auf schwere Persönlichkeitsstörungen spezialisiert hat, denn dann leidest Du höchstwahrscheinlich an einer schweren Form von Narzissmus, den man aber heilen kann, der unbehandelt aber massive Probleme mit sich bringt.
    Bei dem was Du schreibst kommt mir das aber nicht so vor.

    Bist Du schon mal mit dem Gesetz in Konflikt gekommen oder gibt es in Deinem jetzigen Verhalten (wenn ja, bitte ohne zu sagen was es ist!) etwas, was Dich mit dem Gesetz in Konflikt bringen könnte?

    Welche Therapiearten hast Du bisher probiert und welche hat etwas gebracht und welche gar nichts?
    Was meinst Du, warum die Therapien keinen Erfolg hatten?

    Gruß,

    Schatten
    Geändert von Schatten (10.11.2011 um 10:36 Uhr)

  4. #4
    Neuling
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    Erst einmal vielen Dank für die beiden Antworten, es freut mich Resonanz zu erhalten.

    @ lichthand12345

    Nein.
    Ehrlich gesagt kenne ich den Grund für meine Zwangsgedanken nicht.
    Natürlich denke ich auch viel über die Ursache nach, es könnte eine Konstellation aus dem Verhältnis zu meinem Vater und meiner Ablehnung gegenüber Verantwortung sein.
    Um es kurz zu halten, mein Vater war und ist z.T. sehr überpräsent, er hat mir immer jegliche Verantwortung abgenommen, alles für mich geregelt und ist immer für mich in die Bresche gesprungen.
    Er meint es nur gut, doch hat mich dadurch nie ganz erwachsen werden lassen, da ich immer wußte, egal was ist, er wird mir helfen, er wird es schon regeln.
    Doch wie gesagt, es ist nur eine Vermutung von mir.

    @ Schatten

    Danke, ich habe auch recht lange mit mir gerungen ob ich dies nun schreibe oder nicht, doch ich denke es kann vielleicht ein wenig helfen neue Perspektiven zu meiner Problematik zu gewinnen.

    In der Tat erschrecken mich die Gedanken und lassen mich zweifeln ob ich diese nicht doch irgendwann in die Tat umsetze, auch wenn mir nichts ferne liegt.
    Die Angst besteht darin, etwas in mir zu unterdrücken, einen "bösen Teil" von mir der nur darauf wartet auszubrechen.

    Was die Medikamente angeht, so habe ich schon einige durch, alles Präparate aus der SSRI Gruppe, angefangen mit Paroxetin, über Clomipramin und nun eben Venlafaxin in der maximalen Dosierung.
    Ich will nicht behaupten das sie garnicht helfen, denn das wäre schlichtweg falsch.

    Keine Sorge, es ist nicht beleidigend oder kränkend, einem geregelten Tagesablauf nachgehen bzw. einen Job zu haben sollte wirklich helfen, da gebe ich dir Recht.
    Es ist auch schon etwas in Aussicht, eine Art Schule mit Berufsausbildung für Menschen mit psychischen Problemen.

    Heimlich planen oder mit meinen Gedanken anfreunden tue ich nicht wie du schon richtig erkannt hast, ich rede ganz offen mit meiner Familie, Freunden und sogar mit meiner Freundin darüber.

    Die Frage kann ich zum Glück mit "Nein" beantworten.
    Ich bin weder jemals mit dem Gesetz in Konflikt gekommen, noch laufe ich durch mein aktuelles Verhalten Gefahr dies zu tun.

    Bisher war jede Therapie eine Verhaltenstherapie.
    Bei meiner letzten Psychologin war ich ursprünglich auch aus einem anderen Grund, es handelte sich um eine Sozialphobie welche ich auch mit ihr zusammen bewältigte, doch als diese dann "vorbei" war und es mir eigentlich gut gehen sollte, kamen diese Gedanken in mir hoch, zusätzlich zu der seit Jahren bestehenden Depression.
    Seltsamerweise drücken sich die Störungen bei mir die Klinke in die Hand.
    Sobald die eine akzeptabel bewältigt ist kommt die Nächste, so als ob ich es nicht ertragen könnte glücklich und problemfrei zu sein.

  5. #5
    Nachwuchs Autor
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    Where is my mind,

    wenn Du Deine Beziehungspartnerin töten würdest, mit welchem Gegenstand wäre das, vielleicht eine Schusswaffe? Wenn Du sie dann getötest hättest, würdest Du Dich anschließend auch gleich umbringen?

    Die Tötungsideen sind in Dir abends besonders lebhaft. Dann scheinst Du mit Dir zu kämpfen, ob Du sollst oder nicht. Liegt sie dann schon im Bett und schläft, während Du dann neben ihrem Bett stehst und dann eben überlegst.
    Geändert von Bertrand (10.11.2011 um 22:05 Uhr)

  6. #6
    Neuling
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    Nein, keine Schusswaffe, allein aus dem Grund da ich keine besitze und auch sonst keinen Zugang dazu hätte.
    In meiner Vorstellung ist es ein Messer oder ein schwerer stumpfer Gegenstand.
    Und ja, ich würde im Anschluss wohl suizid begehen oder zumindest zusammenbrechen und apathisch werden.

    Z.T. ja, sie schläft dann schon, während ich noch wach neben ihr liege.
    Wobei es auch oft der Fall ist, dass sie noch wach ist und ich neben ihr liege/sitze, doch Abends/Nachts ist zu 90% die Zeit wo es in mir hochkommt.

  7. #7
    Nachwuchs Autor
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    Wenn das so ist, dann solltest Du einmal, unabhängig von Deinen ganzen Therapien und den Psychotherapeuten, überlegen, ob Du an Deiner Beziehungspartnerin nur hängst, weil Du aus ? Gründen Dich an sie gehängt hast. Diese Abhängigkeit macht Dir zu schaffen. Lösen könntest Du Dich anscheinend ansonsten nicht von ihr. Du hättest dann auch einen guten Grund, Dich aus diesem Leben zu verabschieden. Denn Du scheinst auch latente Selbstmordabsichten zu haben, weil das Leben für Dich nicht mehr lebenswert zu sein scheint.

    Du könntest aber zweierlei Leben retten: Ihres und Deines. Nur, dann müsstest Du Dich von ihr trennen.
    Geändert von Bertrand (10.11.2011 um 23:15 Uhr)

  8. #8
    Neuling
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    Es beschränkt sich ja nicht nur auf meine Partnerin.
    Wäre sie nun die erste Person bei der diese Gedanken aufkommen, dann würde ich dir wohl Recht geben.
    Doch es ist egal welche Frau z.Z. meine Freundin ist, die Gedanken kommen bei jeder hoch, so war es in allen Beziehungen die letzten Jahre und wenn ich solo bin, dann projiziere ich meine Vorstellungen auf Famile/Freunde, eben die nächsten nahestehenden Menschen in meinem Leben.
    Nebenbei ist mein aktuelle Beziehung auch recht frisch, sprich etwas mehr als einen Monat, daher ist es nicht so das ich zwanghaft an dieser einen Person hänge bzw. abhängig bin.

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