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Thema: Gibt es eine endgültige Heilung ?

  1. #9
    Nachwuchs Autor Avatar von martinspin
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    Hi Loewenzahn

    Persönlich glaube ich nicht an eine Heilung im absoluten Sinne. Die ganzen schlechten Erfahrungen bleiben ein Leben lang gespeichert und bestimmten unser Handeln. Das ist ja auch gut so, denn dadurch können wir schmerzhafte Situationen vermeiden lernen und Teile unseres Selbst in Sicherheit bringen. Das hat jedoch nix mit Heilung an sich zu tun. Es ist mehr so eine Anpassung an innere und äussere Realitäten. Das finde ich soweit sehr gut und ich kann gut damit leben. Ich bin etwas verrückt und im tiefsten Inneren auch sehr verletzt. Das ist ok so und ich mach das Beste draus
    Liebe Grüsse, Martin

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  2. #10
    Loewenzahn
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    Danke Martin !

    Ja -ich vermute das jetzt auch schon seit Jahren .

    Man scheint bestimmte Probleme zu lösen ,doch scheinen sie sich nur auf eine andere Ebene zu verlagern .
    Eine Thematik scheint gelöst ,nur dass eine andere aus einer anderen Gefühlsschicht auftaucht .

    Es ist wohl das Schicksal des Menschen viel Schmerzen ertragen zu müssen .

    Ich arbeite gerade an meiner Angst vor Menschen/Misstrauensthematik ,Mauern des Herzens abzubauen .
    Das ist die nächste Gefühlsschicht wo ich durch muss und ich zweifle gerade ob ich die Schmerzen ertragen werde ,die sowas mit sich bringt .
    Am Anfang einer neuen Phase scheint man immer sehr auf die Probe gestellt zu werden .

  3. #11
    Nachwuchs Autor Avatar von martinspin
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    Hi Loewenzahn

    Ich glaube nicht an ein Schichtenmodell im Sinn von immer tiefer in sein Inneres vordringen. Trotzdem gibt es verdrängte Selbstanteile, die darauf warten, entdeckt zu werden. Das ist zeitweise auch sehr schmerzhaft. Es gibt sicher auch verdrängte Anteile, die einfach nur Spass am Leben haben wollen oder z.B. ein neugieriges innere Kind, das die Welt entdecken will. Letztlich bekommen wir es mit der ganzen Palette zu tun, die das Leben ausmacht und da ist dann alles dabei: Schmerz, Wut, Freude, Trauer, Spass, Neugierde, Aufregung, Spannung und Entspannung, usw.

    Es ist auch mehr so eine Frage, wer man selbst ist. Wenn die Gefühle sehr stark sind und in jede Richtung ziehen, gehört das zu einem Menschen dazu genauso wie bei anderen, wo nicht so starke Gefühlsausschläge zur Natur dieser Menschen gehören.

    Das Problem für gewisse Leute hier ist doch die ganze Vielschichtigkeit der Gefühle und Gedanken, Wahrnehmungen und Handlungen, die uns letztlich ausmachen. Eigentlich ist es ein Reichtum und beschäftigten tut es uns auch sehr stark. Die extremen Ausschläge gehören für uns einfach dazu und eigentlich möchte ich das auch nicht missen.
    Geändert von martinspin (17.01.2012 um 07:10 Uhr)
    Liebe Grüsse, Martin

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  4. #12
    Loewenzahn
    Gast

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    Hallo Martin !

    Also Heilung entsteht durch das bewusste Erleben all dieser Anteile ,wenn ich das richtig interpretiere ?

    Dadurch werden wir ganz und individuell ?

    Die Kompliziertheit liegt daran die Gegensätzlichkeit zu leben und die eher negativen Aspekte erst mal zu akzeptieren , zu neutralisieren und eventuell in Stärke umzuwandeln .

    Ich war in jüngeren Jahren selber so zersplittert wie eine zerbrochene Vase und das was Du beschreibst wie mit 19 verschiedenen Teilen zu leben ,das ist so ein enormer Energieaufwand ,die unangenehmen Teile entweder zu unterdrücken oder auch zu koordinieren ,dass man halbwegs funktionsfähig ,arbeitsfähig oder beziehungsfähig ist .

    Und man ist isoliert dadurch ,dass man dieses ganze innere Chaos weder gut an seine Umwelt kommunizieren kann ,noch dass man es aus pragmatischen Gründen leben kann .

    Man scheint die Wahl zu haben äusserlich zu funktionieren ,aber wichtige Teile von sich zu verstecken und verleugnen oder lebt dieses innere Unordnung zumindest teilweise mit den entsprechenden sozialen Konsequenzen .

    Am Ende dieses Prozesses kann ein sehr erfülltes Leben stehen ,aber es ist ein verdammt langer ,harter und steiniger Weg .


  5. #13
    Nachwuchs Autor Avatar von martinspin
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    Hi Loewenzahn

    Das ist ein interessantes Thema, was du da bringst. In einem bestimmten Moment ist jeweils nur eine Teilpersönlichkeit aktiv. Das hat die Konsequenz, dass es nur im Hier und Jetzt möglich ist, eins mit sich bzw. dem aktuellen Ich-Zustand zu sein. Im Hier und Jetzt gibt es keine Spaltung sondern nur sich wandelnde Zustände. Diese Zustände sind mit bestimmten Emotionen und Empfindungen verknüpft. Das heisst in einem Zustand sind wir verletzt, im nächsten voller Hoffnung, im übernächsten sehr realistisch, usw. Eigentlich ist das eine sehr einfache und farbige Geschichte.

    Weil wir Widerstände gegenüber bestimmten emotionalen Zuständen haben, leben wir gewisse Aspekte nicht und verdrängen sie. Schlimme Verletzungen und Traumata werden dissoziiert, das heisst, die gelangen von Anfang an nicht ins Bewusstsein. Da setzt dann die Therapie ein, die solche Traumata aufdeckt und verarbeiten hilft. Im Trauma steckt neben der Verletzung auch ein positiver Anteil, der gleichzeitig auch verschüttet ist. Der negative Anteil wird während der Therapie in Sicherheit gebracht und der unterdrückte positive Anteil beginnt langsam an zu leben.

    Ich glaube, dass nur die Schwere der Verletzungen dafür verantwortlich ist, wie leicht oder schwierig der Zugang zu den abgespaltenen Teilen unseres Selbst sind.
    Liebe Grüsse, Martin

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  6. #14
    Loewenzahn
    Gast

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    Hallo Martin !

    Ich versteh das schon sehr gut mit dem-Hier-und-Jetzt-Zustand .

    Wie aber triffst Du wichtige Lebensentscheidungen ?

    Welcher Teil trifft die Hauptentscheidung und fühlt sich das im nächsten Moment überhaupt noch richtig an ?

  7. #15
    Nachwuchs Autor Avatar von martinspin
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    Hi Loewenzahn

    Zitat Zitat von Loewenzahn Beitrag anzeigen
    Hallo Martin !

    Ich versteh das schon sehr gut mit dem-Hier-und-Jetzt-Zustand .

    Wie aber triffst Du wichtige Lebensentscheidungen ?

    Welcher Teil trifft die Hauptentscheidung und fühlt sich das im nächsten Moment überhaupt noch richtig an ?
    Ich glaube nicht, das es in meine einen Anteil gibt, der so quasi der Chef ist. Für jeden Fall individuell übernimmt wohl eine der "Denkpersönlichkeiten" die Verantwortung. Bei mir ist es entweder der "Analytiker", der "Träumer", der "Realist" oder der "Kreative".
    Liebe Grüsse, Martin

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