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Thema: Gibt es eine endgültige Heilung ?

  1. #1
    Loewenzahn
    Gast

    Standard Gibt es eine endgültige Heilung ?

    Hallo an alle !

    Klingt vielleicht erstmal naiv ,ist aber eine Frage ,die viele Menschen beschäftigt .

    Ich rede hier hauptsächlich von allen möglichen seelischen Symptomen ,wie Angststörungen ,Depressionen ,Borderline,Burnout ,Psychosomatischen Krankheiten u.ä.

    Wie würde man eine Heilung definieren ?

    Im Vergleich zum Normalstandard ?

    Wenn man selber zufrieden ist mit seiner Lebensqualität ?

    Wenn man in den Augen der Gesellschaft funktions- und arbeitsfähig ist ?

    Prozentual gesehen zum menschlichen Optimum ?

    An welchem Punkt des Heilungsweges seht Ihr Euch ?


  2. #2
    Schreiberling
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    Standard

    Meiner Meinung nach ist das "Leben" okay wenn man:
    1. Glücklich ist
    2. Anderen Menschen nicht schadet

    Es müssen nur die zwei Bedingungen erfüllt sein und für mich wäre es sogesehen geheilt. Egal wie nun der Lebensstil ist.
    Das mit dem Arbeitsfähig ist so ein Grenzfall, die Frage ist dann halt "Wenn man jemand nicht arbeiten geht, schadet er damit anderen Menschen so signifikant, dass man es nicht tolerieren kann?".
    Wenn jemand z.B. kein Geld vom Staat bezieht, ist hier eigentlich kein Schaden gegeben. Und wenn er trotzdem glücklich ist (z.B. gibt es auch glückliche Obdachlose, außerdem beziehen dann viele ihr Geld von einem bereits vorhandenen Guthaben), dann sollte es in Ordnung gehen.

    Ich habe übrigens noch nie gesehen, dass jemand mit einer starken psychischen Erkrankung komplett geheilt wurde. Meine erste feste Freundin hatte Borderline und war Jahre später immernoch genauso gestört. Meine beste Freundin ist jetzt auch schon 6 Monate in Therapie, aber dass es ihr etwas bringt, merke ich auch nicht. Naja vllt. kommt das noch. ^^

  3. #3
    Loewenzahn
    Gast

    Standard

    Hallo Rya!

    Wenn ich mal von mir selber ausgehen würde ,würde ich sagen ,dass ich jetzt glücklicher bin ,als zu irgend einem anderen Zeitpunkt des Lebens ,längere und tiefere Phasen des Glücks .

    Wann schadet man anderen ?
    Schon eine andere Meinung kann ja reichen um jemanden zu verletzen .
    Auch schon das Durchsetzen von Bedürfnissen in einer Beziehung ,weil in dem Moment ja der Partner auf einen Teil von seinen verzichten müsste .

    Wenn man in den Augen der Gesellschaft nicht funktioniert muss man gegebenenfalls mit Unverständnis oder auch Feindseligkeit rechnen .


    Ob ich mich selber als geheilt sehen würde ?

    Mein Leben hat sich um 180 Grad gedreht .
    Ich habe jahrelang Kindheitstraumata verarbeitet .
    Habe all die richtigen Bücher gelesen .
    Mein Denken und Fühlen sind komplett anders .
    Ich achte auf die feinen Signale von Körper und Seele um Rückfälle zu vermeiden .
    Kenne meine Bedürfnisse und versuche sie umzusetzen .

    Und trotzdem :

    Nach zum Teil langen gesunden Phasen kommt dann doch wieder eine Rückfallphase .
    Scheinbar ohne Zusammenhang zum aktuellen Tagesgeschehen .
    Oft im Winter .

    Eigentlich bin ich ja zufrieden mit meinem Leben ,wenn auch nicht wunschlos glücklich .
    In zwischenmenschlichen Beziehungen sind noch Dinge verbesserbar ,aber das könnte ich ohne depressive Schübe viel schneller verbessern .

    Ich rätsel also ,was mir die Krankheit wohl noch sagen will .

    Oder man muss sich vielleicht auch einfach damit abfinden ,dass Krankheit nun mal Teil des Lebens ist ?

    Andere Menschen haben statt dessen körperliche Probleme ,da will man ja sicher auch nicht tauschen ?

  4. #4
    Schreiberling
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    Nur weil sich das Leben verbessert heißt es übrigens auch nicht unbedingt, dass das durch eine Therapie ist. Ich z.B. hab mein Leben deutlich verbessert, indem ich aufgehört habe so wie die anderen sein zu wollen und jetzt meinen eigenen Lebensstil zu 100% lebe, egal wie verrückt mich alle halten. Das hab ich ganz ohne Psychologie erreicht.

    Das mit dem schaden ist wirklich schwierig zu definieren.
    So im Prinzip würde ich sagen "Sag mir ein Ereignis und ich sag dir, ob das okay ist oder nicht". Also so im Gefühl hat man es schon. Aber wenn man es genau definieren will, wird es schwierig.
    Wieso ist jemanden "Dummbatz" nennen okay, aber jemanden umbringen nicht?

  5. #5
    Loewenzahn
    Gast

    Standard

    Das mit der Heilung ist sowieso ganz schwierig zu erklären .

    Nur alleine auf Therapie als Einbahnstrasse zu verlassen würde ich auch niemandem empfehlen .

    Jeder hat seinen eigenen Weg zur Heilung .

    Manche Menschen vergessen durch intensiven Sport ihre Probleme .

    Andere durch Kreativität wie Malen ,Schreiben oder Musik machen .

    Andere ,durch auf intellektuelle Art ihre Probleme zu durchdringen .

    Wieder andere indem sie sich sozial ,politisch oder ökologisch engagieren .

    Auch durch Religion oder fernöstliche Weisheitssystheme .


    Es ist wahrscheinlich einfacher und schneller erreichbar durch zwischenmenschliche Unterstützung .

    Und am allerwichtigsten ist es ,auf die Selbstheilungskräfte des Körpers zu vertrauen ,oder sie zumindest nicht zu unterbinden ,wie das bei zu vielen Medis passieren kann ,wo die Nebenwirkungen oft schlimmer scheinen als das Krankheitssymptom .

  6. #6
    Schreiberling
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    Die Dinge die du erwähnst halte ich übrigens für bessere Heilmethoden. :-)
    Bei mir ist es Kreativität, die mich glücklich macht.

  7. #7
    Loewenzahn
    Gast

    Standard

    Also ,Du strebst keine Heilung mehr an ,nur noch Glück ?

    Jetzt ist die Frage :Kann man krank sein und gleichzeitig glücklich ,oder abwechselnd ?

    Du akzeptierst das Leid also als Teil Deines Lebens ,weil Du gleichzeitig auch individueller und kreativer bist ?

    Viele grosse Künstler haben unendlich gelitten und gerade dadurch sind grossartige Werte entstanden .

    Wenn sie nun aber die Wahl gehabt hätten zwischen Heilung und Erfolg ,was denkst Du ,was die meissten gewählt hätten ?

    Schwierig -oder ?

  8. #8
    Schreiberling
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    Standard

    Für mich gibt es da nichts zu wählen. Ich will nicht geheilt werden, ich mag mich so gestört und verrückt wie ich bin. Abgesehen davon hat in Isolation leben den Vorteil dass man mehr Zeit für kreative Prozesse hat. ^^

    Für jeden Menschen sollte nur das Glück zählen.

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