psychologische Beratung von erfahrenen Psychotherapeuten und Psychologen, psychologe.de
Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 8 von 13

Thema: Gibt es hier auch Medikamentenabhängige?

  1. #1
    Gast3475
    Gast

    Ausrufezeichen Gibt es hier auch Medikamentenabhängige?

    Ich bin schon seit Jahren von Tavor abhängig, und habe jetzt mit dem Ausschleichen angefangen.
    Es würde mich interessieren, ob hier auch medikamentenabhängige Fories sind...zum Gedankenaustausch.

    Liebe Grüße
    nicomami60

  2. #2
    Roman Verfasser Avatar von Corelli-Crystal
    Registriert seit
    16.01.2007
    Ort
    Beiträge
    1.140
    Danke
    5
    10 mal in 8 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo Nicomami,

    eine gute Freundin von mir nimmt auch schon seit Jahren
    Tavor, meiner Meinung nach ist sie auch abhängig von
    diesem Medikament....

    Sie behauptet jedoch, das die Dosis in der sie das Medikament
    nimmt so gering sei, das sie es ohne Bedenken weiterhin nehmen
    kann.
    Mich wundert jedoch, das ihr Arzt nicht auch mal beginnt das
    Medikament bei ihr auszuschleichen.

    Hat bei Dir Dein Arzt angeregt mit dem Ausschleichen von Tavor
    zu beginnen oder war das Dein Wille?

    Liebe Grüsse
    Corelli

    Es ist Unsinn, sagt die Vernunft
    Es ist Unglück, sagt die Berechnung
    Es ist nichts als Schmerz, sagt die Angst
    Es ist aussichtslos,sagt die Einsicht
    Es ist lächerlich, sagt der Stolz
    Es ist leichtsinnig, sagt die Vorsicht
    Es ist unmöglich, sagt die Erfahrung

    Es ist was es ist, sagt die Liebe

    Erich Fried

  3. #3
    Verleger Avatar von Natz
    Registriert seit
    01.01.2008
    Ort
    im Süden
    Beiträge
    5.293
    Danke
    249
    296 mal in 215 Beiträgen bedankt

    Standard

    Tavor macht eindeutig abhängig, sollte nicht länger als 6 Wochen genommen werden.
    Cori, da macht sich Deine Freundin aber gewaltig was vor.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Lorazepam
    Hier nochmal zum Nachlesen: Lorazepam ist der Wirkstoff.

    Machst Du das Ausschleichen denn unter ärztlicher Aufsicht? Ich denke, dass ist sehr wichtig. In Eigenregie weiß man nie, wie man dann letztendlich reagiert.
    LG, Natz




    Manche Leute drehen nie durch-was müssen die doch für ein grauenhaftes Leben führen (Bukowski)

  4. #4
    Gast3475
    Gast

    Standard

    @Corelli-Crystal
    Wie Natz schon schrieb, macht Tavor schon nach kurzer Einnahme mit geringen Mengen abhängig. Deine Freundin will sich das nicht eingestehen, sie ist natürlich schon längst abhängig, das macht nicht die Dosis. Ich wußte von Anfang an, auf was ich mich einlasse, habe damals noch geglaubt, ich känne innerhalb kürzester Zeit wieder mit dem Zeug aufhören, habe auch sehr lange eine minimale Dosis eingenommen, die ja eigentlich nach einer gewissen Zeit garnicht mehr wirkt - man hat nur Angst vorm Entzug, der KALT sehr schlimm sein kann. Als mein Mann vor 8 Jahren plötzlich verstarb, erhöhte ich schon mal die Dosis, und als bei mir 3 Jahre später Krebs festgestellt wurde, erhöhte ich nochmal - letztlich auf 4 1/2 mg pro Tag. Meine Ärztin war wiederholt an mir dran, daß ich in eine Klinik gehen solle, nur, dese Entschreidung liegt bei einem jeden selbst, es sei denn, man wird zwangseingewiesen, da muß aber etwas vorgefallen sein (Suizidversuch o.ä.). Ich gestehe mir schon lange ein, daß ich abhängig bin - und - ich möchte dieses Zeugs loswerden. Ein Entzug ist kein Spaziergang, ich habe höllische Angst vor einer Klinik, obwohl man heute das Ausschleichen propagiert, der kalte Entzug (ich hatte schon mal einen gemacht, von Lexotanil - stationär)) ist die reine Hölle.
    Solange Deine Freundin das alles noch negiert und abschwächt, wird ihr die Sucht erhalten bleiben (bleibt soweiso, wie beim Alkohol, ein ganzes Leben) - ich habe jetzt mir einem halben mg angefangen (vor drei Wochen), nehme dazu 10 mg Dioxepin/Aponal, und werde demnächst so weitermachen - Tavor ganz langsam runter - Dioxepin rauf, ein Zuckerschlecken ist es allemal nicht, aber die Aussicht, irgendwann das Gedächtnis zu verlieren, hat mich spätestens wach gemacht. Sollte es nicht klappen, muß ich den Weg in die Klinik nehmen!
    LG Maria

    @Natz
    Du hast vollkommen recht, eigentlich sollte man zum Entzug in die Klinik - ich mache das unter Aufsicht meiner Ärztin, bin übervorsichtig (trinke keinen einzigen Schluck Alkohol mehr und achte überhaupt mehr auf meinen Körper, ich kenne mich zum Glück ganz gut aus) - zumindest bei den letzten mg bin ich mir nicht sicher, ob das ohne stationären Aufenthalt geht, obwohl sich in mir alles sträubt, nach nicht so guten Erfahrungen, aber wenn es denn seinmuß - wie gesagt, ich schleiche gaaaaanz langsam aus, und sobald mir was komisch vorkommt - kontaktiere ich meine Ärztin. Ich kann nur sagen: hätte ich das Zeug niemals genommen (hinterher ist man leider immer erst schlauer - ich hätte es wissen müssen!), mein damaliger Mann war Krankenpfleger in der Psychiatrie, hat mir die kleine Anfangsdosis gegeben, damit ich arbeiten konnte - er sollte mir eigentlich beim Entzug beistehen, nun ist er tot, so ist das Leben!

    LG Maria
    Geändert von Gast3475 (11.09.2009 um 13:59 Uhr)

  5. #5
    Verleger Avatar von Natz
    Registriert seit
    01.01.2008
    Ort
    im Süden
    Beiträge
    5.293
    Danke
    249
    296 mal in 215 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo Maria!
    Nicht schön! Wieso hat Dein Mann Dir die Tabletten denn überhaupt gegeben? Gerade er als Pfleger hätte ja wissen müssen, wo die Risiken liegen.
    Ich glaube heute wird man auch beim stationären Entzug medikamentös unterstützt. Also selbst wenn Du in die Klinik musst, wird es mit Sicherheit nicht so schlimm, wie damals.
    Du würdest in der Klinik bestimmt auch sinnvolle Sachen gezeigt bekommen und würdest auf Gleichgesinnte treffen. Es ist ja auch wichtig, dass Du hinterher Unterstützung hast, z.B. Selbsthilfegruppen. Der Entzug alleine löst das Problem ja leider nicht.
    LG, Natz




    Manche Leute drehen nie durch-was müssen die doch für ein grauenhaftes Leben führen (Bukowski)

  6. #6
    Gast3475
    Gast

    Standard

    Hallo Natz,

    als Pfleger wußte er natürlich, was er mir da gab, aber er glaubte fest daran, daß ich das Zeugs nach kurzer Zeit absetzen könnte, was dann nicht der Fall war - ich hatte eine neue Arbeitsstelle und mußte sowieso mit meinen Angszuständen kämpfen. Er hat wohl gemerkt, daß ihm das Ruder aus der Hand glitt, also bekam ich von ihm - dann auch mal vom Arzt zwischendurch - immer Tavor, wenn es nötig war. Da man ihn gut kannte in den umliegenden Kliniken (es kamen nur 2 in Frage), hatte er wohl Angst um seinen Ruf, falls ich dort auf ehemalige Kollegen treffen sollte - er befand sich in einer Zwickmühle, und da ich ja die Einnahme langfristig nicht steigerte hatte er wohl die Hoffnung, das Ausschleichen mit mir irgendwann beginnen zu können....tja, dumm gelaufen, vor allem für mich! Ich stelle mich dem Ganzen, gebe ja zu, daß ich abhängig bin - das ist schon mal die halbe Miete. Meine panische Angst, was eine Klinik betrifft, ist das eingesperrt und ausgeliefert sein, außerdem sind auf diesen Stationen auch gleichzeitig "sehr kranke Menschen" (ich rede da nicht abwertend, daher so vorsichtig ausgedrückt)...momentan einfach ein Albtraum für mich. Wie gesagt, sollte es nicht funktionieren, muß ich den stationären Weg einschlagen - jetzt wird erst einmal mein Partner am Knie operiert - 4 Wochen weg, und ich habe niemanden für mein Hundi (danke für die PN, er ist auch mein Ein und Alles) - es ist mir schon ein Greuel, daß ich dann ganz alleine in der Wohnung sein muß, da ich ja immer glaube, DANN eine Panikattacke oder einen Infarkt ...oder...oder zu erleiden - mich hat das Leben schon so gebeutelt, daß ich auch das schaffen werde.....Unkraut vergeht nicht - und solche Weisheiten wie:"denke doch positiv" funktionieren bei mir auch leider nicht...ich finde seit Jahren den Knopf zum anschalten nicht.

    LG Maria

  7. #7
    Verleger Avatar von Natz
    Registriert seit
    01.01.2008
    Ort
    im Süden
    Beiträge
    5.293
    Danke
    249
    296 mal in 215 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hast Du denn schon Therapien versucht?
    Gegen Panik helfen auch Antidepris, sogenannte SSRI, kannst mal schauen:
    http://de.wikipedia.org/wiki/SSRI
    Machen nicht abhängig und der erhöhte Serotoninspiegel steuert auch die Angst. Vom Tavor solltest Du auf jeden Fall runter aber dass weist Du ja bereits. Ich denke, Du schaffst das auch
    LG, Natz




    Manche Leute drehen nie durch-was müssen die doch für ein grauenhaftes Leben führen (Bukowski)

  8. #8
    Gast2406
    Gast

    Standard

    Ich denke auch, dass du, nicomami60, definitiv einen stationären Entzug wählen solltest. Das ärztlich überwachte Ausschleichen der Benzos ist zielführender, da andere hochpotente Mittel - wie die schon angesprochenen Antidepressiva - ebenfalls währenddessen verabreicht werden können, wodurch die durch den Auszug des Wirkstoffs auftretende Symptome geringfügig ausgeglichen werden können.
    Das Problem am Entzug ist schlicht die Potenz des Wirkstoffs. Daher wird dir wohl kein Arzt der Welt einen Erfolg bei jahrelangem Konsum versprechen können.

Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Psychologen beraten am Telefon und im Chat. Jetzt testen!