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Alt 09.11.2007, 19:20   Glaube= Angst? Beitrag #17 (permalink)
Verleger
 
Benutzerbild von Gabiannarele
 
Registriert seit: 29.07.2007
Ort: Hauptstadt des Nebelreichs a.d. Donau
Beiträge: 7.534
Standard

hallo Housecat,

ja manchmal muss man sich von den Glaubenssätzen seiner Jugend lossagen und von Dogmen abstand nehmen, um aus einer inneren Freiheit und Freiwilligkeit heraus wieder zur Religion zu finden. Das ist zwar dann manchmal wieder die selbe (oder auch nicht), aber sie kann anders gesehen und gelebt werden .

LG Gaby
Gabiannarele ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.11.2007, 21:32   Glaube= Angst? Beitrag #18 (permalink)
Verleger
 
Benutzerbild von Waris
 
Registriert seit: 12.01.2007
Ort: Köln
Beiträge: 2.052
Standard

Im Gegensatz zu Housecat, werden diese Ängste ers jetzt schlimm, wo ich sie ma rausgelassen habe. Andererseits merke ich aber auch, dass reden hilft und die Ängste sich etwas lösen. Ich habe etwas Abstand gewonnen von der Meinung nur eine Religion könnte die einzige und die wahre sein. An Gott glaube ich aber trotzdem weiterhin. Ansonsten bin ich leider noch nicht viel weiter. Ich versuche einfach Gott zu vertrauen und hoffe, das nichts allzu schlimmes kommen wird. Im Grunde glaube ich, ein guter Mensch zu sein. Warum sollte Gott mich hart bestrafen?
Waris ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.11.2007, 23:53   Glaube= Angst? Beitrag #19 (permalink)
Neuling
 
Registriert seit: 09.11.2007
Beiträge: 6
Standard

Ich habe mal einen Satz gelesen den ich nie vergessen kann.

"Ein Mensch ist völlig frei in seinem tun,Gott bestraft niemanden,nach dem Tod gibt es keine Zeugnisse"

Himmel und Hölle wurde meiner Meinung nach nur erfunden um den Menschen das Böse auszutreiben und das Gute schmackhaft zu machen...
Housecat ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.11.2007, 19:50   Glaube= Angst? Beitrag #20 (permalink)
Neuling
 
Registriert seit: 19.10.2007
Beiträge: 41
Standard

Ich kann da Housecat nur zustimmen!!

Die Menschen damals, waren sehr abergläubisch, man konnte ihnen einfach erzählen, was man wollte, sie haben es in den meisten Fällen geglaubt und natürlich konnte man Menschen dadurch "gefügig" machen! Die Kirche war eine damalige, große Macht und "trichterte" der Gesellschaft einfach ein, was sie wollten.

Ich glaube auch an Gott, genauso wie ich auch an viele andere verschiedene Götter glaube , nach meiner Meinung hat die Kirche Gott total falsch ausgelegt.. so wie er "beschrieben" wird, wird er nicht sein!

Beispiel : "Gott duldet keine weiteren Götter neben sich" Wenn ich mir also vorstelle, das Gott dort oben auf seinem himmlischen Thron sitzt und alle anderen Götter nur abweist, weil er denkt, das er der alleinige Gott ist ...tja...dann muss der Gott da oben a) ziemlich einsam sein b) ziemlich egoistisch und c) naja was die anderen Götter von ihm halten würden, könnte man sich denken......

Auch was die 7 Todsünden angeht.. finde ich, das das garkeine "Sünden" sind..Jeder von uns verspührt mal Hass, wir leben hier schliesslich nicht in einer "Friede-Freude-Eierkuchenwelt" und man ist auch mal träge keine frage.. und neidisch auch... es kommt hierbei nur immer drauf an , in welchem Maße man das ist... und auch wenn man in hohen Maße z.B. träge ist... so erkennt mancher irgendwann den Fehler den er gemacht hat und lernt daraus...Fehler sind schliesslich auch da um daraus zu lernen und um sich geistig weiter zu entwickeln...

Wenn jeder strickt nach den Todsünden leben würde, würde hier jeder mit einem breiten Grinsen auf dieser Welt umher laufen.. und wir würden echt in einer "Zuckersüssen - Erdbeerwelt" leben... sry aber das soll ja auch nicht sinn der sache sein!

Da finde ich das Prinzip mancher Naturreligionen um einiges besser :

"Alles was du aussendest, kehrt 3-fach auf dich zurück"

und irgendwo stimmt das auch... man bekommt immer die "Rechnungen" für das was man tut..egal ob Negativ oder Positiv.. es gibt immer eine Resonanz...


Ich denke jedem Menschen ist es selber überlassen an was er glauben möchte und was ihm selber Kraft gibt...wenn dir die Bibel (und evtll auch die Kirche) solche Angst macht... dann picke dir doch nur das heraus, was du für dich und für die Religion als sinnvoll erachtest...kreire dir somit deine eigene Religion..dein eigenes Christentum und deinen eigenen Gott..nach deinen Vorstellungen...warum nicht?

Denke einfach nicht mehr an die Bibel,wenn sie dir angst macht und nicht an die ganzen Dogmas etc.. sondern lebe deine Religion, so das es dir gut geht und es dir Kraft gibt...!

Alles Liebe

Zoey
Zoey ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.11.2007, 19:55   Glaube= Angst? Beitrag #21 (permalink)
Verleger
 
Benutzerbild von Gabiannarele
 
Registriert seit: 29.07.2007
Ort: Hauptstadt des Nebelreichs a.d. Donau
Beiträge: 7.534
Standard

Zitat:
Zitat von Housecat Beitrag anzeigen
Himmel und Hölle wurde meiner Meinung nach nur erfunden um den Menschen das Böse auszutreiben und das Gute schmackhaft zu machen...

Da stellt ich mir erstmal die Frage: Wer hats erfunden?

Und wenn ich sage: die Menschen , dann glaube ich nicht, dass das Zitat den Sinn der Erfindung wiedergibt. Denn Menschen erfinden solche Dinge, um davon zu profitieren. Und diese Schicht, die profitieren will, profitiert ab meisten, wenn sie unerfüllbare Defizite bzw. Unzulänglichskeisgefühle bei den Menschen schafft, von denen sie profitieren will. d.h. das Gute wird auf eine so hohe Messlatte geschafft, die nicht erreichbar ist, und so manches "menschelnde" wird auf die Sündenliste gesetzt. So sind die Untergebenen beschäftigt, laufen mit ständig schlechtem Gewissen rum und tun fast alles, um den Segen von "oben" zu kriegen. Das ist übrigens nicht nur bei der Kirche so, unsere Konsumgesellschaft und unsere Wirtschaftsgötter machen es nicht anders. Das nur nebenbei.

Etwas anderes ist die Polarität, die wir in uns haben, die uns eigentlich hilft, um zu lernen und uns zu entwickeln. Sämtliche Mythologien sind voll davon, es ist eben eine Grundspannung im menschlichen Dasein. Ich stelle mir das so vor, dass sich aus diesem kulturellen Erbe Himmel und Hölle entwickelt haben. Sie sind ein Sinnbild für die Polarität in uns (schon aufgrund unserer Physiologie) und wir sollten einen konstruktiven Umgang mit diesen Bildern finden. Bildersprache kann helfen, weiter zu kommen, wenn man sie als Bildersprache versteht und nicht wörtlich nimmt und sich davon ängstigen lässt. Diese Mythen, Gleichnisse, Geschichten usw. sind in meinen Augen eine Art "Lebenshilfe" gewesen, um mit diesem Spannungsfeld irgendwie umzugehen. Was daraus gemacht wurde, und ob diese Bilder noch zeitgemäß sind, weil wir heut von Denken und Sprache her intellektueller sind, das ist nochmal ein anderes Thema. Aber wir kommen von der Bildersprache und deshalb wirken Mythen - oder bei Kindern Märchen - unbewusst noch sehr stark. Die Werbung übrigens weiss das auch ;-)

Um auf Waris' Thema zurückzukommen: Waris, ich denke, bevor wir uns von best. Ideen oder Bildern leiten lassen, sollten wir sie auch immer im Zusammenhang zu ihrer (Kultur-)Geschichte sehen. Wie und warum sind sie wohl entstanden, wie und warum haben sie sich im Lauf der Zeit wohl verändert. Und natürlich die Frage, die ich dauernd anrege. wer profitiert davon, wenn es mir schlecht geht?

LG Gaby

Geändert von Gabiannarele (10.11.2007 um 20:02 Uhr)
Gabiannarele ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.06.2008, 22:35   Glaube= Angst? Beitrag #22 (permalink)
Neuling
 
Registriert seit: 10.06.2008
Beiträge: 20
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Hallo, ja Religion MUSS sogar etwas stärkendes sein, nichts angsteinflößendes oder bedrohliches...bin mit allem durch und weiß wovon ich schreibe :-) gewisse pseudo-religiöse-Gemeinschaften schüren aber ganz bewusst die Angst und damit auch die Abhängigkeit
BlueAngel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.06.2008, 11:49   Glaube= Angst? Beitrag #23 (permalink)
Schreiberling
 
Registriert seit: 24.05.2008
Ort: nrw
Beiträge: 524
Standard

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Ich habe mal einen Satz gelesen den ich nie vergessen kann.

"Ein Mensch ist völlig frei in seinem tun,Gott bestraft niemanden,nach dem Tod gibt es keine Zeugnisse"

Himmel und Hölle wurde meiner Meinung nach nur erfunden um den Menschen das Böse auszutreiben und das Gute schmackhaft zu machen...
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Ich glaube auch, dass die Bibel falsch ausgelegt wird, vor allem was Himmel und Hölle angeht. Meine These ist, dass Himmel und Hölle im Alltag und von der Kirche (zum Beispiel zur Zeit der Ablassbriefe, zur Zeit von Galilei aber auch schon im Mittelalter und so) wortwörtlich ausgelegt werden mit welchen Zielen auch immer. Letztendlich sind Himmel und Hölle aber für mich Metaphern: nach dem Tod geht man in einen anderen Seinsbereich über, man lässt alles Physische hinter sich. Ich denke, dass Himmel und Hölle ein Bild dafür sind, dass man dann eine einfache Wahrheit erfährt über sich selbst: keine wertende, sondern eine ganz einfache, auf die die ganze Komplexität der Welt zurückzuführen ist.

Letztendlich geht die Welt auf ganz wenige, einfache Grundprinzipien zurück, die wie Axiome sind oder - wie Darwin sagt - ganz einfache Urformen, aus der sich dann aber eine "große Geschichte" entwickelt, z. B. die Evoultion.

Himmel und Hölle sind nur Bilder für diese Einfachheit, einfache Urformen und Grundprinzipien, einfache Wahrheiten und nach dem Tod geht jeder Mensch wieder in diese ursprüngliche, einfache Seinsform über und ist frei von allem "Weltlichen" und vor allem zum Beispiel von moralischen Kategorien wie "gut" und "böse", die nur Setzungen des Menschen sind. Gut und Böse gibt es dann nicht mehr.

So: Gruß
vom SirWiwor.
SirWiwor ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.06.2008, 11:55   Glaube= Angst? Beitrag #24 (permalink)
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Benutzerbild von Waris
 
Registriert seit: 12.01.2007
Ort: Köln
Beiträge: 2.052
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Wow, Sirwiwor, das ist der beste Post, den ich bis jetzt von dir gelesen habe! Er gefällt mir wirklich gut und hat sogar für mich etwas sehr schönes, beruhigendes und einleuchtendes an sich. Danke
Habe seit langem mal wieder die Stabilität überhaupt etwas in diesen Post zu schreiben. Ich finde die Bibel und die Gebote(die Eindeutigen Gebote, z.B. die 10 Gebote) gut, weil sie eben für ein soziales Leben unerlässlich sind: Natürlich soll man nicht töten und nicht stehlen usw. Dies sind einfache Regeln, die jeder normale Mensch eh beherzigen wird. Deren Einhaltung ist einfach und nicht zu viel verlangt. Ansonsten denke ich, weiß Gott, dass wir eben nur Menschen sind. Und Menschen sind nunmal fehlbar. Ich vertraue Gott mittlerweile schon sehr viel mehr, als noch vor einigen Monaten. Und wo Vertrauen, da keine Angst.

Geändert von Waris (15.06.2008 um 12:00 Uhr)
Waris ist offline   Mit Zitat antworten
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