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02.10.2007, 20:52
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Glaube= Angst? Beitrag #1 (permalink)
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Verleger
Registriert seit: 12.01.2007
Ort: Köln
Beiträge: 2.053
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Glaube= Angst?
Momentan stecke ich sozusagen in einer schweren innerlichen Krise. In einer Glaubenskrise sozusagen. Eigentlich bin ich von Haus aus so geprägt, dass ich stark an die Bibel und das Christentum glaube. Ehrlich gesagt, habe ich mich immer davor gesträubt mich näher damit zu befassen. Aus Angst. Das was in der Bibel steht macht mir Angst. Z.B. die letzte Offenbarung des Johannes. Ich finde, das gleicht einem Horrorfilm. Ich schaffe es aber nicht, nach den biblischen Grundsätzen zu leben. Wenn diese Dinge die in der Bibel stehen stimmen sollten, das wäre einfach schrecklich. Ich komme damit irgendwie nicht klar. Ich befinde mich im absoluten Zwiespalt und habe echt das Gefühl, daran zu zerbrechen. Quasi am Rad zu drehen. 
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02.10.2007, 21:46
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Glaube= Angst? Beitrag #2 (permalink)
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Moderator
Registriert seit: 26.10.2006
Ort: nahe Karlsruhe
Beiträge: 3.079
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Hallo Waris
Schreib doch mal genauer was dir Angst macht. Ich glaube nicht, dass du besonders schwere Sünden begehst, so dass du vor dem höchsten Gericht Angst haben müßtest. Ich persönlich glaube sowieso nicht, dass es jemals stattfindet. Mit kommt es eher so vor als wurde dieses Gericht erfunden um den Menschen Angst zu machen, damit sie aus Angst nach den christlichen Regeln leben ohne lange zu überlegen und ohne Widerworte zu geben.
Du bist doch eine Taffe Frau, lass dir keine Angst machen von einem Stück beschriebenen Papier. Du weißt doch: Papier ist geduldig
Gott hat dich so gewollt wie du bist sonst hätte er dich nicht geschaffen. Er liebt dich und würde dich nicht am jüngsten Tag in die Pfanne hauen.
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02.10.2007, 22:23
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Glaube= Angst? Beitrag #3 (permalink)
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Verleger
Registriert seit: 29.07.2007
Ort: Hauptstadt des Nebelreichs a.d. Donau
Beiträge: 7.556
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Hi Waris,
glaubst Du nicht, dass es Dir gerade jetzt Angst macht, wo Du selber vor einem komplett neuen Lebensabschnitt stehst? Die Angst vor der eigenen Zukunft, die gerade beginnt?
Ansonsten finde ich es in solchen Zeiten immer ganz gut, mich mit der weiblichen Seite des Glaubens bzw. der Mythologie zu befassen. Die beinhaltet viel mehr kraftgebende Elemente. Dieses Buch der Männergeschichte(n) ist nicht unbedingt in einem Frauenleben sehr hilfreich, zumindest nicht in Umbruchzeiten.
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02.10.2007, 22:35
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Glaube= Angst? Beitrag #4 (permalink)
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Verleger
Registriert seit: 12.01.2007
Ort: Köln
Beiträge: 2.053
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Wunderlampe: eben genau dieses Bild vom jüngsten Gericht macht mir Angst. Ich begehe keine schweren Sünden, das stimmt schon. Unfehlbar bin ich aber auch nicht. Und so wie ich es verstanden habe, werden alle Menschen erst mal grausam getötet. Außer die 144 tausen, die in den Himmel emporfahren. Wobei ich mir kaum vorstellen kann, warum Gott so grausam sein sollte.
Gabi: Ich glaube nunmal nicht an Mythologie. Man kann sich doch nicht einfach aussuchen, was einem besser gefällt, wenn man von was anderem überzeugt ist. Männerbuch...mhmh...das kann ich nicht sagen, dafür habe ich zuwenig von der Bibel gelesen.
Diese angst war schon immer in mir. Ich wollte mich etwas näher damit befassen, um sie loszuwerden. Aber ich bin geschockt und nun ist es noch schlimmer. Ich weiß gar nicht, wie Menschen, wenn sie gläubig sind, damit klarkommen sollen, was in der Bibel steht. Mein Kopf ist damit völlig überfordert.
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02.10.2007, 22:53
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Glaube= Angst? Beitrag #5 (permalink)
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Verleger
Registriert seit: 29.07.2007
Ort: Hauptstadt des Nebelreichs a.d. Donau
Beiträge: 7.556
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Liebe Waris, an Mythologie glaubt man nicht, Mythologie besteht aus einer Art Abbildern unserer Seele. Mythologie ist schon was anderes als Religion. Und frag Dich mal, wer da den Nutzen hat von Deiner Angst vor der bösen Strafe? Das ist nicht ohne Eigennutz in diesem schönen Büchlein, es gibt schon eine gewisse Elite, die davon schon immer sehr gut profitiert hat, dass wir uns vor Angst schier in die Hosen machen. Angst ist ein gutes Mittel, um den Mobb zu manipulieren und bei der Stange zu halten. Ich glaube auch nicht, dass das im Sinne der göttlichen Kraft ist. Aber es ist die menschliche Art, wie sie benutzt wird.
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02.10.2007, 23:02
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Glaube= Angst? Beitrag #6 (permalink)
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Verleger
Registriert seit: 12.01.2007
Ort: Köln
Beiträge: 2.053
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Da hast du Recht, Gabi. Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass Gott wollte, dass wir unser Leben in Angst verbringen...Momentan, weiß ich gar nicht mehr, was ich glauben soll. Manchmal wünschte ich, ich wäre dümmer und müsste nicht so viel denken. Dann wäre es leichter. Diese Fragen: Woher kommen wir? Warum enstand die Welt und wie? Was ist das Universum? gibt es Gott? Wo und seit wann und warum? Was passiert, wenn wir tot sind und wenn diese Welt nicht mehr existiert? Zermürbende Fragen....Und auch die Frage: ist die Bibel wirklich Gottes Wort oder nur eine menschliche Erfindung? Letzteres kann ich irgendwie nicht glauben. Oder ist sie teilweise das und teilweise das andere? Es gibt keine eindeutige Antwort darauf und das raubt mir schier den Verstand.
Geändert von Waris (02.10.2007 um 23:05 Uhr)
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03.10.2007, 10:26
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Glaube= Angst? Beitrag #7 (permalink)
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Verleger
Registriert seit: 29.07.2007
Ort: Hauptstadt des Nebelreichs a.d. Donau
Beiträge: 7.556
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Liebe Waris, Deine Fragen sind ein menschliches Grundbedürfnis, so wie es auch die Religiösität ist. Das macht uns einfach aus.
Die Bibel ist von Menschen geschrieben, da kann niemand was anderes behaupten, egal woher die ihr Wissen und ihre Eingebungen hatten. Damit wird sie auch immer ein Spiegel der damaligen Geschichte und Gesellschaft sein. Als reine menschliche Erfindung tue ich sie deshalb nicht ab, weil ich das Weltbild habe, dass alles von einer göttlichen kraft durchdrungen ist. Ich hab allerdings lang gebraucht, um von dem strafenden personifizierten Gott aus meinem katholischen Elternhaus zu diesem neutralen freundlichen Bild zu kommen. Das ging über feministische Forschungen, Esotherische Themen zu Naturreligionen. Und dann wieder zurück zu den Wurzeln, denn trotz allem bin ich in einem jüdisch-Christlich geprägten Kulturkreis, mit dem ich klar kommen muss und auch will.
Ich glaube schon, dass man auch ohne diese Umwege aus der Bibel Kraft schöpfen kann. Es gibt hier ja einige, die das tun. Aber wenn sie mehr schwächt als stärkt, dann kann das eigentlich nicht im Sinne der Religion sein.
Jetzt bin ich grad bei den Kelten, die ja schließlich hier gelebt haben und so hört die Suche nie auf. Jedoch in mir habe ich das Vertrauen in diese universelle Energie gefunden, und ich kann mit der Personifizierung in Gott inzwischen wieder leben, aber diese menschlichen Werte wie Gut und Böse, Belohnung und Strafe, interessieren mich in dem Zusammenhang nicht mehr. Ich bin meinem eigenen Gewissen und meiner eigenen Ethik verantwortlich. Und wie ich mich auch entscheide: die Erde ist rund, es kommt alles zu einem zurück. Vll gibts auch so was wie Schicksal, aber selbst dann glaube ich, dass ich innerhalb dieses vorgegebenen Rahmens noch gewisse Gestaltungsmöglichkeiten hab.
So. das war jetzt mehr, als ich ausplaudern wollte. Werd schon wieder Haue von irgendwem dafür beziehen. Egal. Aber ich kenne Deine Nöte und Fragen, Waris, ich hab auch sehr lange darunter gelitten. Drum: nicht verzweifeln, Du bist so wach und neugierig, dat wird schon
Geändert von Gabiannarele (03.10.2007 um 10:30 Uhr)
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03.10.2007, 11:33
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Glaube= Angst? Beitrag #8 (permalink)
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Verleger
Registriert seit: 12.01.2007
Ort: Köln
Beiträge: 2.053
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Quatsch, Gabi! Von wem sollst du denn Haue dafür kriegen? Ich danke dir jedenfalls für deine antwort. Du hast Recht, Religion sollte etwas stärkendes sein und nicht das Gegenteil. Das kann nur im Sinne von Gott sein. Klar, die Bibel ist von Menschen geschrieben, keine Frage. Aber wie und warum? Vielleicht ist die Bibel doch nicht 100% wörtlich zu verstehen? Es hat keinen Sinn über all diese Fragen sich den Kopf zu zerbrechen,denn sie sind einfach nicht zu beantworten. Vielleicht wird Gott sie uns irgendwann beantworten, denn nur er kann das. Bis dahin vertraue ich einfach mir selber und Gott. Mehr kann man nicht tun. "Et kütt , wie et kütt. Et is, wie et is. Un et is noch immer jot jejange." 
Warum habe ich immer wieder diese Phasen, der absoluten Zermatererei? Ich wünschte echt, ich wäre weniger neugierig und wach und könnte ohne das viele Nachdenken in den Tag leben.
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