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Thema: Glaube ohne Gott

  1. #1
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    Standard Glaube ohne Gott

    Habt ihr einen Glauben jenseits irgendeines Gottes, einen Glauben, der keinen Namen trägt (christlich, buddhistisch, hinuistisch...)... sondern einen Glauben, den ihr für euch entdeckt habt, der euch Kraft oder vielleicht auch Erklärungen gibt?
    Für mich ist es der Glaube an eine undefinierbare übersinnliche Kraft, die letztendlich am Ende des Lebens alle Irrungen und Wirrungen des Lebens zu einer abschließenden Sinngestalt zusammenfügt - deshalb habe ich auch so große Sehnsucht und freue mich auf den Tod und auf das Eingehen in diese "Kraft".
    Habt ihr auch so etwas? Was glaubt ihr?

  2. #2
    Gast570
    Gast

    Standard

    Hallo, SirWiwor!

    Zitat Zitat von SirWiwor
    Habt ihr auch so etwas? Was glaubt ihr?
    Ja, sowas habe ich auch. Aber im Unterschied zu Deiner Beschreibung definiere ich diese Kraft. Sie fügt alles zu einer "Sinngestalt" zusammen, jedoch nicht erst am Ende meines Lebens, sondern schon jetzt, weil sie mir - um in Deinem Bild zu bleiben - ihren Sinn offenbart, aber ihre Gestalt verbirgt und so meinen hungernden Geist wie meine hungernde Seele gleichermaßen nährt. Ich muss nicht sterben, um mit ihr eins zu werden, weil ich schon eins mit ihr bin, und deshalb habe ich keine Angst vor dem Tod, weil ich schon jetzt spüre, dass sie gegenwärtig ist

    *Gruß*
    Harlequin

  3. #3
    Nachwuchs Autor
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    Standard ...

    Hallo Harlequin,
    danke für die Antwort.
    Ich finde es schwer mir vorzustellen, dass ich diese "Sinngestalt" innerhalb dieses Lebens finden kann, weil ich glaube, dass es eine sehr einfache, allem zugrundeliegende Wahrheit ist, sozusagen ein Punkt, in dem alles Komplexe dieser Welt zu einer kleinen einfachen Wahrheit, einem "Anfangspunkt" zusammenfließt - und um diesen Punkt zu finden, dafür sind wir alle in unserem Alltag so verblendet - ein bisschen wie wie die Menschen, die in Platons Höhlengleichnis in einer Höhle leben und gar nicht wissen, dass sie dort nur erbärmliches Dasein fristen.

    Woran ich gerade denken muss, ist ein Gesetz aus der Psychologie, der Wahrnehmungspsychologie: Gestaltpsychologen wie Koffka, Wertheimer und Köhler sagen, dass es eine Art "Gesetz der guten Gestalt" gibt, d. h. dass schon unsere Sinneswahrnehmung so angelegt ist, dass sie die Welt nach bestimmten Ordnungsprinzipien zu einer guten Gestalt organisiert. Das würde dafür sprechen, dass auch im Leben schon eine Art "Korrekturmechanismus" hin zu einer guten Gesamtgestalt angelegt ist.

    Wie hast du es geschafft, für dich diese "Sinngestalt" hier zu finden?

  4. #4
    Gast570
    Gast

    Standard

    Guten Morgen, SirWiwor!

    Zitat Zitat von SirWiwor Beitrag anzeigen
    diese "Sinngestalt"[...]ich glaube, dass es eine sehr einfache, allem zugrundeliegende Wahrheit ist
    Daran glaube ich auch: an "eine allem zugrundeliegende Wahrheit". Aber sie ist nicht einfach im Sinne eines "leicht-zu-verstehen", denn dann würden wir sie ja erkennen. Sie ist in ihre Gänze nicht ausschließlich mit dem Verstand zu erfassen, und würden wir uns nur auf ihn verlassen, würden wir tatsächlich in Platons
    Zitat Zitat von SirWiwor
    Höhle leben und gar nicht wissen, dass (wir) dort nur (ein) erbärmliches Dasein fristen.
    Was uns Menschen schon in unserem irdischen Dasein mit der "Sinngestalt" verbindet, verbinden kann, ist der Glaube.
    Zitat Zitat von SirWiwor
    eine Art "Gesetz der guten Gestalt" gibt, d. h. dass schon unsere Sinneswahrnehmung so angelegt ist, dass sie die Welt nach bestimmten Ordnungsprinzipien zu einer guten Gestalt organisiert.
    Ein schönes Sinnbild für das Wirken Deiner Sinngestalt in unser Leben hinein. Oder was glaubst Du, woher die Ordnungsprinzipien der guten Gestalt kommen?
    Zitat Zitat von SirWiwor
    Das würde dafür sprechen, dass auch im Leben schon eine Art "Korrekturmechanismus" hin zu einer guten Gesamtgestalt angelegt ist.
    Klingt für meinen Geschmack ein wenig zu mechanisch, weil es den Eindruck erweckt, die "Korrektur" ergäbe sich automatisch. Ich glaube aber, wir selbst müssen und können(!) einiges dafür tun, dass sich die gute Gestalt in uns und durch uns entfaltet.
    Zitat Zitat von SirWiwor
    Wie hast du es geschafft, für dich diese "Sinngestalt" hier zu finden?
    Ich weiß es nicht so recht. Sie hat mich gefunden. Es war keine heilige Erleuchtung oder göttliche Offenbarung, wie sich mancher vielleicht vorstellen mag, sondern mehr ein Geistesblitz aus heiterem Himmel. Ein Funke, der ein Feuer entfachte, das seither brennt, ohne zu verbrennen. Aber eigentlich brannte es schon vorher, ich hatte nur Schwierigkeiten, den Brandstifter zu identifizieren.

    *Gruß*
    Harlequin
    Geändert von Gast570 (09.07.2008 um 23:32 Uhr)

  5. #5
    Nachwuchs Autor
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    Standard ...

    (...) Ich weiß es nicht so recht. Sie hat mich gefunden. Es war keine heilige Erleuchtung oder göttliche Offenbarung, wie sich mancher vielleicht vorstellen mag, sondern mehr ein Geistesblitz aus heiterem Himmel. Ein Funke, der ein Feuer entfachte, das seither brennt, ohne zu verbrennen. Aber eigentlich brannte es schon vorher, ich hatte nur Schwierigkeiten, den Brandstifter zu identifizieren (...)

    Ich finde es schwer, darauf zu hoffen, dass irgendwann Mal ein Funke übersprüht. Hoffen ist ein sehr passiver Zustand und ein Warten auf etwas, das wahrscheinlich nie eintritt.
    Ob man etwas in sich trägt? Ich weiß es nicht, es fühlt sich eher leer an. Aber wer weiß, vielleicht manifestiert sich ja plötzlich von heut auf morgen die große Sinngestalt und man ist noch so lange da, dass man sie hier aufnehmen kann :-)

  6. #6
    Gast570
    Gast

    Standard

    Wer ausschließlich von der Hoffnung lebt ist wohl ebenso verloren wie der, der gar keine Hoffnung in sich trägt. Ich sagte ja schon, dass wir selbst einiges dazu beitragen müssen und können(!), dass sich das, was Du Sinngestalt nennst, in uns und durch uns entfaltet. Dazu braucht es allerdings ein klar definiertes Ziel, einen Glauben an etwas, dass sich durch uns, durch unser tätiges Handeln verwirklicht. Deine Sinngestalt manifestiert sich nicht von selbst, nicht "plötzlich von Heut' auf Morgen". Wer auf diese Art göttlichen Segen hofft, ist nicht bloß naiv, sondern am Ende einfach nur ein fauler Hund - und eine beleidigte Leberwurst dazu, wer jeglichen Glauben deshalb verwirft, weil er geistesgegenwärtig genug ist zu erkennen, dass ihm die Trauben nicht einfach aus heiterem Himmel in den Mund fallen.

    *Gruß*
    Harlequin

  7. #7
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    quote:"Hoffen ist ein sehr passiver Zustand und ein Warten auf etwas, das wahrscheinlich nie eintritt."

    glauben ist ein noch viel passiverer zustand und das, was du als deine uebersinnliche kraft deffinierst ist am ende nichts weiter als ein synonym fuer gott.


    bye nemi

  8. #8
    Gast570
    Gast

    Standard

    Zitat Zitat von nemi
    glauben ist ein noch viel passiverer zustand
    Der Glaube an etwas bestimmtes oder Glaube an sich? Hast Du zu Deiner Behauptung auch eine Begründung anzubieten?

    *Gruß*
    Harlequin

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