psychologische Beratung von erfahrenen Psychotherapeuten und Psychologen, psychologe.de
Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 8 von 9

Thema: Glauben vs. Theologie

  1. #1
    Neuling Avatar von smile
    Registriert seit
    15.02.2008
    Ort
    Niedersachsen
    Beiträge
    77
    Danke
    7
    8 mal in 8 Beiträgen bedankt

    Frage Glauben vs. Theologie

    Hey Leute,

    ich bezeichne mich mal als erzkatholisch erzogen, auch wenn das in meinen Ohren einfach fürchterlich klingt. Jedenfalls bin ich gläubige Christin und mein Glaube ist mir verdammt wichtig und ich nehm ihn unglaublich ernst.

    Allerdings hab ich irgendwie ein riesen Problem mit theologischen Texten. Für mich sind Diskussionen darüber, ob Jesus jetzt halb Mensch und halb Gott oder gleichzeitig beides ganz oder irgendwas anderes war irgendwie vollkommen sinnfrei. Ich kann mich mit solchen Fragestellungen einfach nicht anfreunden und sie erscheinen mir für meinen Glauben auch irgendwie vollkommen nebensächlich.

    Gleichzeitig verwundert mich diese Einstellung an mir, da ich eigentlich ein ziemlich rationaler Mensch bin, viel mit Naturwissenschaften am Hut habe und Philosophie absolut toll finde. Ich kann Stunden damit zubringen, über ethische Themen zu diskutieren oder so. Aber den Sinn hinter vielen Theologischen Fragen kann ich einfach nicht finden.

    Was meint ihr dazu? Ist eine tiefe Auseinandersetzung mit theologischen Fragen für einen mündigen Glauben unumgänglich? Ist ein "naiver" Glaube in seiner Einfachheit weniger "wert" als ein - ich sage mal, in tiefgründigen Diskussionen gereifter Glaube? Und was nützt es mir, solche Digne zu diskutieren wie beispielsweise das Wesen des Heiligen Geistes, wenn ich doch eh niemals eine Antwort finden werde, von der ich wissen kann, dass sie der Wahrheit entspricht? Bringt mich das in meinem Glauben weiter?

    Bin gespannt auf Eure Meinungen! Glg, smile

    PS: Oh Mann, klingen diese Fragen schwülstig formuliert Fast, als sei ich selbst studierter Theologe, hihi...

  2. #2
    Gast784
    Gast

    Standard

    hallo Smile,

    ich halte das pragmatisch und völlig laienhaft:

    Warum ist mir mein Glaube wichtig? und brauche ich dafür dieses ganze Primborium und diese theoretische Auseinandersetzung dazu?

    Bei mir heist heisst die Antwort klar nein, weil: ich mir den Glauben angeeignet habe, der mir am meisten Trost und Kraft gibt und der mir in meinem Weltbild als am schlüssigsten erscheint, und weil ich mir aus dieser Haltung heraus dann entsprechend Kulturgeschichte, spritiuelle Hintergründe usw. angeeignet habe, weil ich es eben genauer wissen wollte. Die theoretische Auseinandersetzung macht mir nur Sinn, wenn sie aus meinem inneren Bedürfnis und Interesse erfolgt, und nicht, um mir von außen irgend welche Lehrmeinungen und Rituale aufzupfropfen. Wozu soll das gut sein

    LG Gaby

    PS: Ich finde Deine Fragen toll und völlig gerechtfertigt!

  3. #3
    Gast1220
    Gast

    Standard Willkommen Smile

    Hallo Smile,

    mir ist der Glaube wichtig. Allerdings finde ich Diskussionen sinnlos, wenn sie nicht von der Glaubensliebe getragen sind.

    Und es ist wichtig dem anderen in seinem Glauben die freie Entscheidung zu lassen.

    Liebe Grüße Min

  4. #4
    Neuling Avatar von smile
    Registriert seit
    15.02.2008
    Ort
    Niedersachsen
    Beiträge
    77
    Danke
    7
    8 mal in 8 Beiträgen bedankt

    Beitrag

    Hey Min,

    ich bin mir nicht sicher, ob ich Deinen Beitrag richtig verstanden habe. Was genau meinst Du damit, "wenn sie nicht von der Glaubensliebe getragen sind"? Das klingt ein bisschen so, als ob z.B. Atheisten nicht ueber den Glauben diskutieren koennten - zumindest klang Dein Satz fuer mich so, aber ich denke eigentlich, dass Du das nicht gemeint hast.
    Vlg, smile
    Betrachte immer die helle Seite der Dinge! Und wenn sie keine haben, dann reibe die dunkle, bis sie glänzt.

  5. #5
    Verleger Avatar von Natz
    Registriert seit
    01.01.2008
    Ort
    im Süden
    Beiträge
    5.293
    Danke
    249
    296 mal in 215 Beiträgen bedankt

    Standard

    Hallo smile!
    Finde es ziemlich egal, ob der Einzelne nun dran glaubt, das Jesus übers Wasser gegangen ist, oder nicht.
    Wichtig ist es, das es ihm als Lebenshilfe dienen kann-sehe das ganz pragmatisch und beneide Menschen sogar, die das können.
    Außerdem ist Wissenschaft doch nicht unvereinbar mit Religion-zumindest nicht für den gläubigen Christen, der sich ja auf die Bibel bezieht. Sieht man auch wunderbar an der ganzen Papsthysterie, wo ja auch jedes Mal junge Menschen dabei sind, wo sicher der eine oder andere Physikstudent dabei ist...
    Ich persönlich denke, da die Bibel aus Mundüberlieferungen besteht, eher, das es wie bei der Flüsterpost ist, wo vieles nach 1000 Mündern eben nicht ganz so ankommt. Außerdem denke ich, das die Menschen damals auch schon Drogen genommen haben oder in Wüsten dehydriert waren-aber das denke ich und wird Dich als gläubige Christin eher nicht so interessieren.
    Aber wie gesagt-wem der Glauben im Leben hilft-dem will ich nicht meine Überzeugung aufdrücken Glauben tut man, oder eben nicht.
    Geändert von Natz (23.02.2008 um 19:23 Uhr)
    LG, Natz




    Manche Leute drehen nie durch-was müssen die doch für ein grauenhaftes Leben führen (Bukowski)

  6. #6
    Gast1220
    Gast

    Standard

    Hallo smile,

    hast es schon richtig verstanden, dass ich auch für Diskussionen bin. Im Glauben schlägt man sich eben auch mal schnell was um die Ohren, deshalb sprach ich von Glaubensliebe.

    LG Min

  7. #7
    Neuling Avatar von smile
    Registriert seit
    15.02.2008
    Ort
    Niedersachsen
    Beiträge
    77
    Danke
    7
    8 mal in 8 Beiträgen bedankt

    Beitrag

    Hey Natz,
    aus Deinem Beitrag lese ich heraus, dass Du zumindest kein Christ bist. Darf ich (aus ganz persönlichem Interesse) fragen, an was Du glaubst? Ich meine, es gibt viele Menschen, die zwar nicht religiös sind, aber doch irgendwie an etwas glauben... an eine Art höhere Macht oder einen Sinn oder so... wie ist das bei Dir?
    Ich schätze Deine Meinung sehr und bin mit dem, was Du über Drogen und Dehydration sagst, übrigens vollkommen einverstanden... wobei ich statt an Drogen mehr an übertriebenes Fasten und so gedacht hatte... und tief religiöse Menschen bekommen ja auch manchmal irgendwelche Visionen etc... Ich glabue allerdings, dass die bblischen Schriften schon unter einem bestimmen Ziel geschrieben worden sind - vielleicht nicht unbedingt, um das genaue Geschehen von damals zu dokumentieren, sondern vielmehr, um die Aussage zu transportieren. Klar, dass man die Bibel nicht immer für bare Münze nehmen kann. Mir persönlich bedeutet auch die Aussage mehr als der Inhalt - weshalb es mir zum Beipiel ziemlich schnurz ist, ob Jesus übers Wasser ging oder nicht, ob er wirklich drei Tage nach seinem Tod durch Jerusalem spazierte und seine Jünger erschreckte oder ob sich das jemand ausgedacht bzw. nur als Halluzination oder so erfahren hat. Für mich ist die inhaltliche Richtigkeit dieser Dinge für die eigentliche Glaubensaussage vollkommen nebensächlich, weil es meiner Meinung nach allein auf ihre Botschaft ankommt...
    Vielen Dank für Deinen Beitrag!

    Und zu Min
    Bin absolut Deiner Meinung - man sollte nciht das Wesentliche aus den Augen verlieren und sich mit theoretischem Krimskrams befassen. Schließlich ist die Theorie der Dreifaltigkeit oder solche Dinge eben nicht das Fundament des christlichen Glaubens, sondern eher die Aussage, dass unser Gott halt kein strafender, sondern ein endlos liebender, endlos verzeihender Gott ist... (genau der Grund, warum ich so an meinem Glauben hänge )

    Bin euch allen echt dankbar für eure Meinungen, denn irgenwie hatten mich die theologischen Diskussionen so bestürzt, als ich durch das Religionsforum gegeistern bin
    Ganz liebe Grüße, smile
    Betrachte immer die helle Seite der Dinge! Und wenn sie keine haben, dann reibe die dunkle, bis sie glänzt.

  8. #8
    Wunderlampe
    Gast

    Standard

    Hallo smile

    Und was nützt es mir, solche Digne zu diskutieren wie beispielsweise das Wesen des Heiligen Geistes, wenn ich doch eh niemals eine Antwort finden werde, von der ich wissen kann, dass sie der Wahrheit entspricht? Bringt mich das in meinem Glauben weiter?
    Ob es dir etwas nützt oder nicht, ob du darüber diskutieren willst oder nicht, ob es dich in deinem Glauben weiterbringt oder nicht. Das alles mußt du für dich selbst herausfinden. So wie es die für sich herausfinden müssen, die sich darüber Gedanken machen und darüber diskutieren.

    Warum soll ausgerechnet die Theologie vom Hinterfragen ausgenommen sein?
    Ich denke, dass immer die Menschen scheinbaren Geheimnisse auf die Spur gekommen sind, die hinterfragt haben, was andere als für sich als gegeben hingenommen haben oder sich nicht getraut haben nachzuforschen. Die Wissenschaft ist voll solcher "Rebellen"

    Was hat dich denn so bestürzt?

Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Psychologen beraten am Telefon und im Chat. Jetzt testen!