Hallo,
ich bräuchte mal euren Rat bzw. eure persönliche Meinung über eine Situation und bin für jeden Hinweis dankbar. Hier mal eine knappe Auffassung meines Lebenslaufs:
Also, ich habe zwei Brüder, einen zwei Jahre älteren großen und einen zwei Jahre jüngeren kleinen. Meine Eltern trennten sich vor fast zehn Jahren, als ich noch zehn Jahre alt war. Daraufhin lebten Mutter und wir drei Kinder zusammen in einer anderen Stadt, Vater blieb hingegen allein zurück. In der Folgezeit gab es im Grunde keine Streitigkeiten, es gab sogar Zeiten, in denen meine Eltern Freunde bleiben konnten (zurzeit sprechen sie aber nur sehr selten miteinander) und wir drei konnten Vater zuerst ein halbes Jahr gar nicht mehr sehen, dann alle zwei Wochen jedes Wochenende und später, als wir älter wurden, auch jedes Wochenende und schließlich kamen und gingen wir, wann wir gerade wollten.
Etwa sechs oder sieben Jahre danach, also als ich noch 17 war (Jahr 2009), gab es heftige Auseinandersetzungen zwischen Mutter und großem Bruder, woraufhin er unsere Wohnung verließ, sich für mehrere Jahre von Mutter isoliert hat (seitdem hatten sie sich nur noch einmal gesehen, dann nie wieder) und bei Vater weiterlebte. Nur ein paar Wochen später muss es gewesen sein (Sommerferien nach der 11. Klasse), ab da wurde mir tierisch schlecht und ich fühlte mich erst einmal monatelang, als hätte ich eine Magen-Darm-Grippe. Musste ein Jahr aussetzen, dann legte ich mich wieder an die Schule ran und bin nun in der 13. Klasse. Von meinen Beschwerden, die überwiegend aus Übelkeit (ohne Brechreiz) besteht und zum Teil auch Dinge wie Kopfschmerz, Bauchschmerz, Durchfall, früher (heute nicht mehr) teils schwere Depressionen bestehen, hat sich aber nur wenig geändert. Keine organischen Befunde. Im März diesen Jahres wurde ich auch stationär behandelt und seit Sommer habe ich auch eine Psychotherapie, zu der ich regelmäßig hingehe und die mir hilft, mir aus der Seele zu sprechen. Aber die primären Störfaktoren, zu denen vor allem Ängste (vor allem eine Art soziale Phobie und eine Emetophobie) gehören und aus denen immer Übelkeit hervorgeht, sind bisher leider erhalten geblieben. Obwohl ich immer zufrieden mit meinem Therapeuten gewesen bin (und es noch bin), sind wir irgendwie an einem Punkt gekommen, wo die Ideen, welche Ursachen das haben könnte, zurzeit ausbleiben.
Heute bin ich aber auf einen Begriff gestoßen und der nennt sich Trennungsangst. Vor allem finde ich bemerkenswert, dass mir kurz nachdem mein Bruder gegangen ist so kotzübel wurde und das dauerhaft. Ist es denn möglich, dass ich durch die Trennung meiner Eltern eine gewisse Trennungsangst erfuhr (leider haben wir nie die Trennung verarbeitet oder uns intensiv gegenseitig geholfen) und diese Trennungsangst nochmal hochkam, als dann mein Bruder uns - die Familie, die noch zusammen hielt, das waren ja wir - auch noch verließ, also eine Art wiederbestätigtes Trauma?
Was meint ihr zu dieser Idee? Ich werde das auch noch mit meinem Therapeuten besprechen, was er davon hält, aber das dauert auch noch ein paar Tage. Deswegen möchte ich gerne von euch wissen, ob ihr das erstens für möglich haltet und zweitens wie wahrscheinlich so etwas ist oder ob das eher selten der Fall ist, dass man durch die Trennung mit einem der Geschwister ein Trauma erfährt? (Wobei ich sagen muss, dass ich unheimlich viel mit meinen Brüdern verbinde, diese ganze erfüllte Kindheit)
Übrigens, ihn habe ich dann auch noch (manchmal öfters, manchmal weniger, je nach meiner Lage) gesehen. Er ist aber auch schon umgezogen und zwar weit weg.


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